Wetterfühligkeit
Jeder Dritte in unserer zivilisierten Welt leidet unter Beschwerden, wenn sich die
athmosphärischen Druckverhältnisse ändern. Die Betroffenen stellen sich zwei Fragen. Erstens: Warum?,
zweitens: Was kann man dagegen tun. Im folgenden Beitrag will ich versuchen auf beide Fragen eine Antwort zu
geben.
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Der Begriff Wetterfühligkeit umfasst nach allgemeinem Sprachverständnis die Gesamtheit
physischer und psychischer Reaktionen des menschlichen Körpers, welche von den Betroffenen ausschließlich auf
die unmittelbar stattfindende Änderung des Wetters zurückgeführt werden.
Die Bandbreite der ins Feld geführten Beschwerden reicht dabei von relativ harmlosen,
sporadisch auftretenden leichteren Befindlichkeitsstörungen wie beispielsweise Reizbarkeit oder Konzentrationsschwäche bis zu krankheitsähnlich verlaufenden
Symptomen.
Die Erforschung der ursächlichen Zusammenhänge zwischen Wetterwechsel und Wohlbefinden des
Menschen steht noch ganz am Anfang und gilt bis heute in der Schulmedizin als rätselhaft. Selbst zahlreiche
Ärzte nehmen ihre über Wetterfühligkeit klagenden Patienten erst seit wenigen Jahren ernst - bemühen sich
aber zunehmend, Zusammenhänge, Regelmäßigkeiten sowie Gemeinsamkeiten festzustellen und bemühen sich auch um
Hilfe.
Viel zu oft hing "Wetterfühligen" bisher das Stigma des Hypochonders an, unterstellten ihnen
sowohl Ärzte als auch ihr soziales Umfeld Verweichlichung und Bequemlichkeit. Ein weiterer Grund weshalb
dieses Phänomen noch wenig erforscht wurde, ist die Tatsache, dass derlei Studien eine enge Zusammenarbeit
völlig verschiedenartiger Fachdisziplinen erfordern. Optimalerweise werden diese Forschungsprojekte sowohl
von Medizinern als auch von Physikern und Meteorologen begleitet. Die ersten Erkenntnisse haben wir nicht
zuletzt dem beachtlichen volkswirtschaftlichen Schaden, ausgelöst durch Arbeitsausfälle der Leidtragenden, zu
verdanken.
Erste "bahnbrechende"
Erkenntnisse
Zu ersten bahnbrechenden Erkenntnissen gelangten im Jahre 2002 norwegische Wissenschaftler
durch eine Langzeitstudie. Sie stellten bei Patienten, welche an rheumatischer
Arthritis leiden, eine eindeutige Überschneidung bei der Analyse der Schmerzintensitäten fest. Die
Forscher konnten einen direkten Zusammenhang zwischen einem Mangel an Sonnenlicht und der Verstärkung der
Schmerzzustände erkennen. Da es sich dabei nun aber um eine Studie handelte, die sich ausschließlich auf die
Datenerhebung von Personen mit einer ernsthaften Vorerkrankung stützte, blieb der Beweis für die Existenz des
Phänomens der Wetterfühligkeit in weiten Kreisen der Normalbevölkerung weiterhin aus. Ebenso ist der
Zusammenhang mit Sonnenlicht und UVB Strahlung mit der Produktion des Vitamin D verbunden. Und Vitamin D hat einen vielfältigen Einfluss auch auf unser Immunsystem. Und die
rheumatische Arthritis hat viel mit dem Immunsystem zu tun.
Schauen wir einmal weiter. Im Jahr 2010 ergab nun eine "repräsentative, wissenschaftliche"
Stichprobe an knapp über tausend Personen über 16 Jahren weitere Erkenntnisse: Durchgeführt wurde sie von
Umweltmedizinern der Universität München in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie in Allensbach. Die
Personen wurden zu wetterbedingten Krankheitssymptomen und Unpässlichkeiten
befragt. Dabei berichtete über die Hälfte der Befragten, dass das Wetter einen mehr oder weniger
starken Einfluss auf ihr Wohlbefinden habe, ein Fünftel der Interviewten fühlte sich den Folgen eines
Wetterumschwunges sogar förmlich ausgeliefert. Besonders hoch war dieser Anteil bei Studienteilnehmern über
60 Jahren. Alle Befragten empfanden dabei eine Wetterlage mit stürmischen Winden und fallenden Temperaturen
am belastendsten. Die von den Mitwirkenden am häufigsten geäußerten Beschwerden waren Kopfschmerzen und Migräne, große Müdigkeit, Gelenkbeschwerden und
Narbenschmerzen sowie depressive Verstimmungen. Aber auch Atembeschwerden, vegetative Dystonie, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufprobleme werden von den Betroffenen beschrieben.
Bei einem Viertel der Wetterfühligen zeigten sich die Beschwerden sogar in einer Intensität,
welche einen normalen Tagesablauf nicht möglich machte.
Teilweise "überraschende"
Erkenntnisse
Der Hauptanteil der am häufigsten von der Wetterfühligkeit Betroffenen ist weiblich und über
60 Jahre alt. Betrachtet man die Berufsgruppenzugehörigkeit, so fühlen sich mehrheitlich leitende Angestellte
sowie, erstaunlicherweise, Landwirte von Wetterwechseln in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt. Betrachtet man
die Wetterlage, welche von den Teilnehmern für ihre Missempfindungen verantwortlich gemacht wird, finden sich
die meisten Betroffenen naturgemäß im Norden der Republik. Existieren dort doch besonders häufig die
stürmischen Winde mit rasch fallenden Temperaturen. Was viele nicht wissen: Im Mittel lastet auf einem
Erwachsenen ein Gewicht von 20 Tonnen Luft. Natürlich sind wir daran angepasst, aber bei bei einem
Tiefdruckgebiet kann es innerhlab weniger Stunden schon mal eine halbe Tonne weniger sein.
Gesunde werden mit so einem Wechsel leicht fertig. Aber es ist durchaus
vorstellbar, dass manche Personen mit einem schwachen Gefäßsystem, hohem Blutdruck
oder niedrigem Blutdruck sensibel reagieren.
Diesen Effekt beobachtete auch der Physiker Anatolij Deljukow, der durch künstlich erzeugte Druckschwankungen
die Herzfrequenz und den Blutdruck seiner Test-Teilnehmer im Labor beeinflusste. Auch der Medizin-Meteorologe Dr.
Peter Höppe, Leiter der Leiter Geo Risko Forschung der Universität München, scheint von diesem Zusammenhang
überzeugt zu sein. Minimale Luftdruckschwankungen könnten über Sinneszellen an der Halsschlagader (die sogenannten
Barorezeptoren) Wetterfühligkeit auslösen. Die Informationen dieser "Barorezeptoren" nutzt der Körper eigentlich,
um permament die Herzfrequenz und den Blutdruck zu steuern. Dr. Höppe vermutet, dass diese Rezeptoren durch die
Luftdruckschwankungen beeinflusst werden könnten.
Hinzu kommen weitere Phänomene wie die "Sferics". Wolgang Schippke
schreibt auf seiner Webseite dazu:
Sferics sind extrem kurze elektromagnetische Impulse deren Auslöser in
metereologischen Prozessen liegt. Neben Veränderungen im Luftdruck, die vom Menschen wahrgenommen werden,
reagiert der Körper auch auf die elektromagnetischen Wellen, deren Maximum unter 24 kHz aufweisen. Man
nimmt heute an, das sensible Menschen, die subjektiv wetterfühlig sind, sehr häftig nicht nur auf eine
Veränderung des Luftdrucks, sondern auch auf eine Häufung von Sferics-Ereignissen reagieren. Auch, so
scheint es, reagieren andere organische Stoffe, wie z.B. Gelatine, auf die extrem kurzen
elektromagnetischen Ereignisse.
http://schippke.tripod.com/ELF/Sferic2.htm
Doch damit nicht genug. Viel gravierender als diese Sferics scheint etwas zu sein, dass wir
alle direkt fühlen können: Hitze. Bei jeder Hitzewelle im Sommer hören wir den ratschlag, dass vor allem
Ältere sich nicht überanstrengen sollten. Richtig, denn während ein Mensch mit noch ca. 17 Grad
Körpertemperatur überleben kann, bedeutet eine Körpertemperatur von 43 Grad bereits Todesgefahr. Es macht
also eindeutig Sinn, diese Regulationsfunktion zu trainieren: Sport, Sauna und Wasseranwendungen eignen sich
dafür besonders. Schlappe Gefäße und Muskeln passen sich eben nicht so gut an, wie
trainierte.
Die Erforschung der genauen physikalischen Zusammenhänge und deren Wirkung auf den
menschlichen Organismus steht zwar weiterhin aus, doch liefern diese Studien einen wertvollen Beitrag zur
besseren Akzeptanz dieser vielfältigen, zwar meist harmlosen doch oftmals unangenehmen, gesundheitlichen
Beeinträchtigungen. Das Ziel aller Forschungsbemühungen liegt in der Neuentwicklung vorbeugender
Behandlungsmethoden und "Medikamenten", um die Symptome erst gar nicht aufkommen zu lassen. Und in der Tat:
das wäre doch für die Pharmaindustrie ein riesiger Markt für ein
"Wetter-Wohl-Fühl-Medikament"...

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei Weterfühligkeit in Frage kommen.
Eins sollte aus dem oben gesagten bereits klar geworden sein: Ein gesunder Körper kann
Belastungen, die von außen an ihn herangetragen werden, besser kompensieren als ein geschwächter Organismus.
So können die Betroffenen in manchen Fällen bereits im Vorfeld selbst einiges zur Vermeidung ihrer oft
vorhersehbaren Beschwerden beitragen. Schon alleine diese Tatsache kann bei manchen Wetterfühligen den
Eindruck des Ausgeliefertseins an die Natur reduzieren und alleine dadurch manche Symptome
abmildern.
Das Anstreben einer möglichst gesunden Lebensführung mit genügend frischem Obst und Gemüse,
der Vermeidung eines Flüssigkeitsmangels sowie die Beibehaltung eines möglichst konstanten Lebensrhythmus mit
ausreichendem Schlaf gehört zu den allgemeingültigen Ratschlägen der Mediziner und auch der
Naturheilkundle.
Angemessene sportliche Betätigung, ohne jedoch den Organismus zu überfordern, sowie
Spaziergänge auch gerade bei belastenden Tiefdruckwetterlagen, hat sich gerade in jüngster Zeit als
Hausrezept gegen die verbreitete Wetterfühligkeit herauskristallisiert. Dabei scheint es insbesondere bei
jüngeren, organisch gesunden Menschen, die gefürchteten Migräneattacken eindeutig zu reduzieren. Mehr
Informationen zu diesem interessanten Thema finden Sie in der Broschüre: Heilklima-Wandern.
Von den sogenannten "Biowetter-Vorhersagen" halte ich indes wenig.
Erstens wissen wir noch zu wenig zu den Zusammenhängen, zweitens: was sollen die Betroffenen denn tun? In den
Urlaub fahren?
Im Gegensatz dazu bietet die Naturheilkunde und auch die
Alternativmedizin weitere Hilfen.
AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel |
Diese Therapieform halte ich zum Beispiel für geeignet, Energien wieder zum
fließen zu bringen. In Frage kommt die APM bei Narben, aber auch um die Meridiane wieder zu
harmonisieren. Die APM basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln
durchgeführt.
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| Ernährung |
Käse, Tomaten, Nüsse, Ananas, Bananen,
Bier und Wein enthalten Serotonin und sollten in der kritischen Phase gemieden werden. Nehmen Sie
dafür etwas mehr Salz (Meersalz) zu sich. Viel Flüssigkeit ist wichtig: 20 - 30ml Wasser pro
Kilogramm Körpergewicht, pro Tag.
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Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen) |
Folgende Mischung der Urtinkturen kann Linderung bringen: Je 20 ml Königin der Nacht, Lavendel, Melisse, Schafgarbe und
Weissdorn.
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| Homöopathie |
Folgende Mittel der klasssichen Homöopathie kommen in Frage:
Tuberculinum D 200 (seltene Gaben), Phosphorus D12, Rhododendron D4
Gelsemium D4, Rhus toxicodendron D30
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| Zahnstörfeld |
Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen
sind bedenklich. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren
lassen.
An Narben als Störfelder sollte gedacht
werden. Wenn Narben sich vor einem Wetterwechsel bemerkbar machen, empfehle ich diese Mittels
Neuraltherapie entstören zu lassen.
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| Sonstiges |
Eine natürliche Lebensweise mit viel
Bewegung an der frischen Luft lässt den Organismus zur Ruhe kommen, dann braucht er nicht mehr
auf jede Veränderung so heftig zu reagieren.
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Diese Seite wurde letztmalig am 19.9.2011 aktualisiert.

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