Netzhautablösung: Symptome, Diagnose und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Eine Netzhautablösung (Ablatio retinae) im Auge bedeutet, dass sich die sensorische Schicht des Augenhintergrunds (Netzhaut oder Retina) von der darunterliegenden Schicht (Pigmentepithel) löst. Diese Erkrankung beeinträchtig und bedroht akut das Sehen. Unbehandelt führt eine Ablatio retinae häufig zur Erblindung.

Durch Glaskörperveränderungen (aufgrund des Alters oder einer starken Kurzsichtigkeit) kann es durch die Abhebung des Glaskörpers von der Netzhaut durch mechanischen Zug zu Netzhauteinrissen mit darauffolgendem Flüssigkeitseintritt unter die Netzhaut kommen (rhegmatogene Netzhautablösung).

Eine sekundäre Netzhautablösung kann sich bei Vorerkrankungen (z.B. diabetische Retinopathie, Netzhautgefäßverschlüssen, nach Entzündungen oder Verletzungen) entwickeln (Traktionsablatio).

Diese Form entsteht auch durch Stränge aus dem Glaskörper, die mit der Netzhaut verwachsen sind und an ihr ziehen.

Bei der exsudativen Netzhautablösung gelangt Flüssigkeit ohne ein auffindbares Netzhautloch durch Störungen der Gefäßschranken in den Spalt zwischen sensorischer Schicht und Pigmentepithel.

Symptome

Leitsymptom der drohenden Netzhautablösung sind Lichtblitze, die am Rand des Gesichtsfeldes wahrgenommen werden. Daraufhin erkennt man einen "Mückenschwarm" oder "Rußflocken". Diese Phänomene werden von kleinen Glaskörperblutungen verursacht. Kommt es zur kompletten Netzhautablösung wird ein Schatten oder Vorhang, der aufsteigt oder sich absenkt gesehen.

Wer also vor allem plötzlich beim Sehen störende Punkte oder Schlieren im Blickfeld hat, sollte immer an eine Möglichkeit einer Netzhautablösung denken.

Erreicht die Netzhautablösung das Zentrum des Sehens, kommt es zu einer plötzlichen rapiden Abnahme der Sehschärfe.

Unbedingt zum Augenarzt gehen

Eine Netzhautablösung ist ein absoluter Notfall. Denn wenn die Erkrankung nicht schnell fachkundig behandelt wird, droht die Erblindung. Ähnliche Störungen wie bei einer Netzhautablösung können sich bei der Erscheinung der „Mouches volantes“ zeigen. Dabei handelt es sich um eine lästige, aber harmlose Symptomatik. Die Wahrnehmung der „fliegenden Mücken“ wird durch eine Trübung des Glaskörpers im Auge verursacht. Auch dabei tanzen kleine dunkle Punkte im Blickfeld. Sie fallen besonders vor einem hellen Hintergrund, beispielsweise beim Lesen in einem Buch, auf. Wer diese Beeinträchtigung im Sichtfeld zum ersten Mal bemerkt, sollte in jedem Fall seine Augen untersuchen lassen. Auch wenn sich die Symptome als harmlos herausstellen, ist es wichtig, dass eine Netzhautablösung ausgeschlossen werden konnte.

Die Diagnose der Netzhautablösung

Der Augenarzt benötigt ein Ophthalmoskop, um die Netzhaut im Augenhintergrund sehen zu können. Um die Augenspiegelung mit dem Ophthalmoskop vornehmen zu können, muss das Sichtfeld in das Auge hinein geöffnet werden. Dafür wird die Pupille durch das Eintropfen von atropinhaltigen Augentropfen erweitert. Nun kann der Augenhintergrund mit der Netzhaut (Retina) ausgeleuchtet und betrachtet werden.

Der Augenarzt überprüft die Netzhaut auf Veränderungen wie Falten, Risse oder Löcher. Bei einer Netzhautablösung kann es auch zu Blutungen im Auge kommen. Ist die Sicht in den Augenhintergrund durch die Blutung verdeckt, kann mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall die Netzhaut inspiziert werden.

Wie wird eine Netzhautablösung behandelt?

Eine Netzhautablösung zeigt sich bei der Augenhintergrunduntersuchung durch eine Faltenbildung. Die Netzhaut enthält für das Sehvermögen wichtige Sinneszellen. Nur wenn die Retina an dem dahinterliegenden Pigmentepithel glatt anliegt, kann sie ihre Funktion erfüllen.

Deshalb muss bei einer Netzhautablösung das betroffene Auge schnell operiert werden. Mit Medikamenten lässt sich die Veränderung im Auge nicht rückgängig machen.

Kommt der Patient rechtzeitig zum Augenarzt, und dieser stellt lediglich einen Abriss der Netzhaut fest, kann die Retina mit einem Laserstrahl wieder befestigt werden. Um eine weitere Ablösung der Netzhaut zu unterbinden, kann der Operateur mit dem Laser die Netzhaut „ankleben“. Der Laserstrahl löst an dem Punkt des Auftreffens an der Netzhaut eine Entzündung aus, die während des Abheilens vernarbt. Dieser Prozess befestigt den eingerissenen Bereich der Netzhaut am Augenhintergrund.

Hat sich jedoch schon ein ganzer Teil der Retina abgelöst, reicht das „Verkleben“ mit dem Laserstrahl nicht mehr aus. Hier muss in der Augenklinik durch eine Operation am Auge die Netzhaut am dahinter liegenden Epithel fixiert werden. Haben Veränderungen am Glaskörper zu der Symptomatik der Netzhautablösung geführt, können diese während der Operation behoben werden.

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Die Befestigung der Netzhaut durch ein augenchirurgisches Verfahren sollte nur in einer Klinik durchgeführt werden, deren Ärzte auf diesen komplizierten Eingriff spezialisiert sind. Ohne die Operation würde das betroffene Auge erblinden. Mitunter kann sich die Netzhaut trotz des Eingriffs erneut ablösen. Dann muss nochmals nachoperiert werden.

Eine "Alternative" Therapie ist mir nicht bekannt - und ich denke in diesem Fall auch nicht ratsam. Wenn Sie entsprechende Symptome (wie oben beschrieben) wahrnehmen, lassen Sie sich am besten sofort in eine Klinik bringen.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.5.2014 aktualisiert.