Nervenschwäche - Neurasthenie: Definition, Symptome, Behandlung

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Nervenschwäche. In der heutigen Schulmedizin gibt es diesen Begriff eigentlich so gar nicht mehr.

Vor etwas 100 Jahren war "Nervenschwäche" eine sehr verbreiteter Begriff. Damals bedeutete dies: Überreizung des Nervensystems, die mit einer Überlastung durch geistige Tätigkeiten verbunden wurde. Diese Definition ist ungefähr das, was heute auf neuhochdeutsch mit "Burn Out" bezeichnet wird.

In der Naturheilkunde gebrauchen wir diesen Begriff auch noch genau so.

In der Schulmedizin wird die "Nervenschwäche" heute als Neurastheniebezeichnet. Diese gilt als "psychische Störung", die mit zahlreichen Symptomen einhergehen kann:

Die Neurasthenie (Nervenschwäche) ist die häufigste Form von Neurosen. Sie gilt als Sonderform der Somatisierungsstörungen (seelische Probleme, die zu sicht- und spürbaren Störungen von Körperfunktionen führen). Die Nervenschwäche bildet sich vor allem nach einer langen Krankheit, einer starken seelischen Anspannung, nach hohen Konzentrationsphasen oder emotionalen Störungen aus und führt bei betroffenen Personen vor allem zu einer andauernden Müdigkeit bzw. Erschöpfung, die sie in ihrem alltäglichen Leben stark einschränkt.

Die Neurasthenie ist durch ein vielfältiges Erkrankungsmuster gekennzeichnet, welches zum Teil vollständig zur Ausprägung kommt und über einen längeren Zeitraum verbleibt (mindestens drei Monate). Dabei sind sich die Betroffenen der daraus resultierenden Problematik durchaus bewusst, weisen ihr Umfeld zum Teil vermehrt darauf hin oder suchen sogar den Rückzug in diese Symptome als Flucht vor der Realität (z.B. bei einer ernsthaften inneren Erkrankung).

Bedingt durch den Symptomkomplex gestaltet sich die richtige Diagnose häufig schwierig oder langwierig. Menschen, die unter einer Neurasthenie leiden, leiden auch an einer gewissen Nervosität. Die Patienten sind besonders unruhig (zum Teil zittrig) und reizbar. Sie reagieren ihrem Umfeld gegenüber mit erhöhtem Misstrauen und sind leicht depressiv verstimmt.

Als wesentliche Leitsymptomekönnen verschieden stark ausgeprägte Schlafstörungen, vor allem zu Beginn und in der mittleren Erkrankungsphase, sowie die rasche Ermüdbarkeit nach geistiger oder körperlicher Anstrengung gewertet werden. Zum Teil kommt es zu wirren Träumen, einer starken Konzentrationsschwäche, einer Mattigkeit (die zum Teil auch einer Benommenheit ähnelt), Demotivation oder auch einer Gleichgültigkeit. Magenprobleme und Darmprobleme treten auf, die sich in Form von häufigem Aufstoßen, Übelkeit, Blähungen, Gasansammlungen in Magen und Darm, einer erhöhten Defäkation und in vermehrten Miktionen äußern. Zusätzlich entstehen Kopfschmerzen(meist Spannungskopfschmerzen), Herzprobleme (z.B. starkes Herzklopfen, "Herzneurose") oder es bildet sich eine Muskelschwäche aus (mit akuten oder chronischen Muskelschmerzen). Die Selbstwahrnehmung als Mann oder Frau führt unter anderem zu einer Störung der Libido, zu Menstruationsstörungen, Frigidität, einer vorzeitigen Ejakulation oder auch einer Impotenz.

Die betroffenen Personen wirken auf ihr Umfeld deutlich wesensverändert. Dabei kommt es zu starken Schwankungen der Stimmungslage, mit plötzlichen Wechseln von übermäßiger Freude in Schwermut, Kummer oder Trauer. Eine eben noch sichtbare Ausgelassenheit und Weltoffenheit schlägt um in Panik oder Angst.

Diese ganzen Symptome weisen eine hohe Ähnlichkeit zu anderen Erkrankungen auf.

Deswegen ist die Stellung einer vernünftigen Diagnose schwierig - vor allem im Zeitalter der "Drei-Minuten-Medizin".

Andere Erkrankungen an die man denken sollte sind z.B. das Chronic Fatique Syndrom (CFS, wurde Jahrzehnte mit der Neurasthenie als eine Krankheit gesehen), die Fibromyalgie(FMS) oder auch schlicht "nur" Depressionen.

Daneben besteht vielfach die Gefahr, dass das Erkrankungsmuster der Hypochondrie (eingebildete Krankheiten) zugeschrieben wird.

Die nach einer Erkrankung oder psychischen Belastung auftretende Erschöpfung des gesamten Organismus weist eine Prävalenz von ca. 20 Prozent auf. Dabei lässt sich bei gut einem Prozent der Betroffenen eine Neurasthenie nachweisen.

Bedingt durch die körperliche Symptomatik wird der erste Weg von Betroffenen meist erst zum Allgemeinmediziner führen. Ist dieser in psychosomatischen Störungen geschult, kann er rasch an einen Facharzt bzw. Spezialisten verweisen. Hier setzt man vermehrt auf traditionelle und auch alternative Methoden, die unter anderem Homöopathie, verschiedene Ansätze der Psychotherapie und auch Akupunktur sowie Akupressur beinhalten.

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Meine Meinung: wenn einem nichts weiter einfällt, kann man bei ganz vielen Patienten die Diagnose Neurasthenie stellen. Man weiß dann zwar, dass es sich bei diesem Patienten um einen sehr großen Symptomenkomplex handelt - wirklich geholfen ist dem Patienten deswegen noch nicht.

Begriffe und Krankheiten die mit der Neurasthenie verwechselt werden sind zum Beispiel: Neurologie oder auch die Neuralgie.

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei einer Nervenschwäche in Frage kommen können.

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt.
Aromatherapie Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet werden.
Nervenschwäche: Basilikum.
Nervensystem ausgleichend: Majoran, Rosmarin, Zypresse.
Nervenkrise: Kamille, Lavendel, Thymian

Bachblüten Oft liegen körperlichen Problemen seelische Ursachen zugrunde. Bachblüten lösen keine Probleme, aber sie helfen, anders damit umzugehen und bringen sie einer Lösung näher. Lassen Sie sich von einem/r Therapeuten/In eine Mischung zusammen stellen.
Ernährung Chronisch müde und erschöpfte Patienten leiden oft an Appetitmangel und nehmen dadurch zu wenige Vitalstoffe auf. Ich rate dazu, die Ernährung generell auf "gesund" und "biologisch" umzustellen. An Nahrungsmittelallergien sollte gedacht werden.
Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)

Lavendel (Lavandula angustifolia) Ø 1 - 3 mal tägl. 2 - 5 Tropfen mit etwas Wasser.

Folgende Mischung aus Urtinkturen kann helfen:
Je 20 ml Johanniskraut, Melisse, Lavendel, Hopfen und Königin der Nacht.

Gemmo-Therapie Mammutbaum-Knospenmazerat bis zur Besserung stündlich 1-2 Stösse in den Mund sprayen. Feigenbaum, Sommerlinde
Medizinische Massagen Sofern Sie keine Sensibilitätsstörungen haben , kann eine gute Massage nur empfohlen werden. Sie beruhigt sehr und bringt Körper und Seele ins Gleichgewicht.
Orthomolekular-Medizin

Magnesium, Natrium und Zink, die Aminosäuren L-Tryptophan, L-Carnitin sowie das Coenzym Q10 sollte man im Blick haben. An all diesen Nährstoffen kann eine Unterversorgung bestehen.

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.

Schüssler-Salze Calcium phosphoricum Nr. 2, Kalium phosphoricum Nr. 5, Magnesium phos. Nr. 7, Natium chloratum Nr. 8
Spagyrik Melisse, Hopfen, Baldrian
Wirbelsäulensegmente Für Nervenprobleme kann kein bestimmter Wirbelkörper genannt werden. Vielmehr muss die gesamte Wirbelsäule auf Fehlstellungen abgetastet werden. Am besten geschieht das nach der Dorn-Breuss Methode.
Zahnstörfeld Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen können bedenklich sein. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.5.2014 aktualisiert.