Heilpflanzen-Lexikon

Die Kamille: universelles Heilmittel aus der Natur

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Die echte Kamille (lat. Matricaria Recutita) ist eine der beliebtesten und ältesten Heilpflanzen unseres Kulturkreises. Sie gehört zu der Familie der Korbblütler (lat. Asteraceae) und stammt ursprünglich aus Eurasien.

Charakteristisch ist der rund 10 bis 25 mm große Blütenkopf, der aus weißen Zungen- und gelben Röhrenblüten besteht. Die Sprossachse ist aufrecht und rund. Die Blätter sind fiederteilig und wechselständig angeordnet. Die Pflanze erreicht eine durchschnittliche Höhe von 20 bis 40 cm und kann eine Lebensdauer von einem Jahr haben.

Zum Wachsen und gedeihen benötigt die echte Kamille einen anspruchslosen und nährstoffarmen Boden und ist daher weit verbreitet. Oft wird die echte Kamille auch als Mutterkraut oder Hermel bezeichnet. Im Volksmund erhält sie auch den Namen Apfelkraut oder Kuhmelle. 1987 wurde die Kamille zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Folgende Inhaltsstoffe besitzt die Kamille:

- Bisabolol
- Bisabololoxid A und B
- Flavonoide
- Cumarine
- Schleimstoffe
- Flavonglykoside

Im Wesentlichen setzen sich diese Stoffe zu ätherischen Ölen zusammen und verleihen der Kamille dadurch ihre heilenden Kräfte. Diese Wirkstoffe sind vor allem in der Blüte zu finden, die von Mai bis August geerntet werden kann.

Folgende Wirkung erzielt die Kamille:

- entzündungshemmend
- krampflösend
- karminativ und damit blähungshemmend
- antibakteriell

Die Wirkung der Kamille ist vor allem durch jahrhunderte lange Anwendung und Erfahrung, aber auch durch moderne Studien belegt. So fand eine britische Forschungsgruppe heraus, dass im Urin von Kamillenteekonsumenten entzündungshemmende Substanzen enthalten sind.

Um eine optimale Wirkung zu erzielen muss man vor allem auf die Dosierung achten, da die Inhaltstoffe nur in konzentrierter Form optimal wirksam werden können. Frische Kamillenblüten sind somit besser als abgepackter Tee, der immer mit kochendem und nicht abgekühltem Wasser aufgegossen werden sollte.

Folgende Anwendungsgebiete sind bekannt:

Die Anwendung der Kamille erfolgt sowohl innen als auch außen und kann durch alkoholische Auszüge oder Tees vollzogen werden. In der kosmetischen Behandlung findet die Kamille vor allem in Salben, Cremes und Badezusätzen Verwendung.

- offene (teils schwer heilende) Wunden sowie Entzündungen der Haut
- Magen-Darmtrakt
- Pilzerkrankungen, zum Beispiel im Anal- oder Genitalbereich
Zahnfleischentzündung
- Atemwege sowie Nasennebenhöhlen

Studien belegen, das bei Kindern vor allem Magen-Darm-Beschwerden und Koliken durch die Wirkstoffe der Kamille gelindert werden können.

Die Anwendung findet in verschiedenen Formen statt. So kann die Kamille als Präparat eingenommen, als Lösung Inhaliert oder als Salbe aufgetragen werden.

Dieser Beitrag wurde letzmalig am 28.08.2011 aktualisiert.

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