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Das Gefühl des Hungers dient dem menschlichen Organismus als Signal zur
Nahrungsaufnahme. Auslöser sind vor allem der Zuckergehalt (physiologisch: Werte zwischen 70 und
100 mg / 100 ml) und der Insulinspiegel (zuckerregulierendes Hormon der Bauchspeicheldrüse) des
Blutes.
Daneben begünstigen weitere Faktoren die Hungerempfindung. Magenknurren entsteht
durch Kontraktionen der leeren Magenwände und auch psychische Faktoren spielen eine
Rolle.
Wichtig sind die im Körper gespeicherte Fettreserven der Fettzellen (Adipozyten),
die das Hormon Leptin ins Blut abgeben. Auch das Adinopektin spielt eine Rolle.
Bei normalgewichtigen Menschen ist Leptin mitverantwortlich für das Hungergefühl,
es unterstützt den Fettstoffwechsel – je weniger Leptin im Blut desto mehr Hunger bzw. auch
Heißhunger kommt auf.
Dies macht sich besonders bei Diäten bemerkbar, wo es durch sehr niedrige Spiegel
zu Heißhungerattacken kommen kann. Bei adipösen Menschen (fettleibig) befindet sich stets eine
große Menge Leptin im Körper ohne Einfluss auf das Hungergefühl
(Leptinresistenz).
Auch das Hormon Grehlin (GHRI)regelt die Nahrungsaufnahme mit. Sein Spiegel
steigt zwischen den Phasen der Nahrungsaufnahme um während des Essens wieder
abzusinken.
Wann ist Heißhunger krankhaft?
Das Gefühl des Heißhungers kann unterschiedliche physische und psychische
Ursachen haben. Bei den körperlichen Faktoren spielt der Zuckerwert eine wichtige
Rolle.
Blutzuckerwerte unter 50 mg /100 ml gelten als pathologisch (Hypoglykämie /
Unterzuckerung) und wirken negativ auf den Organismus (siehe auch: Insulin-Blutwerte)
Es zeigen sich Symptome wie akuter Heißhunger, Schwindel, Schweißausbrüche, Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, beeinträchtigte Seh-
und Sprachfähigkeit, Konzentrationsstörungen mit Verwirrtheitszuständen bis hin zum
Bewusstseinsverlust.
Der Glucosegehalt (Zucker) des Blutes lässt sich durch viele Faktoren
beeinflussen.
So können ein Hormonmangel, angeborene Enzymdefekte, Leberprobleme und Nierenprobleme,
Insulinproduzierende Tumoren (Insulinom), Dumping-Syndrom und Unterernährung einen Abfall des
Zuckerwertes unter die physiologische Grenze begünstigen.
Daneben erhöhen z.B. Alkohol und verschiedene Medikamente (auch eine
Überdosierung mit Insulin / Tabletten zur Diabetes-Regulation) die Insulinausschüttung und senken
so den Zuckerwert.
Zur primären Diagnose einer Fehlfunktion dienen der 72stündige
Fastentest mit kontinuierlicher Blutuntersuchung sowie der Glucosetoleranztest, bei dem über einen bestimmten Zeitraum
Glucose in flüssiger und fester Form eingenommen wird, um im Anschluss den Zuckerwert engmaschig
zu kontrollieren.
Neben der durch körperliche Einflüsse verursachten Hypoglykämie spielen auch
zivilisationsbedingte Faktoren eine Rolle für plötzlich ausgelösten
Heißhunger.
Die geänderte Lebensweise beeinflusst den gesamten Organismus. Motorisierte
Bewegung steht heute im Vordergrund, wobei eine ausreichende Bewegung den Kreislauf beeinflussen
kann.
Ähnlich verhält es sich mit der Nahrungsaufnahme. Fett- und zuckerreiche Kost
werden heute vermehrt konsumiert.
Volkskrankheiten wie z.B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sind zunehmend. Industriell produzierte Kost und Fast food
beinhalten häufig wenig verwertbare Nährstoffe und machen durch ihre Inhaltstoffe eher Appetit auf
mehr.
Der Gebrauch heute üblicher Zuckerersatzstoffe (z.B. Süßstoff) fördert vermehrt
den Wunsch nach Süßem. Auch Werbung in Bild und Ton kann eine Heißhungerattacke
auslösen.
Wichtige Themen zum weiterlesen: Darmflora -Darmpilze -
Darmsanierung
- Übersäuerung
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