Hyperthyreose: Die Schilddrüsenüberfunktion

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Schilddrüse bildet die Hormone, die den Stoffwechsel regeln. Wer an einer Überfunktion der Schilddrüse leidet, wirkt immer erregt und schwitzt leicht. Die Schilddrüse steuert wiederum andere Drüsen und wird von diesen wieder beeinflusst. Es gibt im Wesentlichen drei Formen einer Hyperthyreose:

Morbus Basedow tritt meistens zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Die Schilddrüse ist in der Regel leicht und gleichmäßig vergrößert (Struma). Leichte Augenbeschwerden können auftreten (Trockenheit oder leichte Reizung bis zu vorstehenden Augen). Häufig ist auch die Herzfrequenz erhöht.

Struma Nodosa ist häufiger bei älteren Menschen zu finden. Die Schilddrüse ist meist knotig und ungleichmäßig. Der erhöhte Stoffwechsel wird oft durch einzelne Knoten innerhalb einer gleichmäßigen Schilddrüse verursacht. Augensymptome treten bei dieser Art nicht auf.

Subakute Thyreoiditis wird durch eine Entzündung der Schilddrüse ausgelöst. Es kann zu Halsschmerzen und Fieber kommen. Die Thyreoiditis ist selten die Ursache für erhöhten Stoffwechsel.

Diagnose und schulmedizinische Therapie

Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion wird das Blut auf bestimmte Schilddrüsenhormone untersucht. Wichtig sind vor allem die Werte T3, T4 und das TSH.

T3 ist das eigentlich wirksame Schilddrüsenhormon. Es trägt drei Jod-Atome mit sich und sollte in einer Konzentration von 0,9 – 1,8 Mikrogramm pro Liter vorkommen. Tatsächlich wirksam ist aber nur das „freie T3“. Dessen normale Konzentration ist um etwa den Faktor Tausend niedriger und liegt nur bei 3,5 – 8 Picogramm pro Milliliter. (Das entspricht übrigens in etwa der Konzentration eines homöopathischen Mittels in der Potenz D12, von der viele Schulmediziner behaupten, sie könne keine Wirkung mehr haben. Aber das nur so nebenbei.)

T4 ist die Vorstufe zu T3 und trägt vier Jod-Atome. Schilddrüsen-Medikamente enthalten üblicherweise diese Form.

TSH ist der Botenstoff, den die Hirnanhangdrüse aussendet, um der Schilddrüse mitzuteilen, dass sie schleunigst mehr T3 und T4 produzieren sollte. Wenn sie zu viel dieses Botenstoffes aussendet, kann es (auch wenn es im ersten Moment absurd klingt) helfen, T4-haltige Medikamente zu geben. Dadurch nimmt die Hirnanhangdrüse einen ausreichenden (oder zu großen) Vorrat an T4 wahr und produziert weniger TSH. Die Schilddrüse wird träger und die Symptome der Überfunktion nehmen ab. Diesen Mechanismus nennt man Rebound-Effekt.

Ein weiteres Problem: TSH wird von den gleichen Zellen produziert, wie ein weiterer Botenstoff: das FSH. Dieses ist für die Produktion von Ei- und Samenzellen verantwortlich. Die Produktion von TSH und FSH sind also aneinander gekoppelt, was auch erklärt, warum in der Pubertät und während der Wechseljahre Schilddrüsenerkrankungen so viel häufiger auftreten als in anderen Lebensphasen.

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Sprache der Symptome

Die Schilddrüse ist das Organ, das uns seit Urzeiten in die Lage versetzt, bei plötzlicher Gefahr schnell zu fliehen. Sie schaltet das vegetative Nervensystem um, bringt das Herz zum Rasen, schüttet Adrenalin aus und versetzt uns in die Lage, unsere ganze Kraft in eine schnelle Flucht umzusetzen.

Allerdings haben sich seit der Zeit der Urmenschen die Gefahren in unserem Leben deutlich verändert. Eine Flucht ist in den seltensten Fällen das Mittel der Wahl, um einer Bedrohung zu entgehen. Wenn also der Chef mal wieder zu einem unangenehmen Gespräch lädt oder der Kontostand bedenklich ins Minus zuckt, schaltet die Schilddrüse noch immer auf „Flucht“ um.

Aber wir setzen die Energie, die sie uns freisetzt, nicht mehr als solche um, sondern fressen die Angst vor der Bedrohung in uns hinein. Der Körper, dessen Funktionen noch immer auf die Umstände in der Urzeit gepolt sind, ist irritiert, allen voran die Schilddrüse, die uns doch in den wertvollen Fluchtzustand versetzt hat. Wer viel Stress hat, viel zu Ängsten und unausgelebten Gefühlen neigt, kann deshalb häufiger Probleme mit der Schilddrüse haben.

Fragen die man sich stellen könnte, wären vielleicht:

  • Wo bin ich nicht ehrlich?
  • Entspricht mein Verhalten meiner Einstellung?
  • Woher kommen meine Aggressionen?
  • Welche Impulse unterdrücke ich?
  • Gegen was kämpfe ich permanent an?
  • Warum äußere ich nicht einmal meine Ängste oder mein Anlehnungsbedürfnis, anstatt immer noch mehr Verantwortung zu übernehmen?
  • Was befürchte ich eigentlich?

Kurt Tepperwein schreibt in seinem Buch "Die Botschaft Deines Körpers":

Der Schilddrüsenkranke muss lernen, seine seelische Belastungen abzubauen bzw. zu lösen, um innerlich wieder zur Ruhe zu kommen. Dazu gehört vor allem auch, dass er lernt, seine Angst aufzulösen, die bei ihm stark ausgeprägt ist. Aber auch seine starken Aggressionen, die daher rühren, dass er seine feindseligen Gefühle verleugnet und unterdrückt, müssen verarbeitet werden. Hinzu kommt ein starkes Bedürfnis, bemuttert und umsorgt zu werden, was er durch ein fast zwanghaftes Bedürfnis kompensiert, für andere zu sorgen. Er strebt unaufhörlich nach Unabhängigkeit, obwohl er sich am liebsten selbst anlehnen möchte.
Quelle: Kurt Tepperwein, Die Botschaften Deines Körpers.

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Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und alternative Therapieverfahren, die bei einer Schilddrüsenüberfunktion infrage kommen können.

AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum Fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre, wird aber ohne Nadeln durchgeführt.
Bachblüten Liegen körperlichen Problemen seelische Ursachen zugrunde, können Bachblüten helfen. Lassen Sie sich von einem/r Therapeuten/in eine Mischung zusammen stellen.
Ernährung

Einige Ernährungstipps halte ich eher für fragwürdig, vor allem "Pauschaltipps" wie: Jodsalz, Milchprodukte oder mehr "Seefisch" zu essen. Diese Produkte würden bei einer "echten" Jodmangelstruma helfen - diese ist aber eher die seltene Ausnahme. Zudem gehen einige Experten heute sogar eher davon aus, dass es sich bei Schilddrüsenveränderungen eher um eine Jodverwertungsstörung als um einen Jodmangel handelt.

Reizmittel wie Alkohol, Nikotin, Kaffee, Schwarztee und Süssigkeiten meiden. Täglich 100 Gramm grüner Salat kann die Überproduktion regulieren (enthält viel Vitamin A, sollte aber zum Mittagessen gegessen werden.)

Entspannungsverfahren Ständiger Stress scheint eine Vergrößerung der Schilddrüse und auch die Knotenbildung zu fördern.
Heilpflanzen

Das Herzgespannkraut und das Wolfstrappkraut haben eine positive Monografie bezüglich Schilddrüsenleiden.

Infrage kommen auch: Chinabaum, Klette, Laminariastiele, Lavendel, Schachtelhalm, Zitronenmelisse.

Homöopathie

Alle Mittel sind sehr organspezifisch und würden eher in tiefen Potenzen gegeben werden:

  • Aurum jodatum: als Begleitmittel bei Schilddrüsenzysten;
  • Barium jodatum: "Kröpfe der Alten und der Kinder" (nach Karl Stauffer)
  • Calcium jodatum: als Resorptionsmittel bei älterer Struma
  • Ferrum jodatum: Struma bei Kindern und Jugendlichen
  • Fucus vesiculosus (jodhaltige Braunalge): bei Jodmangelstruma, auch geeignet bei Jodmangel in der Schwangerschaft
  • Kalium jodatum: bei Atembeklemmungen, Hitzewallungen, Unverträglichkeit von Wärme
  • Jodum: vergrößerte Schilddrüse mit Kropfbildung, Abmagerung trotz gutem Appetit, Schweißausbrüche, allgemeine Reizbarkeit

Aus dem Bereich der "Komplexmittel-Homöopathie" bieten sich Fertigpräparate wie z.B. das Thyreo-Loges zum einnehmen an. Als Salbe auch die Conium-Salbe (z.B. von der DHU).

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" können bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.

Schüssler-Salze Magnesium phosphoricum Nr. 7, Kalium bromatum Nr. 14, Kalium jodatum Nr. 15.
Wirbelsäulensegmente Vor allem auf Fehlstellungen der unteren Halswirbelsäule achten.
Zahnstörfeld Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen können gefährlich sein. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 10.10.2013 aktualisiert.