Herpes
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Herpesviren werden in den meisten Fällen mit den bläschenbildenden Hauterscheinungen im Bereich der Lippen oder
im Intimbereich in Verbindung gebracht.
Dabei sind die Viren auch für eine große Anzahl anderer Erkrankungen und Störungen verantwortlich, wie z.B.
Windpocken (Varizellen), Gürtelrose (Herpes Zoster),
Zytomegalie oder Pfeiffersches Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus = Humanes Herpes Virus Typ IV).
Nahezu 40 Prozent aller erwachsener Menschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an einer Herpesinfektion,
hauptsächlich dabei am Humanen Herpes-Virus Typ I und II (= Herpes simplex).
Besonders Herpes simplex verursacht durch seine beiden Subtypen unterschiedliche Erkrankungen. Diese zählen zu
den häufigsten Infektionskrankheiten der Haut und zeigen sich vermehrt im Gesicht (Mund, Nase) und am Genital. Typ
I wird über den infektiösen Inhalt der Bläschen am Mund übertragen, Typ II gilt als Auslöser im Bereich aller
Schleimhäute (z.B. im Intimbereich = Genitalherpes).
Die Primärinfektion erfolgt meist bereits im Kleinkindalter durch ein Eindringen des Virus über die Schleimhäute
und ein Einnisten in die Epithelzellen. Typisch ist dabei die Symptomlosigkeit (Latenzzeit). Das Virus dringt in
den Organismus ein und verhält sich stumm. Erst mit Ausreifung (= Erwachsenenalter) entwickeln sich nach
Sekundärinfektion verschiedene Beschwerden. Die Übertragung des Virus geschieht dabei entweder direkt (von Mensch
zu Mensch, z.B. durch Kuss oder Verwendung des selben Glases ) oder indirekt (durch kontaminierte Gegenstände,
Übertragung auf dem Luftweg).
Zu 99 Prozent kommt es bei der Primärinfektion zu keinerlei Symptomatik. Bei einem Prozent entwickeln sich
bevorzugt an der Mundschleimhaut kleine Bläschen, die zu Entzündungen neigen, jucken, eitriges Sekret bilden und
leicht aufbrechen. Zusätzlich können die regionalen Lymphknoten geschwollen sein. Die Mundhöhle reagiert mit
Schmerzen bei Berührung, zum Teil zeigt sich eine subfebrile Temperatur. Neben der Mundschleimhaut können bei der
Frau die Scheide und beim Mann die Harnröhre befallen sein und zu starken Schmerzen in dieser Region führen.
Bei einem Sekundärinfekt kann es bei bisher beschwerdefreien Betroffenen zu ausgeprägten Anzeichen kommen. Neben
den klassischen Bläschen am Mundwinkel oder Nasenrand können sich die äußeren Hauterscheinungen über große Flächen
des Körpers erstrecken. Die dabei auftretenden Bläschen gelten als hochinfektiös, ihr Inhalt kann zu weiteren
Hautreizungen führen, es entstehen weitere juckende, flüssigkeitsgefüllte Erhebungen.
Ein Virusträger ist sein gesamtes Leben über infiziert - das ist aber nicht weiter tragisch, denn das
Immunsystem hält die Viren in Schach. Erst bei einer Schwächung des immunsystems erleiden die "Träger" immer wieder
Infektionen.
Die Vermutung, dass es sich dabei um eine Ekelreaktion handelt, ist ein Irrglaube, genauso dass es die Viren
selbst seien die sich ausbreiten.
Nein. Wir selbst geben den Viren durch unser Verhalten die Gelegenheit zur Vermehrung. Verschiedene Situationen
des Alltags können den Ausbruch begünstigen: Hierzu zählen wiederkehrende Stresssituationen, eine starke
Sonnenbestrahlung (z.B. bei Sonnenbrand oder auch im Solarium), der Menstruationszyklus (= Hormoneinfluss), Verletzungen, hohes
Fieber, eine Immunschwäche oder auch Schwangerschaft und der
Geburtsvorgang.
Die sich in verschiedenen Stadien präsentierenden Herpesbläschen trocknen nach einen Tagen aus und bilden kleine
Hautschüppchen, die narbenfrei abfallen. Das darunterliegende, neu gebildete Gewebe ist in der ersten Zeit gerötet
und empfindlich. Die Haut ist dünn und reißt leicht ein, punktuelle Blutungen können auftreten.
Wenn man allerdings nicht aufpasst und geschwächt ist, kann es zu Komplikationen
kommen...
Neben dem klassischen Herpes simplex im Bereich der Lippen und des Genitals kann es auch zum Ekzema herpaticum
kommen, einer (besonders für Kinder) schweren Erkrankung mit starken Hautkennzeichnungen und der Gefahr einer
Sepsis (Blutvergiftung). Im Auge führen die Entzündungen (Retinitis) zu einem
langsamen Untergang der Netzhaut. Ebenso können Speiseröhre oder Gesichtsnerven (Bell-Lähmung, eingeschränkte
Funktionsfähigkeit des Nervus facialis) in Mitleidenschaft gezogen sein. In sehr seltenen Fällen zeigt sich eine
Herpes-induzierte Meningoenzephalitis (lebensbedrohliche Entzündung im Gehirn sowie den zugehörigen
Hirnhäuten).
Diagnose
Meist reichen die äußeren Anzeichen für erste diagnostische Vermutungen aus. Bei leichten Infektionen werden
weitere Untersuchungen nicht in Erwägung gezogen. Liegt jedoch eine die Lebensqualität stark beeinträchtigende
Infektion vor, können Blutbild und Abstrich sowie die laborchemische Auswertung nach spezifischen Tests
hinzugezogen werden.
Schulmedizinische Therapie
Die schulmedizinische Therapie ist in den meisten Fällen eher unbefriedigend und kann man bei einfachen
Infektionen meiner Meinung nach auch getrost vergessen.
Das Virus lässt sich nicht eliminieren. Es verbleibt sowieso ein Leben lang im Organismus.
Daher erfolgen in der Schulmedizin meist auch nur symptomatische Behandlungen, die darauf hinzielen, die
auftretenden Hautbläschen rasch abzutrocknen und eine Ausbreitung des infektiösen Sekrets zu vermeiden. Nach ca.
sieben bis neun Tagen ist die Sache mit dem Herpes meist überstanden.
Eine frühzeitige Abklärung ist dennoch wichtig. So lassen sich Komplikationen z.B. während einer Schwangerschaft
eindämmen. Immerhin droht bei Erkrankung der Mutter der Abort des Ungeborenen! Hier sollte man rasch überlegen, was
man tun möchte.
Fazit:
Fast jeder Mensch ist mit irgendeiner Form von Herpes-Viren infiziert. Die Erstansteckung
geschieht meistens zwischen dem 1. und dem 5. Lebensjahr und erfolgt als sogenannte
"Tröpfcheninfektion".
Das Entscheidende bei jeder Form einer Viruserkrankung ist: Ob es zum Ausbruch der
Virus-Erkrankung kommt, hängt vom eigenen Immunsystem ab. Dazu muss man wissen, dass sich die Viren in den
Sinalganglien (Nerven) "verstecken" und dort nicht von unserem Immunsystem "gekillt" werden können. Bei einem
geschwächten Immunsystem nutzen die Viren aber Ihre Chance und "krabbeln" aus den Nerven heraus um sich wieder
vermehren zu können, was diese nämlich in den Nerven nicht können.
Die vernünftigste ganzheitliche Therapie ist daher: Abwehrkräfte steigern und Immunsystem stärken. Zur einmaligen Therapie der
Symptome ist grundsätzlich der Einsatz eines Mittels wie Aciclovir oder
Fenistil Penciclovir nicht zu beanstanden.
Wenn Sie allerdings öfter unter Herpesinfektionen leiden, sollten Sie sich um Ihr Immunsystem Gedanken
machen.
Häufig spielen beim Herpes Faktoren wie Stress, Fieber, Kälte oder Sonnenbrand eine Rolle. Lokalisation ist überall an der Haut
und Schleimhaut möglich, bevorzugt jedoch am Mund (Herpes labialis), an der Nase, in der Genitalgegend
(Herpes simplex genitalis) und der Analgegend. Der betroffene Hautbereich ist geschwollen und juckt sehr
stark. Es kommt zu einer Bläschenbildung verbunden mit einem enormen Hitzegefühl im betroffenen Bereich.
Schließlich kommt es zu einer Krustenbildung, die schnell eintrocknet und ohne Narbenbildung abheilt.
Manchmal allerdings kann es auch zu kleinen, offenen Wunden und im Mundbereich zu Einrissen der Haut
kommen.
Eine endgültige "Heilung" gibt es gem. der Schulmedizin nicht. Herpes kann bei einem einmal
Infizierten immer wieder auftreten. Auch Versuche einer Immunisierung mit abgetöteten Viren haben bislang
noch nicht zu gesicherten Erfolgen geführt.
Beim akuten Herpes labialis - also dem "Lippenherpes" - bietet die Naturheilkunde
ganz vorzügliche und schnell wirkende Therapien an.
Treten Herpesbläschen in der Augenregion auf, müssen Sie einen Heilpraktiker oder Arzt
aufsuchen. Es besteht sonst die Gefahr, dass Sie ernsthafte Augenprobleme bekommen. Auch Schwangere sollten Herpesinfektionen abklären
lassen.
siehe auch: Aphten - Viruserkrankung - Gürtelrose - Hautkrankheit (allgemein) - Mundschleimhautentzündung

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei Herpes in Frage kommen.
| Aromatherapie |
Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten begleitet
werden.
Mischen Sie 10 Teile
Teebaum öl, 1 Teil Melissenöl, 8 Teile Lavendelöl und 1 Teil Geraniumöl. Betupfen Sie mit dieser Mischung 3mal täglich
die betroffene Stelle.
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| Enzymtherapie |
Bewährt hat sich in
der Enzymtherapie das Präparat WOBE-Mugos E zur Behandlung von Viruserkrankungen.
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| Ernährung |
Allgemein empfehle ich die Ernährungsratschläge wie bei Infektionen bzw. bei Abwehrschwäche zu befolgen.
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| Heilpflanzen |
Gute Erfahrungen liegen mit folgenden Heilpflanzen vor: Bittersüßstängel, Gelbwurzelstock,
Lebensbaumkraut, Melissenblätter
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| Orthomolekular-Medizin |
Vitamin E kann unterstützend wirken.
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| Sanum Therapie |
Grifokehl D5 Tropfen: täglich drei mal 5 Tropfen einnehmen und im betroffen Bereich
einreiben.
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| Säure-Basen-Haushalt |
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten
und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
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| Wirbelsäulensegmente |
WS-Blockierung beim betroffenen Dermatom. Ebenfalls Blockierung des "Meridian-Wirbels",
der durch das betroffene Gebiet zieht.
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| Zahnstörfeld |
Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen sind
gefährlich. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren
lassen.
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| Sonstiges |
Engen Hautkontakt, z.B. Küssen, unbedingt
vermeiden, bis die Bläschen eingetrocknet sind. Handtücher, Waschlappen und alles, was mit den
Herpesbläschen in Berührung gekommen ist, nicht mit anderen teilen! Die Bläschen nicht unnötig
berühren, damit sich die Infektion nicht weiter ausbreiten kann. Auf jeden Fall nach dem Berühren
der betroffenen Stellen die Hände waschen!
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 16.08.2011 aktualisiert.

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