Darmträgheit und Verstopfung ist ein weit verbreitetes Problem, wobei vor allem ältere Menschen (über 60 Jahre) betroffen sind. Gekennzeichnet ist die Verstopfung (Obstipation) durch Pressen zur Stuhlentleerung, hartem Stuhlgang, dem Gefühl der unvollständigen Entleerung und der Blockierung, der Notwendigkeit zur manuellen Unterstützung zur Stuhlentleerung und weniger als drei mal Stuhlgang pro Woche.

Die Beschwerden können durchaus so stark sein, dass die Patienten starke Bauchschmerzen bekommen können.

So verständlich der Wunsch nach Schmerzmitteln auf Seiten der Patienten ist, so kritisch ist deren Verordnung. Die Medikamente verursachen ebenfalls Opstipationen. Dies gilt besonders für die Opioide, die in den USA leichtfertig verschrieben werden. Die erhebliche Suchtgefahr, die dies beinhaltet, wird von den Ärzten schlicht ignoriert.

Die “chronische habituelle Obstipation”, die häufigste Form, wird verursacht durch eine faserarme Kost mit mangelnder Flüssigkeitszufuhr, mangelnde Bewegung und eine Unterdrückung des Defäkationsreizes (z.B. in Stresssituationen). Eine andere Form der Verstopfung ist die neurogene Dysfunktion. Dieses Phänomen tritt im höheren Alter auf und ist auf eine geschwächte Darmmuskulatur zurückzuführen.

Beim Reizdarmsyndrom, bei dem keine organischen Ursachen für die Beschwerden gefunden werden können, kommt die Obstipation häufig neben anderen Beschwerden vor.

Verstopfung kann auch ein Symptom bei Elektrolytstörungen (z.B. Kaliummangel durch Missbrauch von Abführmittel), organischen Darmerkrankungen (z.B. Adenom, Divertikulitis, Analfissuren), nervlichen Störungen (z.B. Multiple Sklerose) und hormonellen Ursachen (z.B. SchwangerschaftDiabetes mellitus, Hypothyreose) sein. Es ist bei diesen Krankheiten schwierig, Ursache und Wirkung auseinander zu halten, besonders bei Essstörungen. Denn die genannten Beschwerden verursachen ihrerseits Verstopfungen, wodurch ein regelrechter Teufelskreis entstehen kann.

Oft ist das Problem auch in einer fehlerhaft zusammengesetzten Darmflora zu suchen. Eine Studie mit Mäusen hat ergeben, dass die Tiere ein interessantes Phänomen zeigen, wenn ihnen Proteine aus Morbus-Parkinson-Patienten in den Darm implantiert werden. Die Mikrobionten erscheinen merkwürdigerweise irgendwann im Nervus vagus.

Das deutet darauf hin, welchen immensen Einfluss das enterische Nervensystem auf die zentralen Verschaltungen der Nerven ausüben. Von den generellen Konsequenzen einmal abgesehen, weist dies auch auch darauf hin, dass das fehlgeleitete Mikrobiom auch die Verstopfungen bei den Parkinson-Patienten verursacht (https://www.sciencenews.org/article/protein-linked-parkinsons-travels-gut-brain).

Auf Reisen leiden viele Menschen unter einer “passageren Obstipation”, diese situative Form kann auch bei Schichtarbeit oder Fieber auftreten.

Auch Medikamente (z.B. Antidepressiva, Antazida, Neuroleptika, Betablocker, Antikonvulsiva) ) können eine Verstopfung hervorrufen.

Ausführlich zur klinischen Diagnose, Ursachen gem. der Schulmedizin beschreibe ich im Beitrag: www.yamedo.de/symptome/verstopfung.html

weitere Verwandte Themen: After-Juckreiz – Darmspiegelung – Koloskopie

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Mögliche Folgen

Lange andauernde Verstopfung und Darmträgheit bringt ein erhöhtes Risiko für DarmdivertikelChronische Verstopfung und Hämorrhoiden mit sich. Der Zusammenhang mit Darmkrebs wird noch diskutiert. Unangenehm ist ein rektaler Prolaps, bei dem der Enddarm aus dem Anus hervordringt und die Defäkation sehr schwierig macht. Daneben besteht die Gefahr einer Nierenschwäche, die bei 23 % der schwer betroffenen Patienten zu verzeichnen ist. In 9 % der Fälle verläuft die Komplikation tödlich.

Behandlung der Schulmediziner

Der Arzt verschreibt znächst Medikamente, die an der Darmtätigkeit ansetzen. Eine verstärkte Peristaltik soll den Speisebrei lockern und in Richtung Enddarm befördern. Zusätzlich wird die Schleim-Produktion im Darm angeregt, wodurch der Durchfluss bechleunigt wird. Das letzte Mittel ist ein Klistier, mit dem eine Lösung in den Darm gespült wird. Bei dieser Prozedur entsteht ein erheblicher Flüssigkeits- und Elektrolytverlust, der unbedingt ausgeglichen werden muss.

Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Darmträgheit in Frage kommen können.

Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt. Mit dieser Methode kann sehr wohl dem trägen Darm wieder Energie zugeführt werden.

Akupunktur

Punke, die bei Verstopfung gewählt werden, sind Di 4, Dü 3, Bl 25, Di 10, Di 11 und Ma 25,  

Die Ernährung spielt eine große Rolle bei der Darmträgheit und auch bei der Verstopfung. Zunächst einmal sollten Sie Ihre Trinkmenge prüfen. Essen Sie mehr Gemüse und Obst, sowie mehr Ballastoffe. Wenn Sie Gemüse und Obst nicht gewöhnt sind, fangen Sie mit kleinen Portionen an. Essen Sie morgens zum Beispiel als erstes zum Frühstück einen Apfel. Hilfreich sind zudem Sauerkrautsaft und Pflaumensaft. Meiden Sie Weismehlprodukte und essen Sie weniger Fleisch und Wurst. Kauen Sie jeden Bissen 33mal. Heilfasten kann insgesamt sehr gut umstimmend wirken.

Bachblütentherapie

Antispastika sind hier Cherry Plum und Star of Bethlehem

Folgende Mittel können in Frage kommen:

  • nach einer Operation: Opium, Staphisagria

  • nach Missbrauch von Abführmitteln: Nux vomica

  • "verkampfte" Verstopfung: Nux vomica, Magnesium carbonicum, Lycopodium, Cuprum metallicum

  • "trockene" Verstopfung: Alumina, Arsenicum Album, Silcea, Plumbum, Bryonia, Natrium muriaticum.

FlohsamenFlohsamenschalenWeizenkleie, Leinsamen. Alexandriner-Sennesfrüchte, Boldoblätter, Cascararinde, Curacao-Aloe, Faulbaumrinde, Kap-Aloe, Kreuzdornbeeren, Manna, Rhabarberwurzel, Sennesblätter.

Ferrum phosphoricum Nr. 3Kalium chloratum Nr. 4Magnesium phosphoricum Nr. 7Natrium chloratum Nr. 8Natrium sulfuricum Nr. 10
Nr. 8 Natrium chloratum im Wechsel mit dem Mittel Nr. 3 Ferrum phosphoricum je 3 × täglich 1 Tablette

Sonstiges

Bewegung ist neben der Ernährung entscheidend. Gehen Sie täglich mindestens zwei mal zehn Minuten spazieren. Noch besser: besorgen Sie sich ein Mini-Trampolin und "schwingen" oder hüpfen Sie darauf zwei bis drei Minuten.

Gegen eine Darmträgheit kann die Colon-Hydro-Therapie helfen. Auch ein Glas abgekochtes, warmes Wasser tut dem geplagten Darm gut.

Ausgleichend und insgesamt sehr entspannend und dennoch anregend für die Darmtätigkeit wirkt eine Fußrefelexzonenmassage.

Und zum Schluss vielleicht noch etwas, von dem Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben und das auch etwas "kurios" anmutet: Das Ano-Darmpessar. Richtig und regelmäßig angewendet, kann dieses Röhrchen dazu beitragen Darmprobleme dauerhaft zu reduzieren.

Wenn die Defäkation zu anstrengend ist, nehmen Sie beim Toilettengang nicht die Sitzposition ein. In der Hockerstellung entkrampft sich die Darmmuskulatur und auch der Ringmuskel und die Entleerung fällt leichter.

Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

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