Shiatsu
Shiatsu - Eine Einführung
von: www.shiatsu-austria.at
Wörtlich übersetzt bedeutet Shiatsu "Fingerdruck", und seine
Ursprünge liegen in der traditionellen chinesischen und
japanischen Medizin. Will man Shiatsu kurz und einfach
erklären, so läßt es sich wohl am besten als eine einfühlsame,
leicht erlernbare und sehr wirkungsvolle Arbeit am Körper
beschreiben, die unsere natürlichen Selbstheilungskräfte
aktiviert und Blockaden im Fluß unserer körpereigenen Energien
löst.
Energie - Lebensenergie, in China spricht man von "Qi", in
Japan von "Ki" - meint diejenige Kraft in uns, die jeden
lebendigen Ausdruck begleitet und bedingt.

Es ist das jahrtausendealte Wissen der Chinesen, das
erstmals vor über zweitausend Jahren im "Huang Di Nei Jing",
dem Lehrbuch der Inneren Medizin des Gelben Kaisers,
schriftlich niedergelegt wurde, daß sich diese Lebensenergie in
unserem Körper nach klaren Gesetzmäßigkeiten bewegt und - durch
dieses Wissen - auch beeinflußt werden kann.
Die Lehre von den Energiekanälen, den Meridianen, in denen
das Qi in unserem Körper zirkuliert, und ihren besonderen
Stellen auf der Körperoberfläche, an denen man die Energie
besonders günstig beeinflussen kann, wurde bei uns im Westen
vor allem durch die Akupunktur bekannt, einem Teilgebiet der
Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Kann die Lebensenergie in ihren Bahnen ungehindert fließen,
wird weder übermäßig verbraucht noch blockiert, dann kann sich
auch das Leben in uns harmonisch entfalten und wir erfreuen uns
körperlicher Gesundheit und emotionaler Ausgeglichenheit. Ist
der Energiefluß in uns, in unseren Meridianen jedoch blockiert,
führt dies zu Störungen in unserer Befindlichkeit und unserer
Gesundheit. Die östliche Medizin spricht hier von einem
Disharmoniemuster und bezeichnet damit eine Disbalance der
Energiesysteme untereinander.
Shiatsu setzt genau an dieser Disbalance an, hilft, die ins
Ungleichgewicht geratenen Körpersysteme auszugleichen und
unterstützt den Organismus darin, seine Funktionen wieder in
vollem Umfang wahrzunehmen.
Durch Druck mit den Fingern, Händen, Ellbogen, Knien, Füßen,
aber auch durch Dehnungen und sanfte Berührungen werden die
Energiekanäle und die in der Tiefe liegenden zugehörigen
Energiestrukturen - die östliche Medizin spricht hier sinngemäß
von Organsystemen - angeregt und ausgeglichen.
Wirkungen von Shiatsu
Shiatsu stimuliert das autonome Nervensystem und hat eine
ausgleichende, je nach Art der Stimulierung beruhigende oder
belebende Wirkung auf den gesamten Organismus. Shiatsu
unterstützt und fördert insbesondere auch Wachstums- und
Reifungsprozesse, begleitet in schwierigen Lebensphasen und
erleichtert den Übergang von einem Lebensabschnitt zum
nächsten.
Konkrete Beschwerden, deren Heilungsprozeß durch Shiatsu
gefördert werden kann, sind, so auch die Definition von Shiatsu
durch den Österreichischen Dachverband, vor allem funktionale,
Befindlichkeits- und psychosomatische Störungen wie z.B.
Verspannungen, Streß und Nervosität, Schlafstörungen, Müdigkeit
und Energiemangel, Verdauungsprobleme, Störungen des
vegetativen Nervensystems, Menstruations- und andere
gynäkologische Beschwerden, Atemwegserkrankungen,
Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen u.ä.m., aber auch akute und
chronische Schmerzen und Funktionsstörungen des
Bewegungsapparates und im besonderen deren Prophylaxe.
Shiatsu ist Begegnung und
Berührung
Berührung, und das unterscheidet den Tastsinn von allen
anderen Sinnesqualitäten, ist immer gegenseitig. Wir können
sehen, ohne gesehen zu werden, oder hören, ohne gehört zu
werden. Niemand jedoch kann berühren, ohne zugleich auch
berührt zu werden. Wir ergreifen, greifen an und werden
zugleich auch berührt und ergriffen. Und gerade das Bedürfnis,
jemanden zu berühren wie auch selbst berührt zu werden, ist
tief in uns verwurzelt und entscheidet in einem hohen Maße über
die Qualität unseres Lebens.
Die achtsame Berührung bedeutet Entspannung tief in uns und
ist Teil von Zuneigung und Geborgenheit. Mehr und mehr haben
wir diese Selbstverständlichkeit jedoch verloren und die
Sprache der Berührung vergessen. Berührung wird nämlich erst
dann wirklich berührend, wenn sie nicht rein physikalisch, rein
mechanisch ist, sondern die Qualität von Wertschätzung,
Offenheit und Liebe annimmt.
"Ich verbeuge mich vor der Buddha-Natur in Dir" (jap.: Kino
Kami Ley), der buddhistische Gruß, die Verbeugung vor dem
Anderen, vor seiner Buddha-Natur, drückt eben diese Achtung und
Wertschätzung aus.
Der grundsätzliche Geist von Shiatsu ist deshalb der offene,
aufrichtige Kontakt und die liebevolle, ehrliche Begegnung
zwischen zwei Menschen, zwischen dem Gebenden und dem
Empfangenden. Shiatsu kann sich darum auch nur in dem Maße
entfalten, wie beide Partner dazu bereit sind. Eine
Shiatsu-Sitzung verbleibt entweder (vor allem) auf der
körperlichen Ebene oder aber wird, wenn Vertrauen und Offenheit
(auf beiden Seiten) da sind, zu einer umfassenden Begegnung und
Berührung sowohl auf einer körperlichen wie auch auf einer
emotionalen und geistig-spirituellen Ebene.
Je mehr der Gebende in sich, in seiner Mitte ruht, wach und
aufmerksam zugleich, ohne etwas erzwingen oder erreichen zu
wollen und je natürlicher (und zugleich respektvoller) die
Begegnung zwischen den beiden Partnern in der Shiatsu-Sitzung
ist, desto sicherer kann sich der Empfangende fühlen und
freier, sich leichter der Behandlung anvertrauen und
loslassen.
Und so wird das nonverbale Gespräch einer Shiatsu-Sitzung
von beiden Partnern gemeinsam bestimmt und gelenkt. In einem
entspannten Zustand der Wachheit nimmt der Gebende die
Äußerungen seines Partners wahr, gleich ob sie physischer,
energetischer oder emotionaler Art sind, und antwortet auf
diese Berührungen sowohl bewußt als auch intuitiv. Der
Empfangende wird hier zum Führer, ja zum Lehrer. Und der
Gebende ist Partner auf dem Weg zu mehr Selbstwahrnehmung und
Entfaltung, der dann hilfreich zur Seite steht, wenn
Unterstützung wichtig ist.
Mit freundlicher Genehmigung von: www.shiatsu-austria.at
1030 Wien, Daponteg. 4/18, Tel/Fax: +43 (01) 718 91 54
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