Wadenkrämpfe - Ursachen und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Ein Wadenkrampf ist ein dauerhaftes Zusammenziehen des Wadenmuskels, das zwar extrem schmerzhaft und unangenehm sein kann, in den meisten Fällen aber völlig harmlos ist. Mediziner bezeichnen die Krämpfe als Crampi oder Krampi, manchmal sprechen sie auch von einem Spasmus.

Um den Krampf zu lösen, wenden die meisten Menschen ganz instinktiv die richte Methode an: Sie dehnen den Muskel, indem sie die Fußspitze nach oben ziehen oder im Stehen das betroffene Bein durchgestreckt und mit auf den Boden gedrückter Ferse nach hinten stellen.

Meist sind die Ursachen harmlos

Oft entsteht ein Wadenkrampf durch eine Überanstrengung des Muskels. Gönnen Sportler ihren Muskeln keine Ruhe und verlieren sie gleichzeitig beim Schwitzen viel Flüssigkeit und verschiedene Mineralstoffe, so kommt es zu den unliebsamen Schmerzattacken.

Aber auch das genaue Gegenteil gilt als häufige Ursache: Wird die Wadenmuskulatur zu wenig beansprucht, so kommt es ebenfalls leicht zu Krämpfen. Sportmuffel schrecken dann vor allem nachts aufgrund schmerzender Beine aus dem Schlaf. Menschen, die sich hingegen viel bewegen und nun nach einer längeren Trainingspause wieder mit dem Sport beginnen, bekommen die Krämpfe meist während der Übungen. Denn die Muskeln haben sich in der Zwischenzeit deutlich verkürzt und reagieren jetzt mit einer Verhärtung, sobald sie wieder gezielt beansprucht werden.

Personen, die an Fehlstellungen der Füße, Spreiz- oder Senkfüßen leiden, werden mitunter ebenfalls von Krämpfen geplagt. Selbst unbequeme Schuhe können Wadenkrämpfe auslösen, da die Muskulatur während des Gehens unter Dauerspannung steht.

Bisweilen liegt es einfach an einer ungünstigen Schlafposition, wenn sich nachts regelmäßig Krämpfe einstellen. So kann beispielsweise eine am Fußende fest eingeschlagene Decke zu einer Überstreckung des Fußes und damit zu einer Verhärtung der Muskulatur führen.

Gefährlich können Krämpfe dann werden, wenn sie beim Schwimmen auftreten. Niedrige Wassertemperaturen, langes Schwimmen oder falsche Bewegungen rufen dort nämlich manchmal Krämpfe hervorrufen. Wichtig ist es, nicht in Panik zu geraten, sich möglichst in Rückenlage zu positionieren und den Krampf durch Dehnung zu lösen.

Da sich(wenn man nicht gezielt gegensteuert), im Alter die Muskeln (eigentlich die Faszien) verkürzen und gleichzeitig an Masse abnehmen, leiden Senioren häufiger an Krämpfen als junge Menschen. Doch nicht nur die Muskulatur selber verändert sich mit zunehmenden Lebensjahren, auch hormonelle Schwankungen, Durchblutungsprobleme und die Einnahme von Medikamenten, die unter anderem Krämpfe auslösen können, sind im Alter erhöht. Hinzu kommt, dass ältere Menschen oft zu wenig trinken, wodurch der Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt (Elektrolythaushalt) gestört ist.

Während der Schwangerschaft verändern sich der Hormonspielgel und der gesamte Stoffwechsel. Dies wirkt sich sowohl auf den Flüssigkeitshaushalt als auch auf den Mineralstoffhaushalt aus. Vor allem ein Magnesiummangel in der zweiten Schwangerschaftshälfte hat häufig nächtliche Wadenkrämpfe zur Folge.

Nicht immer lassen sich Ursachen für die Krämpfe finden. Mediziner sprechen dann von idiopathischen Wadenkrämpfen. Treten sie nur selten auf und lassen sich durch Dehnung rasch wieder beseitigen, so gibt es keinen Grund zur Sorge.

Krämpfe können aber auch Symptome verschiedener Erkrankungen sein

Nur äußerst selten sind ernste Krankheiten Auslöser der schmerzhaften Muskelverhärtungen. Vor allem dann, wenn die Krämpfe häufig auftreten – möglicherweise auch in anderen Körperbereichen als in den Füßen oder in der Wade –, wenn ein Taubheitsgefühl oder Schwellungen hinzukommen, dann sollte dies von einem Mediziner abgeklärt werden. So können die Krämpfe beispielsweise durch Diabetes oder durch chronische Nierenschwäche ausgelöst werden.

Bei einer Alkoholsucht sind Krämpfe in den Beinen ein ernstes Alarmsignal für Nervenschädigungen oder Mineralstoffmangel.
Überhaupt können Krämpfe als Folge einer neuronalen Schädigung oder Störung vorkommen. So lassen sich nächtliche Wadenkrämpfe manchmal auf eine Erkrankung des motorischen Nervensystems zurückführen (Amyotrophe Lateralsklerose).

Wadenkrämpfe treten außerdem auf, wenn sich im Körper ein Ungleichgewicht des Wasser- und Mineralstoffhaushalts einstellt und beispielsweise durch ein Zuviel an Flüssigkeite die relative Natriumkonzentration abnimmt (=Hyponatriämie).Dazu kann es bei starkem Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen oder bei Bauchspeicheldrüsenentzündung, Herzschwäche und Leberzirrhose kommen.

Die Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die neben grippeähnlichen Symptomen und Fieber auch sehr häufig Wadenkrämpfe auslöst.

Auch bei Nierenstörungen, Hormonstörungen und unter Diuretika-Therapie (=harntreibende Medikamente) kann es zur Hyponatriämie kommen. Ist die Hyponatriämie ausgeprägt, kommt es neben Wadenkrämpfen zu Hirndruckzeichen (z.B. Kopfschmerzen, Bewusstseinstrübung, Krampfanfälle).

Auch Magnesiummangel (=Hypomagnesiämie) durch Durchfälle oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen (=Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) kann eine verstärkte Krampfneigung hervorrufen. Daneben kommt es bei der Hypomagnesiämie vor allem zu Schwäche, Reizbarkeit und Depression.

Wadenkrämpfe können auch durch eine Venenschwäche mit Krampfadern (=Varizen) bedingt sein. Sie treten vor allem nachts auf und zeigen als Begleitsymptom müde, schwere Beine, Wasseransammlungen an den Beinen und eventuelle einen Juckreiz der Haut der Unterschenkel.

Auch bei Thrombosen und der arteriellen Verschlusskrankheit können Wadenkrämpfe auftreten.

Sehr selten sind spezifische Muskelerkrankungen Auslöser der Krämpfe. Diese meist erblich bedingten Krankheiten (Dystonien, Myotonien, Metabolische Myopathien) zeigen sich oft schon im Kindesalter.

Im Gegensatz zu nächtlichen Wadenkrämpfen tritt die so genannte Schaufensterkrankheit (Claudatio intermittens) bei Belastung oder Anstrengung auf.

Zu prüfen sind auch immer Medikamente die der Betroffene einnimmt. Nicht wenige Medikamente führen auch unter anderem zu Wadenkrämpfen.

Weitere mögliche Ursachen und Hintergrundinformationen finden Sie auch in meinem Beitrag zu Krämpfen generell.

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Wadenkrämpfen in Frage kommen können.

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
Krämpfe sind in der Regel ein Zeichen von Energie-Mangel. Der entsprechende Muskel muss nach Vorstellung der chinesischen Medizin also mit Energie versorgt werden. Die im Oberkörper (oberhalb der Gürtellinie) gestaute Energie muss wieder zum fließen gebracht werden.
Ernährung Eine ausgewogene und gesunde Ernährung hilft vorzubeugen. Wie diese Ernährung aussehen kann, habe ich im Interview zur gesunden Ernährungbeschrieben.
Homöopathie

In der Homöopathie kommen unterschiedliche Mittel in Frage, u.a.:

Cuprum metallicum D6 (abends eine Tablette) und / oder Zincum metallicum D3; eventuell auch:
Plumbum metallicum D 6

bei nächtlichen Krämpfen kommt vor allem Arsenicum album D 6 in Frage.

Medizinische Massagen Massagen fördern den Stoffwechsel und die Blutzirkulation.
Orthomolekular-Medizin Wadenkrämpfe könnenein Symptom für einen Mangel an Magnesium sein. Dies weiß heute faste jeder. Zu denken wäre aber auch an Kalium, Natrium oder Vitamin B1. Liegt eher ein Durchblutungsproblem vor, wäre eher an Vitamin E zu denken.
Säure-Basen-Haushalt Häufig findet sich ein chronisch gestörter Säure-Basenhaushalt. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in meinem Beitrag zur Übersäuerung.
Schüssler-Salze Bei akuten Anfällen: Nr. 7 Magnesium phosphoricum als "heiße Sieben"
Muskeltraining Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, die Betroffenen Muskeln der Beine (vor allem der Unterschenkel) entsprechend zu dehnen und zu bewegen. Ich bin dabei, dafür ein spezielles Programm auszuarbeiten. Wenn Sie dazu auf dem Laufenden gehalten werden wollen, dann fordern Sie dazu meinen kostenlosen Gesundheits-Newsletteran.
Zahnstörfeld Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen sind gefährlich. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen.
Sonstiges

Wenn Sie die Fußspitze hoch ziehen, den Fuß gegen eine Wand stemmen oder umhergehen, können Sie den Krampf meistens stoppen. Das heißt aber nicht, dass das Problem gelöst wäre.

Auch ein wechselwarmer Beinguss kann momentan helfen.

Weil nächtliche Wadenkrämpfe auch ein Durchblutungsproblem darstellen, sollten Sie sich viel bewegen, damit das Blut wieder zum Fließen kommt. Treppensteigen kann man sogar noch intensivieren, indem Sie sich bei jedem Tritt noch zusätzlich auf die Zehen stellen. Das setzt die Venenpumpe in Bewegung.

Stehen auch (gelegentliche) Wadenschmerzen, Beinschmerzen oder Rückenschmerzen mit den Wadenkrämpfen in Beziehung, so kommen weitere Manuelle Therapien und auch Schmerztherapien in Betracht. Als besonders hilfreich hat sich hier die Liebscher-Bracht Therapie erwiesen.

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Diese Seite wurde letztmalig am 8.5.2014 aktualisiert.