Im Stoffwechsel werden biochemische Verbindungen im Körper abgebaut (Katabolismus) oder produziert (Anabolismus). Im Zuge des Aufbaus wandelt der Organismus Stoffe um, damit neue Strukturen geschaffen oder regeneriert werden können. Der weitaus größte Teil der abbauenden Prozesse dient der Bereitstellung von Stoffwechsel-Energie.

Organische Verbindungen wie Fette und Zucker werden von Enzymen umgewandelt. Diese Proteine sind Biokatalysatoren, die biochemische Reaktionen bewerkstelligen. Die meisten Enzyme sind im Körperinneren angesiedelt, das heißt in den Zellen oder den Zellzwischenräumen, manche auch im Blut oder der Lymphe. Einige wirken auch außerhalb des Körperinneren, wie beispielsweise die Verdauungs-Enzyme. Denn das Darm-Lumen zählt zum vom Körper kontrollierten Außen-Milieu.

Vom Darm müssen die Nahrungsbestandteile in das Körper-Innenmileu gelangen. Dafür ist der Transport über die Membran der Darmschleimhautzellen erforderlich. In den Membranen sind Transport-Proteine inseriert, die den Übertritt von organischen Verbindungen bewerkstelligen. Innerhalb des Körpers spielen Rezeptoren eine wichtige Rolle, um Stoffe in die Zellen aufzunehmen und aus der Zelle herauszuschleusen.

Transport-Proteine sorgen auch für die Aufnahme und Abgabe von Mineralien durch die Zelle. Diese “Carrier“ befördern Ionen über die Zell-Membran hinweg, wodurch sie für die Osmoregulation, also auch für den Flüssigkeitshaushalt, eine entscheidende Bedeutung haben. Die Konzentration der sogenannten “Elektrolyte“ muss stets auf konstantem Niveau gehalten werden. Abweichungen davon können lebensgefährlich sein.

Die Steuerung all dieser Stoffwechselvorgänge unterliegt der Kontrolle durch Hormone und Neurotransmitter. Ist die Produktion der Botenstoffe gestört oder deren Struktur genetisch bedingt fehlerhaft, ist läuft ein Stellrad aus dem Ruder. Damit gerät das ganze System ins Wanken.

Stoffwechselstörungen führen zu Stoffwechselentgleisungen

Die Stellen im Organismus, die für Stoffwechselstörungen verantwortlich sein können, nehmen daher ein weites Spektrum ein. Entsprechend vielfältig sind die daraus resultierenden Krankheiten und deren Therapien.

Unter einer Stoffwechselstörung versteht der Mediziner die zugrundeliegende Ursache einer daraus resultierenden Krankheit. Die meisten dieser Erkrankungen müssen lebenslang mit Medikamenten und/oder Diäten behandelt werden. Trotzdem können Stoffwechselentgleisungen auftreten. Das sind akute Folgen der Stoffwechselstörung, wenn bestimmte Verbindungen in zu hohen oder zu niedrigen Konzentrationen auftreten. Dann kann eine Unter- oder Überversorgung mit einem Nährstoff dem Körper zusetzen, wie beispielsweise bei Über- oder Unterzuckerungen beim Diabetiker. Oder es häufen sich Zwischen-Produkte von Reaktions-Ketten an, sodass sich giftige Stoffe im Organismus akkumulieren. Ein Beispiel dafür sind die verschiedenen Mukopolysaccharidosen, bei denen sich die Zellgifte aus der Gruppe der Glykosaminoglykane anreichern.

Störungen rund um Stoffwechsel-Hormone

Das bekannteste Stoffwechsel-Hormon ist wohl Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Kann das Organ die Aufgabe nicht mehr oder nur eingeschränkt erfüllen, entsteht ein Diabetes mellitus Typ 1 (Zuckerkrankheit). Der Blutzucker steigt, weil die Zellen keinen Traubenzucker mehr aufnehmen können. Die Patienten müssen Kohlenhydrate nach einem Diät-Plan verzehren, der auf Insulin-Injektionen abgestimmt sein muss. Beim Diabetes mellitus Typ 2 (Alters-Diabetes) hat die Empfindlichkeit der Insulin-Rezeptoren nachgelassen, sodass die Körperzellen den Hormon-Reiz nicht mehr wahrnehmen. Dies kann oft medikamentös korrigiert werden, daneben dürfen die Kranken kohelnhydrat-haltige Lebensmittel nur noch in geregelten Mengen zu sich nehmen. Bei strikter Diät lässt sich diese Erkrankung sogar rückgängig machen.

Ein weiteres Beispiel für Hormon-Störungen sind die Schilddrüsenüber– und Schilddrüsenunterfunktion sowie die Schilddrüsenschwellungen (Kropf). Die Botenstoffe der Schilddrüse üben im Stoffwechsel vielfältige Funktionen aus. Umfangreich ist auch das Spektrum der Symptome, wie allgemeine Schwäche, Fettstoffwechselentgleisungen oder Herzinsuffizienz. Für diese Erkrankungen stehen Medikamente zur Verfügung wie die Hormon-Ersatztherapie.

Störungen von Rezeptoren

Rezeptor-Proteine in den Zell-Membranen fangen Stoffwechselverbindungen auf, sodass sie in die Zelle gelangen. So bindet beispielsweise der LDL-Rezeptor das Apolipoprotein B-100, das Bestandteil vom LDL-Cholesterin ist. Wenn das Membran-Protein genetisch bedingt nicht funktioniert, steigt der LDL-Spiegel im Blut (Hypercholesterinämie), woraufhin sich Gefäßablagerungen bilden. Neben einer Diät verschreibt der Arzt Medikamente, die auf verschiedene Weise wirken. Einige der Pharmaka greifen direkt am LDL-Rezeptor an, andere absorbieren Cholesterin schon im Dünndarm. Auch andere Fette (Triglyceride) können von Rezeptor-Störungen betroffen sein, dann kommt es zu erhöhten Fettwerten (Hypertriglyzeridämie).

Carrier sind wichtige Membran-Proteine in den Nieren, die (unter anderem) toxische Stoffwechsel-Produkte ausscheiden. Oft sind genetische Fehler dafür verantwortlich, wenn die Nieren Aufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen können. Manchmal führen aber auch Medikamenten-Nebenwirkungen zu dieser “Selbstvergiftung“ des Körpers. Beispiele für diese Formen der Stoffwechselerkrankungen ist die Gicht, bei der sich die akkumulierende Harnsäure in Form ihrer Salze in den Gelenken ablagert.

Fehlerhafte Carrier der Zell-Membranen können in vielen Organen zu Stoffwechselstörungen führen

Die Nieren regulieren auch den Mineral-Gehalt im Körper. Hier können ebenfalls Störungen vorliegen, wenn einzelne Ionen in zu hohem oder zu niedrigem Maße ausgeschieden werden. Im Zuge einer Hypokaliämie kommt es zur verstärkten Ausleitung von Kalium, weil Carrier beeinträchtigt sind. Ursache sind Nierenschäden durch Entzündungen, Leberzirrhose oder die Nierentätigkeit wird durch Medikamenten-Nebenwirkungen ungünstig beeinflusst. Eine andere Ursache, die zu einem verringerten Kalium-Spiegel führt, ist ein Hormon-Überschuss. Es kann genetisch bedingt sein, wenn die Nebennierenrinde zu viel Aldosteron produziert (Hyperaldosteronismus). Der renale Botenstoff kann aber auch im Rahmen von erworbenen Krankheiten erhöht sein. Dies ist bei Leber- oder Herzerkrankungen der Fall. Die Folgen des Kalium-Mangels sind Nervenstörungen wie Lähmungen und Herz-Rhythmus-Störungen sowie Muskelzellschäden (Rhabdomyolyse). Die Therapie der Hypokaliämie besteht stets in der Gabe von Kalium-Präparaten.

Stoffwechselstörungen durch geschädigte Carrier-Proteine der Nieren können auch zu hohe Mineral-Konzentrationen zur Folge haben. Ist der Kalium-Gehalt erhöht, spricht der Arzt von Hyperkaliämie. Ursachen können eine Nierenschwäche, beispielsweise bei Diabetes, Krebs, Autoimmun-Krankheiten oder Medikamenten-Nebenwirkungen sein. Doch auch eine zu geringe Aldosteron-Ausschüttung kann zugrunde liegen (Hypoaldosteronismus). Die Folgen des Kalium-Überschussen sind vor allem für die Reizleitung von Nerven und Muskeln gravierend, sodass Die Motorik und die Herztätigkeit schwer beeinträchtigt werden können. Helfen können Medikamente, die Kalium ausleiten, Verdünnung der Kalium-Konzentration durch Wassertrinken sowie eine kaliumarme Diät.

Verdauungs-Probleme durch Stoffwechselstörungen: Carrier oder Enzyme funktionieren nicht richtig

Für die meisten Nährstoffe, die im Dünndarm resorbiert werden, existieren spezifische Membran-Carrier. Bei den verschiedenen Formen der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) resorbiert der Darm zu viel Eisen, das in diesen Konzentrationen zu Organschäden führt. Davon betroffen sind die Leber, Herz, Hoden, Hypophyse und die Nebennieren. Daneben ist bei den Patienten das Risiko für Diabetes und Krebs stark erhöht. Die betroffenen Menschen müssen stark eisenhaltige Lebensmittel meiden oder Medikamente einnehmen, die das Metall binden. Auch die uralte Methode des Aderlasses wird noch angewendet.

Ein anderes Beispiel für die gestörte Darm-Resorption ist die Fructoseintoleranz. Dabei wird Fruchtzucker (Fructose) nicht oder kaum aufgenommen, weil der Fructosetransporter GLUT5 in den Darmschleimhautzellen von Geburt an defekt ist. So verbleibt ein Großteil des verzehrten Fruchtzuckers im Darm und verursacht Durchfall und Bauchschmerzen. Die Patienten leiden dann an Intestinaler Fructoseintoleranz.

Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sind auch die ersten Symptome der Hereditären Fructoseintoleranz. Doch dabei liegt ein genetisch bedingter Defekt des Leber-Enzyms Fructose-1,6-bisphosphat-Aldolase vor. Das Protein spaltet Fructose in Dihydroxyacetonphosphat und Glycerin und leitet damit die Weiterverarbeitung des Nährstoffs ein. Ist die Reaktions-Kette schon im ersten Schritt blockiert, kommt es zur Lebervergiftung, die im äußersten Fall zu Krampfanfällen und zum kompletten Leberversagen führen kann. Die Patienten beider Formen der Fructoseintoleranz müssen lebenslang auf Fruchtzucker sowie auf Saccharose verzichten. Wichtig ist eine frühzeitige Erkennung der Erkrankungen, damit nicht schon im Kindesalter bleibenden Schäden entstehen.

Lactoseintoleranz ist eine weitere bekannte Stoffwechselstörung. Menschen, die daran leiden, produzieren in ihrem Dünndarm das Verdauungs-Enzym Lactase im Erwachsenenalter nur unzureichend. Lactase spaltet den Zweifachzucker Lactose (Milchzucker) in Traubenzucker (Glucose), sodass die beiden Einfachzucker resorbiert werden können. Der unverdaute Milchzucker führt zu Schmerzen, Durchfall und anderen Magen-Darm-Beschwerden, sodass Lactose gemieden werden muss. Eine Alternative ist die Substitution von Lactase.

Von einer Krankheit im engeren Sinne kann eigentlich nicht gesprochen werden, weil die Unverdaulichkeit von Lactose beim Erwachsenen in der Stammesgeschichte die ursprüngliche Situation gewesen ist. Denn Milchzucker (Lactose) ist eine Säuglingsnahrung. Ein großer Teil der Weltbevölkerung ist aufgrund der schon lange währenden Milchviehhaltung an den Konsum von Milch angepasst.

Defekte Zell-Enzyme verursachen viele Stoffwechselstörungen

Wie defekte Enzyme, die in Körperzellen wirksam sind, zu schweren Krankheiten führen können, zeigt die beschriebene Hereditäre Fructoseintoleranz. Viele Stoffwechselstörungen beruhen auf diesen genetisch fehlerhaft programmierten Biokatalysatoren. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Phenylketonurie, bei der das Enzym Phenylalanin-Hydroxylase nicht funktioniert. Die Aminosäure Phenylalanin kann dann nicht mehr zu Tyrosin umgewandelt werden und sammelt sich in toxischen Konzentrationen an. Die Nieren können Phenylalanin zwar ausscheiden, doch bei hoher Aufnahme von Eiweiß sind die Ausscheidungs-Organe überfordert. Der Stoffwechsel weicht auf die Transformation von Phenylalanin in andere Verbindungen aus (Phenylessigsäure, Phenylmilchsäure, Phenylbrenztraubensäure) aus, doch ist dieser Umweg quantitativ begrenzt. Die Akkumulation von Phenylalanin und wohl auch der anderen Stoffwechselzwischen-Produkte führt zu Schäden am Zentral-Nerven-System und zu eingeschränkter Melanin-Synthese. Der Mangel an dem dunklen Pigment ist oft begleitet von Symptomen des Albinismus. Heute wird die Phenylketonurie durch Neugeborenen-Screening oft entdeckt und kann dann mit einer Phenylalanin-armen Diät gut behandelt werden. Alternativ kann ein Ersatz-Enzym gegeben werden, dass Phenylalanin abbaut.

Die biochemischen Umsetzungen im Körper sind derart zahlreich, dass auch die daran beteiligten Enzyme fast unüberschaubar sind. Entsprechend vielfältig sind auch die Fehlerquellen des Systems. Die Erbkrankheiten, die daraus resultieren, betreffen die Grundnährstoffe wie Aminosäuren, Fette und Kohlenhydrate ebenso wie die Weiterverarbeitung Zwischen-Produkten der Reaktions-Ketten. Exemplarisch dafür sind die Harnstoff-Zyklus-Defekte. Dazu zählt die Argininbernsteinsäure-Krankheit, die durch Fehlstellen im Enzym Argininosuccinat-Lyase verursacht wird. Dann ist die Spaltung von Argininosuccinat in Arginin und Fumarat blockiert. In der Folge reichert sich im Körper toxisches Ammonium (“Ammoniak“) an, das durch die Bindung im Harnstoff ausgeschieden werden soll. Die Ammonium-Vergiftung führt zu Leber- und Hirnschäden. Unbehandelt kann die Stoffwechselstörung letal verlaufen. Wenn die Erkrankung früh erkannt wird, kann eine eiweißarme Diät das Schlimmste verhindern. Auch Medikamente zur Bindung von Ammonium sind oft angezeigt. Bei sehr hohen Ammonium-Werten muss eine Blutwäsche (Hämodialyse) durchgeführt werden.

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Die Naturheilkunde bietet Unterstützung

Neben den diätetischen Maßnahmen der Schulmedizin sowie den verschiedenen und vielfältigen Medikamenten und Anwendungen kann die Naturheilkunde zur Stabilisierung der Patienten beitragen.

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Stoffwechselstörungen in Frage kommen.

Die Ernährung muss an den diätetischen Erfordernissen der Stoffwechselstörung ausgerichtet sein. Darüber hinaus sollte die Kost aus vitalstoffhaltigen und entzündungshemmenden Lebensmitteln bestehen. Verboten sind dann Zucker und rotes Fleisch. Es sollte bevorzugt naturbelassenes Obst und Gemüse bevorzugt werden. Günstig sind auch Fisch und Pflanzenöle mit einem hohen Anteil von Omega-3-Fettsäuren wie Lein- und Kokosöl. Verboten sind Zucker und rotes Fleisch.

Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt.

Massagen unterstützen die Blutzirkulation und den Stoffwechsel.

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.

Supplemente von Vitaminen und Spurenelementen sollten auf die vorliegende Stoffwechselstörung abgestimmt sein.

Salbei, Wermut, Wacholder und Hafer unterstützen den Gesamtstoffwechsel. Die Urtinktur von Absinthium aktiviert Leber, Magen und Bauchspeicheldrüse und fördert die Bildung von Galle.

Spenglersan Kolloid A ist ein homöopathisches Arzneimittel und allgemein einsetzbar bei allen Veränderungen, die im Laufe eines Lebens auftreten.

Acidum phosphoricum D3 wird zur Blutreinigung und Anregung von Bauchspeicheldrüse und Darm empfohlen.

Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Stoffwechselstörungen sind durchaus möglich.

Sonstiges

Eine Haarmineralanalyse gibt Auskunft über eventuelle Mängel, aber auch über ein eventuelles zu viel an Mineralstoffen oder Spurenelementen.


Beitragsbild: 123rf.com – kerdkanno

Diese Seite wurde letztmalig am 23.05.2016 aktualisiert.

 

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