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Heilpflanzen

Teufelskralle – die Anti-Schmerz-Pflanze

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Heilpflanzen

Inhaltsverzeichnis Einblenden
Wirkung der Teufelskralle
Anwendung von Teufelskralle-Produkten
Inhaltsstoffe der Teufelskralle
Studien zur Teufelskralle
Fazit
Rene Gräber:

Die Teufelskralle, wissenschaftlich Harpagophytum procumbens, ist vorwiegend in den Steppen der Kalahariwüste Südafrikas und Namibias beheimatet. Sie gehört zur Familie der Sesamgewächse und ist wild wachsend.

Abb.: Teufelskralle 

Ihren ungewöhnlichen Namen verdankt sie ihren holzartigen Früchten, die sich dank Widerhaken an Tieren festklammern. Durch diese Art der Verbreitung ist der Bestand gesichert.

Die Teufelskralle blüht nur für kurze Zeit in leuchtendem Hellrosa bis Purpurrot und entwickelt Triebe, die bis zu 1,5 m lang werden und in Bodennähe verlaufen.

Ihre heilende Wirkung (schmerzlindernd, entzündungshemmend, antirheumatisch, verdauungsanregend) wird bei Einheimischen schon lange geschätzt. Die Europäer erkannten erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Pflanze als medizinisch wertvoll.

Nur die unterirdisch wachsenden Pflanzenteile der Teufelskralle enthalten die Stoffe, die für ihre Heilkraft bekannt sind. Für medizinische Zwecke verwendet werden nur die Sekundärwurzel, die Primärwurzel bleibt bestehen und kann so neue Triebe entwickeln. Die Knollen der Teufelskralle wiegen bis zu 600 g und werden nach der Ernte getrocknet und anschließend zerkleinert.

Wirkung der Teufelskralle

Die Teufelskralle ist allgemein für ihre leicht schmerzlindernden Eigenschaften bekannt, zudem wirkt sie entzündungshemmend. Sie wird traditionell gegen rheumatische Erkrankungen, Arthrose, Verdauungsbeschwerden und Fieber eingesetzt.

Ihre Bitterstoffe sind besonders dafür geeignet, die Magensäfte anzuregen, allerdings sollte Teufelskralle bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren nicht angewendet werden.

Von großer Bedeutung ist die südafrikanische Pflanze bei der Behandlung von Rückenschmerzen und Gelenkarthrose. Die Inhaltsstoffe hemmen den Eiweißabbau im Bewegungsapparat und können so zu einer Heilung beitragen. Aber auch bei anderen Beschwerden ist die Teufelskralle hilfreich, zum Beispiel bei Muskelverspannungen, Sehnenentzündungen, Rheuma, Appetitmangel oder Verdauungsschwäche.

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach der Pflanze so stark gestiegen, dass der Bedarf allein durch das natürliche Vorkommen nicht  mehr gedeckt werden kann. Deshalb gibt es Überlegungen die Teufelskralle außerhalb Afrikas kontrolliert anzubauen, dies stellte sich allerdings als schwierig heraus.

Erwähnt werden sollte noch, dass das Präparat an Schwangeren nicht genügend getestet wurde und deshalb dringend vor der Einnahme abgeraten ist.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilpflanzen-Newsletter dazu an. Darin geht es im Wesentlichen um Heilpflanzen, aber auch um Bachblüten oder Homöopathische Mittel:

Anwendung von Teufelskralle-Produkten

Das Savannengewächs wird in Form von Tee, Salbe und Fertigarzneien verschrieben, wobei zu beachten ist, dass erst ein paar Wochen nach Einnahme eine Besserung des Gesundheitszustandes eintritt. Diese richtet sich außerdem nach der richtigen Dosierung der einzelnen Inhaltsstoffe.

Erhältlich sind Präparate mit Teufelskralle in der Apotheke, aber auch in Drogerie- und Supermärkten. Während bei anderen Gesundheitsprodukten beim offenen Verkauf manchmal Zweifel an der Wirksamkeit berechtigt sind, können Teufelskralle-Produkte bedenkenlos auch im Supermarkt oder der Drogerie gekauft werden. Sie haben sich fast durchweg als gut und wirksam herausgestellt.

Zur inneren Anwendung können Sie einen Teelöffel pulverisierte Teufelskrallenwurzel mit 300ml kochendem Wasser übergießen. Lassen Sie den Ansatz acht Stunden lang ziehen (zum Beispiel über Nacht) und sieben Sie ihn dann ab. Trinken Sie ihn in drei Portionen über den Tag verteilt. Nach Geschmack können Sie den Teufelskrallentee kalt oder erwärmt trinken.

Auch schmerzlindernde Gelenk-Umschläge können Sie aus diesem Teufelskrallentee herstellen: Tränken Sie ein Baumwolltuch im Tee und wickeln Sie es um das schmerzende Gelenk. Umwickeln Sie das nasse Tuch mit einem trockenen Handtuch und lassen Sie den Umschlag etwa 20 Minuten am Gelenk liegen. Bei entzündlichen Schmerzen sind kalte Umschläge meist angenehm, Sie können den Tee aber auch vor der Anwendung erwärmen.

Um eine entzündungshemmende Tinktur herzustellen, geben Sie eine Handvoll getrocknete Teufelskrallenwurzeln in ein Schraubglas und übergießen sie mit hochprozentigem Alkohol, zum Beispiel Doppelkorn. Wichtig ist, dass alle Pflanzenteile bedeckt sind, damit sie nicht schimmeln können. Jetzt stellen Sie den Ansatz vier bis sechs Wochen lang an einen hellen Platz und schütteln ihn alle paar Tage. Filtern Sie die Tinktur dann ab und füllen Sie sie in eine braune Flasche um. Bei Rheuma und Gelenkschmerzen können Sie ein- bis dreimal täglich 10 bis 20 Tropfen einnehmen. Mischen Sie sie vor der Einnahme mit einem Schnapsglas voll Wasser.

Alternativ können Sie natürlich auch fertige Salben, Tabletten oder Tinkturen anwenden.

Inhaltsstoffe der Teufelskralle

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören die für den bitteren Geschmack verantwortlichen Iridoidglykoside wie zum Beispiel Harpagoside. Außerdem enthält die Pflanze unter anderem Acteosid, Flavonoide, ungesättigte Fettsäuren, Chlorogen- sowie Zimtsäure.

Studien zur Teufelskralle

Gerade bei pflanzlichen Medizinprodukten ist die Studienlage oft sehr interessant. Während es bei manchen Heilpflanzen kaum Untersuchungen gibt (was nicht bedeutet, dass sie nicht wirken können!), ist die Wirkung der Teufelskralle gut untersucht und bestätigt. Hier einige interessante Studienerkenntnisse:

Wegener T.: Degenerative diseases of the musculoskeletal system–overview of current clinical studies of Devil’s Claw (Harpagophyti radix)http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12244884

Herbale medizinische Produkte aus den Sekundärknollen der Teufelskralle werden erfolgreich eingesetzt bei degenerativen rheumatischen Erkrankungen. Das Interesse an diesem pflanzlichen Medikament dokumentiert sich in vielen kontrollierten und nicht-kontrollierten klinischen Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt worden sind. Die Wirksamkeit wurde in dieser Studie bei Patienten mit degenerativen rheumatischen Leiden oder mit Kreuzschmerzen getestet. Die Pflanze konnte eine Verbesserung von Beweglichkeit und Reduzierung von Schmerzempfindung zeigen, gepaart mit einer guten Verträglichkeit, selbst bei einer Anwendung von mehreren Wochen.

Langmead et al.: Antioxidant effects of herbal therapies used by patients with inflammatory bowel disease: an in vitro study. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11860402 – Academic Department of Adult and Paediatric Gastroenterology, Barts and the London, Queen Mary’s, School of Medicine and Dentistry, London, UK.

Hintergrund: Herbale Medikamente, die bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen zum Einsatz kommen, sind Rot-Ulme, Bockshornklee, Teufelskralle, mexikanischer Yams, Fingerkräuter (Potentilla) und Wei Tong Ning, ein Produkt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Reaktive Sauerstoffmetabolite, die von der entzündeten Darmmukosa produziert werden, sind möglicherweise krankheitsfördernd. 5-ASA (Mesalazin oder 5-Aminosalicylsäure, ein Amin-Derivat der Salicylsäure) ist ein Antioxidans mit therapeutischem Einsatz bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa etc.

Ziel dieser Studie war, den antioxidativen Effekt der Heilpflanzen in zellfreien, Oxidantien bildenden Systemen und in entzündeten menschlichen Biopsien aus dem Dickdarmbereich zu ermitteln. Dazu wurde Chemolumineszenz in zellfreien Systemen eingesetzt, um die Superoxid-Bindung der Pflanzen und 5-ASA zu beurteilen. Des Weiteren kam Fluorometrie zum Einsatz, um die Beseitigung von Peroxyd-Radikalen zu messen. Chemolumineszenz wurde auch eingesetzt, um bei den Darmschleimhautbiopsien der Patienten mit einer ulzerativen Kolitis den Einfluss der Pflanzen auf die Radikalenbildung zu untersuchen.

Resultate: Ähnlich wie 5-ASA waren alle Pflanzen, außer Bockshornklee, in der Lage, auftretendes Superoxid zu eliminieren. Alle Pflanzen waren in der Lage, Peroxyd-Radikale zu eliminieren. Die Bildung von Sauerstoffradikalen in den Biopsien wurde bei allen Pflanzen und 5-ASA nach Inkubierung reduziert, mit Ausnahme von mexikanischem Yams.

Schlussfolgerung: Alle sechs Heilpflanzen, also auch die Teufelskralle, haben einen antioxidativen Effekt. Bockhornklee ist nicht in der Lage, Superoxide zu eliminieren bzw. deren Entstehung zu verhindern. Mexikanischer Yams war nicht in der Lage, die Entstehung von Radikalen in entzündeten Biopsien zu verhindern. Die anderen vier Heilpflanzen dagegen sind vielversprechende Therapiealternativen zur Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen.

Göbel et al.: Effects of Harpagophytumprocumbens LI 174 (devil’s claw) on sensory, motor und vascular muscle reagibility in the treatment of unspecific back pain, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11810324 – Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel in Kooperation mit der Universität Kiel

Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie wurde durchgeführt, um die Effekte der Teufelskralle auf sensorische, motorische und vaskuläre Mechanismen des Muskelschmerzes zu untersuchen. Zusätzlich zur klinischen Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden mögliche Wirkmechanismen untersucht, unter Einbeziehung von experimentellen algesimetrischen Methoden (Methoden zur Schmerzmessung).

Die Studie wurde mit Patienten durchgeführt, die an leichten bis mittelschweren Muskelschmerzen im Rücken, in den Schultern und im Nacken litten. Es erfolgte eine doppelblinde Randomisierung in eine Verumgruppe, die 2 x 1 Filmtabletten pro Tag mit 480 mg Teufelskrallenextrakt pro Tablette morgens und abends jeweils um 8 Uhr bekam. Die Placebogruppe bekam vergleichbare Tabletten zu den gleichen Zeiten ohne Inhaltsstoff. Die Therapie dauerte vier Wochen. Daten wurden in einem 14-tägigen Zeitintervall erhoben. Es wurden dazu Druck-Algometer-Tests durchgeführt. Des Weiteren wurden antinozizeptive Muskelreflexe gemessen, sowie Muskelsteifheittests, EMG Oberflächenaktivitätstests, Muskelischämietests, globale klinische Bewertungen und subjektive Einschätzungen von Patienten und Ärzten durchgeführt.

Resultate: Insgesamt nahmen 31 Patienten in der Verumgruppe und 32 Patienten in der Placebogruppe an der Studie teil. Nach vier Wochen Behandlung zeigte sich eine deutliche klinische Effizienz in der Verumgruppe bei der globalen klinischen Bewertung und in den subjektiven Einschätzungen von Patienten und Ärzten. Hochsignifikante Effekte zeigten sich bei der visuellen Analogskala, den Druck-Algometer-Tests, den Muskelsteifheittests und den Muskelischämietests. Kein Unterschied zum Placebo wurde bei den antinozizeptive Muskelreflexen und den EMG-Oberflächenaktivitätstests gefunden. Die Verträglichkeit war gut. Es tauchten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf.

Schlussfolgerung: Es wurde eine hochsignifikante klinische Wirksamkeit bei der Monotherapie mit einem Teufelskrallenextrakt erzielt. Die Behandlungsdauer betrug vier Wochen mit einer täglichen Dosierung von 960 mg Extrakt bei leichten und mittelschweren Muskelschmerzen. Bezüglich des untersuchten Wirkmechanismus kamen die Forscher zu dem Schluss, dass der Extrakt möglicherweise einen signifikanten Einfluss auf die sensorische und vaskuläre Muskelantwort hat, was eine Verringerung von Muskelsteifheit zur Folge hat. Zentralnervöse Effekte konnten nicht beobachtet werden.

Laudahn und Walper: Efficacy and tolerance of Harpagophytum extract LI 174 in patients with chronic non-radicular back pain. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11746846 – Zentrum für ganzheitliche Medizin, Leipziger Str.1, 16548, Glienicke, Deutschland.

Ziel dieser offenen, multizentrischen Studie war die Untersuchung von klinischer Wirksamkeit und Verträglichkeit von Teufelskrallenextrakt bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, die mindestens sechs Monate bestanden. Insgesamt wurden 130 Patienten behandelt. Sie bekamen zweimal täglich Tabletten mit 480 mg Teufelskrallenextrakt. Die Behandlungsdauer betrug acht Wochen. Die Effektivität der Behandlung wurde gemessen mittels einer multidimensionalen Schmerzskala, dem Arhus Schmerzindex und Parametern, die die Beweglichkeit des Lumbarbereichs der Wirbelsäule beschrieben. Insgesamt wurden die Daten von 117 Patienten ausgewertet. Die Resultate zeigten eine signifikante Verbesserung der Schmerzsymptome und der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulensegmente im Laufe der Behandlung. Es wurden keine schweren Nebenwirkungen beobachtet. Im Licht dieser Ergebnisse, die eine ausgezeichnete Wirkung und Verträglichkeit von Teufelskrallenextrakt zeigen, scheint dieses pflanzliche Heilmittel eine ausgezeichnete Alternative für die Behandlung von chronischen Rückenschmerzen zu sein. Weitere Studien sind wünschenswert, um den genauen therapeutischen Wert der Heilpflanze abzugrenzen.

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Fiebich et al.: Inhibition of TNF-alpha synthesis in LPS-stimulated primary human monocytes by Harpagophytum extract SteiHap 69, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11292236 – Department of Psychiatry and Psychotherapy, University of Freiburg Medical School, Deutschland

Teufelsklaue wird oft als eine unterstützende Behandlungsmaßnahme bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen des Knochengerüsts eingesetzt. In dieser Studie wurden die entzündungshemmenden Eigenschaften der Teufelskralle an menschlichen Monozyten untersucht, einem brauchbaren Modell zur Simulation von peripheren Entzündungen. Nach Vorbehandlung der Monozyten unterband der Teufelskrallenextrakt die LPS (Lipopolysaccharide) induzierte Synthese von Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-alpha) in einer dosisabhängigen Weise. Harpagosid und Harpagid, zwei Wirkstoffe der Teufelsklaue, zeigten keinen Effekt auf die LPS induzierte TNF-alpha Freisetzung. Die gewonnenen Daten konnten zeigen, dass der Teufelsklauenextrakt anti-entzündliche Eigenschaften aufweist. Weitere Studien sind notwendig, um den molekularen Wirkmechanismus zu beschreiben.

Warnock et al.: Effectiveness and safety of Devil’s Claw tablets in patients with general rheumatic disorders. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17886223 – School of Health Sciences, Queen Margaret University, Edinburgh, Scotland.

Arthritis und andere rheumatische Erkrankungen sind die führende Ursache von Behinderungen, bedingen eine reduzierte Lebensqualität und verursachen direkte und indirekte Kosten von erheblichem Ausmaß. Es wird angenommen, dass diese Entwicklung und die Häufigkeit dieser Erkrankungsform weiterhin zunehmen. In diesem Zusammenhang wurde diese Studie konzipiert, die die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit der Teufelskralle bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen untersucht. Diese offene Studie wurde mit einer Gruppe von 259 Patienten in Großbritannien durchgeführt und dauerte acht Wochen. Die Wirksamkeit wurde mit folgenden Mitteln bewertet: numerische Bewertungsskala, Western Ontario und McMasters Universities Osteoarthritis Index (WOMAC) und der Algofunctional Hand Osteoarthritis Index. Die Verträglichkeit wurde mittels einer numerischen Bewertungsskala ermittelt und die Sicherheit durch Blutanalysen und Leberfunktionstests. Die Lebensqualität wurde mittels eines SF-12 Fragebogens erhoben. Es ergaben sich statistisch signifikante Verbesserungen bei der Patientenbewertung von allgemeinem Schmerz, Steifigkeit und Funktion. Es zeigten sich auch signifikante Reduktionen im durchschnittlichen Schmerzaufkommen für Hand-, Handgelenks-, Ellenbogen-, Schulter-, Hüft-, Knie- und Rückenschmerzen. Messungen der Lebensqualität mittels SF-12 Fragebogen zeigten einen signifikanten Anstieg der Lebensqualität. Ca. 60 Prozent der Patienten reduzierten oder stoppten dabei gleichzeitig den Gebrauch von Schmerzmitteln. Somit ist die Teufelskralle eine wirksame und gut verträgliche Behandlungsalternative für leichte bis mittelschwere degenerative rheumatische Erkrankungen, gepaart mit einer Verbesserung der Lebensqualität.

Brien et al.: Devil’s Claw (Harpagophytumprocumbens) as a treatment for osteoarthritis: a review of efficacy and safety. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17212570 – Complementary Medicine Research Unit, Primary Medical Care, University of Southampton, Aldermoor Health Centre, Southampton, Hampshire, United Kingdom.

Osteoarthritis ist eine muskoloskeletale Erkrankung mit hoher Häufigkeit. Konventionelle Behandlungsformen, wie nonsteroidale anti-entzündliche Medikamente, sind verbunden mit gut dokumentierten Nebenwirkungen. Die Teufelskralle ist eine traditionelle südafrikanische Heilpflanze, die bei rheumatischen Erkrankungen zur Anwendung kommt und möglicherweise eine sicherere Behandlungsform darstellt. Bis heute (Dezember 2006) gibt es 14 klinische Studien, die die Wirksamkeit bei Osteoarthritis untersucht haben.

Ziel dieser Studie: Die Beantwortung von zwei Hauptfragen, die für den Kliniker von Bedeutung sind: 1. Ist die Teufelskralle wirksam bei der Behandlung von Osteoarthritis und 2. ist sie sicher?

Methodik: Eine Literatur-Recherche von Teufelsklaue im Zusammenhang mit Osteoarthritis für den Zeitraum von 1966 bis 2006 wurde durchgeführt. Relevante Studien in allen Sprachen wurden identifiziert und in den Vergleich einbezogen. Interne Validität (Eignung der Dosierung, Länge der Behandlung für die Erkrankung, Angaben zur Randomisierung, Angaben zu „Drop-outs“, Verblindung im Studiendesign und statistische Analysen) und externe Validität (Ein- und Ausschlusskriterien, Baseline Charakteristika der Studien, Studienaufbau und Korrektheit der Studienergebnisse) wurden beurteilt.

Resultate: 14 Studien wurden identifiziert:

  • acht Beobachtungsstudien,
  • zwei Vergleichsstudien (davon eine offene Studie, die andere war randomisiert, um die klinische Wirksamkeit zu beurteilen)
  • und vier doppelblinde, Plazebo kontrollierte, randomisierte Studien zur Ermittlung der Wirksamkeit.

Mehrere der veröffentlichten Studien ließen verschiedene wichtige methodologische Kriterien vermissen. Die Daten der Studien mit höherer Qualität lassen jedoch darauf schließen, dass Teufelskraut bei der Reduktion des klinischen Hauptsymptoms, des Schmerzes, effektiv zu sein scheint. Die Beurteilung der Sicherheit ist limitiert durch die zu kleinen Fallzahlen, mit denen die meisten Studien arbeiteten. Aus den bislang erhobenen Daten kann geschlossen werden, dass die Teufelsklaue im Vergleich zu NSAIDs weniger Risiken birgt. Aber dies muss sich in weiteren Langzeitstudien bewahrheiten.

Schlussfolgerung: Die methodologische Qualität der existierenden klinischen Prüfungen ist allgemein als schlecht einzustufen. Obwohl sie zu Ergebnissen kommen, gibt es doch eine Reihe von methodologischen Vorsichtsmaßnahmen, die Grund für weitere klinische Untersuchungen geben. Der momentane Stand der Beweislage der Daten kann keine definitive Antwort auf die beiden Hauptfragen geben, 1. Ist die Teufelskralle wirksam und 2. ist sie sicher? Eine definitiv hochklassige Studie, die die notwendigen methodologischen Verbesserungen beinhaltet, steht noch aus, damit diese wichtigen klinischen Fragen beantwortet werden können.

Fazit

Die letzte Studie, die keine ist, habe ich mit in den Reigen von Studien zur Teufelskralle mit aufgenommen, weil diese Veröffentlichung schön zeigt, wie offensichtliche Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen infrage gestellt werden, weil die Ergebnisse offensichtlich nicht die sind, die man selber gern hätte. Alle hier zitierten Studien kommen zu dem Schluss, dass die Teufelskralle nicht nur äußerst wirksam ist, sondern auch gleichzeitig außerordentlich verträglich.

So geht die Veröffentlichung von Brien et al. taktisch geschickt vor, nicht diese Ergebnisse frontal infrage zu stellen. Die Autoren verwässern dagegen die Relevanz dieser Ergebnisse und lenken vom Inhalt auf die Methodik ab.

Die Frage, ob die Teufelskralle sicher ist, ist an Borniertheit kaum noch zu überbieten: Diese Heilpflanze wird seit Jahrhunderten für den alternativ-medizinischen Einsatz genutzt. Wären schwere Nebenwirkungen eine dauerhafte Begleiterscheinung, dann wären Einsatz und Gebrauch dieser Pflanze sicherlich schon längst obsolet.

Außerdem muss die Brien et al. Veröffentlichung selbst zugeben, dass es für Wirkung und Nebenwirkung positiv einzuschätzende Daten gibt. In diesem Zusammenhang erscheinen methodologische Kritteleien nichts anderes zu sein als der Versuch, harte Daten zu ignorieren und durch interessensgelenkte Argumentationen auszuhöhlen.

Interessanterweise ist die Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift für alternative und komplementäre Medizin erschienen.

Beitragsbild: 123rf.com – Alexander-Raths

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