Die bitteren Pillen und die schlechten Nachrichten...
von: Heilpraktiker R. Gräber
1. In der medizinischen Fachliteratur häufen sich die Erkenntnisse, dass es manipulierte Ergebnisse bei
Medikamentenversuchen durch die beteiligten Pharmaunternehmen und / oder durch die beteiligten
Wissenschaftler gibt. Ebenso gibt es erfundene
Arzneimittelstudien und zahlreiche Scheininnovationen.
So werden auf wundersame Weise plötzlich aus fragwürdigen Wirkstoffen "hochwirksame" Substanzen gegen
verschiedene Beschwerden - ich erinnere mich noch gut an die Rheumamittel Vioxx und Celebrex. Im Sommer 2008 wurde
schließlich noch bekannt, dass zahlreiche Studien zu Vioxx von Ghostwritern erstellt wurden, die dann von den
Professoren "nur" noch unterschrieben wurden. Lesen Sie hierzu auch meinen Blog-Beitrag: Der Vioxx-Skandal
2. Die Abhängigkeit der Ärzte (und auch der Heilpraktiker) von bestimmten Pharmafirmen ist
nicht gerade gering. Und ich spreche aus Erfahrung: als "junger" Heilpraktiker habe ich gerne die gesponsorten
Ausbildungen der Pharmaindustrie "mitgenommen". Das da natürlich die Mittel der Firma angepriesen werden ist ja
wohl klar.
Selbst Bestechung durch die Pharmafirmen scheint im Spiel zu sein, wie im Fall Astra Zeneca und Bayer Vital die
angeblich niedergelassene Ärzte "gekauft" haben sollen. Mehr dazu im Artikel: Gekaufte Ärzte?
Je größer der "Praxisumsatz" wird, desto interessanter wird man für solche Sachen auch später. Als junger
Heilpraktiker in Assistenzzeit erinnere ich mich an einige Vörfälle über die ich hier lieber nicht schreibe. Ich
erinnere mich auch noch gut an den Herzklappenskandal in den 90er Jahren in den zahlreiche Kliniken und Chefärzte
verwickelt waren.
Diese Vermutung wurde im Dezember 2008 durch die Reportage
"Das Pharmakartell" des Magazins Frontal21 (ausgestrahlt auf ZDF Info) bestätigt.
3. Die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der Medikamente
Zynisch gesagt: Die Wahrscheinlichkeit das Sie durch Ihren Arzt umgebracht werden, ist um ein vielfaches höher,
als durch einen Verkehrsunfall zu sterben. Oder anders ausgedrückt: Ihr Arzt ist die vierthäufigste Todesursache -
nach Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebsleiden.
Man geht in Deutschland offiziell jährlich von ca. 16.000 Toten durch die Nebenwirkungen von Arzneimitteln aus.
Manche Experten schätzen diese Zahl auf bis zu 40.000 Tote. Zum Vergleich: wir haben in Deutschland ca. 7000 bis
8000 Verkehrstote pro Jahr.
Bekanntere Fälle gehen "durch die Presse", wie zum Beispiel:
Gemäß Angaben des Forschers Jürgen Frölich (Leiter des
Instituts für klinische Pharmakologie an der Medizinischen Hochschule Hannover), sterben in deutschen Kliniken
weitaus mehr Menschen durch Arzneimittel als bisher überhaupt vermutet wurde. Als Folge von
Medikamenten-Nebenwirkungen müsse mit jährlich 58.000 Todesfällen allein in den Abteilungen für Innere Medizin
gerechnet werden.
In der Hälfte der Fälle handle es sich um Fehler bei der Medikamentenbehandlung, die potenziell vermeidbar
wären.