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Infektion

Eiterungen verstehen: Medizin und Naturheilkunde erklärt

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Infektion

Inhaltsverzeichnis Einblenden
Abszess, Empyem und Phlegmone – was wirklich dahintersteckt
Was ist Eiter eigentlich?
Welche Erreger stecken dahinter?
Typische Entzündungszeichen
Eiter ohne Infektion?
Die drei Hauptformen der Vereiterung
Abszess – die gekapselte Eiterhöhle
Empyem – Eiter in einer „normalen“ Körperhöhle
Phlegmone – die diffuse Gefahr
Schulmedizinische Behandlung
Naturheilkunde, Alternativmedizin und begleitende Ansätze
Enzymtherapie
Ernährung
Heilpflanzen
Innerliche Anwendung
Äußerliche Anwendung bei Haut und Wundumgebung
Kieferhöhlen und obere Atemwege
Homöopathie
Isopathie / Sanum-Therapie
Sauerstoffbasierte Verfahren und oxidative Therapien
Wasserstoffperoxid (H₂O₂)
Sauerstofftherapie und Ozon
Säure-Basen-Haushalt
Wann sofort handeln?
Fazit
Rene Gräber:

Wenn der Körper Eiter bildet, hat er die Kontrolle über eine Entzündung verloren – zumindest vorübergehend. Dann geht es nicht mehr um Befindlichkeiten, sondern um Gewebe, um Ausbreitung, im schlimmsten Fall um Leben. Und trotzdem wird das Thema erstaunlich oft verharmlost: ein bisschen Zugsalbe, ein Hausmittel, abwarten. Das kann gutgehen. Muss es aber nicht.

In der Praxis sehe ich seit Jahren dieselbe Unschärfe: Abszess, Empyem, Phlegmone – alles irgendwie „Eiter“, alles irgendwie Entzündung. Doch diese drei Begriffe stehen für grundverschiedene Prozesse mit sehr unterschiedlicher Dynamik und Gefährlichkeit. Wer sie nicht auseinanderhält, trifft schnell falsche Entscheidungen. Und wer glaubt, Naturheilkunde bedeute hier Ersatz für notwendige Medizin, missversteht ihren Sinn.

In diesem Beitrag ordne ich das Thema klar ein: medizinisch sauber, ohne Panikmache – und mit einer ehrlichen Einordnung dessen, was schulmedizinisch notwendig ist und wo naturheilkundliche Erfahrung sinnvoll begleiten kann. Nicht alles ist durch Studien abgesichert. Aber nicht alles, was wirkt, findet den Weg in Leitlinien. Genau diese Grenze muss man kennen.

Abszess, Empyem und Phlegmone – was wirklich dahintersteckt

Eiter wirkt archaisch. Gelblich, grünlich, manchmal übel riechend – ein klares Signal: Hier läuft im Körper etwas aus dem Ruder. Medizinisch spricht man von Pus. Er entsteht, wenn das Immunsystem auf einen Eindringling reagiert und dabei mehr zerstört, als ihm lieb ist – inklusive eigener Zellen.

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Was ist Eiter eigentlich?

Eiter ist kein „Abfall“, sondern das Resultat einer heftigen Abwehrreaktion. Weiße Blutkörperchen wandern in das betroffene Gewebe ein, bekämpfen Erreger – und gehen dabei selbst zugrunde. Übrig bleibt ein Gemisch aus Zelltrümmern (Detritus), Proteinen, abgestorbenen Bakterien und Flüssigkeit.
Der medizinische Begriff für den Eiterabfluss lautet Suppuration.

Die Farbe reicht von gelblich bis grünlich, bei Blutbeimengungen auch rötlich oder bräunlich. Der Geruch kann süßlich oder faulig sein – je nach Erreger und Sauerstoffverhältnissen.

Welche Erreger stecken dahinter?

In den meisten Fällen handelt es sich um bakterielle Mischinfektionen. Häufig beteiligt sind:

  • Staphylokokken
  • Streptokokken
  • Escherichia coli
  • Pneumokokken
  • Gonokokken
  • Meningokokken
  • Chlamydien
  • verschiedene gramnegative Bakterien
  • gelegentlich auch Pilze

Welche Keime dominieren, hängt stark vom Ort der Entzündung ab – Haut, Darm, Atemwege oder Schleimhäute haben jeweils ihre eigene „Erregerlandschaft“.

Typische Entzündungszeichen

Eitrige Prozesse zeigen die klassischen fünf Zeichen der Entzündung:

  • Schwellung
  • Rötung
  • Wärme
  • Schmerz
  • eingeschränkte Funktion

Kommen Fieber, Schüttelfrost, rasche Verschlechterung des Allgemeinzustands, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme hinzu, ist Vorsicht geboten. Dann kann sich aus der lokalen Infektion eine Sepsis entwickeln – eine lebensbedrohliche Entgleisung der Immunreaktion. Das ist kein Bereich für Experimente.

Eiter ohne Infektion?

Selten ja. Ein bekanntes Beispiel ist die Psoriasis pustulosa. Die Pusteln sehen eitrig aus, sind aber nicht bakteriell bedingt, sondern Ausdruck einer fehlgeleiteten Immunreaktion. Das ist wichtig, weil hier völlig andere therapeutische Regeln gelten.

Die drei Hauptformen der Vereiterung

Im Folgenden Bild zu sehen: Abszess, Empyem und Phlegmone im Vergleich. Links ein gekapselter Abszess, in der Mitte ein Empyem mit Eiter in einer natürlichen Körperhöhle, rechts die diffuse Ausbreitung einer Phlegmone im Gewebe.

Vergleichsgrafik von Abszess, Empyem und Phlegmone mit Darstellung von gekapselter Eiterhöhle, Eiter in Körperhöhle und diffuser Ausbreitung im Gewebe

Abszess, Empyem und Phlegmone im Vergleich: Links ein gekapselter Abszess, in der Mitte ein Empyem mit Eiter in einer natürlichen Körperhöhle, rechts die diffuse Ausbreitung einer Phlegmone im Gewebe.

Abszess – die gekapselte Eiterhöhle

Ein Abszess ist eine abgegrenzte Eiteransammlung, die durch Gewebsuntergang entsteht. Der Körper versucht, das Problem einzumauern und bildet eine Kapsel um den Herd.

Typische Lokalisationen:

  • Haut und Schleimhäute (z. B. Schweißdrüsenabszess, Analabszess, Zungenabszess)
  • innere Organe wie Lunge, Gehirn, Leber oder Milz

Wichtig:
Aus schulmedizinischer Sicht ist die Inzision und Drainage die Standardtherapie. Wärme kann die Reifung unterstützen – das eigenständige Ausdrücken ist tabu. Zugsalben können bei sehr kleinen, oberflächlichen Abszessen symptomatisch helfen, ersetzen aber keine fachgerechte Behandlung, wenn der Abszess fortschreitet oder schmerzhaft wird.

Empyem – Eiter in einer „normalen“ Körperhöhle

Ein Empyem entsteht dort, wo eigentlich kein Eiter hingehört:

  • Appendix (Appendizitis)
  • Gallenblase
  • Gelenke
  • Pleura (Rippenfell)
  • Kieferhöhle
  • Nasennebenhöhlen
  • Mittelohr

Hier ist die Situation oft ernster als beim Abszess, weil wichtige Strukturen betroffen sind. Gelenk- oder Pleuraempyeme gelten als medizinischer Notfall und gehören in fachärztliche Behandlung – meist mit Drainage und gezielter Antibiotikatherapie.

Phlegmone – die diffuse Gefahr

Die Phlegmone ist die unkontrollierte, nicht abgegrenzte Vereiterung des Zwischenzellraums. Sie breitet sich entlang von Gewebsschichten aus und betrifft häufig:

  • Bindegewebe
  • Haut
  • Muskeln
  • Knochenmark
  • Darmwand
  • retroperitoneale Räume

Phlegmonen können rasch eskalieren. Hier ist die Schwelle zur Sepsis niedrig – schulmedizinische Intervention ist zwingend.

Schulmedizinische Behandlung

Bei eitrigen Infektionen gilt:

  • Der Eiter muss raus, um eine Ausbreitung zu verhindern
  • chirurgische Eröffnung oder Drainage ist oft unvermeidlich
  • Erregerbestimmung im Labor ermöglicht gezielte Antibiotikatherapie
  • Antibiotika sind kein Ersatz für Drainage, sondern eine Ergänzung bei klarer Indikation

Naturheilkunde, Alternativmedizin und begleitende Ansätze

Jetzt zum Bereich jenseits der Schulmedizin – nicht als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung, dort wo es passt. Ich habe hier alles bewusst sehr „dezent“ beschrieben und weitgehend „behördenkonform“.

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Enzymtherapie

In meiner Praxis hat sich die Enzymtherapie bei entzündlichen Prozessen vielfach bewährt – insbesondere begleitend. Teilweise setze ich bewusst sehr viel höhere Dosierungen ein als auf Packungsbeilagen angegeben. Wichtig: Enzyme ersetzen keine notwendige chirurgische Maßnahme bei Abszessen oder Empyemen.

Ernährung

Ich rate zu drei Maßnahmen bei der Ernährung:

1. Entzündung entlasten

Entzündung liebt Zucker, schnelle Kohlenhydrate und stark verarbeitete Lebensmittel. Deshalb gilt: Zucker, Weißmehl, Alkohol und Schweinefleisch konsequent meiden. Diese Nahrungsmittel treiben Insulin und Entzündungsbotenstoffe nach oben und binden Energie, die der Körper gerade an anderer Stelle braucht. Auch stark verarbeitete Wurstwaren gehören in dieser Phase nicht auf den Teller.

2. Maßvoll essen – oder bewusst pausieren

Bei akuten eitrigen Prozessen ist weniger oft mehr. Milchprodukte und Eier können vorübergehend belasten und sollten reduziert werden. Gut verträglich sind gekochtes Gemüse, bittere Salate, hochwertige Fette und etwas Eiweiß aus Fisch oder Geflügel. Kurze Esspausen oder ein zeitlich begrenztes Fasten können zusätzlich entlasten und die Immunregulation unterstützen.

3. Darm und Stoffwechsel beruhigen

Ein ruhiger Darm hilft dem Immunsystem. Ballaststoffreiches Gemüse, wenig Reizstoffe und eine einfache, überschaubare Kost sind hier entscheidend. Fermentierte Lebensmittel können in kleinen Mengen sinnvoll sein, wenn sie gut vertragen werden. Ziel ist nicht Stärkung um jeden Preis, sondern Stoffwechselruhe, damit der Körper seine Abwehrarbeit effizient erledigen kann.

Heilpflanzen

Bei eitrigen Entzündungen können Heilpflanzen begleitend unterstützen. Entscheidend ist, dass sie standardisiert, gut verträglich und ihrem Einsatzgebiet angemessen sind. Sie ersetzen keine notwendige chirurgische oder antibiotische Therapie, können aber Heilungsverläufe günstig beeinflussen.

Innerliche Anwendung

Propolis: Propolis besitzt antimikrobielle und immunmodulierende Eigenschaften. Bewährt haben sich standardisierte Extrakte mit 300–1.000 mg täglich, aufgeteilt auf zwei bis drei Gaben, über 10–21 Tage. Propolis eignet sich zur Begleitung bakterieller Belastungen, nicht bei bekannter Bienenprodukt-Allergie.

Echinacea: Echinacea kann die Immunantwort in der Frühphase akuter Infekte unterstützen. Die Anwendung sollte zeitlich begrenzt erfolgen, in der Regel 7–10 Tage, und vorzugsweise mit standardisierten Präparaten. Eine Daueranwendung ist nicht sinnvoll.

Schwarzkümmelöl (Nigella sativa): Schwarzkümmelöl wirkt entzündungsmodulierend und antimikrobiell. Üblich sind 2,5 ml zweimal täglich oder insgesamt 5 ml pro Tag, über 2–8 Wochen. Bei empfindlichem Magen empfiehlt sich eine einschleichende Dosierung.

Äußerliche Anwendung bei Haut und Wundumgebung

Medizinischer Wundhonig (z. B. Manuka- oder Thymianhonig, medizinische Qualität): Medizinischer Honig wird seit Jahren erfolgreich in der Wundversorgung eingesetzt. Er wirkt antibakteriell und fördert die lokale Wundheilung. Anwendung nur bei oberflächlichen, offenen oder bereits eröffneten Wunden, idealerweise als fertige Wundauflage. Küchenhonig ist hierfür ungeeignet.

Ringelblume (Calendula officinalis): Calendula eignet sich zur Wundrandpflege und Beruhigung entzündeter Haut. Salben oder Cremes können 1–2-mal täglich dünn aufgetragen werden, insbesondere in der Abheilphase. Sie dient nicht der Behandlung tiefer Infektionen, sondern der Unterstützung der Regeneration.

Kieferhöhlen und obere Atemwege

Cineol (1,8-Cineol): Standardisierte Cineol-Präparate haben sich bei entzündlichen Prozessen der oberen Atemwege bewährt. Üblich sind 200 mg dreimal täglich über 7–10 Tage. Der Vorteil liegt in der klaren Dosierbarkeit und besseren Verträglichkeit im Vergleich zu ungezielten Inhalationen.

Pelargonium sidoides (standardisierter Extrakt): Pelargonium kann bei akuten Infekten der Atemwege unterstützend wirken. Die Anwendung erfolgt nach Herstellerangaben über 7–10 Tage. Der Einsatz ist begleitend zu verstehen, nicht als Ersatz bei bakteriellen Komplikationen.

Achtung / Vorsicht: Auf ätherische Öle direkt im Ohr, Knoblauch- oder Ölanwendungen im Gehörgang wird bewusst verzichtet. Die Fehlerquote und das Risiko für Trommelfellschäden sind zu hoch. Auch stark reizende oder schlecht standardisierte Mittel empfehle ich nicht.

Homöopathie

In der Praxis arbeite ich bei eitrigen Entzündungen nicht klassisch-homöopathisch im Sinne einer langen Konstitutionssuche, sondern protokollorientiert nach den Banerji-Protokollen. Diese wurden über Jahrzehnte bei entzündlichen und infektiösen Prozessen angewendet und zielen auf Regulation, nicht auf Akutintervention.

Häufig eingesetzte Mittel sind:

  • Hepar sulfuris – bei ausgeprägter Eiterneigung, Schmerzhaftigkeit und starker Entzündungsreaktion
  • Mercurius solubilis – bei feuchten, übel riechenden Sekreten und Schleimhautbeteiligung
  • Silicea – bei chronischer Eiterneigung, verzögerter Abheilung oder rezidivierenden Abszessen
  • Ledum – bei tief sitzenden Entzündungen, insbesondere nach Verletzungen oder Insektenstichen

Die Mittel werden in festgelegten Potenzen und Kombinationen eingesetzt, orientiert am klinischen Bild und Verlauf. Die genaue Potenz und Einnahmefrequenz hängt vom Stadium und der Dynamik des Prozesses ab.

Isopathie / Sanum-Therapie

Bei bakteriellen Belastungen gebe ich parallel zu jeglicher Therapie fast immer Notakehl D5 in Tropfenform. Sowohl innerlich als auch äußerlich aufgetupft. Auch hier gilt: unterstützend, nicht ersetzend.

Sauerstoffbasierte Verfahren und oxidative Therapien

Wenn der Körper Eiter bildet, ist das Milieu lokal oft sauerstoffarm. Viele der beteiligten Keime – insbesondere anaerobe Bakterien – profitieren genau davon. In der naturheilkundlichen Praxis werden deshalb seit Jahrzehnten Verfahren eingesetzt, die Sauerstoffverfügbarkeit erhöhen oder das Milieu oxidativ verschieben. Nicht als Allheilmittel, sondern gezielt und kontrolliert.

Wasserstoffperoxid (H₂O₂)

Wasserstoffperoxid wirkt stark oxidierend und kann Keime lokal reduzieren. In der Praxis kommt es ausschließlich äußerlich zum Einsatz, z. B.:

  • zur Reinigung bereits eröffneter Wunden oder Abszesshöhlen
  • stark verdünnt (3%) und zeitlich begrenzt

Eine innerliche Anwendung ist nicht angezeigt. Unsachgemäßer Einsatz kann Gewebe schädigen. Richtig angewendet kann H₂O₂ jedoch lokal desinfizierend und geruchsreduzierend wirken – mehr nicht, aber das zuverlässig.

Sauerstofftherapie und Ozon

Die Sauerstoff-Ozontherapie wird in der Erfahrungsmedizin seit Jahrzehnten eingesetzt. Ihr Nutzen liegt weniger in einem direkten „Abtöten“ von Keimen, sondern in der Verbesserung des lokalen Milieus, der Durchblutung und der Aktivierung körpereigener Regulationsmechanismen.

Typische Wirkansätze sind:

  • Verbesserung der lokalen Sauerstoffversorgung
  • Reduktion mikrobieller Belastung über oxidative Effekte
  • Immunmodulation und Förderung der Geweberegeneration

Äußerliche Anwendung: Beutelbegasung

Bei offenen, infizierten oder schlecht heilenden Wunden ist die Ozon-Beutelbegasung aus meiner Sicht eine der wirksamsten lokalen Maßnahmen. Ozon wirkt hier direkt oxidativ auf Bakterien, Viren und Pilze und ist bei korrekter Anwendung klar keimtötend.

In der Praxis zeigt sich:

  • deutliche Reduktion der lokalen Keimbelastung
  • Geruchsreduktion bei fauligen Wunden
  • Förderung der Granulation und Abheilung
  • besonders hilfreich bei chronischen, rezidivierenden oder antibiotikaresistenten Verläufen

Die Beutelbegasung eignet sich begleitend, insbesondere nach chirurgischer Sanierung oder bei therapieresistenten Verläufen.

Innerliche Anwendung: Eigenbluttherapie

Innerlich kommt ein Sauerstoff-Ozon-Gemisch wie folgt zum Einsatz:

  • Große „Eigenbluttherapie“ (I.V.):
    Wird vor allem bei chronisch-entzündlichen Prozessen, rezidivierenden Infektionen und ausgeprägter Regulationsschwäche eingesetzt. Ziel ist eine systemische Immunmodulation und Verbesserung der Sauerstoffverwertung.
  • Kleine Eigenbluttherapie / lokale Infiltration:
    Hierbei wird das Ozon-Sauerstoff-Gemisch gezielt in das umgebende Gewebe eingebracht. Das kann lokal durchblutungsfördernd wirken und den Heilungsprozess unterstützen, etwa im Umfeld chronischer Entzündungsherde.

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt ist kein universeller Erklärungsansatz für Entzündungen. Er beschreibt jedoch das biochemische Milieu, in dem Entzündungsprozesse ablaufen. Gerade bei chronisch-entzündlichen Zuständen zeigt sich in der Praxis häufig eine erhöhte metabolische Belastung.

Im akuten Stadium kann eine zeitlich begrenzte Entlastung sinnvoll sein, etwa durch den Einsatz eines gut verträglichen Basenpulvers. Ziel ist nicht eine „Alkalisierung des Körpers“, sondern die Reduktion von Stoffwechselstress und die Unterstützung der körpereigenen Regulationsmechanismen. Dauerhafte oder hochdosierte Anwendungen sind nicht angezeigt – hier geht es um gezielte Unterstützung, nicht um Ideologie.

Wann sofort handeln?

  • rasch zunehmende Schmerzen
  • Fieber, Schüttelfrost
  • Ausbreitung der Rötung
  • eingeschränkte Bewegung
  • Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme

Dann gehört das Thema nicht in Eigenregie behandelt.

Fazit

Eiter ist kein Bagatellsignal. Er zeigt, dass der Körper kämpft – manchmal erfolgreich, manchmal am Limit. Schulmedizin und Naturheilkunde stehen hier nicht im Wettbewerb, sondern in einer klaren Hierarchie: Akute Gefahr gehört in ärztliche Hände. Begleitende Regulation, Entlastung und Unterstützung – dort beginnt der sinnvolle Einsatz naturheilkundlicher Erfahrung.

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Rene Gräber:

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