Kapuzinerkresse - eine Heilpflanze mit antibiotischer Wirkung

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Kapuzinerkresse (lat. Tropaeolum majus), die unter anderem auch als Blumenkresse oder Salatkresse bekannt ist, verdankt ihren Namen der Tatsache, dass ihre Blüte Ähnlichkeit mit der Kopfbedeckung der Kapuziner-Mönche hat.

Die Arzneipflanze des Jahres 2013 mit ihren schildförmigen Laubblättern und ihren Blüten, die die Form eines Helmes haben, gilt hierzulande ganz zu Unrecht als ein gewöhnliches Ziergewächs, das sich in vielen Gärten findet. Dabei hat es die Kapuzinerkresse wirklich in sich, wie unter anderem Johannes Gottfried Mayer, der Leiter des Würzburger Studienkreises „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ herausgefunden hat.

Merkmale und Vorkommen der Kapuzinerkresse

Die aus Peru stammende Kapuzinerkresse, die dort an feuchten Stellen wie Auen ideale Wachstumsbedingungen hat, kam um 1684 durch den Naturforscher Beverning zu uns nach Europa. Bereits 1753 wurde die Pflanze von Linné beschrieben, der ihr auch ihren lateinischen Namen Tropaeolum majus gab, der seitdem die wissenschaftliche Bezeichnung der der Heilpflanze ist.

Die Kapuzinerkresse ist eine einjährige, krautige Pflanze, die zwischen 0,3 und 5 m lang werden kann. Das häufig kriechende oder auch kletternde Gewächs besitzt eine dünne Hauptwurzel, die unter der Erde Ausläufer bildet. Die grünen, langstieligen und schildförmigen Blätter werden zwischen 3 und 5 cm groß, und die glockenförmigen Blüten der Pflanze, die an der Basis einen purpurfarbenen Fleck aufweisen, treten vorwiegend in Gelb- und Rottönen auf, wobei in selteneren Fällen auch weiße Blüten vorkommen.

Verwendete Pflanzenteile und Wirkstoffe der Kapuzinerkresse

Zu Heilzwecken wird das frische oder getrocknete Kraut der Kapuzinerkresse genommen, das sich darüber hinaus gut zum Würzen von Speisen eignet und auch pur sehr schmackhaft ist. Die Hauptwirkstoffe der Pflanze sind Glucosinolate mit Gluctropaeolin (Benzylglucosinolat), wobei es die sich nach der Spaltung bildenden Senföle (vor allem Benzylsenföle) sind, die für die Pharmakologie besonders bedeutsam sind: Senföle, die schnell vom Organismus aufgenommen und Atombindungen mit Proteinen eingehen können, sind bekannt dafür, das sie gegen Bakterien, Pilze und Viren helfen und auf Haut und Schleimhäute eine starke Reizwirkung ausüben.

Weitere Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse sind Chlorogensäure (ein Antioxidant), Ascorbinsäure (eine Art von Vitamin C) und Carotinoidesekundäre Pflanzenstoffe, die sich in den Blüten finden.

Auch Vitamin B sowie die Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Magnesium, Schwefel und Phosphor sind in der Kapuzinerkresse vorhanden.

Die Heilwirkungen der Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse ist nicht nur besonders reich an Vitamin C, sondern sie fördert darüber hinaus die Durchblutung, wärmt den Organismus von innen her und wirkt anregend, sondern ist auch in der Lage, die Vermehrung von Pilzen, Viren und Bakterien zu hemmen.

Die in der Pflanze enthaltenen Senföle können unter anderem die Gruppe der Candidapilze sowie die Tuberkelbakterien bekämpfen und könnten laut Johannes Gottfried Mayer (Würzburg) schon bald sogar teilweise die Einnahme von Antibiotika ersetzen! Das hätte den großen Vorteil, dass sich Antibiotikaresistenzen, die auf den zu großzügigen Einsatz dieser Medikamente zurückzuführen sind, in Zukunft in vielen Fällen vermeiden ließen. Wie Mayer weiter ausführt, sind die Pflanzenextrakte der Kapuzinerkresse, wenn sie zusammen mit Meerrettichwurzeln eingenommen werden, bei Blasenentzündungen, Bronchitis und Entzündungen der Nasennebenhöhlen ebenso wirksam wie Antibiotika.

Ihre gesundheitliche Wirkung erweist die Kapuzinerkresse auch bei Erkältungskrankheiten: Die Heilpflanze fördert die Produktion von flüssigem Schleim und erleichtert das Abhusten. Und auch bei Infektionen der Harnwege, der Nieren und der Lunge sowie bei Hauterkrankungen kann die Kapuzinerkresse gute Dienste leisten.
Darüber hinaus besitzt Tropaeolum majus eine das Immunsystem stimulierende Wirkung und hilft aufgrund ihrer die Durchblutung fördernden Eigenschaften nicht nur gezielt Muskelschmerzen und Prellungen zu lindern, sondern kann sogar zu einer generellen Schmerzlinderung im ganzen Körper beitragen.

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Innerliche und äußerliche Anwendung

Die beste Wirkung erzielt die Kapuzinerkresse, wenn sie frisch verzehrt wird. Empfohlen werden 20 bis 30 Gramm der Frischdroge bzw. 60 bis 150 Gramm frischer gepresster Saft.

Als Tee zubereitet, schafft die Kapuzinerkresse Erleichterung bei Erkältungen und Blaseninfektionen. Für den Tee nimmt man eine Handvoll Blätter, übergießt sie mit kochendem Wasser und lässt den Tee etwa 10 bis 15 Minuten ziehen, bevor man ihn abseiht und trinkt.

Ein solcher Kapuzinerkresse-Tee kann auch äußerlich angewendet werden – als Packung für kleinere Verletzungen etwa oder auch als Spülung für Haut und Haare.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 29.10.2013 aktualisiert