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Wie Sie Ihre Leberwerte senken – Naturheilkunde, Heilpflanzen und mehr

Was tun bei hohen Leberwerten? Die Ursache zu finden ist wichtig. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen vor allem die  phantastischen Möglichkeiten der Naturheilkunde, Hausmittel, Heilpflanzen und mehr zeigen, mit denen Sie ihre Leberwerte senken können!

Ursachen für hohe Leberwerte

Erhöhte Leberwerte, also erhöhte Konzentrationen an verschiedenen Leberenzymen. Diese funktionellen Stoffwechsel-Enzyme werden überwiegend in der Leber produziert und ergießen sich in die Körperflüssigkeiten, wenn die Leberzellen (Hepatozyten) absterben.

Weil durch normgerechten Zelltod immer kleine Mengen der Leberenzyme ins Blut geraten, sind die Proteine in bestimmten Grenzen auch ständig nachweisbar. Doch wenn zu viele Leberzellen untergehen, sind die Leberwerte erhöht.

Labortechnisch nachgewiesen werden die Enzyme anhand ihrer Reaktionen, die sie auch im Stoffwechsel bewerkstelligen. Die Einheit für die Enzymaktivität ist Unit pro Liter (U/l), entsprechend der Einheit Mikromol pro Minute (μmol/min). Der Wert bezieht sich auf die Menge des durch das Enzym umgesetzten Substrates pro Zeit.

Welche Leberwerte sind entscheidend?

Die Normtabelle der Leberwerte unterscheidet zwischen der Temperatur, bei der die Analyse stattfindet sowie dem Geschlecht und dem Lebensalter. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die höheren Grenzwerte für Männer dadurch entstanden sind, weil das starke Geschlecht auch zu stärkerem Alkoholkonsum neigt.

Tolerabel sind diese leicht erhöhten Leberwerte allerdings nicht. Zu erwähnen ist außerdem, dass einige Leberwerte auch auf andere Erkrankungen als die der Leber hinweisen können.

Die Leberwerte mit ihren Grenzwerten sind:

  • Gamma-GT oder γ-GT (Gamma-Glutamyltranspeptidase, GGT). Dieser Wert reagiert am empfindlichsten auf Alkohol- und Medikamenten-Missbrauch sowie andere chronische Vergiftungen durch organische Verbindungen. Die offizielle Spannbreite liegt zwischen 5 und 70 U/l, abhängig vom Lebensalter, Geschlecht und Analysetemperatur (25 °C oder 37 °C). Bei Säuglingen bis zu einem Alter von einem halben Jahr gelten Werte bis 230 U/l als normgerecht.
  • GPT (auch ALT, ALAT, Alanin-Aminotransferase, früher Glutamat-Pyruvat-Transaminase). Der Normwert beträgt 10 bis 50 U/l.
  • GOT (auch ASAT oder AST, Aspartat-Aminotransferase, früher Glutamat-Oxalacetat-Transaminase). Der Normwert bewegt sich zwischen 10 und 50 U/l. Die GOT ist nicht streng leberspezifisch, weil das Enzym in höherem Maße auch im Zentral-Nerven-System, den Nieren, der Bauchspeicheldrüse sowie in Muskeln und Knochen vorkommt.
  • AP (auch ALP, Alkalische Phosphatase). Der Grenzwert wird zwischen 35 und 130 U/l angegeben und kann auch auf Knochenerkrankungen hinweisen.
  • GLDH (auch GDH, Glutamat-Dehydrogenase). Der Normwert beträgt 3,0 bis 6,6 U/l.

Wenn zu hohe Leberwerte verschiedene Interpretationen zulassen, berechnet der Arzt das Verhältnis der Werte zueinander. Eine andere Möglichkeit ist die differenzierte Bestimmung von eventuell infrage kommenden Enzymvarianten (Isoenzymen), die je nach Organ-Herkunft verschieden sind.

Ein weiterer Leberwert ist das Stoffwechselprodukt Bilirubin, das dem Abbau des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) entstammt. Bei Erwachsenen sollte der Laborwert nicht über 1,1 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) übersteigen. Bei Neugeborenen darf der Wert bis zu 13,5 mg/dl betragen.

Die Ursachen der erhöhten Leberwerte

Die am weitesten verbreitete Ursache für erhöhte Leberwerte ist der übermäßige Konsum von Alkohol.

Doch auch eine zu üppige Ernährung kann zu erhöhten Leberwerten führen. Vor allem zu viel Fett in der täglichen Kost ist dann die Ursache. Aber auch zu viel Kohlenhydrate wie Zucker werden in Fett umgewandelt und fördern die Erkrankung. Die Leber “verfettet” mit der Zeit (Fettleber) und kann demzufolge nicht mehr richtig arbeiten.

Durch die eingeschränkte Funktionalität des Organs kommt es zu Vergiftungserscheinungen in der Leber. Dies kann im schlimmsten Falle zur Leberzirrhose und/oder zu Leberkrebs führen. Dabei werden die Hepatozyten durch Bindegewebszellen ersetzt und das Organ vernarbt und verhärtet sich.

Neben den lebensstilbedingten Ursachen können auch verschiedene Infektionen mit Pilzen, Parasiten, Bakterien oder Viren, die eine Entzündung der Leber zur Folge haben (MumpsHepatitis AHepatitis BHepatitis C und Hepatitis DWindpockenGürtelroseTuberkulose-Erreger, Salmonellen, Wurmbefall etc.) eine Erhöhung der Leberwerte bedingen.

Wie können erhöhte Leberwerte gesenkt werden?

Um erhöhte Leberwerte senken zu können, muss zunächst die Ursache so eindeutig wie möglich festgestellt werden. Denn die Therapieansätze zur Behandlung erhöhter Leberwerte sind ebenso zahlreich wie die Umstände, die als Ursachen für die Werterhöhung angesehen werden können. Am einfachsten zu therapieren sind erhöhte Leberwerte, die aufgrund von einer falschen Ernährung entstanden sind.

Vorbeugung

Da erhöhte Leberwerte erstmalig meist bei Routineuntersuchungen festgestellt werden, erscheint es schwierig “vorzubeugen”. Dabei ist es relativ einfach: Grundsätzlich sollten leberschädigende Verhaltensweisen, wie Alkoholgenuss, fettes Essen, Stress, die Einnahme von Drogen und anderen unnötigen toxischen Stoffen etc. vermieden werden.

So können erhöhte Leberwerte, die nicht auf Erkrankungen zurückzuführen sind, in den meisten Fällen auf das Normalmaß reduziert oder ihr Auftreten verhindert werden.

In zahlreichen Beiträgen habe ich zur Behandlung hingewiesen. Wenn Sie möchten, fangen Sie mit diesem Beitrag zu den sogenannten “Leberkuren” an:
www.gesund-heilfasten.de/leber/leberkur.html

Zur körperlichen Entgiftung ist eine Colon-Hydro-Therapie ratsam. Um die Darmflora in eine optimale Zusammensetzung zu transformieren, empfehlen sich entsprechende Präparate mit Prä- und Probiotika.

Eine hervorragende Entgiftung und allgemeine Schonung der Leber bewirkt auch das Heilfasten. 

Neben der absoluten Meidung von Alkohol muss die Kalorien-Zufuhr reduziert werden. Oft besteht Übergewicht, das dringend beseitigt werden muss. Der Erwachsene von durchschnittlicher Statur sollte sich maximal 2.000 Kilokalorien täglich aufnehmen. Die Zusammensetzung der Kost besteht idealerweise aus 55 % Kohlenhydraten, 15 % Protein und 30 % Fett.


Das Fett sollte überwiegend aus ungesättigten Fetten wie Pflanzenteilen bestehen. Optimal sind hier Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie mittelkettige Fettsäuren. Gut geeignet sind die Öle von Kokosnüssen, Lein, Oliven oder Hanf.

Wohltuend für die Leber sind frische Bio-Lebensmittel, die keine schädlichen Zusatzstoffe enthalten.

Ausreichend Ballaststoffe tragen zur Darmreinigung bei und schonen dadurch auch die Leber. Viel Obst und Gemüse sind sinnvoll, das mit magerem Fisch und Geflügel ergänzt werden kann.


Einige Gemüse gelten als regelrechte Heilpflanzen für die Leber. Gallensekret fördernde Bitterstoffe sind beispielsweise in Endiviensalat oder Rosenkohl enthalten.

Die Säfte von Zitrone, Karotten, Trauben und Ananas können die Rückbildung einer Fettleber fördern.


In Studien wurde festgestellt, dass Kaffee die Wahrscheinlichkeit erhöhter Leberwerte senken kann. 

Die Entgiftung des Körpers muss gefördert werden, um die Leber zu entlasten. Die Einnahme von LöwenzahnArtischocken oder der Mariendistel in verschiedenen Formen (beispielsweise Tee) hat einen nachgewiesen positiven Effekt auf die Leber und ihre Funktionsweise.



Dennoch sollte auch hier ein Experte zu Rate gezogen werden, da auch im naturheilkundlichen Verfahren manche Ursachen bestimmte Kräuter ausschließen. Lassen sich die erhöhten Leberwerte zum Beispiel auf eine Galleninfektion zurückführen, wäre die Einnahme von Artischocken kontraindiziert, da es durch bestimmte Inhaltsstoffe der Artischocke zu einem Verschluss der Gallengänge kommen könnte.

Für die unterstützende Leber-Therapie geeignet sind Nux vomica (D12), Phosphorus (D12), Sulfur (D12), Leptandra (D12) und Lycopodium clavatum (D12).

Auch Antioxidantien entgiften den Organismus, indem Freie Radikale abgefangen werden. Dazu geeignet sind vor allem hohe Dosen von Vitamin C.


Mineralien und Spurenelemente sind für viele Enzymfunktionen unentbehrlich. Damit sorgen die Vitalstoffe für einen gesunden Stoffwechsel und auch für eine ausreichende körpereigene Entgiftung. Zu nennen sind hier Magnesium, Zink und Selen.

Eine Übersäuerung des Stoffwechsels sollte verhindert und behandelt werden. Sinnvoll sind eine Basische Ernährung sowie eine Entsäuerungskur.

Zahnstörfelder müssen beseitigt werden, weil sie eine ständige Quelle von Entzündungen und Intoxikationen darstellen. Amalgam-Füllungen muss ein Zahnarzt extrahieren und durch ungefährliche Materialien ersetzen. Anschließen sollte eine Schwermetallentgiftung durchgeführt werden.

Sonstiges

Toxisch wirkende Arzneimittel sollten auf ein Minimum reduziert werden. Selbstverständlich können bei Erkrankungen wichtige Medikamente nicht einfach abgesetzt werden. In einem solchen Fall sollten Sie Ihren Arzt befragen, der Ihnen diese Mittel verordnet hat.


Die Leberwerte sollten regelmäßig kontrolliert werden, um sicher zu stellen, dass es nicht zu einer Chronifizierung gekommen ist. Hat ein Betroffener trotz Ernährungsumstellung und Medikation weiterhin erhöhte Leberwerte, muss dringend weiter nach einer Ursache geforscht werden.  


Beitragsbild: fotolia.com – Tonpor Kasa

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 05.08.2021 aktualisiert.

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