Kakao als Heilpflanze: Wirkung auf Herz, Gehirn & Blutdruck
Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Heilpflanzen
Kakao ist eine Heilpflanze – aber nur, wenn er in seiner ursprünglichen Form genossen wird. Was in der handelsüblichen Schokolade steckt, hat mit Heilwirkung kaum etwas zu tun. Zucker und Milchfett überdecken das Wesentliche. Die eigentliche Kraft des Kakaos steckt in den Flavanolen – sekundären Pflanzenstoffen, die Gefäße entspannen, den Blutdruck senken und die Durchblutung im Gehirn schon nach 30 Minuten messbar verbessern.
Für die Mayas war Kakao deshalb ein Heilgetränk und rituelles Mittel – nicht das süße Massenprodukt, das wir heute kennen. Entscheidend ist die Form: Nur naturbelassenes, nicht alkalisiertes Kakaopulver enthält noch den vollen Gehalt an wirksamen Substanzen. Alles andere ist braune Kosmetik ohne Substanz.
Genau darauf gehe ich in diesem Artikel ein: welche Inhaltsstoffe den Kakao so besonders machen, welche gesundheitlichen Vorteile belegt sind – und in welcher Form Sie ihn wirklich sinnvoll einsetzen können.
Kakao-Anbau weltweit – woher kommt die Bohne wirklich?
Im Jahr 2021 wurden weltweit fast 5,6 Millionen Tonnen Kakaobohnen geerntet. Fast 68 Prozent aller Kakaobohnen kommen aus Afrika, knapp 16 Prozent aus Südamerika und knapp 14 Prozent aus Asien.
Der weltweit größte Kakaoproduzent ist die Elfenbeinküste mit 2,2 Millionen Tonnen pro Jahr, was über 42 Prozent der gesamten Weltproduktion ausmacht. Der größte asiatische Produzent ist Indonesien mit knapp 730.000 Tonnen. Und der größte südamerikanische Produzent ist Brasilien mit etwas über 300.000 Tonnen. Die 10 größten Produzenten aus den 3 Kontinenten produzieren zusammen fast 94 Prozent der gesamten Weltproduktion.
Probleme: Schwermetalle und Kinderarbeit
So überzeugend die gesundheitlichen Vorteile von Kakao sind – es gibt Schattenseiten, die man nicht übersehen darf, darüber müssen wir kurz sprechen:
- Schwermetalle:
Immer wieder werden in Kakaoprodukten erhöhte Werte von Cadmium und Blei gefunden. Besonders Cadmium ist problematisch, weil es sich in Nieren und Knochen anreichert und über Jahre hinweg Schäden verursachen kann. Dunkle Schokolade ist häufiger betroffen, da sie einen höheren Kakaogehalt hat. Die Belastung hängt stark vom Anbaugebiet ab – Böden in Lateinamerika sind cadmiumreicher als in Westafrika. Wer regelmäßig Kakao konsumiert, sollte daher auf geprüfte Ware achten und Produkte bevorzugen, die Grenzwerte einhalten. Ich hatte dazu in folgendem Beitrag ausführlich berichtet: Meine giftige Schokolade – Cadmium und Blei in über 45 Schokoladenmarken, passend dazu auch: Rückstände in Kakaodrinks? [Ökotest 2023] - Kinderarbeit:
Ein zweites Problem ist die soziale Dimension. Rund 60–70 % des weltweiten Kakaos kommt aus Westafrika, vor allem von der Elfenbeinküste und Ghana. Auf vielen Plantagen schuften Kinder – oft unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen und ohne Schulbildung. Internationale Initiativen versuchen gegenzusteuern, doch das Problem ist nicht gelöst. Fair-Trade- und Bio-Siegel bieten zumindest eine Orientierung, auch wenn sie keine absolute Garantie sind. Mehr dazu in meinen Beiträgen: Kinderarbeit für Schokolade: Der bittere Skandal der Kakaoindustrie
Kakao ist also nicht nur eine Frage der Gesundheit, sondern auch der Ethik. Wer ihn bewusst als Heilpflanze nutzen will, sollte ebenso bewusst einkaufen – und auf Hersteller setzen, die Transparenz und Verantwortung zeigen.
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Vom Baum zur Bohne – wie aus Kakao Schokolade wird?
Kakao wird aus Kakaobohnen gewonnen, welche die Samen des Kakaobaums darstellen. Nach der Ernte der Kakaobohnen durchlaufen diese eine Reihe von Prozessen, die kurz zusammengefasst so aussehen:
- Fermentierung: Die Bohnen (an denen noch etwas klebriges Fruchtfleisch haftet) werden in Behälter gefüllt und für einige Tage abgedeckt, damit Mikroben, die sich vom Fruchtfleisch ernähren, die Bohnen fermentieren können. Dadurch entwickeln sich der unverwechselbare Schokoladengeschmack und das Aroma.
- Trocknen: Die fermentierten Bohnen werden mehrere Tage lang getrocknet. Nach dem Trocknen können sie sortiert und an Schokoladenhersteller verkauft werden.
- Rösten: Die getrockneten Bohnen werden geröstet, es sei denn, es wird ein Rohprodukt gewünscht. Durch das Rösten entwickelt sich der Schokoladengeschmack besser und die Bohnen erhalten eine gewisse Süße.
- Zerkleinern: Die Bohnen werden zerkleinert und von ihren äußeren Hüllen getrennt, so dass gebrochene Kakaostücke entstehen, die Nibs oder Kakaokernbruch genannt werden.
- Mahlen: Die Nibs werden gemahlen, so dass eine Art Kakaomasse entsteht. Daran anschließend erfolgt die Weiterverarbeitung zu Schokoladenprodukten.
Um Kakaopulver herzustellen, wird die Kakaomasse, die zur Hälfte aus Fett in Form von Kakaobutter besteht, gepresst, um den größten Teil des Fettes zu entfernen. Um Schokolade herzustellen, wird die Kakaomasse häufig mit anderen Zutaten vermischt, wie zum Beispiel Vanille, Zucker, mehr Kakaobutter und Milch. Die Prozentangaben für Kakao bzw. dunkle Schokolade auf den Verpackungen der Produkte gibt Auskunft, wie viel Kakaopulver und Kakaobutter im Produkt enthalten sind.
So sieht die Zusammensetzung der Kakaobohnen aus, wobei es sich hier um Durchschnittswerte handelt, die durch unterschiedliche Umweltbedingungen, Böden, Klima etc. variiert werden können:
Die Angaben in Gramm pro 100 Gramm
- Wasser – 5-6
- Eiweiß – 11-14
- Fett – 50-60
- Mineralstoffe – 2,6
- Theobromin – 1,5
- Koffein – 0,3
- Ballaststoffe – 20
Neben diesen Inhaltsstoffen enthält Kakao weitere Inhaltsstoffe, die größtenteils für ihre gesundheitsfördernden Wirkungen bekannt sind. Man schätzt, dass davon etwa 300 verschiedene Substanzen im Kakao enthalten sind. Hier einige dieser Substanzen, die wir teilweise bereits aus anderen natürlichen Produkten her kennen:
Anandamid[1], Arginin[2], Dopamin[3], Epicatechin, Histamin[4], Magnesium[5], Serotonin[6], Tryptophan[7], Eisen[8], Zink[9], Mangan[10], Phenylethylamin (PEA)[11], Polyphenole (Antioxidantien)[12], Tyramin, Flavonoide[13] etc.
10 gesundheitliche Vorteile von Kakao – Herz, Gehirn und mehr
1. Polyphenole im Kakao: Antioxidantien mit Wirkung
Polyphenole sind natürlich vorkommende Antioxidantien, die in Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Tee, Schokolade und Wein enthalten sind. Sie werden mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht, darunter die Verringerung von Entzündungen, die Verbesserung der Durchblutung, die Senkung des Blutdrucks und die Verbesserung des Cholesterin- und Blutzuckerspiegels.[14]
Kakao ist eine der reichhaltigsten Quellen für Polyphenole. Er ist besonders reich an Flavanolen, die eine starke antioxidative und entzündungshemmende Wirkung haben.
Durch die Verarbeitung und Erhitzung von Kakao kann er jedoch seine positiven Eigenschaften verlieren. Außerdem wird er oft mit Alkali behandelt, um die Bitterkeit zu verringern, was zu einem Rückgang des Flavanolgehalts um 60 % führt.
Kakao ist zwar eine großartige Quelle für Polyphenole, aber nicht alle Produkte, die Kakao enthalten, bieten daher dieselben Vorteile.
2. Kakao und Blutdruck: Flavanole für gesunde Gefäße
Kakao, sowohl in Pulverform als auch in Form von dunkler Schokolade, kann helfen, den Blutdruck zu senken.[15]
Diese Wirkung wurde erstmals bei den kakaotrinkenden Inselbewohnern Mittelamerikas festgestellt, die einen viel niedrigeren Blutdruck hatten als ihre nicht kakaotrinkenden Verwandten auf dem Festland.[16]
Es wird angenommen, dass die im Kakao enthaltenen Flavanole den Stickoxidspiegel im Blut erhöhen, was die Funktion der Blutgefäße verbessern und den Blutdruck senken kann.
In einer Untersuchung wurden 35 klinische Studien analysiert, bei denen die Teilnehmer 1,4-105 Gramm Kakaoprodukte bzw. etwa 30-1218 Milligramm Flavanole zu sich nahmen. Dabei wurde festgestellt, dass Kakao eine kleine, aber signifikante Senkung des Blutdrucks um 2 mmHg bewirkt.
Außerdem war die Wirkung bei Menschen, die bereits einen hohen Blutdruck hatten, größer als bei Menschen ohne Bluthochdruck und bei jüngeren Menschen etwas größer als bei älteren.
Es ist jedoch zu bedenken, dass die Verarbeitung die Anzahl der Flavanole erheblich reduziert, so dass die Auswirkungen wahrscheinlich nicht bei einem durchschnittlichen Schokoriegel zu beobachten sind.
3. Herzschutz durch Kakao: Weniger Infarkte, weniger Schlaganfälle
Kakao senkt nicht nur den Blutdruck, sondern scheint auch andere Eigenschaften zu haben, die das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall verringern können. [17] [18]
Flavanolreicher Kakao erhöht den Gehalt an Stickstoffmonoxid im Blut, das, wie bereits ausgeführt, die Arterien und Blutgefäße entspannt und erweitert und den Blutfluss verbessert.
Außerdem senkt Kakao nachweislich das „schlechte“ LDL-Cholesterin, hat eine „blutverdünnende“ Wirkung ähnlich wie Aspirin, verringert die Insulinresistenz und reduziert Entzündungen.[19] Diese Eigenschaften werden mit einem geringeren Risiko für Herzinfarkt, Herzversagen und Schlaganfall in Verbindung gebracht.[20] [21] [22]
Eine Überprüfung von neun Studien mit 157 809 Personen ergab, dass ein höherer Schokoladenkonsum mit einem deutlich geringeren Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfall und Tod verbunden war.[23]
Zwei schwedische Studien ergaben, dass der Verzehr von Schokolade mit einer geringeren Rate an Herzversagen verbunden ist, wenn die Dosis bis zu einer Portion von 19 bis 30 Gramm Schokolade pro Tag reicht; bei höheren Mengen wurde dieser Effekt jedoch nicht beobachtet.[24] [25]
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der häufige Verzehr kleiner Mengen kakaohaltiger Schokolade einen schützenden Effekt auf das Herz haben kann.
4. Kakao für das Gehirn: Mehr Blutfluss, bessere Leistung
Mehrere Studien haben ergeben, dass Polyphenole, wie sie in Kakao enthalten sind, das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen verringern können, indem sie die Gehirnfunktion und den Blutfluss verbessern.
Flavanole können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und sind an den biochemischen Pfaden beteiligt, die Neuronen und wichtige Moleküle für die Funktion des Gehirns produzieren.
Darüber hinaus beeinflussen Flavanole die Produktion von Stickstoffmonoxid, das die Muskeln der Blutgefäße entspannt und so den Blutfluss und die Blutversorgung des Gehirns verbessert.[26] [27] [28] [29]
Eine zweiwöchige Studie aus dem Jahr 2008 mit 34 älteren Erwachsenen, die Kakao mit hohem Flavanolgehalt erhielten, ergab, dass sich der Blutfluss zum Gehirn nach einer Woche um 8 % und nach zwei Wochen um 10 % erhöhte.[30]
Weitere Studien deuten darauf hin, dass die tägliche Einnahme von Kakaoflavanolen die geistige Leistungsfähigkeit von Menschen mit und ohne geistige Beeinträchtigungen verbessern kann.[31]
Diese Studien deuten auf eine positive Rolle von Kakao für die Gesundheit des Gehirns und mögliche positive Auswirkungen auf neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson hin.
5. Kakao macht gute Laune – Einfluss auf Serotonin und Stimmung
Neben der positiven Wirkung von Kakao auf den altersbedingten geistigen Verfall kann seine Wirkung auf das Gehirn auch die Stimmung und die Symptome von Depressionen verbessern. Die positiven Auswirkungen auf die Stimmung können auf die im Kakao enthaltenen Flavanole, die Umwandlung von Tryptophan in den natürlichen Stimmungsstabilisator Serotonin, den Koffeingehalt oder einfach den sensorischen Genuss von Schokolade zurückzuführen sein.[32] [33]
Eine Umfrage unter mehr als 13000 Erwachsenen in den USA ergab, dass dunkle Schokolade mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit von Symptomen einer klinischen Depression in Verbindung gebracht werden kann.[34]
Darüber hinaus zeigte eine ältere Studie an älteren Männern, dass der bevorzugte Verzehr von Schokolade gegenüber anderen Süßigkeiten mit einer verbesserten allgemeinen Gesundheit und einem besseren psychologischen Wohlbefinden verbunden war.[35]
Auch wenn die Ergebnisse dieser ersten Studien vielversprechend sind, sind weitere Untersuchungen über die Wirkung von Kakao auf die Stimmung und Depressionen erforderlich, bevor genauere Schlussfolgerungen gezogen werden können.
6. Kakao und Diabetes: Bessere Insulinwirkung durch Flavanole
Obwohl ein übermäßiger Schokoladenkonsum sicherlich nicht gut für die Blutzuckerkontrolle ist, hat Kakao tatsächlich eine gewisse antidiabetische Wirkung. Laborstudien deuten darauf hin, dass Kakaoflavanole die Kohlenhydratverdauung und -aufnahme im Darm verlangsamen, die Insulinausschüttung verbessern, Entzündungen verringern und die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Muskeln stimulieren können.[36]
Einige Studien haben gezeigt, dass eine höhere Aufnahme von Flavanolen, einschließlich derjenigen aus Kakao, zu einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes führen kann.[37]
Darüber hinaus ergab eine Überprüfung von Humanstudien, dass der Verzehr von flavanolreicher dunkler Schokolade oder Kakao die Insulinempfindlichkeit und die Blutzuckerkontrolle verbessern und Entzündungen bei Diabetikern und Nichtdiabetikern verringern kann.
Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse gibt es Widersprüche in der Forschung, da einige Studien nur eine begrenzte Wirkung, eine etwas schlechtere Kontrolle des Diabetes oder überhaupt keine Wirkung festgestellt haben.[38]
Dennoch deuten diese Ergebnisse in Verbindung mit den konkreteren positiven Auswirkungen auf die Herzgesundheit darauf hin, dass Kakaopolyphenole einen positiven Einfluss sowohl auf die Prävention als auch auf die Behandlung von Diabetes haben können, auch wenn weitere Untersuchungen erforderlich sind.
7. Hilft Kakao beim Abnehmen? Was Studien zeigen:
Paradoxerweise kann der Verzehr von Kakao, selbst in Form von Schokolade, zur Gewichtskontrolle beitragen. Es wird vermutet, dass Kakao dies bewerkstelligen kann, indem er den Energieverbrauch reguliert, den Appetit und Entzündungen reduziert und die Fettoxidation und das Sättigungsgefühl steigert.[39] [40]
In einer Bevölkerungsstudie wurde ein Zusammenhang zwischen häufigerem Schokoladenkonsum und einem niedrigeren BMI festgestellt, obwohl häufiger Schokoladenverzehr auch mit einem höheren Kalorien- und Fettkonsum verbunden war.[41]
Darüber hinaus ergab eine Studie zur Gewichtsabnahme mit kohlenhydratarmen Diäten, dass eine Gruppe, die täglich 42 Gramm Schokolade mit 81 % Kakaoanteil zu sich nahm, schneller abnahm als die Gruppe mit der normalen Diät.[42]
Andere Studien haben jedoch festgestellt, dass der Verzehr von Schokolade das Gewicht erhöht. In vielen dieser Studien wurde jedoch nicht zwischen der Art der konsumierten Schokolade unterschieden – weiße und Milchschokolade haben nicht die gleichen Vorteile wie dunkle Schokolade.[43] [44]
Insgesamt hat es den Anschein, dass Kakao und kakaohaltige Produkte bei der Gewichtsabnahme oder -erhaltung hilfreich sein können, aber es sind hierzu weitere Studien erforderlich.
8. Kakao gegen Krebs? Antioxidativer Schutz im Fokus
Flavanole in Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln haben aufgrund ihrer krebsvorbeugenden Eigenschaften, ihrer geringen Toxizität und ihrer geringen Nebenwirkungen großes Interesse auf sich gezogen. Kakao hat von allen Lebensmitteln die höchste Konzentration an Flavanolen pro Gewicht und kann erheblich zu ihrer Menge in unserer Ernährung beitragen.[45]
Laborstudien mit Kakaobestandteilen haben ergeben, dass sie antioxidativ wirken, die Zellen vor Schäden durch reaktive Moleküle schützen, Entzündungen bekämpfen, das Zellwachstum hemmen, den Tod von Krebszellen herbeiführen und dazu beitragen, die Ausbreitung von Krebszellen zu verhindern.[46]
Tierversuche, bei denen eine kakaohaltige Ernährung oder Kakaoextrakte verwendet wurden, haben positive Ergebnisse bei der Verringerung von Brust-, Bauchspeicheldrüsen-, Prostata-, Leber- und Dickdarmkrebs sowie Leukämie gezeigt.
Studien am Menschen haben gezeigt, dass eine flavanolreiche Ernährung mit einem geringeren Krebsrisiko verbunden ist. Die Beweise für Kakao sind jedoch widersprüchlich, da einige Studien keinen Nutzen und einige sogar ein erhöhtes Risiko festgestellt haben.[47] [48]
Kleine Humanstudien zum Thema Kakao und Krebs deuten darauf hin, dass Kakao ein starkes Antioxidans sein und eine Rolle bei der Krebsprävention spielen kann.[49]
9. Theobromin im Kakao: Hilfe bei Husten und Asthma
Asthma ist eine chronische Entzündungskrankheit, die zu einer Verengung und Entzündung der Atemwege führt und lebensbedrohlich sein kann.[50] [51]
Es wird angenommen, dass Kakao für Menschen mit Asthma von Vorteil sein kann, da er antiasthmatische Verbindungen wie Theobromin und Theophyllin enthält. Theobromin ist dem Koffein ähnlich und kann bei anhaltendem Husten helfen. Kakaopulver enthält etwa 1,9 Gramm dieser Verbindung pro 100 Gramm.[52]
Theophyllin trägt dazu bei, dass sich die Lungen weiten, die Atemwege entspannen und Entzündungen abklingen. Tierstudien haben gezeigt, dass Kakaoextrakt sowohl die Verengung der Atemwege als auch die Gewebedicke verringern kann.[53] [54]
Diese Ergebnisse wurden jedoch noch nicht klinisch an Menschen getestet, und es ist unklar, ob Kakao sicher mit anderen Anti-Asthma-Medikamenten verwendet werden kann. Obwohl dies ein interessanter Entwicklungsbereich ist, ist es daher noch zu früh, um zu sagen, wie Kakao bei der Behandlung von Asthma eingesetzt werden kann.
10. So können Sie Kakao einfach in die Ernährung einbauen:
Die genaue Menge an Kakao, die Sie in Ihre Ernährung aufnehmen sollten, um gesundheitliche Vorteile zu erzielen, ist nicht klar. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt 2,5 Gramm Kakaopulver mit hohem Flavanolgehalt oder 10 Gramm dunkle Schokolade mit hohem Flavanolgehalt, die mindestens 200 mg Flavanole pro Tag enthält, um die Gesundheit des Herzens zu fördern.[55]
Diese Zahl wurde jedoch von anderen Forschern als zu niedrig erachtet, die behaupten, dass höhere Mengen an Flavanolen erforderlich sind, um Vorteile zu erzielen.[56] [57]
Insgesamt ist es wichtig, Kakaoquellen zu wählen, die einen hohen Flavanolgehalt aufweisen – je weniger verarbeitet, desto besser. Um die gesundheitlichen Vorteile zu maximieren, wird Kakao am besten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung genossen.
Kakao in der Praxis – So können Sie diesen einsetzen:
- Dunkle Schokolade: Ideal sind kleine Mengen hochwertiger Schokolade ab 70 % Kakaoanteil. Achten Sie auf kurze Zutatenlisten ohne unnötige Zusätze.
- Kakaopulver im Smoothie: Ein Esslöffel naturbelassenes Pulver verleiht dem Smoothie nicht nur Geschmack, sondern auch eine Extra-Portion Flavanole.
- Gesunde Desserts: Ob Chia-Pudding, Milchreis oder vegane Schokomousse – mit rohem Kakao werden diese Speisen gehaltvoller und sättigender.
- Über Obst streuen: Bananen, Erdbeeren oder Beerenmischungen harmonieren besonders gut mit dem leicht bitteren Kakaogeschmack.
- In Müsliriegeln oder Granola: Ein Löffel Kakaopulver in die Masse gemischt bringt nicht nur Aroma, sondern auch die antioxidative Wirkung.
Wie viel Kakao ist sinnvoll?
Studien und Empfehlungen zeigen: Schon 1–2 Esslöffel naturbelassenes Kakaopulver liefern 200–500 mg Flavanole – genau die Substanzen, die für die positiven Effekte verantwortlich sind.
Wichtig ist dabei die Qualität:
- Nicht alkalisiertes Pulver (natural cocoa) – auch „roh“ oder „naturbelassen“ genannt – wird ohne zusätzliche chemische Behandlung hergestellt. Es behält deshalb seinen hohen Gehalt an Polyphenolen und Flavanolen.
- Alkalisiertes Pulver („Dutch Process“) dagegen wird mit Kaliumcarbonat behandelt, um den Geschmack milder und die Farbe dunkler zu machen. Der Haken: Dabei gehen bis zu 60–80 % der wertvollen Flavanole verloren. Für die Gefäß- und Gehirnwirkung bleibt da kaum noch etwas übrig.
Wer lieber Schokolade genießt, liegt mit 20–30 g dunkler Schokolade ab 75 % Kakaoanteil richtig. Möglichst ohne Zuckerzusatz, damit der gesundheitliche Nutzen nicht ins Gegenteil verkehrt wird.
Wer therapeutisch gezielt arbeiten möchte, etwa bei Herz-Kreislauf-Beschwerden oder kognitiven Problemen, kann auch auf standardisierte Kakaoextrakte zurückgreifen. Sie liefern die Flavanole in definierter Menge und ohne die Kalorienlast von Schokolade.
Milchschokolade oder stark alkalisiertes Pulver? Das ist in etwa so gesund wie eine Tafel Zucker mit brauner Farbe – vom Kakao bleibt da nur noch der Name.
Fazit
Kakao ist weit mehr als ein Genussmittel. Seine Flavanole verbessern die Durchblutung, schützen Herz und Gehirn und können sogar die Stimmung heben. Manche Biohacker sprechen von „brain medicine disguised as dessert“. Aus naturheilkundlicher Sicht gilt: Kakao ist ein echtes Neurotonikum – genossen als Getränk oder in naturbelassener Form, nicht als Zuckerware.
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Quellen:
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Dieser Beitrag wurde am 22.12.2023 erstellt und letztmalig am 16.8.2025 ergänzt und überarbeitet.
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