Salmonelleninfektion
Salmonellen sind für den menschlichen Organismus lebensgefährliche Bakterien, die sich besonders durch
ihre hohe Resistenz und große Artenvielfalt (über 2000 Subtypen) auszeichnen. Es handelt sich um fakultativ
anaerobe, sporenlose Stäbchen der Familie Enterobacteriaceae, von denen Salmonella enteritidis und Salmonella
typhimurium die bekanntesten und gefährlichsten sind.
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Salmonellen haben ihr natürliches Vorkommen in tierischen Organismen, sind durch ihre Resistenz jedoch in der
Lage, auch im Menschen zu überleben. Weltweit kommt es jährlich immer wieder zu epidemischen Erkrankungen (z.B. in
Altenheimen), daneben können auch nur Einzelpersonen betroffen sein.
Die jährliche Inzidenz liegt bei 100 bis 300 Erkrankungsfällen pro 100.000 Einwohner, in Deutschland erkranken
jährlich rund 45- bis 50.000 Menschen, hier gilt die Salmonelleninfektion als häufigste lebensmittelinduzierte
Durchfallerkrankung. Bedingt durch die hohe Ansteckungsfähigkeit (vor allem durch die Ausscheidungsprodukte)
infizierter Personen gelten alle Salmonelleninfektionen als meldepflichtig.
Eine Infektion mit dem Erreger wird als Salmonellose bezeichnet. Hier entwickeln sich unterschiedliche Formen,
unter anderem die typhöse und die enteritische Salmonellose. Die typhöse Form führt nach langer Inkubationszeit zu
Typhus und Paratyphus, schweren Allgemeinkrankheiten, die sich eher in südlichen Ländern und Bereichen mit
mangelhafter Hygiene zeigen.
In den westlichen Nationen kommt es vermehrt zur enteritischen Salmonellose, einer hoch infektiöse
Brech-Durchfallerkrankung, die auf den Magen-Darm-Trakt beschränkt ist. Eine Geschlechts- oder Altersspezifität
lässt sich nicht nachweisen, das Bakterium befällt jedoch bevorzugt Kleinkinder oder immungeschwächte (alte)
Menschen.
Besonders in warmen Monaten steigt die Erkrankungsrate rapide an. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich oral
während der Ernährung, ist aber auch von Tier zu Mensch oder Mensch zu Mensch möglich (Schmierinfektion).
Ein in Speisen oder im Trinkwasser befindliches Salmonellen-Bakterium gelangt über den Magen-Darm-Trakt in Blut-
und Lymphgefäße. In warmer Umgebung kann es sich leicht vermehren, auch die keimtötende Magensäure kann bei großen
Ansiedlungen kaum etwas ausrichten. So wird ein Großteil der Salmonellen über Urin und Stuhl wieder ausgeschieden,
während der andere Teil für die einer Vergiftung ähnelnden Symptome sorgt.
Eine Verunreinigung von Trinkwasser und Nahrungsmittel mit Salmonellen ist meist auf eine mangelhafte Hygiene
zurückzuführen.

Auch die persönliche Hygiene spielt eine wesentliche Rolle bei der Ausbreitung. Neben Haustieren und Reptilien
gelten vor allem Fliegen als Überträger. Zu den hauptsächlich verursachenden Nahrungsmitteln zählen unter anderem
rohe Eier und Eierspeisen, Schweinefleisch, Geflügel, rohe Milch, Eis, Mayonnaise sowie aus
Rohprodukten hergestellte Waren (z.B. Salami, Käse). Daneben ist das Bakterium auch in der Lage, in getrockneten
Gewürzen und Haferprodukten monatelang zu überleben.
Einmal in den Darm gelangte Bakterien verursachen Infektionen in Dünn- und
Dickdarm. Sie können sich in die Darmschleimhaut einnisten und die Zellstruktur durch Ausschüttung von Toxinen
schädigen.
Eine enteritische Salmonellose zeigt sich rasch nach Aufnahme der verunreinigten Nahrungsmittel. Die
Inkubationszeit beträgt meist nur wenige Stunden, in Einzelfällen auch einige Tage (abhängig von der aufgenommenen
Bakterienanzahl).
Danach kommt es zu Symptomen, die einer Vergiftung ähneln. Betroffene
verspüren eine große Übelkeit und starke Bauchschmerzen. Es zeigen sich schwallartige Brechanfälle kombiniert mit sehr wässrigem
Durchfall.
Weitere Anzeichen einer Salmonellose sind eine belegte Zunge, allgemeine Erschöpfung, ein verlangsamter Herzschlag und unter Umständen ein Hautausschlag in der
Bauchregion.
Liegt eine typhöse Salmonellose vor, zeigen sich zudem Kopfschmerzen und
Gliederschmerzen, hohes Fieber mit Schüttelfrost über mehrere Wochen, mit Durchfällen
abwechselnde Verstopfungen sowie eine langsame Gewichtsabnahme.
Immungeschwächte und kranke Menschen sowie Kleinkinder reagieren verstärkt auf eine Salmonellose. Hier drohen
eine Beeinträchtigung der Herz- und der Kreislauffunktion (Kreislaufschwäche,
Blutdruckabfall, Krämpfe, Sepsis), Exsikkose (Austrocknung) und Bewusstseinseintrübungen, die
auch tödlich enden können.
Zur Diagnose werden Proben aus Urin, Stuhl und Erbrochenem auf Bakterien untersucht. Im Blut lassen sich
Entzündungen nachweisen. Durch ein ausführliches Gespräch kann der
Verursacher meist rasch ermittelt werden.
Zu den allgemeinen Maßnahmen zählen die Flüssigkeitssubstitution sowie die Aufrechterhaltung des Mineralien- und
Elektrolythaushalts. Bei einschneidenden Beschwerden können zudem Antibiotika eingesetzt
werden. Eine Isolierung des Bakterienausscheiders ist wichtig, um weitere Infektionen zu vermeiden.
Bei gutem Allgemeinzustand und gestärktem Immunsystem können die Beschwerden
ohne Behandlung überstanden werden (nach ca. zwei bis drei Tagen). Geschwächte Menschen und Kleinkinder sind jedoch
in erhöhtem Maße gefährdet.
Die Ausscheidungen sind noch mehrere Wochen bakterienhaltig, eine erhöhte Hygiene ist daher sehr wichtig. Allein
der Verdacht einer Salmonelleninfektion in öffentlichen Gebäuden (z.B. Schule, Kindergarten, Altenheim, Restaurant)
reicht aus, um diese sofort zu schließen.
Zu den Vermeidungsstrategien einer Infektion zählen das vollständige Durcherhitzen von Nahrungsmitteln, das
Meiden von rohen Speisen in warmen Monaten, der sofortige Verzehr der zubereiteten Speisen, ein Verzicht von
Wasseraufnahme aus dem Hahn in südlichen Ländern (auch nicht zum Kochen) sowie das gründliche und regelmäßige
Händewaschen.
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 07.07.2011 aktualisiert.

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