Vergiftungserscheinungen

Informationen aus der Naturheilpraxis René Gräber

René Gräber

Paracelsus behauptete einst, dass alles Gift sei. Es komme nur auf die Dosierung an. Damit ist die Definition einer Vergiftung verständlich: Es handelt sich hierbei um eine Überdosierung von bestimmten Stoffen, gleichgültig ob sie nützlich oder schädlich sind. Oder mit anderen Worten: In zu hohen Dosierungen sind die nützlichen Substanzen auch schädlich – und die Schädlichen sind in der Regel schon in weitaus geringeren Mengen schädigend. Damit hat jede Substanz ihre „individuelle“ Mindestmenge, ab der sie auf den Organismus schädigend wirkt.

Paracelsus - Alles ist Gift
Abb1: Der große Naturheiler und Arzt Paracelsus (1493-1541) wusste bereits: "Die Dosis macht das Gift". Ein Grundsatz der auch heute noch mehr denn je gilt. 

Diese Mindestmenge für die jeweilige Substanz ist aber kein absolutes Merkmal für die Substanzen. Denn zum Beispiel bei Tieren können die gleichen Substanzen bei gleichen Mengen toxischer oder weniger toxisch wirken. Wir haben also neben dem toxischen Potential einer Substanz noch die Ansprechbarkeit des beteiligten Organismus auf die Substanz zu berücksichtigen.

Das macht zum Beispiel die Testung von neuen Medikamenten auf ihre Toxizität an Ratten, Meerschweinchen und so weiter im gewissen Rahmen unzuverlässig, da die Toxizität des neuen Medikaments für die Tiere eine andere sein kann und meist auch ist, als für den Menschen.

Bei einer Vergiftung sprechen die Mediziner von einer "Toxikose".


Abb2: Leider ist es bei vielen Stoffen mit denen wir in Kontakt kommen nicht so offensichtlich, dass diese für uns giftig sind. 

Ursachen für akute Vergiftungen

Die Ursachen sind abhängig von der Altersgruppe und den Orten, wo die Vergiftung erfolgt.

So werden die häufigsten Fälle von Vergiftungen bei Kindern im Alter zwischen 1 und 4 Jahren berichtet, die durch Arzneimittel, chemische Produkte und Pflanzen hervorgerufen werden. Oft liegen Verwechslungen vor, besonders wenn zum Beispiel Haushaltsreiniger in Getränkeflaschen aufbewahrt werden. Andere Ursachen für unabsichtliche Vergiftungen sind Kosmetika, Pilze, Nahrungs- und Genussmittel, Pestizide und neuerdings auch Vergiftungen durch die Flüssigkeiten von E-Zigaretten.

Die "beliebtesten" Orte für Vergiftungen sind Haushalte. Danach kommen Arbeitsplätze, Kindergärten und Krankenhäuser. Willentliche Vergiftungen liegen bei Giftanschlägen oder Selbstmord vor.

Achtung: Wenn Sie sich nicht sicher sind, lohnt sich immer ein Anruf in der Giftnotrufzentrale Deutschland. Ich empfehle Ihnen diese Nummer immer präsent zu haben: 0551 - 19240. Dort erhalten Sie kostenlose Informationen rund um die Uhr. Aus dem Ausland wählen Sie für Deutschland die 0049 - 551 - 19240.

Chronische Vergiftungen

Die hier diskutierten Szenarien beschreiben das Bild von akuten Vergiftungen. Daneben gibt es noch die chronische Form von Vergiftungen.

Hier ist es zu einer lange anhaltenden Einwirkung von Giften auf den Organismus gekommen. Dauerkonsum von Alkohol und Nikotin wären die wohl bekanntesten Beispiele für eine chronische Vergiftung. Medikamente auf Langzeitbasis sind ebenfalls in der Lage, eine chronische Vergiftung zu provozieren.

Die "Gressenicher Krankheit" zum Beispiel beruht auf einer Vergiftung durch Umweltbelastungen, in diesem Fall auf einer chronischen Bleivergiftung, die in den 1960er Jahren in Stolberg bei Aachen beobachtet wurde. Hier starben Kühe aufgrund von mit Blei und Cadmium verseuchten Weiden. Kinder in Stolberg hatten deutlich erhöhte Werte an Blei, was bei ihnen mit schlechteren schulischen Leistungen und hyperaktivem und unsozialem Verhalten verbunden war (Blei schädigt Entwicklung von Kindern).

Amalgam als Füllmaterial in den Zähnen, ein „beliebtes“ Produkt der Zahnärzte, ist inzwischen auch als Quelle für eine chronische Quecksilbervergiftung anerkannt – weitestgehend.

Die Liste für chronische Formen der Vergiftung ist im Laufe der Zeit immer länger geworden, da die Umwelt heute intensiv und extensiv durch unnatürliche Produkte des Menschen belastet wird und damit seine Menschen auch belastet.

Der Mensch wäre kein Mensch, wenn er nicht auch für die sich selbst eingebrockte „Suppe“ eine aparte Beschreibung hätte – in Form einer wissenschaftlichen Klassifikation nach ICD-10.

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Hier eine Liste der klassifizierten Vergiftungen:

  • T36  Vergiftung durch systemisch wirkende Antibiotika 
  • T37  Vergiftung durch sonstige systemisch wirkende Antiinfektiva und Antiparasitika 
  • T38  Vergiftung durch Hormone und deren synthetische Ersatzstoffe und Antagonisten, anderenorts nicht klassifiziert 
  • T39  Vergiftung durch nichtopioidhaltige Analgetika, Antipyretika und Antirheumatika 
  • T40  Vergiftung durch Betäubungsmittel und Psychodysleptika [Halluzinogene] 
  • T41  Vergiftung durch Anästhetika und therapeutische Gase 
  • T42  Vergiftung durch Antiepileptika, Sedativa, Hypnotika und Antiparkinsonmittel 
  • T43  Vergiftung durch psychotrope Substanzen, anderenorts nicht klassifiziert 
  • T44  Vergiftung durch primär auf das autonome Nervensystem wirkende Arzneimittel 
  • T45  Vergiftung durch primär systemisch und auf das Blut wirkende Mittel, anderenorts nicht klassifiziert 
  • T46  Vergiftung durch primär auf das Herz-Kreislaufsystem wirkende Mittel 
  • T47  Vergiftung durch primär auf den Magen-Darmtrakt wirkende Mittel 
  • T48  Vergiftung durch primär auf die glatte Muskulatur, die Skelettmuskulatur und das Atmungssystem wirkende Mittel 
  • T49  Vergiftung durch primär auf Haut und Schleimhäute wirkende und in der Augen-, der Hals-Nasen-Ohren- und der Zahnheilkunde angewendete Mittel zur topischen Anwendung 
  • T50  Vergiftung durch Diuretika und sonstige und nicht näher bezeichnete Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanze 
  • T51  Toxische Wirkung von Alkohol 
  • T52  Toxische Wirkung von organischen Lösungsmitteln 
  • T53  Toxische Wirkung von halogenierten aliphatischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen 
  • T54  Toxische Wirkung von ätzenden Substanzen 
  • T55  Toxische Wirkung von Seifen und Detergenzien 
  • T56  Toxische Wirkung von Metallen 
  • T57  Toxische Wirkung von sonstigen anorganischen Substanzen 
  • T58  Toxische Wirkung von Kohlenmonoxid 
  • T59  Toxische Wirkung sonstiger Gase, Dämpfe oder sonstigen Rauches 
  • T60  Toxische Wirkung von Schädlingsbekämpfungsmitteln (Pestiziden) 
  • T61  Toxische Wirkung schädlicher Substanzen, die mit essbaren Meerestieren aufgenommen wurden 
  • T62  Toxische Wirkung sonstiger schädlicher Substanzen, die mit der Nahrung aufgenommen wurden 
  • T63  Toxische Wirkung durch Kontakt mit giftigen Tieren 
  • T64  Toxische Wirkung von Aflatoxin und sonstigem Mykotoxin in kontaminierten Lebensmitteln 
  • T65  Toxische Wirkung sonstiger und nicht näher bezeichneter Substanzen 

Akute Vergiftungen sind in der Regel lebensbedrohend und bedürfen einer raschen notärztlichen Behandlung. Chronische Vergiftung sind nicht unmittelbar lebensbedrohend und werden daher oft unterschätzt und als wenig relevant eingestuft.

Während die Schulmedizin bei akuten Vergiftungsfällen beachtliche Erfolgsraten und erstaunliche Leistungen vorzuweisen hat (ähnliches kann man auch von der Notfall-Chirurgie sagen), werden die chronischen Formen fast wie "verständnislos" behandelt.

Es gibt in der Schulmedizin nur wenige Konzepte, die eine Entgiftung vorsehen, deren Ursache in einer chronischen Form liegt. Und diese wenigen Konzepte sind auch noch beschränkt auf die Entgiftung von bestimmten Schwermetallen.

Im Bereich der Alternativen Medizin und der Naturheilkunde kann es nur um die Beseitigung chronischer Vergiftungen und deren Begleiterscheinungen gehen. Maßnahmen und therapeutische Strategien habe ich im Beitrag "Die Bedeutung der Entgiftung aus Sicht der Naturheilkunde" beschrieben.

Ein bekanntes Konzept zur Entgiftung, dass ich hier noch erwähnen möchte ist die "Entgiftung nach Klinghardt".

siehe auch: Gedächtnisschwäche  - Konzentrationsschwäche  - Entgiftung über die Leber  - Blutreinigung über die Niere  - Blutvergiftung - Leberschäden durch Gifte - Beweise für Hirnschäden durch Lösungsmittel und Pestizide  

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Diese Seite wurde letztmalig am 2.1.2015 aktualisiert.