Durchblutungsprobleme

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Mit Durchblutung meint man im Allgemeinen die arterielle Blutzufuhr zu den Zellen. Jede Zelle benötigt Sauerstoff und Nährstoffe zum Überleben. Außerdem müssen die Stoffwechselprodukte der Zellen (z.B. Kohlendioxid) abtransportiert werden. Diese Aufgaben übernimmt im Körper das Blut mit seinen einzelnen Blutbestandteilen, die spezielle Tätigkeiten ausüben (z.B. rote Blutkörperchen für den Sauerstofftransport).

Das Blut fließt, durch das Herz als Pumpe angetrieben, in Adern, die sich immer weiter zu den Zielzellen hin verzweigen. Jede Zelle unseres Körpers, sei es in der Leber oder im Gehirn oder den Muskeln, hat einen eigenen Anschluss an Kapillaren, mit deren Hilfe der Austausch von benötigten Produkten und Zellabfall stattfindet (mehr dazu auch im Beitrag "Mikrodurchblutung").

Kapillaren sind die kleinsten Aufzweigungen des arteriellen Gefäßsystems (Schlagader = Arterie = vom Herzen weg, zu den Körperzellen hinführendes Gefäß). Über die Venen fließt das Blut von den Körperzellen zurück zum Herzen, von wo es über die Lungenarterien in die Lungen gepumpt wird. Dort erfolgt eine Anreicherung mit Sauerstoff und die Freigabe von Kohlendioxid, was über die Lungen ausgeatmet wird. Über die Lungenvenen fließt das jetzt sauerstoffreiche Blut zurück zum Herzen, welches dann dieses Blut in den Körper befördert.

Die Durchblutung kann durch äußere und innere Faktoren vermehrt (z.B. Wärme, Entzündung), vermindert (z.B. Kälte, Gefäßverengung), normal oder sogar null sein (z.B. Gefäßverschluss).

Durchblutungsstörungen aus medizinischer Sicht

Im Folgenden gehe ich auf einige physiologische Fakten ein, die für manche Leser vielleicht ein wenig "zu viel" sind. Wenn Sie möchten können Sie diesen Abschnitt überspringen und gleich weiter unten bei Naturheilkunde und Alternativen Heilverfahren weiterlesen.

Der medizinische Begriff für eine Durchblutungsstörung lautet „Ischämie“. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „is-chein = zurückhalten“ und „haima = Blut“. Eine Ischämie bezeichnet in der Medizin aber nicht nur eine Minderdurchblutung von Gewebe oder Organen, sondern auch einen kompletten Durchblutungsausfall, wie er bei Infarkten von Herz und Hirn vorkommt.

Ursachen für Ischämien sind oft unphysiologische Veränderungen in den Blutgefäßen, vor allem Verengungen, die auf einer Ablagerung von unerwünschten Stoffen beruhen. Ich hatte bereits die Atherosklerose erwähnt, bei der es zu Einlagerungen von Cholesterin und Calcium in der Intima der Gefäßwände kommt und damit zu einer Einengung des Lumens. Von daher ist die Schulmedizin bemüht, Cholesterinwerte bei Risikopatienten (inzwischen zählen fast alle Menschen zu dieser Risikogruppe) niedrig zu halten, um eine Entwicklung in Richtung Atherosklerose zu verhindern. Ob zu hohe Cholesterinwerte aber wirklich die Ursache für eine Atherosklerose sind, daran bestehen Zweifel. Denn der Einlagerung in die Intima gehen Verletzungen voraus, die diese Einlagerung erst ermöglichen und die auf entzündlichen Vorgängen in den Gefäßwänden zu ruhen scheinen.

Ischämien können bis zu einem gewissen Zeitraum vom betroffenen Gewebe „toleriert“ werden. Ist jedoch die Ischämie zu ausgeprägt oder dauert zu lange, dann kommt es zu Gewebeschäden. Diese Schäden beruhen nicht nur auf einem Absterben von Zellen, die das Gewebe aufbauen, durch Sauerstoffmangel. Vielmehr tritt schon früher ein starker oxidativer Stress auf, dessen freien Radikale zu Zellschädigung führen.

Die Toleranzgrenzen für einen „versorgungsfreien“ Zeitraum sind von Organ zu Organ verschieden. Die geringste Toleranz hat das Gehirn, dass bei nur wenigen Minuten Mangelversorgung nachhaltigen Schaden nimmt. Von anderen Organen, die heute in der Chirurgie transplantiert werden, wie Herz, Leber, Nieren, und so weiter, liegt die Toleranzzeit bei einigen Stunden. Aber hier werden die Organe gekühlt und in einer Nährlösung gehalten. Bei Extremitäten kann auf diese Weise die Toleranzzeit auf 12 Stunden heraufgesetzt werden.

Aber Durchblutungsstörungen sind nicht nur auf das arterielle System beschränkt. Ein beeinträchtigter Abfluss im venösen Teil der Blutzirkulation oder der Lymphe können unter Umständen alleine oder in Kombination eine Durchblutungsstörung hervorrufen. In diesem Bereich spielen Thrombosen oder eine Veneninsuffizienz die bevorzugte Rolle. Ein Blutstau hier führt zu Staueffekten in den vorgeschalteten Kapillarbereichen, was dann wiederum hier zu einer Störung der Mikrodurchblutung führt.

Eine besondere Form der Durchblutungsstörung ist der „Steal-Effekt“. Denn bei diesem Phänomen stehlen sich unterversorgte Areale Blut aus besser versorgten Arealen und provozieren somit eine Minderdurchblutung in letzteren. Dieser Steal-Effekt wird unterstützt durch eine extreme Weitstellung der Gefäße im zuvor weniger gut versorgten Areal, was zu einem rapiden Druckgefälle führt, der wiederum so gut wie unkontrolliert das Blut aus anderen Gebieten „absaugt“. Steal-Effekte sind besonders „beliebte“ Nebenwirkungen von Nitro-Präparaten zur Behandlung von Angina pectoris, da das Nitro in ähnlicher Weise die Koronargefäße am Herzen so weit stellt, dass die affektierten Gebiete ebenfalls diese „Staubsauger-Wirkung“ erzeugen.

Es versteht sich von selbst, dass eine Minderdurchblutung so schnell wie möglich beseitigt werden sollte. Aber auch hier geht es nicht ganz so einfach wie gewünscht. Denn eine Verbesserung der Durchblutung ist oft begleitet von weiteren Schädigungen der betroffenen Areale. Dies ist in der Medizin bekannt als "Reperfusionsschaden".

Eine ischämisches Gebiet wird wieder normal mit Blut versorgt, zeigt aber trotzdem alle Zeichen von schweren Schädigungen. Besonders bei Transplantationen ist dies ein Problem, wenn das Transplantat wieder normal mit Blut versorgt wird. Dieses paradoxe Bild beruht auf folgenden pathophysiologischen Mechanismen.

Durch den durch die Ischämie bedingten Sauerstoffmangel kommt es zu einer Reihe von biochemischen Reaktionen im betroffenen Gebiet. Am Ende dieser Reaktionen steht die Bildung von Sauerstoffradikalen in dem Moment, wo erneut Sauerstoff über die Herstellung einer normalen Blutversorgung zugeführt wird. Dies sind zum Beispiel Wasserstoffperoxid, Superoxid und Hydroxyxl-Radikale. Diese Radikale oxidieren Lipide in den Zellmembranen umliegender Zellen und zerstören diese.
Weitere Reaktionen in diesem Szenario sind die Ausbildung von Adhäsionsmolekülen und die „Einwanderung“ von neutrophilen Granulozyten in das betroffene Gebiet.

Dadurch werden vermehrt weiße Blutkörperchen an das Endothel der kleinen Blutgefäße gebunden. Die angeregten Granulozyten setzen selbst vermehrt Sauerstoffradikale frei, was noch mehr weiße Blutkörperchen in dieses Gebiet anlockt, was den Teufelskreis schließt. Durch die damit verbundene erhöhte Durchlässigkeit des Gewebes, vergleichbar mit dem einer Entzündung, endet in der Bildung von Ödemen, die den Gewebedruck erhöhen. Dieser Druck ist ein weiterer Faktor, der die Durchblutung des Gewebes einzuschränken hilft. Die damit einsetzende Übersäuerung des Gewebes setzt weitere Radikale frei, was zu weiteren Gewebeschäden führt.

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Gegenmaßnahmen gibt es für die Schulmedizin nicht. Die einzige Möglichkeit, ein solches Szenario zu verlangsamen, ist die Abkühlung der betroffenen Gebiete. Diese Abkühlung bremst die Aktivitäten der beteiligten Enzyme, die für die Produktion der freien Radikale notwendig sind. Durch eine Hyperventilation (über dem Bedarf liegende Beatmung der Lungen) kann man einen Anstieg des pH-Werts im Blut erzeugen, was auch "respiratorische Alkalose" genannt wird. Diese Alkalose wirkt der Übersäuerung entgegen. Den während einer Operation auftretenden Reperfusionsproblemen wird mit Natriumbicarbonat entgegengewirkt. Auch hier wird auf eine "Pufferung" der Übersäuerung des ischämischen Gewebes hingewirkt.

Was aber weniger bekannt ist, dass es eine Reihe von Hinweisen gibt, dass eine Kalorienrestriktion ebenfalls in der Lage ist, Reperfusionsschäden zu limitieren: Kalorienrestriktion verbessert Entzündungsbedingungen bei Herzmuskelschäden durch Ischämien nach Reperfusion.

Es besteht also wie bei vielen Erkrankungen ein Zusammenhang zur Ernährung - und da gibt es einiges zu tun.

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Naturheilkunde und Alternative Heilverfahren bei Durchblutungsproblemen

Bei der Therapie kommt es im Wesentlichen auch auf die Ursache an, weswegen auch auf die weiteren Beiträge in diesem Lexikon verweisen möchte:

Mit dem Thema Durchblutungsprobleme hängen auch die Themen: Blutzirkulation und Blutkreislauf zusammen. Ebenso das Thema Blutdruck (niedriger Blutdruck und Bluthochdruck). Wie der Blutdruck genau geregelt wird lesen Sie im Beitrag Blutdruckregulation.

Ernährung

Es ist alles zu meiden, was die Durchblutung behindert - vor allem gesättigte Fettsäuren wie in Wurst und Fleisch, aber auch in Fritiertem. Generell empfehle ich ganz auf Schweinefleisch zu verzichten (Arachidonsäure!).

Greifen Sie jedoch mehr zu Obst und Gemüse und trinken sie neutrale Flüssigkeiten wie Wasser oder Kräutertees.

Greifen Sie auch zu Weizenkeimöl oder noch besser zu Leinöl.

Heilpflanzen

Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor. Ginkgoblätter, Kiefernsprossen, Rosmarinblätter, Senfsamen (schw.) angewandt werden

Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Kastanienblätter, Kapuzinerkresse, Lärchenterpentin, Mistelbeeren, Pimentblätter, Aronia, (Apfelbeere)

Padma 28 aus der tibetanischen Medizin ist sehr hilfreich bei venösen Durchblutungsstörungen.

Orthomolekulare Medizin Nattokinase scheint einen positiven Einfluss auf die Blutgerinnung zu haben, ist es in der Lage, an verschiedenen Stellen der Gerinnungskette einzugreifen und Thrombozytenaggregationsneigungen herabzusetzen. Von daher scheint es sich als Blutverdünner zu eignen und damit die „tägliche ASS-Tablette“ zu ersetzen. Allerdings scheint der Mechanismus umfassender zu sein als der von Acetylsalicylsäure, welches nur die Thrombozytenaggregation hemmt.
Säure-Basen-Haushalt Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
Sonstiges

Wechselduschen der Unterschenkel morgens & abends. Beine hoch lagern, evtl. Blutegel ansetzen. Öfters auf den Zehen gehen (Venenpumpe), viel barfuss laufen.

Ein Kohlensäurebad wirkt antiseptisch, desinfizierend und schmerzlindernd zudem fördern es die Durchblutung und begünstigt die Fließeigenschaften des Blutes.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 16.6.2014 aktualisiert.