Die Angina oder Tonsillitis: Mandelentzündung

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Mandeln gehören wie die Schleimhäute von Gaumen und Rachen zu den lymphatischen Organen. Sie produzieren wichtige Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger, die durch Mund und Nase eindringen können.

Der Mensch besitzt 4 große Tonsillen, die für Mund und Rachen einen Abwehrring bilden: die paarigen Gaumenmandeln, die unpaarigen Rachenmandeln, die Zungenmandeln und der Seitenstrang an der Rachenwand.

Eine Mandelentzündung (auch Tonsillitis oder Angina tonsillaris genannt) ist meist eine akute Entzündung vor allem der Gaumenmandeln (Gewebe der Körperabwehr als Teile des lymphatischen Rachenrings). Bei einem über drei Monate andauernden Leiden spricht man von der chronischen Form (Tonsillitis chronica).

Als häufigste Ursache einer Mandelentzündung gilt in der Schulmedizin die Streptokokkeninfektion. Diese "Mandelinfektion" wird ausgelöst und "übertragen" durch Tröpfcheninfektion (z.B. durch Husten oder Niesen). In selteneren Fällen wird die Angina tonsillaris durch Pneumokokken, Staphylokokken oder Viren verursacht.

Eine Mandelentzündung hat meist einen sehr akuten Beginn mit Fieber und Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und einem schweren Krankheitsgefühl.

Leitsymptome sind starke Schmerzen beim Schlucken (die bis in die Ohren ausstrahlen können) und ein vermehrter Speichelfluss. Die Mandeln (Tonsillen) zeigen sich gerötet und geschwollen, im Verlauf kann man Beläge auf ihnen erkennen.

Ähnliche Beschwerden wie bei der Angina tonsillaris können bei einer Scharlach-Angina, der Rachen-Diphtherie (grauen, schmutzigen Belag der Mandeln, mit eitrigen, süßlichem Geruch), der Herpangina, bei der infektiösen Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) oder der Plaut-Vincent-Angina auftreten. 

Komplikationen (z.B. Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung oder ein Abszess) sind bei einer konsequenten Therapie selten.

Siehe auch: Infektionen - Rekonvaleszenz

Sprache der Symptome

Haben Sie das Gefühl, nicht länger etwas Belastendes schlucken zu können? Oder wollten Sie schon lange jemandem etwas sagen, schlucken es aber laufend wieder? Haben Sie das Gefühl von einem Kloß im Hals?

Die Mandeln sind wie ein Filter, der das "Falsche" absorbiert - dieser Filter ist im Falle der Entzündung nun voll. Voll von Sachen, die man als falsch bewertet und nun zum Ausdruck kommt.

Die Mandeln entzünden sich auch, wenn man sich unverstanden fühlt und dazu nichts sagt, weil's ja ohnehin keinen Sinn hat. Unsere Aufgabe ist es, unser "Sosein" zum Ausdruck zu bringen. Die Mandelentzündung als Hinweis darauf ist dann nicht mehr nötig.

Mögliche Ursachen

Auch wenn die Erreger (die ich oben genannt habe) als "Ursache" gelten, so sind doch die wahren Ursachen anders gelagert: Eine Abwehrschwäche ist das eigentliche Problem. Denn ein gesunder Organismus wir mit diesen Erregern "eigentlich" fertig. 

Mögliche Folgen

Rötung und Schwellung, weiße bis gelbliche Beläge auf den Mandeln. Fieber bis 40°C. Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit. Geschwollene Lymphknoten am Hals, belegte Zunge, starker und übler Mundgeruch sind wahrnehmbar.

Bei chronischer Angina können sich die Erreger an Herzklappen (Endokarditis), Gelenken (rheumatisches Fieber) und in den Nieren (Nephritis) ansiedeln und zu weiteren Störungen führen. Deshalb sollte eine Mandelentzündung zum Abklingen gebracht werden.

Späte Komplikationen einer Mandelentzündung kommen in seltenen Fällen vor z.B.: akutes rheumatisches Fieber, Polyarthritis, Pankarditis, Chorea minor oder Glomerulonephritis. Da heutzutage aber alle Arten einer Infektion fast immer mit Antibiotika behandelt werden, sieht man diese Komplikationen nicht mehr.

Bei Gelenkentzündungen stelle ich aber immer noch regelmäßig die Frage, ob der Patient in den letzten Wochen eine Halsentzündung, bzw. Mandelentzündung hatte.

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei einer Mandelentzündung in Frage kommen können.

Die Therapie einer Mandelentzündung "nur" mit Naturheilmitteln gilt als umstritten. Zahlreiche klassische Mediziner halten das für unverantwortlich und sehen keine Alternative zu einer Antibiotika-Therapie.

Ich selbst sage dazu nur so viel, dass es immer auf den einzelnen Fall drauf ankommt. Es kommt auch auf den Therapeuten an, in wie weit er oder sie über Erfahrungswerte bei hoch akuten Erkrankungen mit Naturheilmitteln hat.

Akupunktur  Als bewährte Punkte gelten: Lu 11, Lu 10, Di 4, Di 11, Dü 17, Ma 36, 3E17 und Ren22 
Bachblüten Wenn dann meist Star of Bethlehem 
Cantharidenpflaster im Kieferwinkel oder auch im Nacken 
Ernährung Wenn der Patient keinen Appetit hat, zwingen sie ihn nicht zum Essen! Meiden Sie Zucker, Weißmehl und Schweinefleisch, aber vor allem alle Milchprodukte! Beachten Sie, dass Obstsäfte wegen des Säuregehalts schmerzhaft sein können. Geben Sie lieber nur Wasser oder Kräutertees (siehe unten).
Isopathie

Aus dem Bereich der Mittel der Firma Sanum-Kehlbeck:

  • Notakehl D5 (bakteriell)
  • Quentakehl D5 (viral)
  • Utilin „S“ D6 Tropfen als „Reaktionsmittel“ (vor allem bei chronischen Fällen).

Spenglersan Kolloid G (alle Entzündungserscheinungen und zur Vorbeugung und Behandlung grippaler Infekte; Etwa dreimal die Woche reibt der Patient je zwanzig Tropfen davon ein, im Akutfall bis zu sechsmal täglich zehn bis zwanzig Tropfen. Kolloid G schafft u. a. auch Erleichterung bei: Herpes,  Akne, Zahnfleischentzündung, Bronchitis und Ohrenentzündungen)
 

Urtinktur
(Frischpflanzentropfen)
Eine Mischung aus folgenden Urtinkturen kann hilfreich sein:
30 ml Sonnenhut (Echinacea), je 20 ml Salbei, Thymian, Pappel und 10 ml Arnika.
Gemmo-Therapie Stündlich 1-2 Stösse Johannisbeer-Knospenmazerat in den Mund sprayen.

Orthomolekular-Medizin Bei einer akuten Mandelentzündung: 1000 mg Vitamin C, alle ein bis zwei Stunden mit 10mg Zink, später dann nur noch drei Mal täglich alle 8 Stunden.

Heilpflanzen

Gurgeln mit Salbeitee zum lindern der Beschwerden und Halsschmerzen.

Eine erstaunlich gute Akut-Wirkung im Kindesalter erzielt man mit Umckaloabo Tropfen (ISO-Arzneimittel). Ich sehe dadurch weniger chronische Verläufe, keine Resistenzen und eine sehr gute Verträglichkeit. Das Mittel kann generell bb einem Jahr gegeben werden. Kleinkinder im Alter von 1-5 Jahren: 3 x täglich 10 Tropfen, Kinder im Alter von 6-11 Jahren:  3 x täglich 20 Tropfen, Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren:  3 x täglich 30 Tropfen

Die Einnahme sollte nach Abklingen der Symptome noch 3-4 Tage fortgeführt werden, um Rückfälle zu vermeiden.
Das Mittel löst zähen Schleim, hemmt Bakterienwachstum, verhindert die Festsetzung von Viren an Schleimhautzellen, wirkt immunmodulierend und ist auch durch Studien gut belegt.  

Homöopathie zu Beginn: Aconitum D30

im Verlauf (klopfende, pulsierende Schmerzen, Fieber): Belladonna D30

Kälte und kalte Getränke bessern: Apis mellifica D30

Seitenstranangina: Phyolacca D4 oder
Lachesis D12

beginnende Eiterung: Belladonna D30 und Mercurius solubilis Hahnemanni D6 alle 2 Std. im Wechsel

Ausheilung: Silicea D6

Abszeß: Myristica sebifera D4 stündl. 5 Tropfen
Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.

Schüssler-Salze

Ich würde eine Mandelentzündung nicht "nur" mit Schüssler Salzen behandeln. Es kommen auch hier übrigens unterschiedlich Mittel in Frage, je nachdem welches Stadium der Erkrankung vorliegt.

Aus dem Bereich der Schüssler Salze sind es in den Anfangsstadien meist Ferrum phosphoricum Nr. 3 und Kalium chloratum Nr. 4 in häufigen Gaben. Beides jeweils in der D6.

Zur Ausheilung und wenn es schon im eitrigen Stadium ist: Silicea Nr. 11

Zahnstörfeld
Bei einer chronischen Mandelentzündung sollte man an Störfelder denken. Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen können problematisch sein. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen.
Sonstiges

Kalter Wickel um den Hals, um die Hitze abzuleiten und Schmerzen der Mandelentzündung zu lindern. Eventuell auch Wadenwickel oder Brustwickel. Es kommt da auf die Konstitution und die schwere des Falls an.

Bei einem drohenden Mandelabszess: Eis-Krawatte.

Mit Holunderblütentee und Lindenblütentee das Schwitzen fördern.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 25.5.2016 aktualisiert.