Formigran - das freiverkäufliche Migränemittel
Formigran gegen Migräne
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Formigran ist ein frei verkäufliches Medikament gegen Migräne mit dem Wirkstoff Naratriptan. Triptane, zu denen auch
Naratriptan zählt, sind Wirkstoffe, die speziell zur Behandlung von Migräne - Kopfschmerzen entwickelt wurden, aber bisher nur in rezeptpflichtigen Medikamenten enthalten
waren.
Wie wirkt Formigran?
Nach gängigen Theorien der Schulmedizin wird die Migräne wird von erweiterten Blutgefäßen in der Hirnhaut
verursacht. Durch die erweiterten Gefäße dringen bestimmte Stoffe nach außen, die eine Entzündung hervorrufen und
die umliegenden Nervenzellen reizen, was zu den bekannten Schmerzen führt.
Naratriptan verengt die Blutgefäße und soll so die Ursache der Migräne sowie deren Begleitsymptome wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit bekämpfen.
Für wen ist Formigran geeignet?
Aufgrund der gefäßverengenden Wirkung ist Formigran nur für die Behandlung von Migränekopfschmerzen geeignet und
wirkt nicht bei anderen Arten von Kopfschmerzen.
Das Medikament eignet sich laut Hersteller für Migränepatienten von 18 bis 65 Jahren.
Formigran darf nicht eingenommen werden bei Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen oder nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Für Patienten mit Funktionsstörungen der
Leber (Lebererkrankungen) ist das Medikament ebenfalls nicht geeignet.
Wann und mit welcher Dosierung kann Formigran eingenommen werden?
Formigran ist nur in einer Packungsgröße mit zwei Tabletten erhältlich. Es dürfen auch nicht mehr als zwei
Tabletten innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden.
Ideal ist die Einnahme einer Tablette bei den ersten Anzeichen von Migräne, da zu diesem Zeitpunkt die beste Wirkung erzielt
werden kann. Die Einnahme ist aber auch zu einem späteren Zeitpunkt noch sinnvoll. In den meisten Fällen genügt die
Einnahme einer Tablette. Wenn keine Wirkung festgestellt wird, sollte auf keinen Fall eine weitere Dosis
eingenommen werden.
Klingen die Schmerzen nach der Einnahme ab und treten zu einem späteren Zeitpunkt erneut auf, kann nach
frühestens vier Stunden eine zweite Tablette eingenommen werden.
Welche Nebenwirkungen kann Formigran haben?
Naratriptan gilt als relativ gut verträglich. Selten kann es für einige Minuten zu Druck- oder
Wärmegefühlen oder einem Kribbeln im Brustbereich kommen.
Wie verträgt sich Formigran mit anderen Medikamenten?
Formigran darf nicht gleichzeitig mit anderen Triptanen, Ergotaminen oder Ergotaminderivaten eingenommen werden.
Da Formigran das einzige frei verkäufliche Medikament ist das Triptane enthält, stellt die gleichzeitige Einnahme
anderer rezeptfreier Migränemittel angeblich kein Problem dar.
Beurteilung
Das Hauptproblem der
Triptantherapie scheint aber folgendes Problem zu sein, wie in einer Studie in Deutschland
gezeigt wurde (British Medical Journal, 1994; 308: 113): Patienten
erreichten nach neun Monaten der Einnahme einen Punkt, an der diese das Mittel Sumatriptan täglich einnehmen
mussten, um das erneute Auftreten der Kopfschmerzen zu vehindern.
Wissenschaftler der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Münster konnten in
einer Studie 2009 zeigen, dass die Neurolgen und Fachärzte bei der
Behandlung ihrer eigenen Migräne mit akuten und vorbeugenden Medikamenten viel zurückhaltender sind, als sie es
ihren Patienten empfehlen. So nahmen nur etwa 50 Prozent der Studienteilnehmer selbst Medikamente (Triptane)
gegen ihre Migräne, obwohl sie in fast allen Fällen ihren Patienten solche Medikamente verschrieben
hatten.
Schreiben Sie einmal dazu Ihre Meinung im Blog zum Beitrag: Würde Ihr Arzt selbst nehmen was er Ihnen verschreibt? Dort geht es nämlich genau um
dieses Thema.
Dieser Beitrag wurde letzmalig am 28.08.2011 aktualisiert.

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