Hyperaktivität bei Kindern: Die Hyperaktivitätsstörung ADHS und Aufmerksamkeitsdefizitstörung ADS

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Im diesem Beitrag möchte ich verschiedenen Fragestellungen nachgehen: Was ist der Unterschied zwischen ADS und ADHS? Was sind die wirklichen Ursachen von ADHS und ADS?

Die entscheidende Frage aber ist:

Würden Sie Ihrem Kind ein Medikament geben, dessen langfristige Wirkungen nicht bekannt sind, dessen Nutzen nicht bewiesen ist und das garvierende Nebenwirkungen hat und das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt?

Falls Ihre Antwort: "Nein", oder "nur im äußersten Notfall" lautet, dann lesen Sie bitte weiter.

Hyperaktivität - ADS - ADHS. Was ist das eigentlich?

Als Aufmerksamkeitsdefizitstörung bzw. Hyperaktivitätsstörung (kurz: ADHS) wird eine im Kindesalter beginnende psychische Störung bezeichnet, die sich durch eine geringe Konzentrationsfähigkeit, leichte Ablenkbarkeit, Impulsivität und häufig auch Hyperaktivität (Unruhe, großer Bewegungsdrang) auszeichnet.

Bei der ADS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung)steht ein unaufmerksames, impulsives Verhalten ohne die motorische Überaktivität im Vordergrund.

Ungefähr 3-10% der Kinder in Deutschland weisen Symptome dieser Störungen auf. Jungen scheinen insgesamt häufiger betroffen zu sein als Mädchen.

Einige Symptome können in unterschiedlicher Ausprägung auch bis ins Erwachsenendasein bestehen (siehe auch ADHS bei Erwachsenen). Dann können auch andere psychische Störungen, wie Depressionen, Angstzustände oder Essstörungen, hinzukommen.

Über die Therapie mit Ritalin

Seit Jahrzehnten behandeln Psychiater die Krankheit mit Methylphenidat, das Apotheken unter dem bekannteren Handelsnamen „Ritalin“ anbieten. Das Sympathomimetikum intensiviert die Tätigkeit des Sympathikus. Der Hirnnerv steigert die Stoffwechsel-Aktivität wie Blutdruck und Puls. Die Dämpfung des Sympathikus durch Ritalin ist bei ADHS-Patienten eine paradoxe Wirkung. Und die nutzen Ärzte für die Behandlung der Krankheit ADHS / ADS.

Ritalin gilt als das "Wundermittel" gegen ADHS bzw. ADS und Hyperaktivität bei Kindern. Es kann aber erhebliche Nebenwirkungen haben: Hemmung des Wachstums, Krampfanfälle, visuelle Störungen, Nervosität, Schlafprobleme, Magersucht und Psychosen.

Ritalin gehört zur einer Gruppe von Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, wie zum Beispiel auch: Morphium und Amphetamine - also alles Medikamente mit einem hohen Mißbrauchs- und Abhänigkeitspotential.

Dabei ist Ritalin eigentlich ein Aufputschmittel, dessen Wirkung auf ADS /ADHS Kinder genau umgekehrt wirkt, wie ich oben bereits erwähnte. Dabei gibt es keine stichhaltigen Studien, dass Ritalin wirkt und erst recht keine Studien über die Sicherheit von Ritalin - auch nicht nach 15 Jahren der Anwendungsbeobachtung im "Feldversuch" mit "wirklichen" Kindern.

Untersuchungen bei über 400 Kinderärzten in den USA zeigte, dass bei über der Hälfte der Kinder (bei denen ADS diagnostiziert wurde), KEINERLEI pädagogische oder psychologische Tests gemacht wurden. Die UNO stellte fest, dass Eltern, Lehrer und Ärzte viel zu schnell bereit seien, vielen Verhaltensauffälligkeiten der Kinder die "Diagnose" ADS oder ADHS zu geben (British Medical Journal, 1996, 312: 657).

Aber damit ist es noch nicht genug: Auf dem Markt sind (neben dem Ritalin) ca. 20 Medikamente erhältlich, die die Auswirkungen von "ADHS", dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit zusätzlicher Hyperaktivität, bei Kindern minimieren sollen. Jedoch wurden die langfristige Wirksamkeit, die Sicherheit und die möglichen Nebenwirkungen dieser Mittel nie getestet, als sie auf dem Markt zugelassen wurden - und das, obwohl alleine in den USA ca. 11 % (=6,4 Millionen Kinder!) diese Medikamente regelmäßig einnehmen.

Als die Präparate auf den Markt gebracht wurden, gab es einige Probanden, die die Mittel "ausprobierten". Jedoch waren dies lediglich 75 Personen, die die Pillen über einen sehr kurzen Zeitraum von vier Wochen einnahmen. So ist es natürlich unmöglich, wirklich fundierte Aussagen zum Thema Sicherheit der Medikamente sagen zu können, besonders, da Kinder diese oftmals während ihrer ganzen Kindheit einnehmen müssen.

Ein weiterer durchaus schockierender Punkt ist, dass sieben der 20 Mittel gar nicht für die Bekämpfung von "ADHS" gedacht sind, sondern andere Probleme wie z. B. Fettleibigkeit behandeln sollten. So lassen nicht nur Wissenschaftler vom "Boston Children´s Hospital" verlauten, dass sie sich viel höhere Messlatten für die Neueinführung solcher "Chemiekeulen" auf dem Markt wünschen würden, wie in "PLoS ONE" (2014; 9(7): e102249) erst kürzlich zu lesen war. Hier gibt es offensichtlich noch sehr großen Nachholbedarf.

Und als ob das noch nicht reichen würde: Forscher äußern sich in einer im November 2015 erschienen Studie, die in der renommierten Cochrane Library erschien. Unter Federführung des dänischen Psychologen Ole Jakob Storebø überprüfte das Forscher-Team 185 Studien, die die Wirksamkeit von Ritalin belegen sollten. In all diesen Arbeiten zusammen sind die Daten von etwa 12.000 Patienten erfasst. Im Ergebnis stellten die Wissenschaftler fest, dass Ritalin zwar einen Nutzen bei ADHS habe, der allerdings sehr gering sei. Ob die dauerhafte Gabe des Medikamentes an Kinder vertretbar sei, müsse durch gründliche Langzeit-Studien untersucht werden.

Die Cochrane-Forscher hegen Zweifel am Bewertungsansatz der geprüften Studien. Um die Wirkung des Präparates zu messen, sollten Lehrer die Symptome ihrer ADHS-Schüler nach einer Punkte-Skala bewerten. Damit sollten die Pädagogen die Intensität der Agitiertheit von 0 – 72 Punkten beurteilen. Unter Ritalin-Einfluss stellte sich durchschnittlich eine Besserung von kaum 10 Punkten ein. Aufgrund der Subjektivität der Mess-Methode müssen davon noch knapp 7 Punkte abgezogen werden. Für einen signifikanten Nachweis sei das sehr wenig, wie Storebø und seine Kollegen meinen. Ähnlich sieht es mit einer weiteren Mess-Skala aus, bei der die jugendlichen Patienten und die Eltern die Ritalin-Wirkung von 0 – 100 bewerteten. Hier kam im Mittel eine Linderung um 8 Punkte heraus, wobei zur Signifikanz-Bereinigung noch 7 Punkte herunter gerechnet werden müssen. Bleibt eine Verbesserung um 1 %. Schon der Laie fragt sich, wie man da von einer deutlichen Besserung sprechen kann.

Die Cochrane-Studie schied von Vornherein einige Hundert Ritalin-Studien aus, weil die Qualität im Ganzen zu schlecht war. Trotzdem fiel das Resultat zu Ungunsten des ADHS-Medikamentes aus. Warum die Studien trotzdem Ritalin als wirksam beurteilen, deutete die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel vom 25. November 2015 an: 72 der der 185 Arbeiten sponserte die liebe "Pharmazeutische Industrie".

Ich halte es für ein Unding heranwachsenden stark wirkende Medikamente zu geben, von denen
a) deren Nutzen nicht wirklich bewiesen ist, die aber offensichtlich wirken - wie ich aus der Praxis bestätigen kann.
b) deren langfristige Wirkungen nicht bekannt sind und
c) deren Nebenwirkungen und das Suchtpotential als hoch einzuschätzen sind.

Lesen Sie auch meinen "Skandal Artikel": Neuroleptika für Kinder?

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Ursachen für die Hyperaktivität

Es werden verschiedene Ursachen für die Entstehung des ADHS und des ADS vermutet.

Zum einen wurde eine genetisch bedingte veränderte Signalverarbeitung im Gehirn von Betroffenen erkannt.

Es wird auch eine Reizüberflutung durch die Gesellschaft diskutiert (z.B. durch Fernsehen, Videospiele). Mehr dazu weiter unten.

Psychosoziale Faktoren, besonders der Erziehungsstil und die Wahrnehmung durch die Eltern, beeinflussen sehr stark die Entwicklung und weitere Ausprägung der Störung.

Eine weitere mögliche Ursache sind die Impfungen, die angeblich schützen sollen. Das Immunsystem ist durcheinander gebracht, dass die Kinder (unbewusst) nicht mehr ruhig sein können. Wenn man sich bewußt macht, dass einem Kind bis zur Einschulung über 40 Impfungen zugemutet werden (mit entsprechenden "Zusatzstoffen"), könnte an dieser These etwas dran sein.

Ebenso scheint als gesichert zu gelten, dass die Ernährung eine Rolle spielt. Vor allem die Zusatzstoffe in der Nahrung spielen dabei eine Rolle. In diesem Zusammenhang werden vor allem die sogenannten Azofarbstoffe diskutiert. Ich sage dazu nur: Das Essen von E-Nummern ist nicht natürlich.

Und da sind da noch die Themen Handy-Strahlung und Ultraschall in der Schwangerschaft. Hierzu muss ich (glaube ich), nichts weiter ausführen. Unter den Links finden Sie meine Ansicht und Ausarbeitung zum Thema.

Aus naturheilkundlicher Sicht gibt es für mich aber nicht DIE Ursache. Bei den meisten ADS / ADHS Kindern die ich sehe, spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Familie - Erziehung - Ernährung und Medienkonsum greifen ineinander. Deswegen gibt es für eine naturheilkundliche Therapie auch verschiedene Ansatzpunkte.

Weitere Artikel zum Thema:

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Kindern, die unter Hyperaktivität bzw. ADHS oder ADS leiden, in Frage kommen können.

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt.
Bachblüten Bachblüten können wirklich einen Versuch Wert sein bei der Hyperaktivität von Kindern. Lassen Sie sich von einem Therapeuten eine entsprechende Mischung empfehlen.
Ernährung

Bei der Ernährung der Kinder die unter Hyperaktivität leiden, spielen aus meiner Sicht im wesentlichen folgende zwei Faktoren eine Rolle:

1. Zucker.
Süßigkeiten, Eis und andere Naschis sind definitiv Dinge, mit denen Sie ihrem Kind schaden. Wenn Sie EINEN venünftigen Grund kennen, warum Ihr Kind Süßigkeiten braucht schreiben Sie mir bitte - ich möchte diesen Grund veröffentlichen. Lesen Sie bitte auch einmal meinen Beitrag zur Zuckersucht.

2. Zusatzstoffe in der Nahrung. Konservierungsstoffe, Farbstoffe (Azofarbstoffe) und viele andere Dinge, die der Körper Ihres Kindes mit Sicherheit nicht braucht und die ihm schaden.

Heilpflanzen

Aber Heilpflanzen halte ich in der Therapie für Kinder für weniger geeignet. In Frage könnten dennoch zum Beispiel: Kamille, Hopfen, Baldrian, Ginkgo und Ginseng kommen.

Homöopathie  Aus dem Bereich der Homöopathie sollte das "richtige" Mittel gefunden werden. Ich möchte hier keine Mittel aufzählen. Es wären zu Viele. Wer sich auf dem Gebiet der Homöopathie bei ADHS einen Namen gemacht hat, ist z.B. Dr. med. Heiner Frei. Auf seiner Seite www.heinerfrei.ch/ads-adhs/ finden Sie weitere Informationen, Fragebögen etc.
 
Orthomolekular-Medizin

Aus dem Bereich der Vitalstoffe kommen zahlreiche Mittel in Frage:

Nachtkerzenöl wäre ebenfalls eine Überlegung wert, ebenso auf jeden Fall: Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren.

Darüberhinaus; Vitamin B Komplex, Magnesium (250-500mg), Kalzium (500-1000mg), OPC.

Schüssler Salze

bei körperlicher und seelischer Unruhe: Kalium phosphoricum D6

sonstiges aus der Naturheilkunde

1. Ihr Kind braucht Liebe und Nähe. In einigen Familien konnte ich beobachten, dass dies offensichtlich nicht der Fall ist. Kinder brauchen sehr viel "Kuschelzeit", vor allem wenn diese unter 10 Jahre alt sind.

2. Fernsehen: Ein eigener Fernseher hat im Zimmer eines heranwachsenden NICHTS verloren. Meine Empfehlung: unter 16 Jahre gibt es keinen eigenen Fernseher. Fernsehsendungen sind kindgerecht zu gestalten. Manga, Actionfilme und ähnliches "Grobzeug" lassen Ihr Kind zudem "verblöden". Kinder die mehr als 30 Minuten täglich fernsehen, zeigen Studien zufolge bereits eine geringere Intelligenz. Meine Frage: wollen Sie ein "dummes" Kind? Ein weiterer Beitrag dazu von mir: Kinder und Jungendliche leiden unter hohem Fernsehkonsum.

3. Videospiele: neueren Studien zufolge erzeugen Videospiele ein Suchtverhalten, wie dies auch bei anderen Suchterkrankungen der Fall ist. Videospiele für unter 6-jährige halte ich persönlich bereits für Körperverletzung. Ein PC sollte bis zum Alter von mindestens 14 Jahren unter der Kontrolle der Eltern sein. Im Falle eines Internetanschlusses sollten Sie sich einen Fachmann holen, der entsprechende Filter und Programme instaliert, sodass Ihr Kind nur auf bestimmte Inhalte zugreifen kann. Mein Rat an Eltern: Sie bringen Ihren Kindern das Fahrradfahren bei. Aber bringen Sie Ihnen auch das surfen im Internet bei?

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 31.12.2015 aktualisiert.