Venenschwäche

Erfahrungen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Eine Venenschwäche ist eine chronische Erkrankung (=chronisch-venöse Insuffizienz oder auch kurz CVI genannt).

Es bestehen Venen- und Hautveränderungen, die durch eine Blutstauung hervorgerufen werden.

Die CVI kommt bei vorgeschädigten Venen meist am Unterschenkel und Fuß vor. Die Vorschädigung kann durch eine vorausgegangene Thrombose, Venenklappenschwächen oder angeborene Gefäßveränderungen bestehen. Meist zeigen sich Venenschäden durch Krampfadern (=Varizen).

In geschädigten Venen staut sich Blut vor allem im Stehen, es kann nicht ausreichend zum Herzen abfließen.

Was passiert bei einer Venenschwäche?

Venen sind Blutgefäße, in denen das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen fließt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Venenklappen. Sie funktionieren wie Ventile und sorgen dafür, dass das hochgepumpte Blut in den Venen nicht zurückfließen kann. Besonders wichtig ist das in den Beinen, denn hier arbeiten die Venen gegen die Schwerkraft an. Bei einer Venenschwäche schließen die Venenklappen nicht mehr vollständig. Dadurch sackt Blut zurück in die Beine und staut sich dort. Soweit jedenfalls die klassische Theorie.

Durch die Blutstauungen dehnen sich die Venen zu stark aus und es entstehen Krampfadern. Sie sind (neben blauen Besenreißern im Frühstadium) die ersten sichtbaren Hinweise auf eine Venenschwäche.

Im Lauf der Zeit nimmt der Druck durch das gestaute Blut noch weiter zu und Flüssigkeit wird ins umliegende Gewebe gedrückt. Die Folge sind geschwollene Beine und eine mangelnde Durchblutung der Haut. Diese wird nicht mehr ausreichend versorgt und verändert sich mit der Zeit: Sie wird trockener und spröder, neigt zu Hautausschlägen und schließlich zu schwer behandelbaren Wunden und den sogenannten Venengeschwür (auch: Unterschenkelgeschwür oder einfach nur "offenes Bein" genannt).

Bleiben wir aber mal beim "wissenschaftlichen" Namen: CVI, was sich auch viel besser anhört...

Die CVI wird in drei Symptomstadien eingeteilt.

Stadium I bedeutet, dass Wasseransammlungen im Gewebe auftreten (=Ödeme), die sich im Liegen wieder zurückbilden. An den Fußrändern und im Knöchelbereich zeigen sich kleine dunkelblaue Hautvenen.

Im Stadium II gehen die Ödeme nicht zurück, die Haut ist durch Eiseneinlagerungen rotbraun verfärbt, dünn und brüchig. Durch die Hautveränderungen kommt es zu Ausschlägen mit Juckreiz.

Das Stadium III wird oft als offenes Bein bezeichnet. Es handelt sich um Hautwunden, die meist oberhalb des Innenknöchels auftreten.

Ursachen für eine Venenschwäche

Eine Venenschwäche geht meistens auch mit einer Bindegewebsschwäche einher. Diese soll in erster Linie genetisch bedingt sein, kann aber durch Übergewicht, einen ungesunden Lebenswandel, Hormon-Medikamente (zum Beispiel die „Pille“) oder eine Schwangerschaft verstärkt werden.

Das Bindegewebe ist unter anderem dafür zuständig, die Blutgefäße unter Druck und damit in Form zu halten. Wenn es zu schwach ist, können die Venenklappen nicht richtig schließen. Frauen leiden häufiger an Venenerkrankungen, weil sie eine andere Bindegewebsstruktur haben als Männer.

Neben der Bindegewebsschwäche können auch Thrombosen zu einer Venenschwäche führen. Dabei bildet sich ein kleines Blutgerinnsel, das in den Venen Richtung Herz wandert und sie beschädigen kann.

Risikofaktoren für eine Thrombose und damit auch für eine Venenschwäche sind unter anderem:

Vor allem wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen, ist die Gefahr einer Thrombose erhöht. Diese kann übrigens nicht nur eine Venenschwäche auslösen, sondern auch lebensgefährlich werden, wenn das Blutgerinnsel wichtige Blutgefäße im Herz (Herzinfarkt) oder in der Lunge (Lungeninfarkt) verstopft.

Diagnose einer Venenschwäche:

Bei der Diagnosestellung muss man beachten, dass Beinödeme auch andere Ursachen haben können (zum Beispiel eine Herzschwäche) und dass offene Beine auch bei der arteriellen Verschlusskrankheit (AVK) auftreten können.

Die Diagnose wird normalerweise durch ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung gestellt (bei mir jedenfalls, siehe: Diagnose).

Beim Anamnese-Gespräch wird unter anderem auch nach familiären Vorbelastungen, chronischen Erkrankungen oder Alltagssituationen (zum Beispiel langes Stehen) gefragt.

Bei der körperlichen Untersuchung ist es hilfreich die Beine abzutasten, den Hautzustand und die Blutgefäße anzuschauen und eventuell weitere Untersuchungen durchführen.

Weitere Untersuchungen sind in der klassischen Medizin zum Beispiel eine bestimmte Ultraschalluntersuchung, der Einsatz von Infrarotlicht oder eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel. Diese Maßnahmen halt ich nur in gravierenden Fällen für erforderlich.

Ich schaue mir in der Praxis lieber das Blutbild des Patienten an, denn das Ganze hat mit der Durchblutung zu tun. Ich nutze hierfür gerne die Dunkelfeldmikroskopie. Und für die Therapie ergeben sich daraus auch sehr brauchbare Ableitungen.

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Bleiben wir aber mal kurz bei der schulmedizinischen Behandlung.

Schulmedizinische Behandlung einer Venenschwäche

Die wichtigste Maßnahme, die üblicherweise bei einer Venenschwäche durchgeführt wird, ist das tägliche Tragen von Kompressionsstrümpfen.

Diese engen und stabilen Strümpfe sollen dauerhaft getragen werden und die Druckfunktion des Bindegewebes ersetzen. Das Problem dabei: Viele Ärzte lassen es mit dieser Maßnahme schon gut sein und helfen dadurch nicht, die Ursachen zu beseitigen.

Nötig wäre aber auch ein gut angeleitetes Bewegungsprogramm für die Beine. Außerdem sollten die Patienten Hinweise bekommen, wie sie im Alltag mit ihrer Erkrankung umgehen können. Zum Beispiel sollten sie heiße Bäder, Saunabesuche und andere Hitzequellen vermeiden, die Beine häufig kalt abduschen, beim Sitzen und Stehen die Beine hochlagern und möglichst häufig zwischen Sitzen, Stehen und Gehen abwechseln.

Idealerweise sollten außerdem spezielle Massagen und eventuell Entwässerungsmedikamente gegeben werden, um die Schwellungen in den Beinen zu lindern. Außerdem werden Krampfadern in der Schulmedizin üblicherweise entfernt. Was aus Sicht der Naturheilkunde und Alternativmedizin empfohlen wird, beschreibe ich weiter unten...

Wichtig ist mir aber noch folgender Hinweis: Wie bei den meisten Erkrankungen gilt auch hier: Je früher Sie eine Venenschwäche erkennen und behandeln, umso leichter und besser können Sie sie auch in den Griff bekommen. Mit einer Änderung ungesunder Lebensgewohnheiten und mit naturheilkundlicher Behandlung können Sie dann in vielen Fällen auf das lästige Tragen der Kompressionsstrümpfe verzichten.

weitere mögliche Ursachen: Bindegewebsschwäche

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Venenschwäche in Frage kommen.

Akupunktur

Aus der Akupunktur kommen natürlich die Meisterpunkte des Bindegewebes infrage: Mi 5, Mi 6, sowie Punkte lokal um die problematischen Venen-Bereiche. Folgende Punkte kommen zusätzlich infrage: Le 8, Ma 36, Mi 10 

Der Vollständigkeit halber hier noch ein Rezept aus der Chinesischen Medizin:  Kochen Sie Lamm- oder Hammelfleisch mindestens 10 Stunden lang (simmern) aus. Diese Brühe benutzen Sie als Basis für weitere Suppen.

Blutegeltherapie Ein Klassiker der Naturheilkunde bei Venenschwäche ist die Blutegeltherapie. Achtung bei Patienten die "Blutverdünner" nehmen. Je nach Schwere des Leidens werden ca. 2-8 Blutegel angesetzt.
Ernährung

Ich rate auf jeden Fall dazu weniger Fleisch zu essen und Schweinefleisch komplett zu meiden - und zwar für immer. Ebenso sollten Sie keine Milch mehr trinken.

Bei stärkeren Beschwerden rate ich fast immer auch zum Heilfasten. Kein Verfahren hat eine so nachhaltige Wirkung. Später eventuell auch eine Darmsanierung oder eine F.X. Mayr-Kur.

Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen)
Lassen Sie sich aus folgenden Urtinkturen eine Mischung herstellen:
40 ml Rosskastanie, je 20 ml Ginkgo, Mäusedorn und je 10 ml Schafgarbe und Arnika.
Eine andere Mischung: Rosskastaniensamen (Hippocastani semen) 70 ml, Steinkleekraut (Melioti herba) 15 ml, Mäusedornwurzelstock (Rusci aculeati rhizoma) 15 ml.

Gemmo-Therapie Edelkastanie
Heilpflanzen  Heilpflanzen wirken bei der Venenschwäche meiner Erfahrung nach vor allem, wenn diese eingenommen werden (innerliche Anwendung). Wirksam sind: Rosskastaniensamen (z.B. 2 mal 250mg - 350mg Gesamtaescingehalt) über mehrere Monate., Rote Weinlaubblätter, Steinkleekraut und Buchweizenkraut.

HILDEGARD VON BINGEN

Nach Hilgegard von Bingen beseitigt Schaffleisch Schwächezustände und hilft bei Venenleiden. Fleischbrühe und Fleisch bis zur Linderung essen.
Homöopathie  Hierzu habe ich einen eigenen Beitrag, in dem ich verschiedene homöopathische Mittel bei bei Krampfadern, Varizen oder einer Venenentzündung beschreibe.
Manuelle Medizin / Osteopathie / Chiropraktik Bei Wadenschmerzen wäre immer auch an eine Blockierung / Dysfunktion im Bereich der Lendenwirbelsäule zu denken (vor allem L1), sowie an das Fibulaköpfchen. Eventuell sogar an die Behandlung der Scalenus-Muskulatur. In der Regel findet man aber schon die Triggerpunkte im Bereich der Wade.
Orthomolekular-Medizin

Generell wie bei Entzündung. Vor allem wäre an eine Enzymtherapie zu denken.

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" spielt vor allem beim Thema Venenschwäche eine Rolle. Denn sowohl das Bindegewebe, als auch die Blut-Fließfähigkeit wird durch den ph-Wert beeinflusst.

"Früher" war eine sog. Blutsalzkur zur Entschlackung ganz beliebt. Diese umfasst verschiedene homöopathische Mittel und auch Mineralien.

Schüssler-Salze

Aus dem Bereich der Schüssler-Salze kommen grundsätzlich folgende Mittel in Frage: Calcium fluoratum Nr. 1, Kalium chloratum Nr. 4, Magnesium phos. Nr. 7, Natrium phos. Nr. 9, Silicea Nr. 11.
Vorbeugend
 : Kalium chloratum Nr. 4, Natrium phos. Nr. 9, Silicea Nr. 11.

Spagyrik Beinwell (Wallwurz), Rosskastanie, Yohimbe
Sonstiges Wechselduschen der Unterschenkel morgens & abends. Öfters auf den Zehen gehen (Venenpumpe), viel barfuss laufen. Keine hochhackigen Schuhe!

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Diese Seite wurde letztmalig am 23.6.2016 aktualisiert.

 

Rene Gräber 3 Minuten für die Gesundheit - Vorhersage


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