Gallenblasenprobleme

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die unterhalb der Leber liegende Gallenblase neigt häufig zu Störungen und Erkrankungen. Diese sind zum Teil ernährungsabhängig oder werden durch die aggressive Gallenflüssigkeit verursacht.

 

Was tut die Gallenblase?

Die Gallenblase ist eng mit der Leber verbunden. In der Leber wird Gallenflüssigkeit produziert, die für die Verdauung von Fetten notwendig ist. In der Gallenblase werden 50 bis 60 ml dieses Sekrets zwischengespeichert und bei Bedarf schnell ausgeschüttet.

Das war besonders zu Urzeiten wichtig, als es häufig längere Zeit wenig Nahrung gab, dann aber nach einem Jagderfolg plötzlich große Mengen fettiges Fleisch gegessen wurden. Ohne den Gallenvorrat in der Gallenblase hätte dieses wichtige Fett nicht verdaut werden können.

Heute, wo uns regelmäßige Nahrung zur Verfügung steht, ist die Gallenblase nicht mehr ganz so wichtig. Das System funktioniert auch ohne diesen Vorratsspeicher. Deshalb wird die Gallenblase bei Problemen oft relativ schnell entfernt.

Verschiedene Formen von Gallenblasenproblemen

Wie an jedem Organ kann es auch bei der Gallenblase zu gesundheitlichen Problemen kommen. Besonders häufig ist eine Entzündung (Cholecystitis), die sich vor allem durch Schmerzen in der Bauchregion äußert. Die Entzündung kann akut auftreten oder sich langsam entwickeln (= chronische Form). In nahezu 90 Prozent der Erkrankungsfälle liegen Gallensteine vor, die sich durch ihre langsame Bildung erst nach vielen Jahren bemerkbar machen (oder aber symptomlos bleiben).

Daneben können nach Ansicht der Schulmedizin auch bakterielle Infektionen (zum Beispiel mit Escherichia coli oder mit Salmonellen), Verletzungen, Operationen, anlagebedingte Fehlbildungen von Blase oder Gallengängen, übergreifende Entzündungen anderer Organe oder auch ein Befall mit Spulwürmern die Reizung verursachen. Zusätzlich müssen Erkrankungen des Herzens oder der Gefäße (zum Beispiel koronare Herzkrankheit) sowie Entartungen im Bereich der Gallenblase (Polypen, Tumoren) berücksichtigt werden.

Heute geht man im Allgemeinen davon aus, dass große, fettreiche Mahlzeiten die Entstehung fördern. Auch andauernder Stress beeinträchtigt die Funktion und Gesundheit der Gallenblase.

Die akute Gallenblasenentzündung äußert sich vielfach durch kolikartige Schmerzen unterhalb des rechten Rippenbogens, die nach einer Weile (Minuten bis Stunden) nachlassen und in einen permanenten Druckschmerz übergehen. Zusätzlich kommt es (unter anderem durch Eiterbildung in der Gallenblase) zu Übelkeit, Erbrechen, Verstopfungen, Blähungen, Fieber und Schüttelfrost. Die Entzündung klingt meist nach zwei bis drei Wochen ab. Ein Besuch beim Arzt ist bei einer Gallenblasenentzündung auf jeden Fall wichtig. Einerseits müssen andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden, andererseits kann es bei einer akuten Gallenblasenentzündung auch zu Komplikationen kommen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sind (siehe unten). Um eine bakterielle Infektion zu verhindern, werden oft Antibiotika verschrieben.

Die chronische Gallenblasenentzündung wird hauptsächlich durch Gallensteine verursacht. Meist kommt es erst zu Symptomen, wenn die Steine bereits sehr groß sind oder wenn diese in die Gallengänge einwandern. Dann treten starke Schmerzen auf, die bis in Rücken und rechte Schulter ausstrahlen können. Die Porzellangallenblase (siehe unten) ist eine mögliche Folge von chronischen Entzündungen an der Gallenblase.

Komplikationen drohen immer dann, wenn die Gallenblasenwand in Mitleidenschaft gezogen wird und aufreißt. Der sich in den Bauchraum ergießende Inhalt kann lebensbedrohliche Entzündungen oder eine Sepsis (Blutvergiftung) verursachen.

Gallensteine (Cholelithiasis) entwickeln sich sehr langsam und durch unterschiedliche Ursachen. Als Vorstufe kann Gallengries gewertet werden. Hier kommt es zu einer Bildung sehr kleiner Körnchen, die in den meisten Fällen keine Beschwerden verursachen und sich häufig eigenständig wieder auflösen. Bildet sich sehr viel Gries in der Gallenblase, kann es zu einer ähnlichen Symptomatik wie bei Gallensteinen kommen. Diese setzen sich aus Cholesterin, Sediment oder einer Mischung beider Bestandteile zusammen. Gründe für die Bildung sind zum Beispiel die vermehrte Aufnahme fettreicher Nahrung, eine gestörte Gallenproduktion in der Leber oder ein zu hoher Cholesterinwert. Fast immer wurde die Bildung durch falsche Ernährung begünstigt.

Frauen erkranken wesentlich häufiger als Männer an Gallensteinen. Dabei spielt wohl zusätzlich auch Übergewicht eine Rolle. Besonders die Wanderung der Steine führt zu Schmerzen in der Bauchregion. Hierbei werden unter anderem Gallenwege (zum Beispiel zum Darm hin) verlegt. Große Steine in der Gallenblase erhöhen den Druck in dieser und verursachen ebenfalls Beschwerden.

Nicht immer werden Gallensteine aber zu einem Problem: Jeder sechste deutsche Erwachsene hat Gallensteine, aber nur bei etwa einem Viertel von ihnen kommt es zu Beschwerden. Handlungsbedarf besteht nur dann, wenn die Gallensteine Beschwerden verursachen oder schon so in einem Gallengang feststecken, dass mit Komplikationen zu rechnen ist. Die Diagnose „Gallensteine“ alleine reicht noch nicht für eine operative Maßnahme, auch wenn manche Ärzte das noch immer anders sehen. Und das ist nicht nur meine Meinung.

Bei akuten Koliken durch Gallensteine arbeitet die Schulmedizin zunächst mit schmerzstillenden und krampflösenden Medikamenten, eventuell (wenn schon eine Entzündung vorliegt) auch mit Antibiotika. Der Patient sollte außerdem mindestens einen Tag lang auf Nahrung verzichten, um das System zu entlasten.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können auch Medikamente verschrieben werden, die die Steine auflösen sollen. Diese müssen allerdings über Monate oder sogar Jahre hinweg eingenommen werden und helfen nur bei sehr kleinen Steinen.

Effektiver ist die Steinzertrümmerung mittels Stoßwellen-Therapie. Dadurch können auch große Steine zerlegt und dann ausgeschieden werden. Treten durch chronische Gallensteine immer wieder Probleme auf, ist auch eine endoskopische Steinentfernung oder letzten Endes eine operative Entfernung der Gallenblase möglich.

Die Gallenwegsdyskinesie (Cholecystopathie) beschreibt eine „psychosomatische Erkrankung“ der Gallenblase, die, ähnlich dem Reizmagen, vor allem durch psychischen und physischen Stress sowie große Aufregung und Ärger verursacht wird. Bei dieser Krankheit sorgen Muskelverkrampfungen dafür, dass sich die Galle nicht mehr ungehindert durch die Gallengänge bewegen kann. Die Symptomatik ähnelt der eines Gallensteinleidens mit starken Koliken und führt daher anfänglich häufig zu einer Fehldiagnose.

Um eine sichere Diagnose zu stellen, müssen verschiedene andere Gallenblasenleiden ausgeschlossen werden, und das ist nicht immer einfach. Klarheit bietet nur eine gründliche Laboruntersuchung der Blutwerte.

Wurden andere Ursachen ausgeschlossen, besteht die Behandlung einer Gallenwegsdyskinesie meist in der Erlernung und Anwendung von Entspannungsmethoden, einer bewussten Ernährung und Methoden zum Stressabbau.

Die Verhärtung der Gallenblasenwand entwickelt sich zum Teil durch wiederkehrende Entzündungen, zum Teil durch eine überschießende Bildung fibröser Bindegewebsfasern, die sich mit Kalkbestandteilen verbinden. Die Blasenwand wird hierdurch starr, ähnelt Porzellan (wird daher auch Porzellangallenblase genannt) und ist in ihrer Physiologie gestört (Bewegungen sind kaum mehr möglich). Die Beschwerden ähneln einer chronischen Gallenblasenentzündung. Risiken entstehen durch die hohe Neigung zur Entartung (Krebs).

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Polypen in der Gallenblase sind gutartige Wucherungen, die sich unter anderem aus den Bestandteilen der Gallenflüssigkeit bilden, vor allem aus Cholesterin. Sie entwickeln sich vornehmlich bei Männern mittleren Alters, verursachen nur selten Beschwerden und lassen sich nur schwer diagnostizieren (im Ultraschallbild sind sie durch ihr Cholesterin kaum zu erkennen). Da Polypen entarten können, werden sie bei einer Größe oberhalb von 0,5 Zentimeter mit der Gallenblase zusammen entfernt.

Das Gallenblasenkarzinom ist sehr selten, kann sich aber in über 20 Prozent der Fälle aus einer Porzellangallenblase entwickeln (= Präkanzerose, Vorstufe von Krebs) oder aber durch chronische Reizungen entstehen. Vermehrt sind Frauen betroffen. Gallenblasenkrebs ist aggressiv und macht sich meist erst im fortgeschrittenen Stadium durch Schmerzen (im Oberbauch) und Beeinflussung des Allgemeinzustandes (Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, Juckreiz, körperliche Schwäche) bemerkbar. Zusätzlich färben sich die Körperoberfläche sowie die Augen gelb (Ikterus). Die Gefahr geht von der hohen Metastasierung aus, die bei Befund meist schon weit fortgeschritten ist. Hierdurch müssen bei einer operativen Entfernung häufig auch Anteile der Leber, des Darms, des Magens sowie die Bauchspeicheldrüse mit entfernt werden.

Lieber operieren? Die „Probleme“ der schulmedizinischen Therapie

In der Schulmedizin ist man heute immer noch recht schnell dabei, die Gallenblase bei Problemen zu entfernen. Schließlich ist diese ja nicht unbedingt lebensnotwendig. "Das machen wir minimalinvasiv oder durch eine Laparotomie (Eröffnung des Bauchraums), um weitere Störungen zu vermeiden und die Beschwerden zu lindern". Dies ist eine sehr gängige Aussage, die Sie von einem Chirurgen hören werden, wenn Sie ihm von Gallenblasenproblemen berichten. Sofern keine akuten Probleme bestehen (schwere Entzündungen, Krebs, usw.), lohnt es sich aber, zuvor andere Therapie-Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen, um die Gallenblase zu erhalten.

Sprache der Symptome

Er spuckt Gift und Galle! Er ärgert sich grün und gelb oder schwarz! Mir läuft die Galle über! Diese Aussagen sprechen eine deutliche Sprache. Also, überlegen Sie sich, was genau Ihnen diesen Ärger oder Stress verursacht, und dann versuchen Sie, die Ursache zu behandeln. Gallenblasenprobleme sind Ausdruck von Ärgernis, Neid oder Bitterkeit. Entzündungen sind sichtbar gewordene Konflikte.

Fragen Sie sich:

  • Welche Probleme fresse ich in mich hinein?
  • Welche Aggressionen, welchen Zorn oder welchen Schmerz lasse ich nicht zu?
  • Wo wehre ich mich nicht gegen Grenzverletzungen durch andere?
  • Wo lasse ich zu, dass andere über mein Leben bestimmen?
  • Welche Konflikte gären in mir?
  • Worüber bin ich „sauer“?
  • Achte ich genug auf meine eigenen Bedürfnisse?
  • Wo habe ich das Gefühl, zu „stocken“?

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Im Folgenden finden Sie Hilfe und Hausmittel aus der Naturheilkunde und der Alternativmedizin, die bei Gallenblasenproblemen infrage kommen.

Bei akuten Fällen sollten Sie keinesfalls selbst „rumdoktorn“. Die Gefahr einer möglichen Komplikation, wie ich diese oben beschrieben habe, ist immer gegeben. Aber in solchen Fällen haben Patienten sowieso fast immer sehr starke Schmerzen, die es kaum zulassen, dass Sie diese Seite lesen können.

In chronischen Fällen ist die eine oder andere alternativmedizinische und naturheilkundliche Therapie sicher eine Alternative oder Unterstützung.

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum Fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt. Bei Gallenblasen-Entzündung: G 34 = VP (= Meisterpunkt = Erdpunkt) zur Harmonisierung im G. G 40 = Quellpunkt. Zusätzlich Leber-Meridian prüfen. 
Bachblüten Liegen körperlichen Problemen seelische Ursachen zugrunde, kann die Bachblütentherapie helfen. Liegen körperlichen Problemen seelische Ursachen zugrunde, kann die Bachblütentherapie helfen. Bachblüten lösen keine Probleme, aber sie helfen, anders damit umzugehen und bringen Sie einer Lösung näher. Lassen Sie sich von einem/r Therapeuten/In eine Mischung zusammenstellen. Im Falle der Gallenblase könnte das Ziel vor allem die Auflösung Ärger sein. Infrage kämen eventuell die Bachblüten Pine, Impatiens oder Beech.
Ernährung Fettes Essen, Schweinefleisch, zu viel Alkohol, Kaffee und Industriezucker meiden. Viel trinken!
(siehe auch Enzymtherapie)
Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)
Mischung folgender Urtinkturen kommen infrage: Je 20 ml Urtinktur von Erdrauch, Faulbaum, Löwenzahn-Wurzel, Pestwurz, Mariendistel.
Heilpflanzen

Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor: Artischocke

Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Allgemein stärkend: Erdrauch, Tausendgüldenkraut, Boldo, Schöllkraut,
Schwarzkümmelöl, Schafgarbe, Löwenzahn, Melisse, Odermenning, Gänseblümchen

Homöopathie  Aus dem Bereich der Komplexhomöopathie bietet sich zum Beispiel das Choleodoron an.
 
Säure-Basen-Haushalt Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" können bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
Schüssler-Salze

Gallenblasen-Entzündung: Ferrum phos. Nr. 3, Magnesium phos. Nr. 7, Natrium sulf. Nr. 5
mit Fieber über 38,5°C: Kalium phos. Nr. 5;
Grundsätzlich unterstützend: Kalium sulf. Nr. 6, Natrium phos. Nr. 9, Natrium sulf. Nr. 10

Spenglersan Kolloide Bei dem homöopathischen Mittel Spenglersan Kolloid T steht das "T" für Tendenz, Toxikose sowie Tuberkulinie.
 
Spagyrik

Bei Gallenblasenetzündung: Gelsemium, Kalmus, Löwenzahn, Schöllkraut, Tartarus, Waldmeister

Wirbelsäulensegmente Eine Fehlstellung des 4. Brustwirbels (Th 4) kann verschiedene Gallenleiden verursachen.
Zahnstörfeld Lassen Sie sich von einem dafür ausgebildeten Zahnarzt auf Infektionen an Zähnen, tote Zähne (Zähne mit Wurzelfüllungen), sowie auf Zahnherde (Granulome und Zysten) untersuchen.

Auch Amalgam-Füllungen können problematisch sein.
Sonstiges

Ausgleichend und insgesamt sehr entspannend wirkt eine Fußrefelexzonenmassage.

Entspannungsmethoden und Maßnahmen zur Stressreduzierung sind wichtige Hilfsmittel bei Gallenblasenproblemen, weil psychische Faktoren dabei oftmals eine Rolle spielen.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 23.05.2016 aktualisiert.