Astragalus membranaceus (Tragant)

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Der Tragant (Astragalus) gehört zu den Schmetterlingsblütlern (Faboideae). Einige Vertreter dieser Gattung sind hochgiftig, wie z.B. Astragalus lambertii oder Astragalus mollissimus und werden im Amerikanischen als „Locoweeds“ (verrückt machende Kräuter) bezeichnet, die bei Pferden oder Rinder neurologische Symptome (Gangunsicherheiten, Lähmungen, Aggressivität), Aborte oder Unfruchtbarkeit hervorrufen, die kaum erfolgreich behandelt werden können.

Ursache sind toxische Bestandteile wie Miserotoxin, Swainsonin sowie das Spurenelement Selen, das von einigen Arten im Übermaß gespeichert werden kann.

Neben den giftigen Vertretern dieser Pflanzengattung gibt es jedoch auch einzelne Arten, die vom Menschen genutzt werden: Astragalus boetica Samen sollen in Schweden geröstet und als Kaffee-Ersatz genutzt werden, Astragalus membranaceus wird in Asien als Medizin verwendet: Astragalus membranaceus (syn. A. propinquus), Astragalus membranaceus var. mongholicus, Huang Qi (Chin.)

Aussehen: Die mehrjährige Pflanze mit einer Höhe von 30 - 80 cm wächst in China, der Mongolei, Sibirien und Korea auf trockenen Sandböden, Wiesen und gebirgigen Gegenden zwischen 800 - 2000 Metern.

Der Stängel ist fein behaart und hat meist 12 - 18 Blätterpaare. Für die medizinische Anwendung wird die Wurzel von 4-jährigen Pflanzen geerntet und getrocknet.

Wirkstoffe: Aktiv wirkende Substanzen umfassen einige Polysaccharide, Saponin (Astragaloside), Flavonoide, Spurenelemente und weitere Bestandteile.

Astralagus in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in der westlichen westliche Medizin

Astragalus membranaceus gehört zu den Kräutern, die „das Qi stärken“ und wird bereits seit Hunderten von Jahren als Schutzmittel verwendet, um den Körper vor allen Arten von physischem, mentalem oder emotionalem Stress sowie Krankheiten wie Erkältungen, erhöhten Blutdruck, Krebs oder Diabetes zu bewahren. Zur Behandlung wird es bei Durchfall, Müdigkeit und Appetitlosigkeit eingesetzt, aber auch bei Gebärmutter- oder Rektumprolaps.

Astragalus membranaceus stärkt das Lungen-Qi und ist daher auch angezeigt bei einer Neigung zu Erkältungen, spontanem Schweiß und Kurzatmigkeit. Weitere Indikationen sind Lähmungen, Ödeme und chronische Geschwüre. Normalerweise wird es in der klassischen TCM in Kombination mit anderen Kräutern verschrieben.

Die in ihm enthalten Antioxidantien sollen Körperzellen vor Schäden schützen. Zusätzlich finden sich antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften. Daher findet A. membranaceus in der westlichen Medizin bisher häufig Anwendung, um das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System und die Vitalität allgemein zu stärken.

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Studien und Einzelfälle

Forscher in den USA stellten fest, dass bei Patienten, deren Immunsystem durch Chemotherapie oder Bestrahlung geschwächt wurde, eine Ergänzung mit Astragalus membranaceus zu besserer Rekonvaleszenz führte. Bei HIV-Patienten waren die Ergebnisse jedoch sehr unterschiedlich.

Bei allergischer, saisonaler Rhinitis (auch Pollenallergie) zeigte ein Nahrungsergänzungsmittel, das A. membranaceus als aktives Prinzip enthielt, recht gute Resultate. Bei Leberzellkrebs (in vitro) scheint Swainsonin, das aus Astragalus membranaceus gewonnen wurde, das Wachstum der Tumorzellen zu hemmen und die Wirkung des Medikaments Paclitaxel zu verstärken. Ein Versuch an Mäusezellen zeigte die entzündungshemmende Eigenschaft eines Astragalus membranaceus-Extrakts für Arterienverkalkung (Atheriosklerose).

Eine Literaturstudie über die Wirksamkeit von Pflanzenmedizin bei Herzmuskelentzündungen, die durch Viren ausgelöst wurde, bescheinigte es, eine Verbesserung der Symptome und Normalisierungen von EKG und Herzfunktion.

Eine Vergleichsstudie bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs (non-small cell lung cancer), die Chemotherapie ohne bzw. mit einer Astragalus-Polysaccharid-Injektion erhielten, zeigte signifikante Verbesserungen für die Astragalus-Gruppe, was Allgemeinbefinden, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen und Appetitlosigkeit betraf.

Eine Patientin mit einer Nierenerkrankung (nephrotisches Syndrom nach idiopathischer membranöser Nephropathie) wurde 2 Jahre konventionell behandelt, ohne dass sich ihr Zustand besserte. Nach täglicher Einnahme von 15g Astragalus membranaceus besserte sich ihr Zustand, sobald sie mit der Einnahme aufhörte, verschlechterte er sich wieder. Durch erneute Einnahme wurde eine vollständige Remission erreicht.

Vorsichtsmaßnahmen

Einige Quellen weisen darauf hin, dass Patienten mit supprimiertem Immunsystem bei der Verwendung dieser Pflanze Vorsicht walten lassen sollten. Außerdem reduziert Astragalus die Ausscheidung von Lithium, sodass es zu einer gefährlichen Speicherung dieses Elements kommen kann.

Auch Patienten mit Autoimmunerkrankungen sollten grundsätzlich vor einer Verwendung von Astragalus Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Quellen:

Matkovic Z et al: Efficacy and safety of Astragalus membranaceus in the treatment of patients with seasonal allergic rhinitis. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19504468?dopt=Abstract

You N et al: Swainsonine inhibits growth and potentiates the cytotoxic effect of paclitaxel in hepatocellular carcinoma in vitro and in vivo. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22993037

You N et al: Anti-atherosclerotic function of Astragali Radix extract: downregulation of adhesion molecules in vitro and in vivo. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22536886

Liu ZL: Herbal medicines for viral myocarditis. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23028693

Ahmed MS: Treatment of idiopathic membranous nephropathy with the herb Astragalus membranaceus. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18037104

Guo L et al: Astragalus polysaccharide injection integrated with vinorelbine and cisplatin for patients with advanced non-small cell lung cancer: effects on quality of life and survival. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21928106

weitere Quellen, die ich nicht anklickbar verlinke, weil diese Arbeiten zu oft wieder an andere Stellen "verschoben" werden und dadurch "tote Links" ergeben:

  • cal.vet.upenn.edu/projects/poison/plants/pplocow.htm
  • pfaf.org/user/Plant.aspx?LatinName=Astragalus+membranaceus
  • umm.edu/health/medical/altmed/herb/astragalus
  • thorne.com/altmedrev/.fulltext/8/1/72.pdf

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 07.01.2014 aktualisiert