Das Herz: Hochleistungsmotor, Gefühlsorgan, Lebenszeiger – 12 Dinge die Sie wahrscheinlich noch nicht wussten und ein BONUS
Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Allgemein, Altes Heilwissen, Anatomie, Herzprobleme
Das Herz – für viele ein rotes Symbol auf einer Postkarte, für Kardiologen ein Muskel, für Romantiker der Sitz der Liebe. In Wahrheit ist es alles zugleich – und noch viel mehr: Kraftwerk, Taktgeber, Kommunikationszentrale und seismisches Messgerät für unsere Gefühle. Für mich ein faszinierendes Organ! Es registriert Freude, Angst, Ärger – oft schneller, als unser Kopf versteht, was gerade passiert. Wer Herzgesundheit auf Blutdruck und Cholesterin reduziert, betreibt ungefähr so viel Ganzheitsmedizin wie jemand, der ein Orchester auf die Pauke beschränkt.
In diesem Beitrag habe ich mal Fakten zusammengetragen, die ich in über 25 Jahren Naturheilpraxis gelernt habe…
1. Früher Start ins Leben – und zwar richtig früh
Bevor unser Gehirn auch nur ansatzweise fertig ist, arbeitet das Herz schon im Akkord. Etwa drei Wochen nach der Befruchtung beginnt es zu schlagen – der erste eigene Rhythmus unseres Lebens. Dass Lehrbücher gerne von der „6. Schwangerschaftswoche“ reden, liegt an der Rechenmethode (letzte Periode vs. tatsächliche Befruchtung). Wer korrekt umrechnet, sieht: Unser Herz startet, bevor der Kopf überhaupt eine funktionierende Verkabelung hat.
Mehr zum Kapitel Schwangerschaft in meinem Beitrag: Die Schwangerschaft – Was Ärzte Ihnen nicht erzählen… (ein Beitrag den ich allen werdenden Mütter nur empfehlen kann).
Ach ja, kleine Herz-Rechengröße für Statistiker: Ein menschliches Herz pumpt im Laufe eines Lebens gut 200 Millionen Liter Blut. Das reicht, um ein mittelgroßes Schwimmbecken nicht nur zu füllen, sondern gleich ein ganzes Spaßbad zu betreiben – mit Rutsche.
2. Energiezentrum mit Milliarden Kraftwerken
Herzmuskelzellen sind Dauerläufer mit Hochleistungsantrieb: Ein Drittel bis fast die Hälfte ihres Volumens besteht aus Mitochondrien – winzige Kraftwerke, die Tag und Nacht ATP produzieren. Pro Zelle können das mehr als 5.000 Stück sein. Wer meint, er könne dieses System dauerhaft mit Fastfood, Schlafmangel und Bewegungsfaulheit füttern, darf sich nicht wundern, wenn der Motor irgendwann stottert. Magnesium, Q10, L-Carnitin, Omega-3 – alles keine Lifestyle-Gimmicks, sondern Teile der Grundausstattung, wenn man will, dass das Aggregat auch in 30 Jahren noch rund läuft.
Fun Fact für Technikfans: Das Herz erhält in Ruhe nur etwa vier Prozent des Blutflusses – verbraucht aber zehn Prozent des Sauerstoffs im ganzen Körper. Viel Leistung aus wenig Zulieferung – Formel-1-Ingenieure würden dafür Preise bekommen.
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3. Das Herz kann sich erneuern – aber im Schneckentempo
Früher hieß es: Herzmuskelzellen sind wie Zahnraduhren aus dem 19. Jahrhundert – wenn ein Teil kaputtgeht, bleibt der Schaden für immer. Heute wissen wir: Stimmt nicht ganz. Das Herz erneuert sich – nur eben nicht in der Geschwindigkeit, die man aus Werbespots für Anti-Aging-Cremes kennt. In jungen Jahren ersetzt es rund ein Prozent seiner Zellen pro Jahr. Im Alter sinkt die Rate auf unter ein halbes Prozent.
Mit anderen Worten: Wer wartet, bis der TÜV-Aufkleber fast abgefallen ist, hat ein Problem!
Die Stellschrauben für den Reparaturmodus sind keine Geheimwissenschaft: Bewegung, erholsamer Schlaf, kurze Fastenfenster (Autophagie lässt grüßen) und Nährstoffe wie Omega-3 oder Spermidin. Alles Dinge, die Mitochondrien schützen, Zellmüll entsorgen und alternde Zellen in den Ruhestand schicken. Die Schulmedizin nennt das gerne „Lifestyle-Modifikation“… Au weis… als ginge es um die Farbe der Wohnzimmerwand. In Wahrheit ist es der Unterschied zwischen einem Herz, das arbeitet, und einem, das arbeitet – aber nur noch für die Intensivstation!
4. Herz, Nerven und Gehirn – kein Monolog, sondern Funkverkehr
Dass das Herz autonom schlagen kann, wissen Herzchirurgen und Patienten mit Transplantat: Selbst ohne jede Verbindung zum Gehirn läuft der Takt weiter. Der Sinusknoten ist eben kein gehorsamer Angestellter, sondern eine selbstbewusste Chefsekretärin mit eigenem Terminkalender.
Und trotzdem ist das Herz nicht isoliert: Über den Vagusnerv gehen etwa 80 Prozent der Signale von unten nach oben – vom Herzen, vom Darm, von den Organen ins Gehirn. Das bedeutet: Unser Kopf bekommt ständig Statusmeldungen aus der Peripherie. Ob wir das nun wollen oder nicht.
Im Herz selbst sitzt noch ein „little brain“ – ein Netzwerk aus Zehntausenden Neuronen, das Reflexe steuert und Informationen vorfiltert. Wer also meint, das Herz sei bloß eine Pumpe unter zentraler Kommandogewalt, hat den Laden nicht verstanden. Das ist eher eine föderale Republik mit eigener Landesregierung.
5. Das „Herzfeld“: Elektromagnetische Signale
Ja, das Herz erzeugt ein Magnetfeld. Es ist das stärkste rhythmische Feld im Körper – aber „stark“ ist hier relativ: Wir reden von Piko- bis Femto-Tesla, also Millionenfach schwächer als das Erdmagnetfeld. Das ist nicht „Ich spüre dein Herz über drei Meter Entfernung“, sondern eher „Ich brauche einen hochempfindlichen Sensor in einem abgeschirmten Labor“.
Aber immerhin – dieses Feld ist messbar und verrät viel über den Zustand des Herzens. In der Forschung dient es dazu, Rhythmusstörungen oder Durchblutungsprobleme sichtbar zu machen. Manche Retreat- und Wellness-Anbieter erklären dieses Magnetfeld kurzerhand zu einem „Herzstrahlen“, das angeblich jeden Winkel eines Raums füllt. Das ist sicher nicht das messbare Herzmagnetfeld. Ich will das nicht ins Lächerliche ziehen – nur klarstellen: Wenn Menschen so etwas empfinden, spielen andere Faktoren eine Rolle. Biophysik ist das eine, Resonanz zwischen Menschen das andere.
6. Rhythmus trainieren: Herzratenvariabilität – das echte Fitnessarmband
Herzratenvariabilität (HRV) klingt nach Fitnesstracker-Statistik, die man ignorieren kann, solange der Schrittzähler brav seine 10.000 meldet. Tatsächlich ist HRV einer der ehrlichsten Marker für Gesundheit überhaupt: Je variabler der Takt, desto anpassungsfähiger das Herz. Ein monotoner Puls mag für Schlagzeuger gut sein, für Lebewesen ist er ein Alarmzeichen.
Das lässt sich trainieren – nicht mit Proteinshakes oder noch einer Fitness-App, sondern mit etwas, das jeder kann: Atmen. Resonantes Atmen bei etwa sechs Atemzügen pro Minute (0,1 Hz) bringt den Sinusknoten und den Vagusnerv in Harmonie. Ergebnis: Mehr Gelassenheit, bessere Reaktionsfähigkeit, weniger Grübel-Schleifen.
Das Beste: Es kostet nichts, macht nicht süchtig und hat keine Nebenwirkungen – außer vielleicht, dass man entspannter durchs Leben geht. 4 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen, 10 Minuten am Tag. Klingt simpel? Genau das ist das Problem: Alles, was wirkt, aber kein Geld bringt, hat in unserer Medizin keinen glamourösen Auftritt.
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7. Nähe reguliert – messbar und jenseits von Wellness
Berührung, Blickkontakt, gemeinsame Rhythmen – das sind keine poetischen Floskeln, sondern messbare physiologische Phänomene. Atem, Herzschlag, sogar Hirnaktivität können sich synchronisieren, wenn Menschen in Resonanz treten. Das senkt Schmerzempfinden, erhöht Empathie und schafft Bindung.
Interessanterweise sind die Effekte kontextabhängig: Ein Händedruck beim Zahnarzt wirkt anders als der gleiche Griff bei einem geliebten Menschen. Und ja – es funktioniert stärker bei Paaren. Wer das belächelt, darf sich fragen, warum Babys ohne Körperkontakt in Kliniken nachweislich schlechter gedeihen. Der Körper ist eben kein isolierter Maschinenpark, sondern Teil eines sozialen Netzwerks – und das ganz ohne WLAN.
8. Chronobiologie: Warum Herzen morgens häufiger schlappmachen
Zwischen 6 Uhr morgens und Mittag häufen sich Herzinfarkte. Nicht, weil das Frühstücksbuffet so gefährlich wäre, sondern weil unser Körper zu dieser Zeit im „Kampfmodus“ läuft: höhere Gerinnungsbereitschaft, höherer Sympathikustonus, mehr Blutdruck. Evolutionär war das praktisch – man brauchte morgens Energie für Jagd oder Flucht. Heute bedeutet es vor allem: Wer schon Risikofaktoren hat, sollte seine Morgenroutine überdenken.
Licht, Schlafrhythmus und das Timing von Training oder Medikamenten sind dabei keine Nebensache, sondern Stellschrauben. Wer um 5 Uhr aufspringt, drei Espressi kippt und direkt ins Kaltwasserbecken springt, mag sich als Biohacker fühlen – für ein vorgeschädigtes Herz kann das aber ein ungebetener Weckruf ins Jenseits sein.
9. Sonnenlicht: Blutdrucksenkung ohne Vitamin-D-Missionierung
Sonnenlicht kann Blutdruck senken – nicht nur über Vitamin D, sondern auch über Stickstoffmonoxid (NO), das bei UVA-Bestrahlung aus der Haut freigesetzt wird. Das weitet die Gefäße und lässt den Druck kurzfristig sinken.
Klingt wie ein Freibrief fürs Dauerbraten, ist aber keiner. Erstens ist der Effekt dosis- und settingabhängig. Zweitens hat die Sonne keine Lust, Ihren Hautarzt glücklich zu machen. „Sicher sonnen“ bedeutet: regelmäßig, aber ohne Krebsröte. Kurz gesagt: Licht tanken wie ein Gourmet – dosiert, bewusst, mit Genuss. Nicht wie ein Pauschaltourist, der schon am ersten Tag den Sonnenbrand als Souvenir mitnimmt.
10. Das gebrochene Herz
Manche Dinge klingen zu kitschig, um wahr zu sein – und sind es dann doch. Die Takotsubo-Kardiomyopathie, auch „Broken-Heart-Syndrom“ genannt, ist so ein Fall. Ausgelöst durch heftigen emotionalen oder körperlichen Stress – der Tod eines geliebten Menschen, ein Unfall, manchmal sogar eine Hochzeit – verformt sich das Herz vorübergehend zu einer Art japanischem Tintenfisch-Korb („Takotsubo“) und pumpt plötzlich miserabel. Ich hatte dazu mal ausfürhrlich hier geschrieben: Das Herz mit eigenem Bewußtsein? Oder: Kann man an einem „gebrochenen Herz“ sterben?
Die Symptome sind fast identisch mit einem Herzinfarkt: Brustschmerz, Atemnot, Schweißausbruch. Nur: Die Herzkranzgefäße sind frei. Am häufigsten trifft es Frauen nach den Wechseljahren. Männer erwischt es seltener – sterben aber häufiger daran. Insgesamt liegt die Krankenhaussterblichkeit bei etwa 6,5 Prozent, Komplikationen wie Herzschwäche oder Rhythmusstörungen sind keine Seltenheit.
Die gute Nachricht: Bei den meisten normalisiert sich die Funktion in Wochen. Die schlechte: Das Herz merkt sich den Schlag. Ob das vor einer Wiederholung schützt, ist nicht geklärt – und ja, das klingt so tragisch, wie es ist.
11. Extreme, die staunen lassen
Das Herz ist ein Meister der Anpassung. Es kann sein Minutenvolumen innerhalb von Sekunden verdoppeln oder verdreifachen – eine Fähigkeit, die in der Natur lebensentscheidend ist.
Im Tierreich zeigt sich die Vielfalt noch krasser: Der Kolibri schlägt sein Herz bis zu 1.200 Mal pro Minute, der Elefant dagegen gemütliche 25–35 Mal. Beide leben mit ihrem Takt perfekt – was zeigt, dass es nicht die absolute Zahl ist, sondern das Verhältnis zwischen Leistung und Bedarf.
Wer glaubt, sein Herz sei im Alltag ausgelastet, irrt: Für die meisten Menschen läuft es im Standgas – die Leistungsreserven werden nur bei Ausnahmesituationen abgerufen. Bei den einen ist das ein Sprint zur Straßenbahn, bei den anderen der Adrenalinschub, wenn die Steuerprüfung ins Haus flattert.
12. Das Herz beeinflussen – gezielt und messbar
Meditation und kontrolliertes Atmen senken den Sympathikustonus und erhöhen die HRV – das ist nicht Wellnessgeschwätz, sondern messbare Physiologie.
Rhythmisches Atmen (etwa 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus) bringt den Sinusknoten-Vagus-Dialog ins Gleichgewicht.
Zone-2-Ausdauertraining stärkt den Herzmuskel, verbessert die Gefäßinnenhaut (Endothel) und sorgt dafür, dass die Pumpe auch im Alter noch Reserven hat – 150 bis 300 Minuten pro Woche sind hier keine Kür, sondern Pflicht.
Und Schlaf? 7–8 Stunden, möglichst immer im gleichen Zeitfenster. Nicht sexy, aber Herzschutz ist selten glamourös.
BONUS: Naturheilkundliche Herzpflege – die unterschätzten Basics
An dieser Stelle will ich nur einige Stichpunkte erwähnen, denn zu den verschiedenen Herzbeschwerden habe ich einige Artikel veröffentlicht und auch ein Büchlein verfasst, dass Sie hier finden: Die biologische Herzgesundheit – Naturheilkunde für ein starkes Herz
Also:
Weißdorn (Crataegus) ist die Pflanze des Herzens. Es unterstützt die Kontraktionskraft und die Mikrozirkulation. 160–900 mg täglich sind sinnvoll, abhängig von Ziel und Ausgangslage. Mit hohen Weißdorn Extrakten habe ich schon Patienten behandelt, von denen die Schulmedizin behauptete, dass dies nicht ginge… Nun gut… deswegen schreibe ich ja auch fortlaufend…
Weiter mit: Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) wirken entzündungshemmend, rhythmusstabilisierend und gefäßschützend – mindestens 1 g pro Tag, bei Rhythmusproblemen oft deutlich mehr.
Magnesium (am besten organisch gebunden) entspannt Gefäße und stabilisiert den Herzrhythmus – 300–400 mg pro Tag, wenn die Nieren gesund sind.
Q10 (als Ubiquinol) füttert die Mitochondrien – 100–200 mg täglich, besonders bei Statin-Einnahme.
L-Carnitin und Taurin helfen energetisch und elektrisch – vor allem bei Erschöpfung und Extrasystolen.
Und natürlich: Bewegung im Freien, Sonnenlicht in Maßen, und sozialer Kontakt als „Herzvitamin“.
Hinweis: Dosierungen immer individuell anpassen, insbesondere bei Medikamenten oder Nieren-/Leberproblemen.
Fazit: Herzschutz ist viel mehr als „nicht rauchen“ oder Omega 3!!
Das Herz ist kein mechanischer Kolben, sondern ein sensibles, lernfähiges Organ, das in ständigem Austausch mit Körper, Gehirn und Umwelt steht. Es reagiert auf Ernährung, Bewegung, Schlaf, Gedanken – und sogar auf die Menschen, mit denen wir uns umgeben!
Wer das nicht glaubt (was wir Naturheilkundler schon immer gelernt und beobachtet haben), dem ist nicht zu helfen.
Deshalb gilt: Wer sein Herz schützt, bewahrt nicht nur seine Gefäße, sondern stärkt auch Immunsystem, Stressresistenz und Lebensqualität. Jeder Schlag zählt – und wie Sie damit leben, entscheidet, ob Ihr Herz ein Leben lang Ihr Partner bleibt oder irgendwann Ihr Patient wird.
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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…
Dieser Beitrag wurde am 9.8.2025 komplett überarbeitet.
Rene Gräber:
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