Hanföl - Wirkung & Studien

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Hanföl wird durch die Pressung der Samen von Hanf, botanisch Cannabis sativum, gewonnen. Dabei handelt es sich um ein sehr hochwertiges Pflanzenöl, das durch seine einzigartige Zusammensetzung ein wertvolles Speiseöl ist, dessen Inhaltsstoffe viele positive Effekte auf die Gesundheit haben.

Die Nutzhanfpflanzen, die in der EU zugelassen werden, enthalten äußerst wenig des psychoaktiven Tetrahydracannabiol, kurz THC.

Die Samen der Hanfpflanzen enthalten zudem ohnehin so gut wie kein THC, sodass man keine Bedenken haben muss, Hanföl zu konsumieren.

Allerdings sollte man Hanföl nie mit Haschischöl verwechseln. Letzteres ist ein Extrakt, das aus dem Harz der Cannabis-Pflanze gewonnen wird und reichlich berauschendes THC enthält. Damit fällt es unter die Betäubungsmittel. Weil Hanf als Droge verwendet werden kann, ist der Nutzen der wertvollen Pflanzen in Vergessenheit geraten. Doch heute wird das jahrhundertealte Wissen um die Vorzüge dieser Pflanze langsam wieder neu entdeckt.

Hanföl ist ein echtes Pflanzenöl

Im Gegensatz zu den Ölen anderer Pflanzen enthält es jedoch keine Gift- oder Hemmstoffe, sodass die Samen nicht hitzebehandelt und das Öl nicht raffiniert werden muss. Der Anbau der Hanfpflanzen erfolgt zudem in der Regel ohne Pestizide, sodass Rückstände im Öl nicht zu befürchten sind.

Ideal ist Hanföl aus Kaltpressung. Bei diesem Herstellungsverfahren erreicht das Öl maximal eine Temperatur von 45 °C. So werden keine wertvollen Inhaltsstoffe zerstört. Hanföl enthält einen ungewöhnlich hohen Anteil von 70% mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Darunter sind viele essentielle Fettsäuren, wie Linolsäure und Alpha-Linolensäure.

Die beiden wichtigen Fettsäuren liegen im Hanföl in einem Verhältnis von 3:1 vor, was nicht nur ideal für den menschlichen Stoffwechsel ist, sondern auch einzigartig bei Pflanzenölen. Diese Fettsäuren sind wichtig für den Aufbau der Zellmembranen, für die Herstellung von Hormonen und das Immunsystem. Ein Mangel daran kann sogar zu Stoffwechselkrankheiten führen.

Wofür und Wie wird Hanföl eingesetzt?

Da Hanföl zu großen Teilen aus wertvollen, ungesättigten Fettsäuren besteht, wird es im Körper für viele lebenswichtige Prozesse verwertet. Durch die regelmäßige Zufuhr von Hanföl in der Ernährung ist der Bedarf an essentiellen Fettsäuren leicht zu decken.

Schon 15 bis 20 Gramm Hanföl pro Tag reichen. Das Pflanzenöl eignet sich durch seinen nussig-feinen Geschmack gut für Salate, aber auch zum Kochen. Nur zum Braten und Frittieren kann man es nicht verwenden, da Hanföl eine niedrige Rauchtemperatur hat und hitzeempfindlich ist. Als Nahrungsergänzung kann es täglich pur eingenommen werden.

Doch nicht nur wichtige Fettsäuren liefert das Hanföl. Es enthält zudem einen hohen Anteil an Vitaminen, Proteinen und Aminosäuren. So finden sich in dem Pflanzenöl alle acht essentiellen Aminosäuren, die der Mensch mit der Nahrung aufnehmen muss. Mit dem Verzehr von Hanföl kann man also jedes Protein im Körper herstellen. Zudem ist das Globulin-Protein Edestin im Öl vorhanden. Die Hanf-Proteine können vom Menschen für den Aufbau der Immunglobuline verwertet werden, ohne die unser Immunsystem nicht arbeiten kann.

Nach vielen Berichten kann das Pflanzenöl bei bestimmten Erkrankungen Linderung verschaffen. Dazu gehören Gefäßkrankheiten, Neurodermitis oder Psoriasis. Daneben wird dem Öl eine vorbeugende Wirkung von Bluthochdruck und Herzkrankheiten sowie Kreislaufkrankheiten bis hin zum Herzinfarkt nachgesagt.

Es besteht allerdings noch Forschungsbedarf, ob und auf welche Weise Hanföl medizinisch eingesetzt werden kann.

Derzeit gibt es mehrere Forschungsgruppen, die die medizinische Wirkung von Cannabinoiden, die chemischen Komponenten der Hanfpflanze, die physiolgisch wirksam sind, untersuchen.

Auch unsere Körper produziert Substanzen, die den Cannabinoiden so ähnlich sind, dass sie nicht nur nach ihnen als Endocannabinoide bezeichnet wurden, sondern auch im Körper dieselben Rezeptoren besetzen. Endocannabinoide sind häufig Teil von Signalwegen des Körpers. Störungen der Signalketten sind für einen großen Teil von Krebserkrankungen verantwortlich, was ein möglicher Ansatzpunkt der Hanf-Cannabinoide in der Krebs-Bekämpfung ist.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie einfach meinen kostenlosen Praxis-Newsletter an:

Anwendungsgebiete

In den USA wird die Wirkung von Hanföl als Krebstherapie heftig diskutiert. Da dort der Anbau auch von THC-armen Nutzhanf-Pflanzen nur mit Genehmigung möglich ist, die selten und mit strengen Auflagen erteilt wird, ist es kaum möglich, Hanföl zu kaufen.

Der ehemalige Krebs-Patient Rick Simpson hat deshalb selber in seinem Garten Hanf angebaut und sein eigenes Hanföl produziert, mit dem er seine Krebserkrankung selbst behandelte, bis er als krebsfrei galt. Simpson ist ein Kritiker der konventiellen Medizin sowie der Pharmaindustrie. Er berichtet auf einer eigenen Website (http://phoenixtears.ca/) über seine Erfahrungen und gibt Anleitungen zur Produktion des "Allheilmittels".

Anwender berichten von der Heilung vieler, unterschiedlicher Krankheiten, seit sie Hanföl einnehmen, bis hin zum Verschwinden von Gehirntumoren. Während diese Beobachtungen nicht wissenschaftlich untermauert sind, gibt es Forschungsstudien, die Anlass zu der Hoffnung geben, dass Hanföl tatsächlich ein potentielles (und potentes) Medikament ohne Nebenwirkungen ist.

So hemmen Cannabinoide im Reagenzglas sowie im Tierversuch das Wachstum von Tumorzellen, während gleichzeitig nachgewiesen ist, dass sie Nebenwirkungen der konventionellen Krebstherapie, wie Erbrechen und Appetitlosigkeit, lindern. Daher wurde schon 2003 im renommierten Wissenschaftsjournal Nature Reviews der Einsatz der Cannabinoide als Anti-Krebs-Therapie diskutiert.

Andere Studien zeigen Schmerzlinderung durch Cannabinoide bei Multipler Sklerose (Young, 2005, in Neurology) oder das Verlangsamen der Alzheimer-Krankheit im Tierversuch (Ramirez, 2005, in Journal of Neuroscience). Durch mangelndes Interesse der Pharma-Forschung an einer nicht-patentierbaren Pflanze und sehr restriktiven Cannabis-Gesetzen im führenden Forschungsland USA schreitet die Erforschung der Cannabinoide dabei leider nur langsam voran.

Positive Effekte hat das Öl der Cannabis-Samen dabei auch als Kosmetikum für die Haut. Außer pur kann es in vielerlei Kosmetikprodukten Verwendung finden. Es pflegt die Haut sehr sanft und kann irritierter Haut zur Beruhigung verhelfen. Bei Neurodermitis kann Hanföl der geplagten Haut Linderung verschaffen. Der Marktanteil der Kosmetik mit Hanföl ist jedoch trotz der guten Eigenschaften eher gering.

Hanföl, das schonend hergestellt wurde, ist bei richtiger Lagerung fast unbegrenzt haltbar. Damit es möglichst lange frisch bleibt, lagert man es an einem kühlen, dunklem Ort. Idealerweise wird es in einer dunklen Glasflasche aufbewahrt. Doch kann auch das wertvolle Hanföl ranzig werden. Wenn es beginnt, alt und ranzig zu riechen, sollte es entsorgt werden.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 09.08.2012 aktualisiert