Darmsanierung: Darmflora gut - Gesundheit gut

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Ein gesunder Darm ist das A und O des gesamten Immunsystems. Man sagt sogar: „Der Tod sitzt im Darm“ und meint damit die gesundheitsschädlige Wirkung, die ein kranker Darm haben kann. Die Darmflora, also die Besiedelung der Darmschleimhaut mit „guten“ Bakterien, spielt dabei eine besondere Rolle. Mittlerweile haben Forscher außerdem auch unterschiedliche "Darmtypen" beim Menschen identifiziert, die eine Auswirkung auf die Zusammensetzung der Darmflora haben.

Im menschlichen Darm leben Unmengen an Bakterien, die dort wichtige Zwecke erfüllen: Sie zerkleinern die Nahrung, sie machen schädlichen Bakterien, Viren und Parasiten den Garaus und bilden das zentrale Element unseres gesamten Immunsystems. Diese „gesunden“ Bakterien heißen Probiotika, übersetzt „für das Leben“. (Übrigens heißt umgekehrt das Wort Antibiotika übersetzt „gegen das Leben“. Zum Thema Antibiotika werden wir im Zusammenhang mit der Darmflora noch zu sprechen kommen.) Gemeinsam bilden die Probiotika die sogenannte Darmflora, ein System, das durch falsche Ernährung, Antibiotika, Strahlen- und Chemotherapie und andere Faktoren schwer gestört sein kann.

Über gesunde Ernährung wird viel geredet, aber es wird dafür viel zu wenig getan. Der "moderne Mensch" isst zu viel und das Falsche, was dauerhaft das gesamte körperliche System belastet. Hinzu kommt ein Essverhalten, welches mangelnde Zeit zum Kauen lässt, zu wenig Ruhezeit zum Verdauen und nicht ausreichende Sorgfalt in der Zusammenstellung unserer Mahlzeiten. Irreführende Werbungen, die zum Beispiel Zuckerbomben als „geeignet für Babys ab 10 Monaten“ anpreisen, verstärken das Problem noch. (Link: http://www.foodwatch.org/de/informieren/goldener-windbeutel/aktuelle-nachrichten/goldener-windbeutel-2014-fuer-nestle/)

Durch solche Ernährungsfallen werden Unmengen an Zucker zugeführt, die die Darmflora gänzlich und dauerhaft durcheinanderbringen. Pilze und krank machende (pathogene) Bakterienstämme lieben Zucker. So führen wir nicht nur den gesunden Siedlern unseres Darmes, sondern vor allem gefährlichen Keimen das Futter zu, welches sie benötigen, um sich auszubreiten. Ständiger Heißhunger ist ein Symptom, welches in diese Richtung deutet. Gibt man ihm nach, verstärkt man das Problem noch: Man versorgt weiterhin die schädlichen Organismen mit Nahrung und wird nebenher auch noch dick, mit den bekannten gesundheitsschädigenden Folgen.

Pilze und Bakterien vermehren sich aber nicht nur, sondern scheiden ihrerseits auch wieder ihre eigenen Stoffwechselendprodukte aus.

Natürlich sind viele der Stoffwechselprodukte probiotischer Bakterien und Pilze für unseren Organismus nützlich. Doch gibt es ebenso zahlreiche Giftstoffe verschiedenster Mikroorganismen, die unser Körpersystem zusätzlich belasten. Solche "Schlacke" sind der beste Nährboden für pathogene Pilze, Keime, Würmer und andere Parasiten, die das Blut- und Lymphsystem belasten. Beinahe unmerklich unterwandern wir selbst auf diese Art dauerhaft die eigene Gesundheit und Vitalität.

Ein teuflischer Kreislauf entsteht, der immer mehr Kraft für sich selbst verbraucht, anstatt die Kraft unserem Körper zur Verfügung zu stellen, die er zum gesunden Funktionieren benötigt. Insgesamt wird durch eine entsprechende Dauerbelastung der Darm immer weniger seine lebenswichtigen Funktionen ausüben können.

Mögliche Ursachen für eine gestörte Darmflora

1. Störende Einflüsse dieses natürlichen Gleichgewichts sind neben den genannten Ernährungsfehlern auch Abführmittel. Sie verdrängen die wichtigen Bifidusbakterien und Lactobazillen, wenn sie über längere Zeit verwendet werden. Beide Bakterienstämme sind für die Darmbewegung zuständig. Ihre Verdrängung führt zu einer schlechteren Darmperistaltik und damit zu weiterer Zufuhr von mehr Abführmitteln, die wiederum dafür sorgen, dass die Darmflora noch schlechter wird.

2. Zahlreiche Antibiotika, vor allem oral verabreichte, töten viele wichtige Bakterien im Darm ab und stören damit die Darmflora ganz empfindlich. Das ist ein Grund dafür, warum Antibiotika wirklich nur mit Vorsicht verschrieben werden sollten. Leider verschreiben immer noch viel zu viele Ärzte vorschnell Antibiotika, nicht zuletzt, weil es auch viele Patienten gibt, die „richtige Medizin“ (= Antibiotika) fordern, selbst wenn sie gar nicht nötig oder sinnvoll sind. Was wir damit unserer Gesundheit antun, unterschätzen selbst viele Ärzte.

3. Andere Erkrankungen und Belastungen können ebenfalls die Darmflora belasten: Pankreasinsuffizienz, Magenresektion, Darmentzündungen, Röntgen- sowie Strahlenbelastung, Leberschwäche und Gallenblasenprobleme gehören dazu. Auch „Schmierstuhl“ ist ein Problem: Wenn der Stuhl dauerhaft zu weich ist, kann das auf eine Schädigung der Darmflora hinweisen und diese noch weiter verschlimmern. Allerdings stelle ich immer wieder fest, dass die meisten Patienten gar nicht merken, wenn bei ihnen etwas nicht in Ordnung ist. Als Faustregel gilt: Wenn Sie dauerhaft nach dem Stuhlgang mehr als zweimal abwischen müssen, ist Ihr Stuhl zu weich und Sie sollten die Ursachen dafür herausfinden und beseitigen.

Das Problem ist die mangelnde Wahrnehmung früher Symptome, die anfängliche Störungen im so notwendigen Gleichgewicht der Darmflora zeigen. Der Darm wird meist erst dann beachtet, wenn massive Probleme auftauchen.

Mögliche Folgen

Am Ende einer Überlastung stehen die verschiedensten Krankheiten. Oft genug werden diese jedoch nicht als Wirkung eines überlasteten Darms betrachtet und anderweitig behandelt. Dann kommen im schlechtesten Falle noch Medikamente dazu, wie zum Beispiel Antibiotika, die die Darmflora zusätzlich belasten und das Immunsystem weiterhin schwächen.

Hämorrhoiden, Verstopfung, Blähungen, Darmträgheit, Reizdarmsyndrom und gar Darmkrebs sind die Ergebnisse langjähriger Belastung dieses so lebenswichtigen Organs Darm.

Doch auch unspezifischere Probleme können mit einem gestörten Darm zu tun haben: Übermäßige Erschöpfung, Konzentrationsschwäche und Niedergeschlagenheit sind noch die harmlosesten (wenn auch ihre verheerende Wirkung auf die Lebensqualität nicht unterschätzt werden sollte). Auch Blutvergiftung oder multiples Organversagen können ihre Ursachen in einer gestörten Darmflora haben. Forscher vermuten außerdem einen Zusammenhang zur Entstehung von Autismus (http://www.arte.tv/de/Hilfe-bei-Autismus--Die-Rolle-der-Bakterien-/6714470.html; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22747852).

Um dauerhafte Schäden zu vermeiden, sollten Sie rechtzeitig dafür sorgen, dass Ihre Darmflora wieder hergestellt wird und Ihr Darm sich erholen kann. Eine Darmsanierung ist dabei das Mittel der Wahl. Ohne Verbesserung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten ist es bei den meisten Menschen allerdings nicht getan, sonst treten die bekannten Probleme bald wieder auf.

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Im Folgenden finden Sie Therapieverfahren, die für eine Damsanierung infrage kommen können.

Natürlich müssen zunächst, wenn irgendwie möglich, die Faktoren ausgeschaltet werden, die die Darmflora schädigen. Dazu gehört zum Beispiel eine Ernährungsumstellung und eine Vermeidung von unnötigen Anitbiotika. Denken Sie auch an die Mengen an Anitibiotika, die Sie sich durch konventionell produziertes Fleisch zuführen! Lesen Sie hierzu auch meinen Beitrag: Fast jedes Masthuhn bekommt Antibiotika.

Colon-Hydro-Therapie Eine Darmreinigung gehört zur Darmsanierung dazu. Zu Hause können Sie sie mit Einläufen und Klistieren selbst durchführen. Noch viel gründlicher wird die Darmreinigung mit der sogenannten Colon-Hydro-Therapie. Hierbei werden mehrere Liter angewärmtes und mit Sauerstoff angereichertes Wasser in den Darm ein- und wieder ausgebracht. Zusammen mit einer gezielten Bauchmassage löst diese Behandlungsform auch sehr alte Schlacken und Fremdkörper und hilft dem Körper dabei, sie abzutransportieren. Keine Sorge: Diese Therapie ist weder besonders unangenehm noch „eklig“. Es wird ein geschlossenes Einmalsystem verwendet, bei dem weder Gerüche noch Darminhalt nach außen treten. Die meisten Patienten empfinden die Colon-Hydro-Therapie sogar als sehr wohltuend.
Ernährung

Kein Weißmehl, kein Zucker, das empfehle ich (nicht nur) allen Menschen, die mit dem Darm Probleme haben. Fleisch hatte ich ja oben bereits kurz im Zusammenhang mit der Antibiotikamast angesprochen. Lesen Sie auch meinen Beitrag: Krank durch Fleisch.

Essen Sie Früchte in Maßen, trinken Sie keinen Fruchtsaft. Stattdessen langsam mit milchsaurer Kost beginnen: Sauerkraut, Kefir, Buttermilch (löffelweise und kauen!).

Beim Sauerkraut müssen Sie allerdings auf die Qualität achten: Oft wird das Kraut nur mit Essig angemacht, damit es sauer schmeckt. Eine positive gesundheitliche Wirkung hat aber nur Kraut, das auf althergebrachte Weise eingesäuert wurde.

Sie können sich im Allgemeinen an diese einfache Ernährungsregel halten: Richtige Ernährung

Auch eine Fastenkur kann gut geeignet sein, um dem Darm die Möglichkeit zur Regeneration und Reinigung zu geben. Im Zuge des Fastens wird auch der Darm regelmäßig gereinigt, was ihm die Chance gibt, schädliche Mikroorganismen loszuwerden und den frei gewordenen Platz wieder mit neuen zu belegen. Wie man so etwas praktisch umsetzen kann, beschreibe ich ausführlich in meiner Fasten-Anleitung.

Heilpflanzen  Eine gute Studienlage gibt es zum Beispiel für die Flohsamen.
 
Säure-Basen-Haushalt Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" können bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
Sonstiges

An das Störfeld Nasennebenhöhlen denken.

Eine Therapie zur Darmsanierung sollte wenigstens vier Wochen dauern.

Zur "Aufforstung" bieten sich folgende Probiotika an:

Evtl. auch Kijimea, wenn Studienergebnisse vorliegen.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.10.2016 aktualisiert.