Makuladegeneration: Naturheilkunde und Alternativmedizin

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Makula (gelber Fleck) ist am Augenhintergrund die Stelle des zentralen und schärfsten Sehens.

Ein einfacher Test, den Sie zum Beispiel relativ rasch selbst durchführen können ist der Amsler-Gitter-Test.

Betrachten Sie dazu das Gitter aus ca. 30-40 Zentimeter Entfernung. Wenn Sie eine Brille tragen, mit Brille. Halten Sie ein Auge zu (nicht zukneifen). Schauen Sie mit dem geöffneten Auge auf den Punkt des Gitters:

makula test bild

Wenn Sie verzerrte Linien sehen, Ecken Fehlen, Quadrate größer oder kleiner erscheinen, bestimmte Bereiche verschwimmen oder graue Schatten zu sehen sind, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen, um das abklären zu lassen. Es könnte sich dann um eine Makuladegeneration handeln.

Unter dem Begriff Makuladegeneration werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die mit einem Funktionsverlust des gelben Flecks einhergehen.

Die Makuladegeneration ist eine erworbene oder genetisch bedingte Erkrankung im Bereich der Makula, die häufig zu erheblichen Störungen des zentralen Sehens führt. Manchmal ist die vollständige Erblindung die Folge.

Die häufigste Form der Makuladegeneration ist die altersbedingte Makuladegeneration (=AMD). Diese lässt sich in eine trockene (atrophe) und eine feuchte (exsudative) Form unterteilen.

Optische Darstellung einer Makuladegeneration
Abb1: In dieser Skizze sehen Sie unten angedeutet die Darstellung: Links "gesundes Auge", Mitte "trockene Makuladegeneration", Rechts "Feuchte Makuladegeneration".

Hierbei lagern sich im höheren Lebensalter Stoffwechselprodukte im Makulabereich ab und zerstören so das Netzhautzentrum. Diese "Ablagerungen" bezeichne ich übrigens als "Verschlackung" - ein Begriff über den sich zahlreiche "ärztliche Experten" meinen lächerlich machen zu müssen.

Ursachen dafür sind höchstwahrscheinlich genetische Faktoren (die werden immer gerne genommen) und Umwelteinflüsse (z.B. UV-Belastung).

Bei der AMD bemerkt man im Zentrum des Sehens (dort, wo man gerade hinblickt) einen grauen Schatten (Skotom), die Sehschärfe ist stark vermindert, die Lesefähigkeit ist meist mit betroffen. Als Warnzeichen einer beginnenden AMD kann es zum Verzerrtsehen von geraden Linien (z.B. Türrahmen) kommen (Metamorphopsie).

Obwohl normalerweise Personen ab dem 50. Lebensjahr von AMD betroffen sind, kommt eine ähnliche Form der Makuladegeneration in selten Fällen auch schon in jüngeren Jahren (teilweise bereits ab der Geburt) vor. Dann spricht man von einer juvenilen Makuladegeneration oder Morbus Stargardt.

Auch im Rahmen einer hohen Myopie (Kurzsichtigkeit) kann es durch die hohe Dehnung der Netzhaut zu einer Makuladegeneration (myope Makulopathie) kommen.

Seltenere Formen der Makuladegeneration sind die epiretinale Gliose, das zystische Makulaödem, toxische Ablagerungen durch bestimmte Medikamente (z.B. Chloroquin) oder die vitelliforme Makuladegeneration (=Morbus Best).

Konventionelle Behandlung der Makuladegeneration

Kommt es bei Ihnen zum verzerrten Sehen, so sollten Sie möglichst schnell ein Arzt zu Rate ziehen. Denn eine rasche Behandlung ist nötig. Es gibt einige konventionelle Mittel, die das Voranschreiten der feuchten altersbezogenen Makuladegeneration eindämmen. Bei rechtzeitiger Therapie ist es manchmal auch möglich, die verlorene Sehkraft wiederzuerlangen.

Das Medikament Lucentis ® wird beispielsweise nach einer örtlichen Betäubung in den Glaskörper des Auges injiziert. Als Nebenwirkungen können verschiedene Augenprobleme auftreten. Da das Mittel sehr teuer ist, andere ähnliche Medikamente aber nicht zur Behandlung von AMD zugelassen sind, geraten die Pharmakonzerne zunehmend unter Druck (vgl. www.yamedo.de/blog/abkassierer-pharmakonzerne-beispiel-altersblindheit-von-avastin-zu-lucentis-das-millionengeschaft/).

Die Lasertherapie wird relativ häufig angeboten: in einem frühen Stadium kann die Krankheit durchaus verzögert werden. Mittels Laser werden Gefäße verödet, die die Netzhaut schädigen. Die Lasertherapie ist meines Wissens aber nur möglich, wenn die schädigenden Gefäße sich nicht im Zentrum der Makula befinden.

Bei der Photodynamischen Therapie werden lichtaktivierbare Farbstoffe (Medikament Verteporfin) in die Armvene des Patienten injiziert, die im Auge die Gefäßwucherungen für den Laserstrahl sensibler machen soll. Durch das Laserlicht soll es zu einem Verschluss der abnormalen Gefäße kommen.

Kortison- oder Triamcinolon-Injektionen wirken entzündungshemmend und kommen ebenfalls manchmal bei der feuchten Makuladegeneration zum Einsatz.

Bei der so genannten Netzhautrotation wird die Netzhaut operativ abgelöst und nach einer Drehung auf einem anderen Untergrund aufgelegt. Anschließend wird in einer weiteren Operation der gesamte Augapfel gedreht, sodass es zu weniger „schrägen Seheindrücken“ kommt. Diese OP ist sowohl bei der trockenen als auch bei der feuchten Form der Makuladegeneration möglich, wird aber nur noch in sehr seltenen Fällen durchgeführt, wenn Medikamente wie Lucentis u.a. keine Wirkung zeigten oder es zu großen Blutungen unter der Netzhautmitte gekommen ist.

Zuletzt müssen natürlich diverse "Spezial"-Brillen erwähnt werden, die zum Einsatz kommen. Vergrößernde Sehhilfen, die von Spezialisten individuell angepasst werden, können die eingeschränkte Lesefähigkeit verbessern.

Alternative Behandlungsmethoden einer Makuladegeneration

Bevor ich auf Alternative Therapieformen eingehe, muss ich ein Medikamenten-Stoff erwähnen, den Patienten mit bestehender Makuladegeneration nicht einnehmen sollten. Es handelt sich dabei um das Omeprazol. Omeprazol ist ein sogenannter Protonenpumpenhemmer, der bei Beschwerden wie SodbrennenMagengeschwür, Zwölffingerdarmgeschwür usw. eingesetzt wird. Omeprazol kann allerdings zu dauerhaften (nicht mehr umkehrbaren) Sehstörungen führen, wenn bereits vor der Einnahme dieses Wirkstoffes bereits eine Makuladegeneration diagnostiziert wurde. Diesen Warnhinweis meine ich vor einigen Jahren in einem Beipackzettel gelesen zu haben. Dr. med. Arnulf Fahl weißt in seinem Buch "Vitalstoffe - Medizin der Zukunft" ebenfalls darauf hin und bezieht sich auf Informationen des IfAP INDEX. In Beipackzetteln heutiger Mittel finde ich diesen Warnhinweis nicht mehr. Dort findet man jetzt (neben unzähligen weiteren Nebenwirkungen), nur noch den Hinweis:

Gelegentlich: Störungen der Sehfähigkeit (Verschwommensehen, Schleiersehen und Einschränkung des Gesichtsfeldes)

Ich meine, dass jeder Patient, der Omeprazol einnehmen soll, vorher bei einem Augenarzt untersucht werden sollte.

Kommen wir nun zu einigen Heilverfahren die bei Makuladegeneration helfen können.

Augenakupunktur nach Boel

Der dänische Ingenieur Dr. John Boel entwickelte ein Akupunktur-System, das für unterschiedliche Augenerkrankungen genutzt werden kann, unter anderem für die Makuladegeneration. Diese Methode ist, laut Boel, mit traditionellen chinesischer Akupunkturverfahren nicht vergleichbar. Sein System mit dem Namen Akupunktur 2000 nutzt Akupunkturpunkte rund um die Gelenke der Patienten. Während zu Beginn der Therapie mehrere Tage nacheinander eine Sitzung erforderlich ist, sollte die Augenerkrankung später einmal im Monat behandelt werden. Meist zeigt sich innerhalb der ersten Sitzungen, wie gut die Patienten auf die Akupunktur ansprechen. Mehrere zertifizierte Heilpraktiker und Mediziner in Deutschland wenden die Akupunktur 2000 erfolgreich bei ihren Patienten an.

Orthomolekulare Medizin

Die Orthomolekulare Medizin ist eine Therapie mit sogenannten "Vitalstoffen". Zu dieser Art der Therapie habe ich eine eigene Webseite erstellt, die Sie unter www.vitalstoffmedizin.com finden.

Die Therapie mit Vitalstoffen halte ich bei Makuladegeneration für unabdingbar.

Bei der trockenen Makuladegeneration kann hochdosiertes Lutein (ein Carotinoid), den Verlauf der Erkrankung verlangsamen. Auch hat sich das verwandte Astaxanthin, der zum Beispiel für die Rotfärbung von Krebstieren verantwortlich ist und von der Mikroalge Haematoccous pluvialis produziert wird, bewährt. Eine Heilung oder eine Wiedererlangung der bereits verloren gegangenen Sehfähigkeit ist bisher allerdings nur in seltenen Fällen möglich.

Nicht nur die oben bereits beschriebenen Carotinoide, Astaxanthin und Lutein scheinen bei einer Makuladegeneration hilfreich zu sein, auch Vitamin D gilt als sehr wirkungsvoll bei verschiedenen Augenerkrankungen. Weil ich das mit dem Vitamin D für besonders wichtig halte, habe ich hierzu ein kurzes Buch verfasst, das Sie hier finden: renegraeber.de/vitamin-d-therapie.html

Bestimmte tierische Omega-3-Fettsäuren kommen konzentriert in der Retina des menschlichen Auges vor. Da sie neben vielen anderen positiven Effekten auch eine entzündungshemmende Wirkung haben, wirkt sich ihre Einnahme positiv auf eine Makuladegeneration aus. Denn auch an dieser Augenerkrankung sind Entzündungsprozesse beteiligt.

Anthozyane aus Blaubeeren und schwarzen Johannisbeeren haben sich bei AMD und anderen Augenerkrankungen bewährt. Denn sie können ins Kammerwasser zwischen die Linse und die Cornea des Auges aufgenommen werden. Dort helfen sie nicht nur dabei, den Augeninnendruck auszugleichen, sondern wirken zusätzlich als wichtige Antioxidantien.

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Homöopathie

Es gibt verschiedene homöopathische Mittel, die bei Augenerkrankungen helfen können. Aus meiner Sicht lohnt es sich, mittels klassischer Homöopathie bei einer Makuladegeneration die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Nach meiner Erfahrung kann ein Stillstand der Erkrankung erreicht werden.

Ozontherapie

Auch wenn Ozon (O3) gemeinhin als recht gefährlich für unsere Zellen gilt, so kann es doch unter kontrollierten Bedingungen medizinisch sehr effektiv eingesetzt werden. Während Ozon nämlich antibakteriell wirkt und das Immunsystem anregt, kann es darüber hinaus die Durchblutung verbessern. Bei der altersbedingten Makuladegeneration ist die Durchblutung der Netzhaut gestört. Dies lässt sich möglicherweise durch eine Ozon-Eigenblut-Behandlung (siehe auch Ozontherapie) wirkungsvoll beseitigen. Nach einer kontrollierten Therapie war die Sehleistung der Probanden für sechs bis acht Monate signifikant besser als zuvor (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17444419).

Makula-Therapie nach Hancke

Das Gehirn als übergeordnete Steuerzentrale reguliert, nach gem. meinem Kollegen Jürgen Hancke, unter anderem die Selbstheilungsmechanismen des Auges. Eine gezielte Förderung der Gehirnleistungen soll demnach einer Makuladegeneration entgegenwirken. Die Therapie besteht u.a. aus einer Stirnakupunktur (Akupunktur an der Stirn), einer Therapiebrille zur Entlastung des Gehirns und der Augen und einer Verhaltensstrategie. Die Erfolge werden von den Patienten meines Wissens nach als recht gut eingestuft. Allerdings hat diese Therapie auch ihren Preis: 2.500.- bis 7.500.- Euro können anfallen. Mittlerweile gibt es einige Kollegen, die diese „Kombinationstherapie“ ebenfalls anbieten und zusätzlich um weitere Aspekte erweitern, wie zum Beispiel mein Kollege Gerd Hilger mit der „Biomolekulare hi-med Therapie“. Dabei nutzt er Substanzen der Orthomolekularen Medizin, um die Prozesse eines Organismus, die bei einer Krankheit aus dem Gleichgewicht geraten sind, wieder zu normalisieren. Und die "Vitalstoffe" der Orthomolekularmedizin halte ich für sowieso unerlässlich.

Therapie nach Bangerter

Injektionen hinter das Auge (u.a. Cortison in geringen Dosierungen), „milde“ Röntgenbestrahlungen, Sauerstoff- Ozon-Therapie und Vitalstoffe sollen dabei helfen, die Stoffwechsellage des Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Gleichzeitig soll bei der Therapie nach Bangerter die Durchblutung verbessern und das Gefäßwachstum eingedämmt werden. Die Therapie kann sowohl bei der tockenen, als auch der feuchten AMD eingesetzt werden. Bei 50% der Patienten soll eine messbare Verbesserung eintreten. Kosten belaufen sich auf insgesamt ca. 1500.- inkl. der Medikamente und werden von den gesetzlichen Kassen meines Wissens nicht erstattet.

siehe auch: Augenprobleme - grauer Star - grüner Star - Nachtblindheit

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.4.2015 aktualisiert.