Die Bauchspeicheldrüse: Anatomie, Funktion und Erkrankungen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Zuerst ein wenig Anatomie: Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) des Erwachsenen ist ca. 75 bis 150 g schwer und liegt retroperitoneal (hinter dem Bauchraum) vor der Wirbelsäule sowie den dort verlaufenden großen Gefäßen. Das in Kopf (Caput), Körper (Corpus) und Schwanz (Cauda) unterteilte Organ lässt sich funktional in einen endokrinen (Hormonproduktion) und einen exokrinen (Sekretion) Bereich unterscheiden. Der Aufbau ist bestimmt durch eine Läppchenstruktur, die für das charakteristische Aussehen der Oberfläche verantwortlich ist.

Das Caput pancreatis liegt medial (mittig) dem Zwölffingerdarm (Duodenum) an. Kopf und Duodenum werden vom selben Gefäßanteil versorgt. Hier findet sich auch der Ductus choledochus (extrahepatischer Ausführungsgang, leitet die Galle aus Leber und Gallenblase in das Duodenum), der durch den Kopf zieht. Der Schwanz der Bauchspeicheldrüse schmiegt sich an den Hilus (Ansatz für zu- und abführende Gefäße) der linken Niere und endet am Hilus der Milz. Dem Pankreas vorgelagert ist das Mesocolon transversum (Gekröse des Colon transversum). Der Ductus pancreaticus sowie der (eher selten vorhandene) Ductus pancreaticus accessorius sind die Ausführungsgänge des Organs, sie münden an der Papilla vateri in das Duodenum (= Papilla duodeni major).

Die Funktion der Bauchspeicheldrüse

Im Pankreas finden sich Langerhans-Inselzellen. Sie machen ca. ein Prozent des gesamten Organs aus, liegen hauptsächlich im Schwanzbereich und sind für die endokrine Funktion verantwortlich. Das Gewebe besteht aus A- (eosinophile), B- (basophile) und D-Zellen (basophile Zellen mit kleinem Zellkern) und bildet ein feines Kapillarnetz. Der endokrine Anteil dient der Hormonproduktion. Hier werden Glukagon (zur Erhöhung des Blutzuckers, stimuliert die Glykogenolyse und die Glukoneogenese), Insulin (zur Senkung des Blutzuckers) und Somatostatin (hemmt die Ausschüttung von STH = somatotropes Hormon, hemmt die Insulinausschüttung) produziert. Daneben findet sich auch noch das Pancreatic polypeptide (PP), welches die Pankreassekretion hemmt.

Der wesentlich größere Anteil des Pankreas dient der exokrinen Funktion. Hier findet sich ein ausgeprägtes Drüsengewebe, welches ein enzymreiches Sekret bildet, das ins Duodenum abgegeben wird. Zusätzlich erfolgt die Synthese inaktiver Verdauungsenzyme. Hierzu zählen Amylase (zum Abbau von Polysacchariden), Trypsinogen (Vorstufe von Trypsin, das der Eiweißspaltung dient), Chymotrypsinogen (Verdauung von Eiweißen) und Lipase (spaltet freie Fettsäuren von Lipiden ab).

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Eine der häufigsten Erkrankungen ist die akute und chronische Pankreatitis oder Bauchspeicheldrüsenentzündung, die durch Alkoholmissbrauch, Laktose-Intoleranz, oder Gluten-Unverträglichkeit verursacht wird. Weitere Krankheiten der Pankreas sind genetische Fehlanlagen, Zysten, Fibrosen (Bindegewebsvermehrung), Nekrosen (Gewebeuntergang) sowie gutartige und bösartige Tumore. Dies ist zum Beispiel der Fall bei einem Insulinom (zum Teil maligner Tumor), bei Gastrinomen (Neoplasie aus gastrinbildenden Zellen), beim Glukagonom, bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und bei Karzinoiden (Krebs).

Die Pankreas wird auch geschädigt durch Darmentzündungen unterschiedlicher Herkunft, besonders aber durch Morbus Crohn, die zu den Autoimmunerkrankungen gehört. Die Erbkrankheit Mukoviszidose schädigt nicht nur die Lungen, sondern auch die Pankreas. Hinzu kommen „idiopathische“, das heißt „unbekannte“ Ursachen, die eine Schwäche der Bauchspeicheldrüse verursachen.

Aus solchen Vorgeschichten resultieren oft Defekt-Heilungen mit der Folge einer Pankreasinsuffizienz. Das Syndrom ist die häufigste chronische Erkrankung, die mit den ganz unterschiedlichen Grund-Ursachen eng zusammenhängt. Entsprechend den 2 Grund-Funktionen des Organs erscheint das Syndrom in 2 Formen, abhängig davon, welche Zellen und Gewebeanteile geschädigt sind:    

Die endokrine Pankreasinsuffizienz ist mit Über- und Unterfunktion oder auch mit einem völligen Einhalten der Hormonausschüttung. verbunden. Die Patienten leiden daraufhin an einem Insulin-Mangel-Diabetes (Diabetes Typ 1) und benötigen Injektionen des Stoffwechsel-Hormons.

Die exokrine Pankreasinsuffizienz ist gekennzeichnet durch einen Mangel oder dem Fehlen der Verdauungs-Enzyme. Die Kranken leiden unter einem Nährstoffmangel sowie an verschiedenen Irritationen des Magen-Darm-Traktes. Es treten Bauchschmerzen, Durchfälle und Blähungen mit Völlegefühl auf.

Zu schaffen macht den Patienten auch Übelkeit und Appetitlosigkeit, besonders schwer verdauliche Lebensmittel werden überhaupt nicht mehr vertragen. Gänzlich oder unvollständig abgebaute Proteine lösen Entzündungs-Reaktionen aus, die zu Histamin-Ausschüttungen führen und diverse andere Krankheiten nach sich ziehen wie Psoriasis (Schuppenflechte) und Heuschnupfen. Die starke Vermehrung der Fäulnis-Bakterien hat eine gravierende Störung der Darmflora zur Folge.        

Naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, richten sich nach der zugrunde liegenden Krankheit.

Hierzu sollten Sie unter den entsprechenden Links (siehe oben) weitere Informationen finden. Generell wichtige Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenschwäche wäre die Pankreaselastase 1, sowie ggf. der Test der gesamten Stuhlflora (Stuhltest).

Eine Messung des unverdauten Fettanteils liefert Hinweise auf eine Unter-Produktion der Lipasen. Daneben kann ein Mixed-Triglycerid-Atemtest durchgeführt werden. Mit Blutuntersuchungen bei Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenschwäche wird der Vitamin-D-Spiegel bestimmt (als Marker für fettlösliche Vitamine), sowie die Mineralien Magnesium, Kalium, Zink und Selen.

Mit einer Dünndarmspiegelung (Enteroskopie) beurteilt der Arzt den Gesamtzustand der Bauchspeicheldrüse und deren Umfeld. Ein genaueres Bild verschaffen die Sonografie und die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT).

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie doch einfach meinen kostenlosen Praxis-Newsletter an:

Die Naturheilkunde bietet bei exokriner Pankreasinsuffizienz eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten.

 Enzymtherapie

Liegt eine schwerere Bauchspeicheldrüsenschwäche vor, kann mit Enzymen gut unterstützt werden. Es sollten Enzyme gewählt werden, die Lipasen für die Fettverdauung, Proteasen für die Eiweißverdauung und Amylasen für die Kohlenhydratverdauung beinhalten. Die Enzympräparate sind dabei auf die Aktivität der Lipase abgestimmt - z.B. Panzytrat 40.000, Pankreatan 25.000, Pangrol 25.000, Catazym 10.000, Kreon 40.000). Die Dosis ist abhängig von der Schwäche der Bauchspeicheldrüse und der Mahlzeit.

Heilpflanzen 

Bei einer leichteren Bauchspeicheldrüsenschwäche kann man gut mit Heilpflanzen zurecht kommen. Hierzu bietet sich zum Beispiel die Harongarinde oder die Harongablätter an, z.B. als Fertigpräparat Harongan 3 mal täglich 2 Tabletten. 

Haronga regt die Bildung der Verdauungs-Enzyme an, genau wie die Bitterstoffe im Gottesgnadenkraut (Centaurium) und anderen Enzianen und den Blättern der Minze, Melisse und den Rhizomen von Curcuma. Ingwer wirkt in die gleiche Richtung und zusätzlich wärmend.

Papayakerne sind außerordentlich enzymreich und können den Mangel an Verdauungs-Enzymen ausgleichen. Die Samen werden kurz vor oder zum Essen verzehrt und müssen zerkaut werden.  

Säure Basen Haushalt

Grundsätzlich sollte bei einer Bauchspeicheldrüsenschwäche der ph Wert im Darm kontrolliert werden. Die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse arbeiten (nach derzeitigem Wissen) bei einem ph Wert von über 7. Damit dieser Wert im Dünndarm erreicht wird, produziert die Bauchspeicheldrüse auch noch Natriumhydrogencarbonat. Diese Produktion kann bei schweren Störungen ebenfalls problematisch sein.  

Basische Elektrolyte können eine Übersäuerung des Dünndarm-Milieus verhindern. 

Schüssler- Salze

Eine generelle Gabe von Schüssler Salzen könnte wie folgt aussehen:

Bei Entzündungen: Nr. 3. Ferrum Phosphoricum, Nr. 5. Kalium Phosphoricum, Nr. 11. Silicea

chonische Schmerzen: Nr. 4. Kalium Chloratum, Nr. 10. Natrium Sulfuricum, Nr. 11. Silicea

 

Spenglersan Kolloide

 

Bei dem homöopathischen Mittel Spenglersan Kolloid T steht das "T" für Tendenz, Toxikose sowie Tuberkulinie
 

 

Orthomolekular-Medizin

 

Aufgrund von Resorptions-Störungen ist eine Supplementierung mit den Vitaminen A, K, D, E sinnvoll.

Magnesium, Calcium und Zink sollten ebenfalls zusätzlich zugeführt werden.      

Ernährung

Schwer verdauliche Lebensmittel sind zu meiden. Es sollten viele kleine Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag verteilt eingenommen werden. Während des Essens darf nicht getrunken werden, um die Konzentration der Verdauungs-Enzyme nicht zu verdünnen. Langsames Essen und gründliches Kauen fördert die Verdauung. Zwischen den Mahlzeiten ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, wobei säurearme Tees und basische Getränke (stilles Mineralwasser) zu bevorzugen sind. Fruchtsäfte sind nicht optimal. 

Generell  sollte eine fettarme Diät eingehalten werden. MCT-Fette (Medium Chain Triglycerides) sind am leichtesten verdaulich, enthalten sind sie besonders in Kokos-Öl.

Wichtig ist auch die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren, daher empfehlen sich Meeresfürchte, speziell Krill-Öl.

Ratsam sind rohes, frisches Obst und Gemüse. Gänzlich gemieden werden sollten Zucker und Alkohol.

 

Darmsanierung 

Die aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora kann mit einer Darmreinigung und anschließender Darmsanierung regeneriert werden. Hierzu sind Probiotika anzuraten.

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter von Heilpraktiker René Gräber

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.05.2017 aktualisiert.