Wenn man weiß, was Neuroleptika für Wirkungen haben können, muss man sich ernsthaft fragen: Ja geht´s denn noch - oder was?

Neuroleptika sind Medikamente, die beruhigend wirken, weil sie Angst- und Spannungszustände dämpfen. Sie werden ebenfalls bei Psychosen verordnet, einem Krankheitsbild schwerer seelischer Störungen.

Neuroleptika heilen nicht die Ursachen von Angst und Anspannung. Trotzdem werden sie - niedrig dosiert - als Mittel gegen Verhaltens- und Konzentrationsstörungen von Kindern eingesetzt.

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Als Nebenwirkung können bei Kindern Bewegungsstörungen auftreten, wie zum Beispiel Grimassen schneiden oder mit dem Körper hin und her wippen.

Problematisch ist, dass Neuroleptika im Körper gespeichert und sehr langsam abgebaut werden. Mögliche Spätfolgen können Unruhe, Zittern und Tics sein.

Die Amerikanische Ärztevereinigung hat seit Jahren davor gewarnt, Kindern – mit Ausnahme der Kinder, die an einer Psychose leiden – Neuroleptika zu verordnen.

Umso erstaunlicher ist, dass in den letzten zehn Jahren die Zahl der Kinder in den USA, die Psychopharmaka - darunter auch Neuroleptika - bekommen, sich angeblich versechsfacht hat.

Am häufigsten erhalten Jungen europäischer Herkunft mit dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) diese Medikamente. Die Ursache für die Verhaltensauffälligkeiten, Stimmungsschwankungen und Aggressionen werden mit der Schwierigkeit, in einem fremden Land mit anderer Kultur zurecht zu kommen, erklärt.

Diese Probleme sind demnach eher pädagogisch als psychiatrisch.

In der Sendung „Report Mainz“ wurde am 20.10.2008 berichtet, dass auch in Deutschland eine noch nicht veröffentlichte Studie der Universität Köln darauf hinweist, dass sich in den letzten sechs Jahren die Verschreibungszahlen der neuroleptischen Arzneien vervierfacht haben.

Ein Zusammenhang zwischen Medikation, dem ADHS-Syndrom und bipolarer Verhaltensstörungen wurde noch nicht erwähnt.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 09.08.2012 aktualisiert