Bepanthen
Bisphosphonate - Wirkung, Nebenwirkung und
Dosierung
Über ein "Knochenmedikament welches das Leben verlängern soll...
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Was sind Bisphosphonate und wozu dienen sie?
Bisphosphonate sind eine Medikamentengruppe, die in der Diagnose und Therapie von Knochen-
und Kalzium - Stoffwechselerkrankungen eingesetzt wird. Einige spezifische Bisphosphonate werden vor allem
in der Behandlung der Osteoporose verwendet. Aber auch andere Knochenerkrankungen werden mit diesen Medikamenten
behandelt. Jene hören auf die schönen Namen wie Osteodystrophia deformans, Tumor-assoziierte Hyperkalzämie,
Knochenmetastasen und Fibröse Dysplasie.
Bisphosphonate werden in der Diagnose in Verbindung mit Technetium, einem radioaktiven chemischen Element, als
“Tracer” in der Nurklearmedizin eingesetzt. Die dabei eingesetzten Dosierungen sind allerdings pharmakologisch
nicht aktiv, da zu schwach konzentriert.
Bisphosphonate wirken auf doppelte Weise auf die Knochen: Sie lagern sich an der Knochenoberfläche an und
verhindern so den Abbau von Kalzium aus dem Knochen. Im zweiten Schritt hemmen sie die Aktivitäten der
Osteoklasten. Dies sind große Zellen, die aus dem Knochenmark gebildet werden und deren Hauptaufgabe es ist,
Knochensubstanz abzubauen.
Osteoblasten dagegen haben genau die gegenteilige Aufgabe: Sie sorgen für den Kalziumeinbau in die Knochen. Wenn
also Osteoklasten und Osteoblasten miteinander harmonieren, dann kommt es bei einem gesunden Knochen zu einem Auf-
und Abbau (dem Turn-over) von Knochensubstanz, bei dem die Bilanz ausgeglichen ist.
Da bei der Osteoporose häufig dieses Gleichgewicht gestört ist, zu Ungunsten des Knochenaufbaus bzw. zu
Gunsten des Knochenabbaus, greifen die Bisphosphonate in dieses gestörte Gleichgewicht ein, indem sie den Abbau
verlangsamen. Hierzu werden die Bisphosphonate in die Osteoklasten aufgenommen, und über komplizierte
biochemische Zwischenschritte wird dort die Apoptose (der programmierte Zelltod) der Osteoklasten
eingeleitet.
Nebenwirkungen einer lebensverlängernden Substanz
Fast 10 Prozent aller Patienten haben teilweise stark einschränkende Nebenwirkungen, wie gastrointestinale
Probleme, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen usw. Die Webseite “Drugs.com” informiert über pharmakologische Eigenschaften
von Medikamenten, so auch über die Bisphosphonate.
Unter www.drugs.com/sfx/alendronate-side-effects.html werden
noch weitere Nebenwirkungen aufgezählt, in den Bereichen Gastrointestinaltrakt, Stoffwechselstörungen, neurologische Nebenwirkungen, Muskulatur und Skelett, Haut, Augen und Atemwege, die vom Nebenwirkungsspektrum erfasst werden.
Schwangerschaft und Stillzeit sind streng kontraindiziert für die Behandlung mit
Bisphosphonaten.
Seit Neuestem gibt es vermehrt Fälle, bei denen eine sogenannte bisphosphonatassoziierte Knochennekrose im
Kieferbereich (BONJ) beobachtet worden ist. Hier tritt genau der umgekehrte Fall ein: Statt einen Knochenabbau zu
verhindern, fördert die Substanz die “Zersetzung” des Kieferknochens. Ursache: “Unbekannt”. Unglücklicherweise ist
die Behandlung eines BONJ in der Regel schwer, da es sich meist als therapieresistent erweist. Natürlich beeilt man
sich, darauf hinzuweisen, dass solche Nebenwirkungen höchst selten und nur bei einer intravenösen und hoch
dosierten Therapie, die über einen längeren Zeitraum läuft, auftreten können.
Weitere ernste Nebenwirkungen sind mit 1,3 Prozent schweres Vorhofflimmern bei einem Produkt mit dem Namen
Zoledronsäure. Dies ist auch neu bei den Bisphosphonaten, bei denen diese Form der Nebenwirkung erstmalig
beobachtet worden ist. In anderen Studien mit der Substanz ist kein vermehrtes Vorhofflimmern beobachtet worden.
Allerdings heißt das nicht auch gleichzeitig, dass es keins gegeben hat… es ist denkbar, dass man es nicht als
Nebenwirkung mit in die Auswertung aufgenommen hat. Über “frisierte” Studien in der medizinischen Wissenschaft hab
ich ja schon an anderer Stelle gründlichst berichtet.
Eine weitere Nebenwirkung, die sich auch erst neulich aufgetan hat, ist die erhöhte Bruchgefahr des
Oberschenkelknochens. Dies wurde verhältnismäßig oft bei der Langzeittherapie mit Alendronsäure, einem weiteren
Bisphosphonat, beobachtet. Auch hier schlägt der Belzebub zu, wo man den Teufel glaubte vertrieben zu haben.
Um die ganze Sache noch abzurunden, wird von optischen, geschmacklichen und akustischen Halluzinationen und
Verwirrtheit berichtet, die mit einer Bisphosphonat Therapie in Verbindung stehen können.
Die Lebensverlängerung, die keine ist!
FOCUS online brachte unlängst einen Artikel heraus, in dem schon in der Überschrift das Unglaubliche glaubhaft
gemacht werden sollte:

"Knochenmedikament verlängert das Leben":
focus.de/gesundheit/ratgeber/osteoporose/news/osteoporose-knochenmedikament-verlaengert-das-leben_aid_596193.htm
l
Aber leider muss man dazu sich erst einmal eine satte Osteoporose zulegen. Also mit Osteoporose und Bisphosphonate wird man um bis zu 5 Jahre
älter, wusste der Artikel zu berichten. Wenn man allerdings etwas genauer zwischen und hinter den Zeilen liest,
und sich vielleicht sogar noch die Originalstudie anschaut, dann verpufft die Hoffnung auf ein längeres Leben
wie der Neuschnee in der Sahara.
Um es vorweg zu nehmen: Die Schlussfolgerung, die die Forscher aus ihren Beobachtungen zogen, war: “Conclusions: Osteoporosis therapy appears to reduce mortality risk in women and possibly
men.” Eine Osteoporose Therapie (mit Bisphosphonaten) scheint das Mortalitätsrisiko bei Frauen und
vielleicht auch bei Männern zu senken, so die Übersetzung. Eine Senkung des Mortalitätsrisikos ist aber ganz was
anderes als eine Lebensverlängerung. Hier steht die Welt der Wissenschaft mal wieder ganz toll auf dem Kopf. Und
nicht einmal Sport und gesunde Ernährung haben zeigen können, dass sie in der Lage sind, das Leben zu
verlängern. Sie haben zeigen können, dass sie das Mortalitätsrisiko senken, so dass der Sport treibende, sich
gesund ernährende Mensch nicht vorzeitig an Infarkten, Schlaganfällen, Diabetes usw. Erkrankungen stirbt. Das aber ist keine Lebensverlängerung, sondern
Gesundheitspflege. Es gibt nur eine Form, die wissenschaftlich hat beweisen können, dass sie in der Lage ist,
das Leben zu verlängern: Das ist die Kalorienrestriktion, also Fasten und andere Formen von kalorienreduzierter
Kost.
Von daher erscheint es auch als Witz, wenn man plötzlich Erklärungen heranzieht, die sonst als obsolet und
unwissenschaftlich gelten: Die höhere Lebenserwartung beruht auf der Fähigkeit des Knochens, Gifte zu sammeln und
damit quasi als Giftmülldeponie zu fungieren. Bei Knochenabbau dagegen würden diese Gifte freigesetzt und die
inneren Organe geschädigt. Nun kommen die Bisphosphonate und halten diesen Freisetzungsprozess auf… der Mensch ist
gerettet! Interessant! Da, wo es keine Gifte gibt, müssen sie urplötzlich herhalten, um Theorien zu “beweisen” oder
zu untermauern. Sonst galten die Diskussionen um Gifte und deren Einfluss auf den Organismus als
unwissenschaftlich, da die Gifte keine Relevanz im täglichen Leben hatten. Relevant waren sie nur bei Katastrophen,
Unglücken oder den wenigen Arbeitsplätzen mit einer besonderen Belastungssituation. Jetzt aber schnuppert man eine
neue Indikationsstellung, die einen vermehrten Einsatz der Bisphosphonate in Betracht ziehen könnte, zum Wohle der
Alten und Gebrechlichen - und der Pharmaindustrie, die sich das Giftargument ausgedacht hat. Natürlich, statt die
Giftbelastung zu senken oder gleich zu beenden, denkt man ans Verkaufen von nebenwirkungsreichen Arzneimitteln. So
bleibt man wenigstens im Geschäft…
Auch mehr als merkwürdig die Bemerkung im Artikel, dass diese Studie, die in Australien durchgeführt wurde,
Zuschüsse von “verschiedenen Pharmaunternehmen” erhalten hat. Das ist sogar sehr wahrscheinlich, da die Studie
keine Kurzzeitstudie ist, sondern seit 1989 läuft. Allerdings lief die Studie, auf die sich die lebensverlängernde
Wirkung bezieht, über den Zeitraum von 3 Jahren und untersuchte 121 Probanden, eine viel zu kleine Fallzahl für
eine so großartige Schlussfolgerung. Damit nicht genug der Merkwürdigkeiten. Es wurde weiter erwähnt, dass die
“Verantwortlichen versichern, dass die Sponsoren weder auf das Studiendesign, noch auf die Auswertung oder
Interpretation der Daten Einfluss nahmen.” Brauchen sie auch nicht, wenn die Forscher wissen, in welche Richtung
gedacht werden soll.
Fazit: Die Lebensverlängerung ist keine, sondern lediglich
eine Senkung des Mortalitätsrisikos.
Aber wenn dieser Sachverhalt sich so als richtig darstellt, dann ist das natürlich ein Segen für die
Betroffenen, ohne Frage. Aber auch hier wieder das alte Lied vom alten Zopf. Auch eine Osteoporose lässt sich
verhindern durch eine gescheite Prophylaxe, damit der Betroffene erst gar nicht in diesen Behandlungszirkus mit
nebenwirkungsreichen Medikamenten hinein gerät.
Aber Gift in den Knochen haben die Pharmafirmen lieber, wenn es opportun erscheint, als Gift in den
Verkaufskassen, das auf gesunden Knochen beruht.
Dieser Beitrag wurde letzmalig am 17.9.2011 aktualisiert.

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