Darmkrämpfe - Das Reizdarm-Syndrom
Das Reizdarm-Syndrom - RDS (auch irritables Darmsyndrom - IDS) gilt als eine der häufigsten
Darmerkrankungen.
Dabei handelt es sich gemäß gängiger schulmedizinischer Definition um eine "funktionelle
Störung", bei der keine Organerkrankung (z.B. Tumor) als Ursache feststellbar ist.
von: Rene Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Auch liegt keine Entzündung im eigentlichen Sinn vor. Vielmehr kommt es durch
bis heute nicht geklärte Umstände zu einer Fehlfunktion des Darms bei gleichzeitig gestörter Darmflora (innerer, von Mikroorganismen ausgekleideter Bereich der Darmwand, der
im gesunden Zustand v.a. der Immunabwehr dient).
Von einem Reizdarm-Syndrom kann dann gesprochen werden, wenn es innerhalb der letzten zwölf Monate
mindestens drei Mal über einen Zeitraum von jeweils mindestens drei Tagen zu mehreren der nachfolgend aufgezählten
Anzeichen und Symptome kommt (= Rom III Kriterien):
Neben diffusen, kolikartigen oder stechenden Bauchschmerzen kommt es zu einer
veränderten Stuhlkonsistenz (hart, breiig oder wässrig), die sich in Rein- oder Mischform zeigen kann. Die
Defäkationsvorgänge sind gehäuft (mehrmals am Tag), gekennzeichnet durch Schmerzen
während des Prozesses sowie einer Linderung im direkten Anschluss. Der Stuhl weist Schleimauflagen auf. Zusätzlich
kommt es zu einer vermehrten Gasansammlung im Darmbereich (Meteorismus) sowie zu
Blähungen (Flatulenzen). Die Symptomatik zeigt sich hauptsächlich tagsüber, während
die Nachtstunden beschwerdefrei bleiben.
Die auslösenden Faktoren sind bisher nicht identifiziert, Untersuchungen zeigen aber eine vermehrte genetische
Prädisposition. Daneben werden auch das den Darm kontrollierende Nervensystem (Enterisches Nervensystem - ENS, auch
"Bauchhirn" genannt), eine (durch Neurotransmitter vermittelte) erniedrigte Schmerzschwelle
im Darm sowie psychosoziale Störungen (z.B. Stress, Depression) in Erwägung gezogen. Überaktive Mastzellen scheinen ebenso eine Rolle zu spielen.
Das klinische Bild (Symptome) ergibt sich aus den Rom III
Kriterien:
Neben Durchfall (Diarrhoe) und Verstopfung
(Obstipation) zeigen sich auch Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Rückenschmerzen (z.T. vermittelt durch die
ausstrahlenden Bauchschmerzen).
Betroffene sind häufig müde, fühlen sich körperlich geschwächt und leiden unter Schlaf- und
Konzentrationsstörungen.
Auch die normale Miktion (Wasserlassen), der Menstruationszyklus sowie der physiologische Rhythmus des Herzens
können beeinträchtigt sein.
Die andauernden Symptome führen zu einer psychischen Beeinträchtigung, bei der es zu Depressionen,
Angstzuständen und allgemeinen Verstimmungen kommen kann. Längerfristige Durchfälle können zudem den gesamten
Organismus in Mitleidenschaft ziehen, es drohen Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen.
Schulmedizinische Therapie
Die Therapie stützt sich vornehmlich auf allgemeine Maßnahmen. Neben einer Gesprächstherapie werden Umstellungen
von Lebens- und Essgewohnheiten aufgezeigt (Verzicht auf Noxen wie z.B. Alkohol und Nikotin, verstärkte sportliche
Aktivität, Pflegen von sozialen Kontakten, Reduzierung von darmreizenden und blähenden Lebensmitteln, Erstellung
eines ausgewogenen Ernährungsplans). Da die Erkrankung nicht systemisch ist, kann die Therapie nur Hilfestellung
geben, die Erkrankung nur lindern, nicht aber heilen. So zeigen sich sehr unterschiedliche Resultate bei den
verschiedenen Maßnahmen. Um schwere Symptome zu behandeln oder bei ausbleibendem Therapieerfolg werden
medikamentöse Strategien gewählt, die ebenfalls nur der Linderung dienen.
Ein grundsätzliche Auffassung in der Schulmedizin ist, dass das Reizdarm-Syndrom im Normalfall zu
keinen ernsthaften Schädigungen des Organismus führt und auch die Lebenserwartung nicht beeinträchtigt.
Bedingt durch die andauernden Beschwerden ist der normale Lebensrhythmus aber kaum möglich (tägliche Aktivitäten
sind stark eingeschränkt, eine Erwerbstätigkeit ist u.U. nicht mehr durchführbar). Nur selten kommt es im Verlauf
zu einer völligen Beschwerdefreiheit.
Eine neuere Studie zeigt, dass bestimmte Antibiotika beim Reizdarmsyndrom helfen
können. Ich persönlich halte die Antibiotikagabe beim Reizdarmsyndrom für bedenklich, nicht nur vor dem Hintergrund
der ständig zunehmenden Antibiotika-Resistenzen. Es gibt meiner Erfahrung
nach nebenwirkungsärmer und ganzheitlichere Ansätze.
weitere Themen die mit diesem Thema in Zusammenhang stehen:
Antibiotika - Darmbeschwerden - Reizmagen - Sodbrennen - Magenschmerzen
Ursachen die
ausgeschlossenen werden sollten
Auch Fruchtzucker (Fructose) und Sorbitol (Zucker-Alkohol, der in kalorienreduzierten
Kaugummis und Süssigkeiten verwendet wird) können die Beschwerden verschlimmern. Fettige Lebensmittel können
ebenfalls Krämpfe auslösen.
Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (Allergien), sind eine weitere Ursache.
Insbesondere Milch, Getreide (Zöliakie),
Zitrusfrüchte, Kaffee, Nahrungsmittel-Zusätze (Farb- und Geschmacksstoffe) können Darmkrämpfe auslösen oder
begünstigen.

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei Darmkrämpfen in Frage kommen.
AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel |
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie
basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt.
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| Bachblüten |
Liegen körperlichen Problemen seelische Ursachen zugrunde, können Bachblüten
helfen. Bachblüten lösen keine Probleme, aber sie helfen, anders damit umzugehen und
bringen sie einer Lösung näher. Lassen Sie sich von einem/r Therapeuten/In eine Mischung zusammen
stellen.
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| Ernährung |
Milch ist für
Säuglinge und Kälber. Erwachsene können Milch, resp. die Laktose (Milchzucker) schlecht
verdauen - eventuell . Wenn der Mensch dem Säuglingsalter entwachsen ist, fällt der
Laktase-Spiegel ab.
Laktase ist das Enzym, welches die
Laktose verdaut. Bei vielen treten nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten Aufstossen
oder Blähungen auf. Butter, Joghurt und gereifter Käse enthalten
weniger Laktose und werden deshalb besser vertragen.
Weitere Tipps finden Sie im Beitrag:
Reizdarm - Ernährung die nicht
reizt
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| Heilpflanzen |
Bestimmte Heilpilze gegen Reizdarm wie der Reishi oder der Igelstachelbart wirken sich positiv aus.
Weitere hilfreiche Heilpflanzen: Melisse, Kamille, Schwarzkümmelöl.
Eine Kur mit Teebaumöl kann hilfreich sein.
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| Medizinische Massagen |
Zarte Bauchmassagen und Manuelle Lymphdrainage können Darmkrämpfe lindern.
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| Schüssler Salze |
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| Säure-Basen-Haushalt |
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten
und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
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| sonstiges |
Ausgleichend und insgesamt sehr entspannend wirkt eine Fußrefelexzonenmassage.
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.7.2011 aktualisiert.

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