Downsyndrom (Mongolismus)
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Das Down-Syndrom (Trisomie 21) entsteht durch eine Fehlverteilung der elterlichen Chromosomen (Träger der
menschlichen Erbinformation) und gilt als häufigste angeborene Chromosomenstörung (mit einer Inzidenz von 1 pro
700). Das Chromosom 21 kommt anstatt doppelt dreifach beim Neugeborenen vor und führt zu den typischen
Merkmalen.
Obwohl die Entstehung der Trisomie 21 eigentlich zufällig geschieht, gilt als Hauptverursacher die Mutter, die
nicht nur ein Chromosom 21 sondern beide Kopien an das Kind weitergibt = Nondisjunction (Unfähigkeit des
Chromosomenpaares, sich zu trennen).
Die Wahrscheinlichkeit einer doppelten Weitergabe steigt mit zunehmendem Alter der Mutter (erhöhte Gefahr
ab dem 35. Lebensjahr). Ein häufiger Befund der mit der Trisomie 21 assoziiert sein könnte, sind hohe
Homocystein-Spiegel der Mutter während der Schwangerschaft. In mehr als 90 Prozent aller Fälle zeigt sich ein
drittes, freies Chromosom 21, womit die Chromosomenzahl von normalen 46 auf 47 steigt = freie Trisomie.
Bei ca. 5 Prozent kommt das dritte Chromosom 21 auf einem anderen Chromosom zu liegen (=
Translokations-Trisomie, Anzahl der Chromosomen bleibt bei 46). Die Mosaik-Trisomie entsteht extrem selten (in nur
ein bis zwei Prozent). Die Unfähigkeit des Auseinanderweichens besteht bei dem Chromosom erst während der ersten
Zellteilung nach Befruchtung, womit es eine Mischform aus Zellen mit 46 und Zellen mit 47 Chromosomen gibt.
Die Symptome der Trisomie 21 ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Je nach vorliegendem Typ können Kinder
geboren werden, die kaum die charakteristischen Anzeichen eines Down-Syndroms aufweisen oder sogar alle Symptome
zeigen.
Die klassischen Merkmale der Erkrankung sind ein runder Schädel, flaches Gesicht, schräge Lidachsen (mongoloides
Aussehen), großer Augenabstand, Hautfalte am inneren Augenwinkel, flache und breite Nasenwurzel, tief sitzende
Ohren, hoher Gaumen, kurzer Hals, kleine und breite Hände, durchgehende Handfurche sowie ein ausgeprägter Spalt
zwischen Großzehe und zweitem Zeh. Häufig fallen die Erkrankten auch durch den andauernd geöffneten Mund mit
heraushängender Zunge auf.
Die Entwicklung des Kindes ist insgesamt verlangsamt. Neben einer Muskelschwäche kommt es zu einem verzögerten
Wachstum, dabei erreichen Betroffene selten eine normale Körpergröße. Häufig zeigen sich Herzfehler, in seltenen
Fällen sind auch das Verdauungssystem oder die Schilddrüse betroffen.
Menschen mit Down-Syndrom bleiben bis zur Pubertät häufig unterentwickelt, um später stark an Gewicht
zuzunehmen. Die geistige Entwicklung bleibt ebenfalls zurück, aber weniger als zehn Prozent zeigen starke geistige
Behinderungen. Sowohl Sprache als auch Intellekt sind vermindert, Motorik, Gestik und Mimik wirken ungelenk.
Da das Immunsystem der Betroffenen geschwächt ist, kann es zu Infekten der Luftwege oder Entzündungen des
Mittelohres kommen. Auch Sehstörungen und Schwerhörigkeit sind möglich. Das Risiko, an einer Leukämie zu erkranken,
ist bei Menschen mit Down Syndrom um das 20-fache erhöht.
Durch eine frühzeitig ansetzende Behandlung lassen sich viele Symptome lindern. Eine Heilung der Erkrankung ist
nicht möglich, die Therapien haben sich in den letzten Jahren aber derart verbessert, dass die Lebenserwartungen
eines an Trisomie 21 Erkrankten heute bei über 50 Jahren liegen, während die meisten Menschen mit
Down-Syndrom noch in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts kaum die Pubertät erreicht haben.
Prognose nach Pschyrembel: Bei gezielter, frühzeitig begonnener und individuell angepasster Förderung
sind Kinder mit D.S. lernfähig und sozial gut integrierbar; sie können eine gewisse Selbständigkeit erwerben, die
unter Umständen auch den Besuch von Regelschulen erlaubt.
Anstatt einer alternativen Therapie empfehle ich Ihnen den Artikel über Pablo
Pineda zu lesen: Trotz Downsyndrom an die Uni
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 07.07.2011 aktualisiert.

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