Johanniskraut
Gute Laune mit Johanniskraut?
Johanniskraut hat als medizinische Heilpflanze eine sehr lange Tradition. Vor 2000 Jahren wurde es von griechischen und römischen Ärzten als
Heilmittel verwendet. Im Mittelalter griff der Arzt Paracelsus auf das Heilkraut zurück. Im 18. Jahrhundert wurde die antidepressive Wirkung des
Johanniskraut bekannt. Seit den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wird es auch in der Schulmedizin eingesetzt.
Das Johanniskraut ist eine bis zu 1 Meter hoch wachsende mehrjährige Pflanze, die ab Mitte Juni goldgelb blüht. Zerreibt man die Blüten, tritt
eine rote Flüssigkeit aus, das Rotöl. Die ätherischen Öle der Pflanze sind gut zu erkennen, wenn man deren ovale Blätter gegen das Licht
hält.
Herstellung
Johanniskrautöl wird ganz einfach zubereitet, indem die Blüten in eine lichtdurchlässige Flasche gelegt und in Öliven- oder Sonnenblumenöl
eingelegt werden. Anschließend bleibt die Flasche zwei Monate lang in der Sonne stehen.
Das Johanniskrautextrakt zur Medikamentenherstellung wird gewonnen, indem der Blütenhorizont der Pflanze, also die Blüten, Blätter und Stengel
aus dem oberen Bereich des Krautes, geerntet, getrocknet und anschließend zerkleinert werden. Danach werden sie mit Alkohol versetzt. Aus dieser
Mischung wird schließlich das Extrakt gewonnen.
Inhaltsstoffe
Hyperforin, Hypericin und Pseudohypericin sowie Flavonoide (wie Hyperosid, Isoquercitin, Biapigenin) und Rutin sind neben den ätherischen Ölen
die Hauptinhaltsstoffe des Johanniskraut. Für die medizinische Wirkung der Pflanze ist vor allem das Hyperforin verantwortlich, das in keiner
anderen Pflanze enthalten ist.
Anwendungsgebiete
Das Johanniskrautextrakt wird vorrangig als Stimmungsaufheller bei Depressionen eingesetzt oder als Beruhigungsmittel bei nervöser Unruhe.
Äußerlich wird das Johanniskrautöl wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung bei kleineren Verletzungen und Verbrennungen angewandt.
Wirkung
Die schulmedizinisch belegte Wirkung tritt zeitversetzt etwa zwei Wochen nach Beginn der Einnahme auf. Eine Behandlung als Antidepressivum
kann sich über mehrere Monate erstrecken. Der Wirkstoff nimmt Einfluss auf die Botenstoffe (Noradrenalin, Serotonin, Dopamin) des Gehirns, die
für den Stoffwechsel zwischen den Nervenzellen und damit für das Auftreten von Depressionen mit verantwortlich sind.
Allerdings muss Johanniskraut sehr diszipliniert dosiert werden, da der Wirkstoff ernsthafte Nebenwirkungen auslösen kann. Das Extrakt erhöht
die Lichtempfindlichkeit der Haut. Wird diese unter Therapie starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann es zu Entzündungen oder dauerhafter
Verfärbung der Haut kommen. Deshalb die Haut vor Sonnenbädern unbedingt durch Einreiben mit Sonnenöl mit hohem Lichtschutzfaktor schützen!
Auch sollte die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente vermieden werden, da das Johanniskrautextrakt den Wirkspiegel dieser Arzneien
signifikant verändern kann. In diesem Fall ist unbedingt eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich.
Darreichung
Johanniskraut kann gut als Tee zubereitet werden, der allerdings zu niedrig dosiert ist, um eine signifikante medizinische Wirkung zu
erzielen. Das Extrakt wird in Tablettenform rezeptfrei verkauft und sollte nach Rücksprache mit dem Arzt dosiert werden.
Das Johanniskraut-Rotöl wird als Einreibemittel in Flaschen angeboten.
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