Naturheilkunde

Wadenkrämpfe - Ursachen und Therapie

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Ein Wadenkrampf ist ein dauerhaftes schmerzhaftes Zusammenziehen des Wadenmuskels.

Es gibt gelegentliche Wadenkrämpfe ohne genau erkennbare Ursache, Wadenkrämpfe, die aufgrund eines Wasser- und Mineralstoffungleichgewichts auftreten und Wadenkrämpfe, die ein Symptom einer anderen Erkrankung sein können.

Wadenkrämpfe treten auf, wenn im Körper zu viel Wasser ist und durch die Verdünnung die Natriumkonzentration abnimmt (=Hyponatriämie). Dazu kann es bei starkem Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen oder bei Bauchspeicheldrüsenentzündung, Herzschwäche und Leberzirrhose kommen.

Auch bei Nierenstörungen, Hormonstörungen und unter Diuretika-Therapie (=harntreibende Medikamente) kann es zur Hyponatriämie kommen. Ist die Hyponatriämie ausgeprägt, kommt es neben Wadenkrämpfen zu Hirndruckzeichen (z.B. Kopfschmerzen, Bewusstseinstrübung, Krampfanfälle).

Auch Magnesiummangel (=Hypomagnesiämie) durch Durchfälle oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen (=Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) kann eine verstärkte Krampfneigung hervorrufen. Daneben kommt es bei der Hypomagnesiämie vor allem zu Schwäche, Reizbarkeit und Depression.

Wadenkrämpfe können auch durch eine Venenschwäche mit Krampfadern (=Varizen) bedingt sein. Sie treten vor allem nachts auf und zeigen als Begleitsymptom müde, schwere Beine, Wasseransammlungen an den Beinen und eventuelle einen Juckreiz der Haut der Unterschenkel.

Auch bei Thrombosen und der arteriellen Verschlusskrankheit sowie in der Schwangerschaft können Wadenkrämpfe auftreten.

Im Gegensatz zu nächtlichen Wadenkrämpfen tritt die so genannte Schaufensterkrankheit (Claudatio intermittens) bei Belastung oder Anstrengung auf.

Zu prüfen sind auch immer Medikamente die der Betroffene einnimmt. Nicht wenige Medikamente haben als Nebenwirkung auch Wadenkrämpfe.

Weitere mögliche Ursachen und Hintergrundinformationen finden Sie auch in meinem Beitrag zu Krämpfen generell.

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Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Wadenkrämpfen in Frage kommen.

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
Krämpfe sind in der Regel ein Zeichen von Energie-Mangel. Der entsprechende Muskel muss nach Vorstellung der chinesischen Medizin also mit Energie versorgt werden. Die im Oberkörper (oberhalb der Gürtellinie) gestaute Energie muss wieder zum fließen gebracht werden.
Ernährung Eine ausgewogene und gesunde Ernährung hilft vorzubeugen. Wie diese Ernährung aussehen kann, habe ich im Interview zur gesunden Ernährung beschrieben.
Homöopathie

In der Homöopathie kommen unterschiedliche Mittel in Frage, u.a.:

Cuprum metallicum D6 (abends 1 tablette) und / oder Zincum metallicum D3; eventuell auch:
Plumbum metallicum D 6

bei nächtlichen Krämpfen kommt vor allem Arsenicum album D 6 in Frage.

Medizinische Massagen Massagen fördern den Stoffwechsel und die Blutzirkulation.
Orthomolekular-Medizin Wadenkrämpfe können ein Symptom für einen Mangel an Magnesium sein. Dies weiß heute faste jeder. Zu denken wäre aber auch an Kalium, Natrium oder Vitamin B1. Liegt eher ein Durchblutungsproblem vor, wäre eher an Vitamin E zu denken.
Säure-Basen-Haushalt Häufig findet sich ein chronisch gestörter Säure-Basenhaushalt. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in meinem Beitrag zur Übersäuerung.
Schüssler-Salze Bei akuten Anfällen: Nr. 7 Magnesium phosphoricum als "heiße Sieben" 
Muskeltraining  Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, die Betroffenen Muskeln der Beine (vor allem der Unterschenkel) entsprechend zu dehnen und zu bewegen. Ich bin dabei, dafür ein spezielles Programm auszuarbeiten. Wenn Sie dazu auf dem laufenden gehalten werden wollen, dann fordern Sie doch meinen kostenlosen Gesundheits-Newsletter an.
Zahnstörfeld Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen sind gefährlich. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen.
Sonstiges

Wenn Sie die Fußspitze hoch ziehen, den Fuß gegen eine Wand stemmen oder umhergehen, können Sie den Krampf meistens stoppen. Das heißt aber nicht, dass das Problem gelöst wäre.

Auch ein wechselwarmer Beinguss kann momentan helfen.

Weil nächtliche Wadenkrämpfe auch ein Durchblutungsproblem darstellen, sollten Sie sich viel bewegen, damit das Blut wieder zum Fliessen kommt. Treppensteigen kann man sogar noch intensivieren, indem Sie sich bei jedem Tritt noch zusätzlich auf die Zehen stellen. Das setzt die Venenpumpe in Bewegung.

Stehen auch (gelegentliche) Wadenschmerzen, Beinschmerzen oder Rückenschmerzen mit den Wadenkrämpfen in Beziehung, so kommen weitere Manuelle Therapien und auch Schmerztherapien in Betracht. Als besonders hilfreich hat sich hier die Liebscher-Bracht Therapie erwiesen.

Diese Seite wurde letztmalig am 19.1.2012 aktualisiert.

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