Strophanthin

Das vergessene Herzmedikament

Strophantin - Das vergessene Herzmittel

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Nach Auffassung von Dr. Rainer Moser und Wolf-Alexander Melhorn sehen Bundestagsabgeordnete jedes Jahr untätig zu, obwohl sie wirksam gegen die Erscheinung massenhafter Herzbeschwerden und Kreislaufbeschwerden aktiv werden könnten: Sie vertreten vornehmlich die Interessen der Pharmaindustrie und helfen so mit, den Wirkstoff Strophanthin, ein wichtiges Herzmittel, zugunsten gewinnträchtigerer Medikamente vom Markt zu verdrängen.

Doch ist das wirklich so? Ich erhalte (relativ) viele Anfragen von Lesern und Patienten, die von Strophanthin gehört haben und dazu eine Stellungnahme von mir "erwarten".

Aber vorab vielleicht die kurze Geschichte, so wie diese mir zugetragen wurde:

Im März 2008 reichte Melhorn eine öffentliche Petition beim Deutschen Bundestag ein und rief gleichzeitig das Europäische Parlament in der Sache an. Die Petition fordert ausdrücklich:

  • die Rücknahme der die Pharmakonzerne einseitig begünstigenden Wettbewerbsbeschränkungen
  • die Zulassung von Strophanthin als frei verkäuflichen, nicht länger verschreibungspflichtigen Wirkstoff.

Melhorn und Moser beziehen sich hierzu auch auf ein Grundlagen-Werk von Peter Schmidsberger, „Skandal Herzinfarkt. Die Hintergründe einer Epidemie und der Strophanhtin-Streit“. Dieses derzeit nur noch über Antiquariat oder Download erhältliche Buch prangert die "Arroganz der Medizinerschaft an, die sich jeder alternativen Erkenntnis zur Behandlung von Herzerkrankungen verschließt".

Strophanthin ist ein Wirkstoff aus der Kletterpflanze Strophanthus gratus. Ursprünglich dachte man, Strophanthin würde, ähnlich wie Digitalis, die Natrium-Kalium-Pumpe hemmen und so Herzprobleme bessern.

Da Strophanthin für diese Wirkung aber sehr viel höher dosiert werden musste als Digitalis, entschied man sich für das Digitalis als wirksameres Mittel.

Die Sache mit der Natrium-Kalium-Pumpe

Heute scheint es weitere Erkenntnisse zu geben, wie Strophanthin tatsächlich wirken könnte: Es hemmt die Natrium-Kalium-Pumpe wahrscheinlich nur unter bestimmten Bedingungen. Zahlreiche Studien konnten allerdings keine eindeutigen Erkenntnisse dazu liefern, wann das Herzglykosid die Na/K-ATPase herunter- oder heraufreguliert. Festgestellt wurde im Laufe der Untersuchungen aber, dass G-Strophanthin auch als körpereigenes Hormon vorkommt.

Ausgeschüttet wird der Botenstoff von den Nieren und dem Hypothalamus. Anscheinend kann G-Strophanthin die Herztätigkeit dann auch derart anfachen, dass es zu einer Erhöhung des Blutdrucks kommt, wie dies bei einigen Patienten belegt wurde.

Möglicherweise ist der Effekt dosisabhängig oder wird auch vom Säure-Status beeinflusst. Ungünstig wären dann Gewebs-Azidosen, die in den Prozess eingreifen.  

Die Erkenntnisse von Dr. Kern

Bereits 1967 stellte Dr. Berthold Kern, Stuttgarter Arzt für Innere Medizin, die empirisch begründeten Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Arbeit mit Strophanthin vor.

Kern kam zu dem Ergebnis, dass Herzinfarkten über eine orale Strophanthintherapie wirksam vorgebeugt werden kann. Sein 1969 erschienenes Buch „Der Myocardininfarkt“ soll belegen, dass die Schulmedizin bislang von falschen Prämissen hinsichtlich der Ursachen des Infarkts ausgegangen war: Nicht die Arterienverstopfung der Herzkranzgefäße bildete die wahre Ursache für Herzinfarkte, vielmehr sei eine gestörte Stoffwechsel-Balance des Herzmuskels (starke Übersäuerung) der Auslöser. Ein beliebter Ausspruch der Zeit war auch: "Das Herz stirbt den Säuretod".

Unter renommierten Kardiologen wurde Kerns These nicht nur mit Skepsis aufgenommen, man wandte sich offen gegen Kern als ein hakendes Rädchen im Getriebe.

In seinem Buch „Skandal Herzinfarkt“ beschreibt Peter Schmidsberger, wie Kerns nachweislich von Erfolg gekrönte Behandlungsmethode auf dem Heidelberger Tribunal von 1971 geächtet, weiter an der Verstopfungshypothese festgehalten und das schon seit 1895 zugelassene G-Strophanthin schließlich 1975 auf die Liste der verschreibungspflichtigen Medikamente gelangte.

Mit Recht stellt sich die Frage, warum eine Verschreibungspflicht als solche das Aus für diesen Wirkstoff bedeutete, zumal doch viele andere Mittel aus guten Gründen ebenfalls verschreibungspflichtig sind. Ganz einfach: Inzwischen hatten angehende Mediziner die Erkenntnis, dass Strophanthin keinen therapeutischen Nutzen besäße, an allen deutschen Universitäten quasi mit der Muttermilch aufgesogen.

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Veröffentlichungen zu Strophanthin wurden unterbunden

In seinem Buch kritisiert Schmidberger, dass bis dato erreichte Wissensstände nicht mehr reflektiert würden: Statt die Grenzen medizinischer Erkenntnis freudig zu erweitern, wird Pioniergeist als nicht ernstzunehmend ins Abseits gestellt.

Veröffentlichungen werden unterbunden, das Recht der Patienten auf für seine Gesundheit wichtige Informationen eingeschränkt. Niemand, so Schmidberger, auch kein Professor einer medizinischen Fakultät habe das Recht, eine solche Zensur zum Nachteil kranker Menschen auszuüben.

Die bisherigen Methoden bekämpften die Erkrankungen dagegen unzureichend, - versagt die Behandlung, seien viele Ärzte schnell mit der Erklärung bei der Hand, der ungesunde Lebenswandel des Patienten und dessen Uneinsichtigkeit habe zu dessen Tod geführt. Gleichzeitig fehle es nach wie vor an erfolgreichen Vorbeuge- und Behandlungsmethoden.

Laut Schmidberger versagen viele Ärzte als Dienstleister. Folge sei eine uneffektive Gesundheitsversorgung anböten, die an den Bedürfnissen der meisten Menschen vorbeigehe. Insofern sei die Frage nach wirksamen Alternativen mehr als legitim. Schmidberger äußert weiter, dass man vor allem so genannten Ketzern viele wissenschaftliche Fortschritte verdanke. Universitätsdogmen gelänge es entgegen aller Anstrengen letztendlich nur, den Fortschritt temporär zu behindern.

Und bevor ich es vergesse, muss ich noch auf mein Büchlein zur biologischen Herztherapie hinweisen. In diesem Buch habe ich zahlreiche Naturheilmittel bewertet - inklusive Beschwerden und wie ich in der Praxis vorgehe:

Buch: die biologische Herztherapie von René Gräber

Angebote an Strophanthin Präparaten stark gesunken

Die Zahl der angebotenen Strophanthin-Präparate ging mit der Zeit immer weiter zurück: 1987 existierten noch vier hochdosierte Mittel; das einzig verbliebene heißt Strodival. Strophanthin besitzt diverse positive Eigenschaften; seine Zusammensetzung ähnelt der körpereigener Hormone oder ist mit den biologischen Botenstoffen identisch.

Einige Ärzte und "Experten" in der Strophanthintherapie berichteten vormals, dass dieses Mittel für viele (vor allem ältere Patienten) die letzte und einzige Hoffnung auf Besserung dargestellt habe.

Das Jahr 1999 brachte angeblich eine weitere Information, nämlich dass es sich bei G-Strophanthin nicht nur um einen herzstärkenden, pflanzlichen Wirkstoff handelt, sondern um ein dem Insulin vergleichbares Hormon.

Prof. Schoner und sein Team an der Universität Gießen und zwei weiteren Universitäten konnten in einer Studie an 50 Teilnehmern nachweisen, dass Strophanthin bei höheren Belastungsanforderungen des Kreislaufs in quasi therapeutischer Konzentration in das Blut abgegeben wird. Die Studie liegt mir leider nicht vor, sodass ich diese Aussagen leider nicht überprüfen kann.

Die Grundannahme bezüglich Strophanthin ist unter den Anwendern, dass es den Stoffwechsel "normalisiere" und dafür sorge, dass das Herz wieder genügend Sauerstoff erhält. Neben der Einnahme von Strophanthin müssten die Patienten aber auch ihre Ernährung aktiv umstellen, um eine Übersäuerung des Organismus insgesamt einzudämmen.

Alle gegen Strophanthin? Eine Verschwörung?

Die Argumentationskette zieht sich weiter: Auf die Verordnungspraxis bzw. Freiverkäuflichkeit von Strophanthin hatten die (oben erwähnten) Erkenntnisse jedoch keinen Einfluss: Die Schulmedizin stütze sich weiter auf durch die Pharmaindustrie gesponserte Doppelblindstudien bestimmter Institute.

Mit dem Argument, Strophanthin hätte sich, wenn es tatsächlich wirksam sei, schon als universelle Herztherapie durchsetzen müssen, soll dieses endgültig als unbrauchbar geächtet werden. Aber wie soll sich etwas durchsetzen, das aufgrund lobbygeschuldeter Voreingenommenheit seitens der Ärzteschaft gar nicht erst verschrieben wird?

Klar scheint zu sein: An Strophanthin lässt sich kaum noch etwas verdienen, - es sei denn, man hätte ein Einsehen und höbe die Verschreibungspflicht wieder auf. Oder, um mit Dr. Manfred Köhnlechner zu sprechen: Manches Unkraut, dass erbittert bekämpft wurde, stellte sich später als außerordentlich wertvolles Heilkraut heraus.

Mein Fazit

Es gibt hier aus meiner Sicht "irgendeinen" Aufklärungsbedarf. Ich plädiere dafür Studien mit Strophanthin wieder aufzunehmen und diese "erneut" zu bewerten und mit anderen Mitteln zu vergleichen.

Die Berichte von Kollegen die Strophanthin (immer noch) verschreiben geben Anlass zur Hoffnung, dass es sich bei Strophanthin um mehr als eine sinnvolle Alternative bei Herzerkrankungen handeln könnte.

Und es gibt sogar Ärzte, die eine "Schwerpunktpraxis für Strophanthintherapie" betreiben, wie zum Beispiel der Arzt Anton Gräupner in Garmisch-Partenkirchen. Weitere Adressen von Ärzten die mit Strophanthin arbeiten listet Dr. Debusmann auf seiner Webseite: Strophanthin - Durch wen erhältlich auf.

Therapieschema mit homöopathischen Aufbereitungen

Ich möchte hier noch für weniger "schwere Fälle" auf die homöopathischen Aufbereitungen hinweisen:

Als Injektion subkutan (=s.c., unter die Haut gespritzt) gibt es von der Firma WALA das Strophanthus e semine, in der D4 und der D6 Potenz, als Ampullen.

Als Injektion i.v. oder i.m. (in die Vene oder in den Muskel) bietet sich das Strophanthus D3 (Ampullen an).

Und natürlich oral (zum einnehmen) die Globuli.

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Newsletter: 5 Wundermittel von René Gräber

Und natürlich das Buch zur Herztherapie:

Buch: die biologische Herztherapie von René Gräber

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.2.2018 aktualisiert - Beitragsbild: 123rf.com - Richard Van Der Spuy

 

 

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