Geschwollene Augen bzw. geschwollene Augenlider

Erfahrungen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Übermüdung und Überanstrengung können zu Augenschwellungen führen. Diese Vorwölbung der empfindlichen Organe verschwindet nach Erholung oder Kühlung schnell wieder.

Auch die angeschwollenen Augenlider und auffällige Tränensäcke mit Schwellung der Unterlider sind nicht weiter bedenklich, wenn sie nur zeitweise in Erscheinung treten. Halten diese Beschwerden länger an, können allerdings Krankheiten zugrunde liegen, die behandelt werden müssen.

Dies ist oft bei Lidschwellungen der Fall. Die beweglichen Oberlider schützen die Augen vor Austrocknung und dem Eindringen von Fremdkörpern. Deswegen sind angeschwollene Lider besonders unangenehm und können auch die Sehkraft beeinträchtigen.

Die Haut der Augenlider ist dünner als an anderen Körperstellen und sie sind nicht mit Bindegewebe unterpolstert. Üppiges Essen, Alkohol und Nikotin sowie eine ungünstige Lagerung nachts führen zu Wassereinlagerungen im Gewebe.

Lymphflüssigkeit kann dann nicht mehr ausreichend abfließen und es dauert einige Stunden, bis die Lider sich erholen.
Verdickte, hängende Tränensäcke werden durch die vermehrte Einlagerung von Fett verursacht.

Auch dies wird von einer ungesunden Lebensführung gefördert, aber auch genetische Ursachen können zugrunde liegen. Daneben spielt die Hautalterung eine Rolle. 

Die Ursachen geschwollener Augen

Neben allgemeinen Einfluss-Faktoren sind Erkrankungen am Auge eine häufige Ursache geschwollener Augen. Kontaktlinsen, Klimaanlagen und zu niedrige Luftfeuchtigkeit führen zu einer Austrocknung der Augen, die eine Reizung hervorrufen. Das Auge reagiert darauf mit einer Anschwellung.

Bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) liegt oft eine Infektion mit Bakterien oder Viren vor. Die Reizung kann aber auch allergisch bedingt sein oder auf einer mechanischen Schädigung der Augen beruhen.

Lokale Entzündungen am Augenlid sind eine weitere Ursache. Die Infektion mit Bakterien löst die Bildung eines kleinen Abszesses auf der Außen- oder Innenwand des Lides aus. Dieses Gerstenkorn kann am Ober- oder dem Unterlid entstehen. Das Hagelkorn (Chalazion) tritt nur am Unterlid auf.

Dabei sind die Lidrandrüsen (Meibom-Drüsen) verstopft und schwellen an. Obwohl die Erkrankung keine Schmerzen verursacht, sollte ein Hagel- und Gerstenkörner immer untersucht werden. Dahinter könnte sich auch ein bösartiger Tumor verbergen.

Die entzündlichen Erkrankungen der Lider können auf die gesamte Augenhöhle übergreifen. Dann liegt ein Orbitaphlegmon vor, das sogar den Sehnerven angreifen und irreversibel schädigen und zur Erblindung führen kann. Wenn geschwollene Augen mit Fieber einhergehen, sollte daher schnellstmöglich der Augenarzt konsultiert werden.

Auch systemische Grunderkrankungen können sich hinter geschwollenen Augen verbergen

Erkältungen sind besonders dann mit geschwollenen Augen verbunden, wenn die Nasennebenhöhlen mit betroffen sind (Sinusitis). Allergien, die sich teils durch ähnliche Symptome äußern, wirken sich gleichermaßen auf die Augen aus.

Im Unterschied zu Schnupfen und grippalen Infekten kommt es bei Heuschnupfen oder Hausstaub-Allergien zu starkem Augenjucken. Eine Allergie kann auch eine der Ursachen für das Angioödem (Quincke-Ödem) sein, das zu Wasseransammlungen in der Haut führt.

Auch andere systemische Erkrankungen, die Ödeme mit sich bringen, können die Augen anschwellen lassen. Dazu gehören die Herzinsuffizienz sowie Nierenprobleme.

Hervor gewölbte Augen können auch ein Symptom für eine Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose)  oder Schilddrüsen-Überfunktion Hyperthyreose sein. Auch bei Morbus-Basedow treten die Augen ungewöhnlich stark hervor. Gedacht werden muss auch an Diabetes oder Hypertonie.

Kopfschmerzerkrankungen wie der Cluster-Kopfschmerz lösen ebenfalls Augenschwellungen aus. Bei manchen Patienten liegt auch ein Lymphstau, seltener Blutansammlungen als Symptom anderer Erkrankungen vor. 

Dabei kommt es neben der Schwellung häufig zu Juckreiz und Schmerz, bei ausgeprägten Formen lässt sich das Lid nicht mehr schließen, wodurch die Schutzfunktion verloren geht.
Im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus kommen manchmal Augenschwellungen vor.

Daneben führen Flüssigkeitsansammlungen durch Weinen die Augen zu einem stärkeren Hervortreten der Augen. Auch Augenverletzungen können die Schwellungen verursachen.

Diagnose bei geschwollenen Augen

Aufgrund der vielen Grunderkrankungen, die zu Augenschwellungen führen, wird der Arzt nach dem Patienten-Gespräch gezielte Untersuchungen vornehmen. Blut-Analysen und bildgebende Verfahren können die verursachenden Krankheiten aufspüren.

Mit Proben des Augen-Sekretes können mikrobielle Erreger nachgewiesen werden. Um einen Tumor auszuschließen, müssen von einem Hagel- oder Gerstenkorn Gewebeproben entnommen und histologisch untersucht werden.

Therapie bei geschwollenen Augen

Wenn der Arzt ernste Grunderkrankungen feststellt, sind diese zuerst behandlungsbedürftig. Bösartige Veränderungen an den Augenlidern müssen chirurgisch entfernt werden. Gegen Entzündungen sind oft Antibiotika erforderlich, jedoch sollten hier die naturheilkundlichen Alternativen wie pflanzliche Präparate in Betracht gezogen werden.

Hausmittel bei geschwollenen Augen

Schwellungen am Auge stellen meist ein kosmetisches Problem für den Betroffenen dar, das er (je nach Ursache) mit Hausmitteln behandeln kann. Das Kühlen der Augen mit einem angefeuchtetem Waschlappen, Gurkenscheiben oder einer speziellen Kühlbrille ist die einfachste Maßnahme.

Empfohlen wird die Benetzung mit grünem Tee, weil Koffein eine lindernde Wirkung auf die Lidschwellungen hat. Sanfte Massagen der Lider können das Abschwellen unterstützen. Die Ableitung der Lymphe wird durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme unterstützt.  

Lesen Sie hierzu auch unter: Augenringe und Tränensäcke.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 5.7.2019 aktualisiert.