Albuminurie - Eiweiß im Urin zu hoch

Informationen aus der Naturheilpraxis von: Rene Gräber

Die Albuminurie ist der medizinische Fachbegriff für den Zustand, dass der Eiweißanteil im Urin zu hoch ist. Und wenn etwas im Urin zu finden ist (was da nicht sein sollte), schaut man sich die Nieren an, denn die sind ja dafür zuständig, dass das Blut auf "schädliche" Stoffe gefiltert wird.

Kurzer Exkurs in die Nierenfiltration: Die Nieren haben eine ganze Reihe von Funktionen. Eine davon ist die Filtrierung von Blutplasma in den Glomeruli der Nierenkörperchen. Bei dieser Filtrierung werden "größere" Substanzen zurückgehalten. Dazu zählen auch Globuline, also Proteine, die im Blutplasma "zuhause" sind. Kleinere Substanzen werden ausgeschieden. Aber nicht nur die Größe spielt bei dieser Selektion eine Rolle. Auch die elektrische Ladung der Substanzen entscheidet darüber, ob die Substanz entfernt wird oder nicht. So werden stark negative geladene Proteine zurückgehalten.

Albumin ist ein wichtiges Körpereiweiß, das in der Leber gebildet wird. Eine erhöhte Ausscheidung von Albumin hat einen wichtigen medizinisch-diagnostischen Aussagewert. Denn diese Patienten haben ein besonders hohes Risiko für den Verlust an Nierenfunktion.

Exkurs zum Albumin: Das Albumin gehört aufgrund seiner Struktur zu den mittelgroßen Molekülen. Aber dennoch werden weniger als 0,03 Prozent ausgeschieden. Der Grund liegt in der starken negativen elektrischen Ladung des Moleküls, die die Filtration auf diese Weise umgeht. Ohne diese Ladung wäre die Durchlässigkeit der Glomeruli signifikant höher. Dazu kommt noch, dass in den Primärharn gelangte Albuminmoleküle auf dem Weg in die Harnblase in den Nierenkanälchen zurück resorbiert werden, so dass der Urin, so wie er in die Blase gelangt, frei von Proteinen und vor allem von Albumin sein sollte.

Diagnose

Man kann den Albumingehalt des Urins mit Hilfe eines Teststreifens in der Praxis oder im Labor bestimmen lassen, um Rückschlüsse auf die Nierenfunktion zu ziehen. Eine Ausscheidung von Eiweiß (Proteinen) im Harn, an der nur Albumin beteiligt ist (isolierte Albuminurie), ist diagnostisch aber nicht mit gängigen Urinteststreifen (sog. Urinstix) erfassbar.

Ursachen für eine Albuminurie

Eine Albuminurie tritt bei bestehenden Schäden der Nieren auf, z.B. durch Entzündungen, Diabetes, lange bestehenden Bluthochdruck oder Amyloidose. Die Mikroalbuminurie ist ein typisches Frühsymptom der diabetischen und der hypertensiven Nephropathie (Nierenschaden durch Diabetes bzw. Bluthochdruck).

Im Wesentlichen gibt es drei Ursachen für eine pathologische Proteinurie beziehungsweise Albuminurie:

Bei der ersten Form handelt es sich um ein „Überangebot“ an zu verarbeitenden Proteinen, die zu einem „Überlaufen des Fasses“ führt. Grund hierfür ist eine pathologische Erhöhung von Proteinen und Albumin im Serum, was eine verstärkte Filtration seitens der Niere notwendig macht. Sind die Filtrationskapazitäten der Niere ausgeschöpft, dann kommt es zu diesem „Überlauf-Phänomen“, bei dem die Serum-Proteine und -Albumine in den Primärharn abgegeben werden müssen. In der Regel sind die Kapazitäten für eine Rückresorption in den Nierenkanälchen ebenfalls so begrenzt, dass es der Niere nicht möglich ist, proteinfreien Urin zu erzeugen.

Die zweite Ursache für eine Albuminurie sind Störungen in den Glomeruli selbst. Ursache für Störungen in diesem Bereich sind in der Regel Entzündungen (Glomerulonephritis). Hier kommt es zu einem „Aufweichen“ der Filter, die durchlässiger werden für kleinere und negativ geladene Moleküle und somit zum vermehrten Ausscheiden von Proteinen führen. Auch hier werden die Kapazitäten der Rückresorption in den Nierenkanälchen überschritten, so dass der Endharn erhöhte Konzentrationen an Protein aufweist.

Ursache Nummer drei ist die Störung in den Nierenkanälchen. Wenn es hier Probleme gibt, dann sinken die Kapazitäten für die Rückresorption.  Und somit würde ein an sich normaler Gehalt an Proteinen im Primärharn zu einer ausgeprägten Proteinurie führen.

Bei Frauen kann eine geringe Erhöhung der Urinproteine durch den vaginalen Fluor bedingt sein.

Wenn die Erhöhung nur am Tage besteht und nicht im Nachturin (unterschiedliche Messungen nötig), handelt es sich meist um eine orthostatische Albuminurie, die ein meist harmloser Befund ist. Typisch wäre dafür z.B. dass man im Morgenurin kein Eiweiß findet, dafür aber nach Anstrengungen.

Von einer Makroalbuminurie spricht man, wenn der Albumingehlat im Urin über 200 mg/l liegt. Diese zeigt einen länger bestehenden und stärker gewordenen Nierenschaden an (auch nephrotisches Syndrom).

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Albuminurie in Frage kommen können.

Bachblüten  Zur Unterstützung geeignet. In Frage kommen u.a Gorse, Rock oder Rose.
Ernährung  Nierenprobleme erfordern generell eine Ernährungsumstellung, entsprechend dem Grad der Funktionseinschränkung. Bei einer Albuminurie rate ich oftmals dazu Eiweiß stark einzuschränken, vor allem Fleisch, Fisch und Wurst. Von Milch rate ich sowieso ab. In Frage kommt auch ein Heilfasten, aber nicht bei schweren Niereninsuffizienzen (z.B. Kreatinin über 2mg/dl).
 
Fußreflexzonenmassage  Zur Anregung der Harnausscheidung eignet sich die spezielle RZF-Lymphbehandlung.
 
Heilpflanzen

Die Heilpflanzen sind natürlich ein Klassiker in der "Nierentherapie", aber nur bei leichten Formen z.B. einer Nierenisuffizienz. In Frage kommen u.a.: Bärentraube, Habichtskraut, Ackerschachtelhalm, Birkenblätter oder Goldrute.

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen. Aber Vorsicht mit Basenpulvern etc. bei Nierenproblemen. Da muss man schon genau prüfen, was das Problem ist.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 16.6.2014 aktualisiert.