Zum Beispiel Schnitte, Risse und Schürfwunden durch die unsachgemäße Verwendung eines Messers, das Öffnen harter oder scharfkantiger Verpackungen, eine Berührung mit dornigen Pflanzen oder dem Fallen auf die Knie?

Wer kennt folgende Situationen nicht?

Diesen unzähligen Situationen des alltäglichen Lebens ist gemein, dass sie durch die Verletzung der oberen Hautschichten zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Blutungen führen können.
Doch auch in diesen Fällen gilt grundsätzlich erst einmal: Entwarnung. Denn diese Webseite heißt nicht umsonst: NaturHeilt.com

Der gesunde Organismus ist auf Blutungen und Verletzungen gut vorbereitet und reagiert durch die sofortige Aktivierung der sog. Gerinnungskaskade. Bereits in den ersten drei Minuten kommt es, vor allem durch den Einsatz von Thrombozyten, zu einer vorläufigen Blutstillung (primäre Hämostase).

In den folgenden Minuten setzt die Blutgerinnung im verletzten Gewebeanteil ein (sekundäre Hämsotase). Hierbei bildet sich ein Fibringerüst, welches im Verlauf der Ausheilung und somit Schließung der Wunde dient. Der gesamte Prozess ist hochkomplex und beinhaltet die Aktivierung unterschiedlichster körpereigener Stoffe.

Die Blutstillung und Heilung von Wunden im menschlichen Organismus ist abhängig von körpereigenen und äußeren Faktoren. Bei gesunden Organismen rechnet man i.d.R. mit einem Genesungszeitraum von wenigen Tagen bis ca. zwei Wochen – unter anderem abhängig von der Ausgeprägtheit und Verschmutzung der Verletzung, dem Selbstheilungsmechanismus sowie dem Alter der betroffenen Person.

Dies gilt unter anderem auch bei Operationswunden. Kinder reagieren meist intensiver auf blutende Wunden als Erwachsene. Das hängt u.a. mit dem Verletzungszeitraum zusammen (= Schockerlebnis) sowie mit dem Schmerzempfinden.

Das schnellste Mittel zur Stillung einer kleinen Blutung ist das Pflaster. Es bietet Schutz vor eindringenden Keimen, stoppt die Blutung und übt Kompression auf die offene Stelle aus. Bei größeren Blutungen können Kompressen und eine Binde (Verband) dienlich sein.

Sehr tiefe oder breite Verletzungen erfordern unter Umständen den Gang zum Arzt (zum Beispiel in der Notfallaufnahme). Dieser kann entscheiden, ob die Wunde evtl. genäht werden muss. Alternativen zur Naht sind spezielle Kleber auf Basis von Cyanoacrylatpolymer (z.B. Dermabond®) oder feine Pflasterstreifen, hergestellt aus Kunstseide und Rayonfasern (z.B. Steri-Strips®), die für ein feines, unauffälliges Narbenbild sorgen.

Bei vielen blutenden Wunden handelt es sich um sogenannte „Bagatellverletzungen“. Sie ereignen sich vielfach im Haushalt bzw. alltäglichen Leben und können sehr gut selbst versorgt werden (sofern sie klein und nicht tief sind). Von oberster Priorität ist immer die Inspektion und Reinigung des Wundbereiches.

Nur eine saubere Wunde kann (nahezu) narbenfrei und ohne Komplikationen ausheilen. Unterstützende Mittel sind in der Regel nicht erforderlich, können den Heilungsprozess jedoch positiv beeinflussen.

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Die Wurzel der Blutwurz zum Beispiel besitzt eine adstringierende (zusammenziehende) Wirkung. Die Pflanze galt in früheren Jahren als ideales Heilmittel für viele Störungen des Organismus und kommt auch heute noch in einigen Regionen vermehrt zum Einsatz.

Zur Blutstillung wird die Wurzel in feine Stücke geschnitten und auf den zu behandelnden Hautbereich aufgelegt. Die oberen Hautschichten ziehen sich zusammen, gleichzeitig wird ein schützender Film gebildet, wodurch die Wunde gut ausheilen kann.

Schnittverletzungen bei der Rasur können mit einem Alaunstift (beinhaltet Aluminiumsalze) behandelt werden. Alaun besitzt blutstillende und antibakterielle Eigenschaften.

Ein aus Blüten der Schafgarbe hergestelltes Pulver wirkt entzündungs- und gerinnungshemmend.
Bewährt haben sich unter anderem auch der Einsatz von Honig auf Wunden, die Mischung aus naturbelassenem Honig und frisch geriebenem Meerrettich, das Bestreichen mit Zahnpasta sowie die Verwendung von Teebaumöl oder Johanniskrautöl.

Ein nicht gesunder Organismus kann sehr differenziert auf „Bagatellverletzungen“ reagieren. Die Ursachen liegen zum einen in der Erkrankung selbst, zum anderen vielfach auch in der damit verbundenen Medikation. Das Blutbild gibt Aufschluss über den Zustand des Blutgerinnungssystems. Hierbei sind vor allem zwei Werte von besonderer Bedeutung, der Quick-Wert (bzw. INR) und die PTT.

Der Quick-Wert (auch Thromboplastinzeit) gibt Auskunft über bestimmte, an der Gerinnung beteiligte Faktoren. Als Referenzbereich gilt ein Quick zwischen 70 und 100% (die Obergrenze liegt bei 120%). Werte unterhalb der Norm sprechen für eine herabgesetzte Gerinnungsaktivität.

Seit einigen Jahren wird zusätzlich der INR-Wert (International Normalized Ratio) bestimmt, da dieser unabhängig ist von der Testmethode (zur Ermittlung des Quick stehen eine Vielzahl an Verfahren zur Verfügung) sowie dem ausführenden Labor. Als Normalwert gilt ein INR zwischen 0,85 und 1,15. Behandlungen mit Gerinnungshemmern (z.B. Marcumar®) verursachen eine Erhöhung des INR.

Der PTT-Wert (Partielle Thromboplastinzeit) gibt ebenfalls Aufschluss über mögliche Gerinnungsstörungen. Hierbei wird überprüft, wie gut der endogene Teil der Blutgerinnung funktioniert.

Hierzu wird das mit Citrat (unterbindet die natürliche Gerinnung) versetzte Blutplasma im Labor künstlich zur Gerinnung gebracht. Die dafür benötigte Zeit wird registriert.

Die normale PTT von Erwachsenen liegt zwischen 28 und 40 Sekunden. Verschiedene Erkrankungen (z.B. Hämophilie) und Medikamente (z.B. Heparin) führen zu einer Verlängerung der PTT, durch Schwangerschaft oder Operationen z.B. ist der Wert erniedrigt.

Zu den die Blutgerinnung beeinflussenden Erkrankungen gehören vor allem Störungen im Bereich der Leber. Die Leber ist ein wichtiges Organ für die Bereitstellung von die Gerinnungskaskade bestimmenden Faktoren (Gerinnungsfaktoren, Eiweiße) und benötigt dazu vor allem Vitamin K aus der Nahrung.

Fehlt Vitamin K (z.B. bei einer Vitamin-K-Mangelanämie oder der Alkoholsucht), werden zu geringe Mengen Gerinnungsfaktoren gebildet. Dies macht sich in einer stärkeren Blutung bei schon leichten Verletzungen bemerkbar.

Die bekannteste Erkrankung, die einhergeht mit deutlichem Blutverlust bei nur kleiner Verletzung, ist die Hämophilie (Bluterkrankheit), verursacht durch das Fehlen eines Gerinnungsfaktors (XIII oder IX). Heutzutage kann dieser Mangel durch die Gabe des fehlenden Faktors ausgeglichen werden. Ein ähnliches Gerinnungsproblem zeigt sich beim Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom.

Morbus Osler ist eine angeborene Störung, bei der die feinen Gefäße in der Haut zu Erweiterungen neigen. Bereits ein leichter Stoß oder festes Reiben führen dazu, dass diese Gefäße sich nach außen hin öffnen und bluten.

Auch Menschen mit Diabetes mellitus sollten sich vor der Entstehung von Wunden schützen. Zwar kommt es durch die Erkrankung nicht zwangsläufig zu einem höheren Blutverlust, jedoch neigen kleine Verletzungen dazu, schlecht oder nicht auszuheilen. Der Zustand der Hautläsion kann sich sogar noch verschlechtern.

Die die Blutgerinnung herabsetzenden Medikamente dienen in erster Linie der Vermeidung von Thrombosen. Vereinfacht gesagt machen sie das Blut fließender, wodurch es länger dauert, bis es bei Verletzungen zu einer „Verklumpung“ (Koagulation) der Blutbestandteile und somit zum Wundverschluss kommt.

Auf dem Markt befindet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Medikamente, die sich grob in vier Klassen unterteilen: Acetylsalicylsäure (Aspirin®), Heparin, Hirudin (bzw. Lepirudin) sowie die Cumarinderivate Phenprocoumon (z.B. Marcumar®) und Warfarin (zum Beispiel Coumadin®).

Menschen, die diese Medikamente regelmäßig einnehmen, müssen sich besonders schützen vor Verletzungen. Rasch kann es zu unkontrollierten Blutungen kommen, sowohl nach außen als auch in den Körper (zum Beispiel durch einen Stoß). I

nvasive Eingriffe (zum Beispiel Operationen, Zahnextraktion) erfordern immer die Absprache mit dem behandelnden Arzt. Das die Gerinnung beeinflussende Medikament muss einige Tage zuvor abgesetzt werden, um einen höheren Blutverlust zu vermeiden.

Auch bei alltäglichen Tätigkeiten wie zum Beispiel dem Nagelkürzen oder einer fußpflegerischen Behandlung sollte die Einnahme von Antikoagulantien niemals außer Acht gelassen werden.

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die zur Blutstillung in Frage kommen können.

Rescue Remedy Tropfen gegen evtl. Schockzustände - eine Blutstillung wird dadurch natürlich nicht direkt erreicht.

Bei Verletzungen: Ferrum phosphoricum Nr. 3 
(10 Tabletten in gekochtem, abgekühltem Wasser auflösen und schluckweise trinken)

Immergrün, Hirtentäschchen, Schachtelhalm

Sonstiges

Wenn Sie nichts zur Hand haben, um die Wunde auszuwaschen, können Sie Eigenurin
 verwenden. Das klingt zwar eigenartig, aber Urin ist eine relativ sterile Flüssigkeit. Es gibt für die Haut, und ganz speziell für Wunden nichts besseres als Urin. Wenn Sie wählen können zwischen Wasser und Urin, dann nehmen Sie Urin! Der gute, alte Alaun-Stift vom Friseur wirkt bei ganz kleinen Schnitten Wunder.


Beitragsbild: fotolia.com – 7activestudio

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 23.05.2016 aktualisiert.

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