Epilepsie
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Der Begriff Epilepsie (wörtlich = Fallsucht) wird den neurologischen Erkrankungen zugeordnet und ist
gekennzeichnet durch ein Krampfleiden.
Nahezu ein Prozent der Bevölkerung leidet an der Störung des zentralen Nervensystems (ZNS), wobei der
Hauptanteil der Betroffenen im Kindes- und Jugendalter zu finden ist. Die Inzidenz liegt bei 50 pro 100.000
Menschen.
Ursachen für diese Fehlfunktion können idiopathischen oder symptomatischen Ursprungs sein.
Bei der idiopathischen (genuinen) Epilepsie sind keine organischen Veränderungen des
Gehirns feststellbar. Man vermutet genetische Veränderungen an den Erregungsleitungen und Schaltstellen
(Ionenkanäle und Transmitter) im Gehirn.
Die symptomatische Epilepsie lässt sich durch Erkrankungen des ZNS manifestieren. Hierzu
zählen u.a. Fehlbildungen im Gehirn, Hirnverletzungen, Schlaganfall, Tumoren,
Meningitis (Hirnhautentzündung), Vergiftungen (Noxen, Drogen,
Alkoholabusus), Stoffwechselstörungen und Störungen des Ungeborenen im
Mutterleib (z.B. durch Sauerstoffarmut oder Gehirnentzündung).
Die Mischform beider wird als kryptogene Epilepsie bezeichnet (Ursache nicht zu
diagnostizieren, Auslöser wird im Gehirn vermutet).
Einen epileptischen Anfall begünstigend wirken u.a. Schlafmangel, Sauerstoffmangel, psychische Belastungen sowie
eine plötzliche Hyperventilation (stark erhöhte Atmung).
Die Epilepsie als chronisch neurologische Erkrankung führt zu einer unphysiologischen Erregungsbildung im Gehirn
mit epileptischem Anfall als Folge. Dabei ist das Gehirn einer stetigen Übererregbarkeit ausgesetzt, bei der es zu
Depolarisationen (krankhafte Entladungen von Nervenzellen) in Verbindung mit einer gesteigerten Erregbarkeit der
Nervenzellen kommt. Diese Anfälle sind wiederkehrend und dauern in der Regel nicht länger als eine Minute.
Die Symptome sind stark abhängig vom Ursprungsort der Entladungen. Ein fokal begrenzter Anfall zeigt sich meist
durch eine sehr geringe Symptomatik. Es kommt zu leichten Muskelzuckungen, optischen und akustischen Empfindungen
(Lichtblitze, Geräusche) sowie Berührungsgefühlen (Kribbeln). Der Betroffene ist bei klarem Verstand, wach und
orientiert.
Der generalisierte Anfall weist neben kurzzeitigen Absencen (kurze Bewusstlosigkeit) starke
Bewusstseinseintrübungen in Kombination mit unwillkürlichen Zuckungen der Extremitäten auf. Der
Grand-Mal-Anfall beginnt mit der tonischen Phase, bei der es zu einer tiefen
Bewusstlosigkeit, ausfallender Atmung sowie überstreckten Extremitäten kommt. Nach wenigen Sekunden folgt die
klonische Phase (Zuckungen von Armen und Beinen), welche sich nach ein bis zwei Minuten löst. Der Betroffene fällt
in einen schlafähnlichen Zustand und ist nur schwer weckbar.
Die verschiedenen Krampfformen führen häufig zu Sturz, Zungenbiss, unkontrolliertem Stuhl- und Urinabgang,
vermehrter Schweißsekretion, Übelkeit und Erbrechen.
Der Status epilepticus kennzeichnet eine lebensbedrohliche Situation, bei der der
Betroffene von einem generalisierten Anfall in den nächsten gerät, ohne dazwischen das Bewusstsein
wiederzuerlangen.
Bei ca. 70 Prozent der Betroffenen kann eine vollständige Beschwerdefreiheit durch medikamentöse Therapie
erreicht werden.
Aus: Burgersteins Handbuch der Nährstoffe
Bestimmte Formen von epileptischen Anfällen, die in der Kindheit auftreten, können durch eine
spezialisierte, kohlenhydratarme, fettreiche Diät (eine so genannte ketogene Diät) behandelt werden, die
allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht begonnen werden sollte. Chronischer, starker Alkohol- oder
Koffeinkonsum kann epileptische Anfälle auslösen.
Andererseits kann sich auch ein plötzliches Absetzen des Alkohols nach chronischem starkem Konsum in Form von
epileptischen Anfällen manifestieren. Der künstliche Süßstoff Aspartam kann, in großen Mengen genossen,
epileptische Anfälle auslösen - insbesondere bei Kindern. Eine Eliminationsdiät kann
Nahrungsmittelempfindlichkeiten ermitteln, die bei Epileptikern - ganz besonders bei Kindern mit Epilepsie, die
gleichzeitig zu Allergien neigen - Anfälle auslösen können.

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei
einer Epilepsie in Frage kommen.
| Heilpflanzen |
Das Helmkraut konnte in Tierexperimenten anti-epileptische Wirkungen zeigen.
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| Orthomolekular-Medizin |
Empfohlene Tagesdosis:
Vitamin E: 400 mg / Selen: 100 µg / Vitamin B6: 100-250 mg / Niacin (nur als Niacinamid) 1-3 g /
Magnesium: 400 - 600 mg / Zink: 50-100 mg / Mangan: 10-20 mg / Taurin: 0,5-2 g / Dimenthylglycin:
100-200 mg
Epileptiker sollten jedoch hohe Dosen Folsäure und Omega-3-Fettsäuren
vermeiden, weil diese die Empfänglichkeit für Anfälle erhöhen können.
Bei Epileptikern wird oft ein Manganmangel festgestellt.
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| Schüssler-Salze |
Grundsätzlich: Calcium phosphoricum Nr. 2, Natrium phos. Nr.
9, Silicea Nr. 11.
Vorbeugend: Calcium phos. Nr. 2, Kalium chloratum Nr. 4, Magnesium phos. Nr. 7.
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 07.07.2011 aktualisiert.

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