Wildes Fleisch
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Als "wildes Fleisch" bezeichnet man in der Medizin einen gutartigen Tumor,
der durch überschießendes Wachstum von Fibroblasten (Bindegewebe) entsteht. In der Fachsprache wird das
"wilde Fleisch" als Kelloid bezeichnet.
Solche Kelloide entstehen nach Operationen, Verletzungen und bisweilen spontan, die Ursache
soll genetisch bedingt sein. Jedenfalls ist der Heilungsprozess oftmals gestört und es entsteht eben dieses
überschießende, sogenannte "wilde Fleisch".
Ursachen und Symptome
Die Entstehung eines Keloids ist nicht völlig erforscht, man nimmt jedoch an, dass das
gestörte Zusammenwirken von Wachstumsfaktoren der Entzündungszellen und epidermalen Keratinozyten eine Rolle
spielt. Das Gleichgewicht zwischen Abbau und Synthese von dermalem Kollagen wird offensichtlich
verschoben.
Als Symptom stellt die betroffene Person eine Wulst fest, die zwischen zartrosa bis tiefrot gefärbt und
elastisch bis hart ist. Das Keloid tritt bevorzugt auf der Brust, dem Rücken und den Schultern auf und ist
weitgehend beschwerdefrei bis auf gelegentliches Jucken, Dysästhesien (gestörte Empfindungen) und eine
Berührungsempfindlichkeit.
Therapiemöglichkeiten in der Schulmedizin
Ein Keloid wird in der Schulmedizin meist mit mehreren Therapien parallel behandelt, da es
"das Eine" gesicherte Verfahren noch nicht gibt. Die Patienten leiden körperlich eher wenig, allerdings kann
das ästhetische Empfinden je nach Körperstelle teilweise erheblich beeinträchtigt sein, sodass eine
Behandlung gefordert wird.
Es werden daher angewendet:
1. Die chirurgische Therapie Eine Exzision (das Herausschneiden) wird vorgenommen, hilft
allein jedoch nicht, denn das Keloid bildet sich erneut im Narbenbereich. Daher wird diese Operation mit der
Injektion von Interferonen oder Kortikosteroiden verbunden, welche die Neubildung verhindern. Auch eine
Zelltransplantation von Keratinozyten kommt infrage, ebenso die Anwendung von Spalthaut.
2. Medikamentöse Therapie Es können lokal Kortikosteroiden wie beispielsweise
Triamcinolonacetonid eingespritzt werden (intraläsionale Instillation), wodurch in den Fibroblasten die
Kollagenproduktion reduziert wird. Auch kortikosteroidhaltige Salben, Cremes oder Pflaster werden eingesetzt,
allerdings mit geringerer Wirkung. Dies ist indiziert, wenn das Keloid an unauffälliger Stelle nicht allzu störend
wirkt und der Patient weder eine operative Methode noch die Spritze wünscht. Alternativ zu Kortikosteroiden werden
auch Zytostatika angewendet, zumeist Bleomycin oder 5-Fluorouracil.
3. Lasertherapie Hierbei wird das Keloid je nach seiner Aktivität behandelt. Man
unterscheidet zwei Untergruppen:
3.a) das unreife Keloid, das vasokonstriktiv mit langpulsigem Infrarot zwischen 755 bis 1064 nm gelasert wird
und
3.b) das reife Keloid, das mindestens zwei Monate alt und rötungsfrei ist und mit CO2-Lasern per Skin-Resurfacing
behandelt wird. Dabei werden sowohl die sichtbaren Wulste abgetragen als auch die Basis eingeschrumpft. Danach
können Glukokortikoide intraläsionale gegeben werden.
4. Kryotherapie Diese lokale Kälteapplikation ist langwierig und aufwendig, die Wirkung
beruht auf der Veränderung von Mikrozirkulationen im Keloid. Die Behandlung wird durchgeführt, indem in mehreren
Sitzungen das Keloid eingefroren wird (Sprüh- oder Kontaktverfahren), die Reduktion erfolgt schrittweise. Die Haut
wird allerdings depigmentiert, was rein ästhetisch unbefriedigend bleiben kann, der Heilungsprozess dauert relativ
lange.
5. Druckbehandlung Hierbei werden Kompressionen angewendet, nach längerer Dauer flacht die
Narbe ab. Durch Kompressionsbandagen stellt sich der Erfolg nach sechs Monaten bis maximal zwei Jahren ein, was
nicht für jeden Patienten geeignet ist.
6. Strahlentherapie Auch ionisierende Strahlung wird eingesetzt, allerdings erst, wenn alle
anderen Verfahren versagt haben. Diese Behandlung ist nur in den ersten sechs Monaten wirksam, danach wird das
Keloid strahlungsunempfindlicher.
siehe auch: Hautprobleme - Hühneraugen - Warzen

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei Problemen mit Wildem Fleisch in Frage kommen.
AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel |
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie
basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt. Vor allem die Meridiane der Ausscheidungsorgane müssen behandelt
werden.
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| Homöopathie |
Zum einnehmen kommen in Frage: Calcium fluoratum D6, Silicea D6 oder D12 oder auch Graphites
D12.
Zur äußerlichen Anwendung kommen die Graphites Salbe oder auch eine Aristolochia-Salbe in
Frage.
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| Säure-Basen-Haushalt |
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
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| Schüssler-Salze |
Es kommen in Frage: Kalium chloratum Nr. 4, Silicea Nr. 11
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| Zahnstörfeld |
Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen sind
bedenklich. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren
lassen.
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Diese Seite wurde letztmalig am 14.09.2011 aktualisiert.

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