Hautpilze: Arten, Symptome und
Therapiemöglichkeiten
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Pilze wachsen vermehrt in feuchtwarmen Umgebungen. Auch auf der Haut des Menschen kann es zu einem Pilzwachstum
und somit Pilzerkrankungen kommen. Diese Dermatomykosen befallen die Haut und ihre
Anhangsgebilde (Haare, Nägel) und werden durch unterschiedliche Pilzarten verursacht.
Häufig ähnelt das klinische Bild einem bakteriellen Befall (Juckreiz, Rötung, Schwellung), wodurch sich sowohl
Diagnostik als auch anschließende Therapie als schwierig gestalten können.
Hautpilze - was wollen die da?
Pilze sind Schmarotzer, die sich von Hautpartikeln (Hornhautschuppen) ernähren. Eine Infektion mit ihnen ist meist langwierig, da sie sich durch ihre ausgeprägte
Fadenstruktur (Hyphen) der Haut gut und widerstandskräftig anhaften können.
Dabei ist der Begriff Infektion etwas irreführend. Denn viele der Pilzarten sind bereits sowieso auf der Haut.
Bei entsprechenden Bedingungen (z.B. Abwehrschwäche) haben diese Gelegenheit sich
ungehindert auszubreiten.
Pilzsporen suchen sich gerne Hautfalten oder Bereiche, die warm gehalten werden und wenig Luftzirkulation
aufweisen (z.B. Füße in Socken und Schuhen, Fußschweiß). Hier herrscht meist ein
feuchtwarmes Milieu, welches das Wachstum der Sporen anregt und zur Verbreitung führt.
Eine Dermatomykose (Hautpilz) kann oberflächlich vorhanden sein oder aber auch tiefere Hautschichten in
Mitleidenschaft ziehen (z.B. Subkutangewebe). Auch im Bereich der Schleimhäute oder innerer Organe (systemische
Mykose) ist ein Wachstum möglich.
Verschiedene Arten von Hautpilzen
Die Erregerart wird (nach meiner Kenntnis), mittels des DHS-Systems (Dermatophyten, Hefepilze, Schimmelpilze)
nach Rieth klassifiziert.
Dabei erfolgt die Übertragung hauptsächlich von Mensch zu Mensch, daneben aber auch von Tier zu Mensch, wobei es
immer den direkten sowie den indirekten (z.B. über infizierte Gegenstände) Übertragungsweg gibt.
Dermatophyten befallen Haut, Nägel und Haare. Im Bereich der Haare kann das Mikrosporum
für Haarausfall sorgen, Trichophyten greifen vor allem an der Haarwurzel an (daneben auch im Bereich des
Bindegewebes und der Hornhaut). Epidermophyten lassen sich vermehrt im Bereich der Füße finden, sie gelten als
häufigster Verursacher von Fußpilz. Hefepilze (z.B. Soor, Kandidosen) und Schimmelpilze
finden sich sowohl im Organismus als auch außen auf der Haut und den Schleimhäuten.
Die Tinea capitis ist eine durch Pilze hervorgerufene Erkrankung im Bereich des Kopfes,
die vor allem durch Katzen übertragen wird. Sowohl Kleinkinder als auch Erwachsene leiden unter dieser hochgradig
ansteckenden Form. Bei der Unterform Tinea barbae sind Haare, Augenbrauen, Augenwimpern oder
der Bart befallen. Betroffene klagen über kreisrunden Haarausfall an einer oder
mehreren Stellen, die Haut darunter erscheint grau und schuppig. Nur in seltenen Fällen kommt es zu einer
Entzündung mit starker Rötung, zum Teil dann auch mit Bildung von Abszessen.
Die Tinea unguium (Onchomykose, Nagelpilz) beschreibt den
Befall von Fußnägeln oder von Fingernägeln. Die Infektion ist chronisch und zerstört langsam die Struktur des
Nagels (dieser wird gelb-weiß und löst sich vom Bett). Die Erkrankung zeigt sich vermehrt bei Menschen mit
Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus),
arteriellen Durchblutungsstörungen, peripheren Neuropathien,
vorausgegangenem Fußpilz, zu engem Schuhwerk und bei wiederholten Verletzungen des
Nagelbetts. Daneben lässt sich auch eine anlagebedingte Neigung feststellen. Der Ausprägungsgrad des Befalls
hängt vom Erreger ab, der zum Teil nur leichte Schäden verursacht, zum Teil die gesamte Extremität in
Mitleidenschaft ziehen kann.
Fußpilz (Tinea pedis) und
Handpilz (Tinea manuum) werden nach gängiger Vorstellung hauptsächlich von Mensch zu Mensch
übertragen (z.B. im Schwimmbad). Hier kommt es vor allem bei geschwächtem
Immunsystem und defektem Hautschutzmantel zu den typischen Anzeichen (Juckreiz,
Rötung, Schuppung). Eine vermehrte Schweißproduktion (z.B. in Gummistiefeln oder Gummihandschuhen) kann die Haut
aufweichen, anfällig machen und fördert so die Entstehung von Hautpilzen. Bei der interdigitalen Form (zwischen den
Fingern) beginnt der Hautdefekt in den Zwischenfalten von Fingern oder Zehen. Ohne Behandlung besteht die Gefahr
des Übergreifens auf die gesamte Extremität (Arm).
Eine Pilzinfektion des Körpers wird als Tinea corporis bezeichnet.
Hier sind Trichophyten die Ursache für die entzündlichen Prozesse. Sie werden meist vom Tier übertragen und führen
zu rotblauen bis braunen Flecken, die sich entzünden und zur Schuppenbildung neigen. Zum Teil nässen die Stellen
und weisen schmerzhafte Knoten auf. Betroffene entwickeln rasch Fieber und allgemeine Erkrankungssymptome.
Differentialdiagnostisch (zur Unterscheidung) müssen z.B. die Psoriasis oder ein
Lupus erythematodes ausgeschlossen werden. Die Tinea
imbricata führt zu einem starken Juckreiz im Bereich des Rumpfes und der Extremitäten (z.B. am
Unterschenkel, ähnelt im Verlauf auch einer Ulcus cruris [Unterschenkelgeschwür]).
Hier lassen sich ringförmige Verfärbungen mit Schuppen erkennen. Die Tinea
inguinalis kennzeichnet den Befall der Leiste, hier besteht die Gefahr eines Übergreifens auf den
Genitalbereich.
Daneben lassen sich noch viele weitere Pilzinfektionen beschreiben, z.B. der im Mund verursachte Soor oder die
Kleiepilzflechte, die zu verschiedenfarbigen Flecken auf der Haut führt.
Schulmedizinische Therapie
Nach Identifizierung des Erregers (Anzucht in einer Kultur) wählt der behandelnde Arzt ein Antimykotikum (zur
äußeren oder inneren Anwendung) aus, welches das Wachstum hemmt und den Pilz samt Sporen langsam vernichtet.
Zusätzlich werden hautpflegende Substanzen eingesetzt, um die Schutzfunktion der Haut wieder herstellen zu
können.
siehe auch folgende Themen: Mykosen -Hautkrankheit (allgemein) - Nagelpilze -
Darmpilze - Scheidenentzündung - Scheidenpilz -
wildes Fleisch - Warzen - Weißfluss

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei Hautpilzen in Frage kommen.
Es gibt vermutlich Hunderte von Cremes und Salben, die alle aber nur das Symptom zudecken,
nicht aber heilen. Heilung kann nur von innen erfolgen, indem das Hautmilieu verändert
wird.
Aus naturheilkundlicher Sicht leistet eine allgemeine Übersäuerung der Haut dem Pilzwachstum Vorschub. Ebenso kann ich aus Erfahrung
sagen, dass ich Hautpilze bisher immer nur bei Patienten gesehen habe, die auch massiv Probleme mit Darmpilzen hatten. Eine erfolgreiche Therapie setzt deshalb am Darm
an. Ebenso sollten Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems erfolgen.
| Aromatherapie |
Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet
werden. Äußerlich: Schwarzkümmelöl,
Teebaumöl.
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| Ernährung |
Wie oben bereits erwähnt sehe ich bei allen Hautpilzen ein Darmpilz-Problem.
Deshalb ist eine gesunde Ernährung enorm wichtig: Verzichten Sie auf Süßigkeiten aller Art und
Weißmehlprodukte. Versuchen Sie mehr Gemüse und Obst zu essen, vermeiden Sie aber die sehr süßen
Früchte wie Trauben oder Bananen, da diese zu viel Fruchtzucker enthalten.
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Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen) |
Knoblauch-Tinktur, wie bei Mykosen beschrieben,
auftupfen.
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| Heilpflanzen |
Nehmen Sie täglich Algen (zum Beispiel Chlorella Algen) aus biologischem Anbau - wenigsten über drei Monate. Vorsicht
allerdings bei Schilddrüsenüberfunktion.
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| Säure-Basen-Haushalt |
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten
und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
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| Sonstiges |
Tipp des schweizer Naturarztes
Hermann Kaufmann:
"Nehmen Sie zweimal die Woche
folgendes Vollbad: In gut warmem Badewasser lösen Sie einen gehäuften Esslöffel Natron
(Natriumbicarbonat) auf. Das Bad muss allerdings mindestens eine Stunde dauern. Keine
Angst, Sie werden keine so genannte Waschfrauenhaut bekommen. Ganz im Gegenteil, Ihre
Haut wird sanft und geschmeidig werden, weil sie nämlich froh ist, endlich etwas Säure
abgeben zu können. Nehmen Sie dieses Bad beim ersten Mal nicht, wenn Sie alleine sind.
Vor allem ältere Leute sollten das nicht tun. Das Bad ist nämlich anstrengend, weil es so
viel in Bewegung bringt. Legen Sie sich nachher zu Bett."
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 14.07.2011 aktualisiert.

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