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Darmprobleme

Das Reizdarm-Syndrom – Naturheilkunde, Hausmittel, Ernährung und mehr

Pflanze

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Darmprobleme

Inhaltsverzeichnis Einblenden
Was ist das Reizdarmsyndrom?
Das klinische Bild (Symptome) ergibt sich aus den Rom III Kriterien:
Schulmedizinische Therapie
Ursachen die ausgeschlossenen werden sollten
Naturheilkunde, Alternativmedizin & Hausmittel
Bachblüten
Ernährung
Heilpflanzen
Orthomolekulare Medizin
Schüssler Salze
Säure-Basen-Haushalt
Sonstiges
Rene Gräber:

Das Reizdarm-Syndrom – RDS (auch irritables Darmsyndrom – IDS) gilt als eine der häufigsten Darmerkrankungen. Worum es dabei geht und vor allem welche Ihnen die Naturheilkunde (Ernährung, Vitamine, Heilpflanzen, Homöopathie, usw.) bietet beschreibe ich Ihnen in diesem Beitrag.

Was ist das Reizdarmsyndrom?

Dabei handelt es sich gemäß gängiger schulmedizinischer Definition um eine „funktionelle Störung“, bei der keine Organerkrankung (z.B. Tumor) als Ursache feststellbar ist. Auch liegt keine Entzündung im eigentlichen Sinn vor. Vielmehr kommt es durch bis heute nicht geklärte Umstände zu einer Fehlfunktion des Darms bei gleichzeitig gestörter Darmflora (innerer, von Mikroorganismen ausgekleideter Bereich der Darmwand, der im gesunden Zustand v.a. der Immunabwehr dient).

Von einem Reizdarm-Syndrom kann dann gesprochen werden, wenn es innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens drei Mal über einen Zeitraum von jeweils mindestens drei Tagen zu mehreren der nachfolgend aufgezählten Anzeichen und Symptome kommt (= Rom III Kriterien):

Neben diffusen, kolikartigen oder stechenden Bauchschmerzen kommt es zu einer veränderten Stuhlkonsistenz (hart, breiig oder wässrig), die sich in Rein- oder Mischform zeigen kann. Die Defäkationsvorgänge sind gehäuft (mehrmals am Tag), gekennzeichnet durch Schmerzen während des Prozesses sowie einer Linderung im direkten Anschluss. Der Stuhl weist Schleimauflagen auf. Zusätzlich kommt es zu einer vermehrten Gasansammlung im Darmbereich (Meteorismus) sowie zu Blähungen (Flatulenzen). Die Symptomatik zeigt sich hauptsächlich tagsüber, während die Nachtstunden beschwerdefrei bleiben.

Die auslösenden Faktoren sind bisher nicht identifiziert, Untersuchungen zeigen aber eine vermehrte genetische Prädisposition. Daneben werden auch das den Darm kontrollierende Nervensystem (Enterisches Nervensystem – ENS, auch „Bauchhirn“ genannt), eine (durch Neurotransmitter vermittelte) erniedrigte Schmerzschwelle im Darm sowie psychosoziale Störungen (z.B. Stress, Depression) in Erwägung gezogen. Überaktive Mastzellen scheinen ebenso eine Rolle zu spielen.

Das klinische Bild (Symptome) ergibt sich aus den Rom III Kriterien:

Neben Durchfall (Diarrhoe) und Verstopfung (Obstipation) zeigen sich auch Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Rückenschmerzen (z.T. vermittelt durch die ausstrahlenden Bauchschmerzen).

Betroffene sind häufig müde, fühlen sich körperlich geschwächt und leiden unter Schlaf- und Konzentrationsstörungen.

Auch die normale Miktion (Wasserlassen), der Menstruationszyklus sowie der physiologische Rhythmus des Herzens können beeinträchtigt sein.

Die andauernden Symptome führen zu einer psychischen Beeinträchtigung, bei der es zu Depressionen, Angstzuständen und allgemeinen Verstimmungen kommen kann. Längerfristige Durchfälle können zudem den gesamten Organismus in Mitleidenschaft ziehen, es drohen Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen.

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Schulmedizinische Therapie

Die Therapie stützt sich vornehmlich auf allgemeine Maßnahmen. Neben einer Gesprächstherapie werden Umstellungen von Lebens- und Essgewohnheiten aufgezeigt (Verzicht auf Noxen wie z.B. Alkohol und Nikotin, verstärkte sportliche Aktivität, Pflegen von sozialen Kontakten, Reduzierung von darmreizenden und blähenden Lebensmitteln, Erstellung eines ausgewogenen Ernährungsplans).

Da die Erkrankung nicht systemisch ist, kann die Therapie nur Hilfestellung geben, die Erkrankung nur lindern, nicht aber heilen. So zeigen sich sehr unterschiedliche Resultate bei den verschiedenen Maßnahmen. Um schwere Symptome zu behandeln oder bei ausbleibendem Therapieerfolg werden medikamentöse Strategien gewählt, die ebenfalls nur der Linderung dienen.

Ein grundsätzliche Auffassung in der Schulmedizin ist, dass das Reizdarm-Syndrom im Normalfall zu keinen ernsthaften Schädigungen des Organismus führt und auch die Lebenserwartung nicht beeinträchtigt.

Bedingt durch die andauernden Beschwerden ist der normale Lebensrhythmus aber kaum möglich (tägliche Aktivitäten sind stark eingeschränkt, eine Erwerbstätigkeit ist u.U. nicht mehr durchführbar). Nur selten kommt es im Verlauf zu einer völligen Beschwerdefreiheit.

Eine neuere Studie zeigt, dass bestimmte Antibiotika beim Reizdarmsyndrom helfen können. Ich persönlich halte die Antibiotikagabe beim Reizdarmsyndrom für bedenklich, nicht nur vor dem Hintergrund der ständig zunehmenden Antibiotika-Resistenzen. Es gibt meiner Erfahrung nach wesentlich nebenwirkungsärmer und ganzheitlichere Ansätze, die auch sehr gut belegt sind. Hierzu berichte zum Beispiel ausführlich in meinem Buch „Die biologische Therapie des Reizdarmsyndroms“.

Aber nichtsdestotrotz wird die Entwicklung neuerer Präparate vorangetrieben, denn unter Reizdarm leiden zahlreiche Patienten. Seit 2013 ist zum Beispiel Linaclotid (Handelsname Constella) auf dem Markt: zugelassen für bei mittelschwerem bis starkem Reizdarmsyndrom mit Verstopfung. Mal abgesehen davon, dass zu den „wirklichen“ Nebenwirkungen noch nicht viel bekannt ist, scheint das Mittel auch stärkste Bauchschmerzen (im Verhältnis zu Placebo), nicht zu mildern. Bei über 30% der Patienten treten Durchfälle auf – zum Teil anhaltend.

Ich meine, dass die Naturheilkunde und Alternativmedizin besser wirkende Konzepte zu bieten hat. Klar ist: diese Maßnahmen verlangen mehr als Nummer eine Tablette zu nehmen…

zum weiterlesen: Antibiotika – Darmbeschwerden – Reizmagen – Sodbrennen – Magenschmerzen

Ursachen die ausgeschlossenen werden sollten

Auch Fruchtzucker (Fructose) und Sorbitol (Zucker-Alkohol, der in kalorienreduzierten Kaugummis und Süssigkeiten verwendet wird) können die Beschwerden verschlimmern. Fettige Lebensmittel können ebenfalls Krämpfe auslösen.

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (Allergien), sind eine weitere Ursache. Insbesondere Milch, Getreide (Zöliakie), Zitrusfrüchte, Kaffee, Nahrungsmittel-Zusätze (Farb- und Geschmacksstoffe) können Darmkrämpfe auslösen oder begünstigen.

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Naturheilkunde, Alternativmedizin & Hausmittel

Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei Darmkrämpfen in Frage kommen.

Hierzu vorab eine kurze Anmerkung: Mich interessierte wie gut die einzelnen Verfahren der Alternativmedizin und Naturheilkunde durch Untersuchungen belegt. Da kam eine ganze Menge zusammen! Die „Auswertung“ habe ich im Buch: „Die biologische Reizdarm-Therapie“ zusammengefasst, das Sie HIER bestellen können.

Beim Reizdarmsyndrom haben wir es meiner Erfahrung nach mit einer ganzen Batterie an „Ursachen“ zu tun. Bei der Therapie muss man aufpassen nicht einer gewissen „Beliebigkeit“ zu verfallen oder gar auf dem Operationstisch zu landen, was auch gar nicht so selten der Fall ist.

Im Folgenden einige Maßnahmen, die von Kollegen empfohlen werden:

Bachblüten

Liegen körperlichen Problemen seelische Ursachen zugrunde, können Bachblüten helfen. Bachblüten lösen keine Probleme, aber sie helfen, anders damit umzugehen und bringen sie einer Lösung näher.

Ernährung

Patienten rate ich generell auch erst einmal zu einer Schonkost. Wie diese aussehen kann, beschreibe ich im Beitrag zur Schonkost.

Bei den Heilverfahren im Zusammenhang mit der Ernährung liegt das Fasten eindeutig vorne – bei fast allen Darmbeschwerden. Allgemein sei hier nur auf eine gesunde Ernährung verwiesen. Mehr dazu in meinem Beitrag: Wie Fasten beim Reizdarmsyndrom hilft.

Milch ist für Säuglinge und Kälber. Erwachsene können Milch, resp. die Laktose (Milchzucker) schlecht verdauen – eventuell. Wenn der Mensch dem Säuglingsalter entwachsen ist, fällt der Laktase-Spiegel ab.

Laktase ist das Enzym, welches die Laktose verdaut. Bei vielen treten nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten Aufstoßen oder Blähungen auf. Butter, Joghurt und gereifter Käse enthalten weniger Laktose und werden deshalb besser vertragen.

Weitere Tipps finden Sie im Beitrag: Reizdarm – Ernährung die nicht reizt

Heilpflanzen

Bestimmte Heilpilze gegen Reizdarm wie der Reishi oder der Igelstachelbart wirken sich positiv aus.

Weitere hilfreiche Heilpflanzen: Melisse, Kamille, Schwarzkümmelöl. Eine Kur mit Teebaumöl kann hilfreich sein.

Orthomolekulare Medizin 

Beim Reizdarmsyndrom kommen einige Vitalstoffe in Frage. Auf jeden Fall würde ich zu Vitamin D raten. Mehr dazu in meinem Beitrag: Reizdarm und Vitamin D.

Angeraten wird oftmals eine Kur mit sogenannten Probiotika. Das ist durchaus sinnvoll. Man muss schauen, welches Mittel bei den Patienten wirkt. Weil das Mittel Kijimea häufig im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom beworben wird, habe ich hier etwas mehr dazu verfasst: Kijimea – Was ist drin? Was ist dran?

Schüssler Salze

Magnesium Phosphoricum als „Heiße Sieben“ ist eine Option, die rasche Besserung verschaffen kann. Einen Versuch ist es auf alle Fälle wert.

Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema „Übersäuerung“ kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.

Sonstiges

Vielfach lassen sich Stress und psychische Beeinträchtigungen in Zusammenhang bringen mit einem Reizdarmsyndrom. Mehr dazu im Beitrag: Reizdarm und Stress. Was man dagegen tun kann? Schauen Sie mal in meinen Beitrag: Autogenes Training bei Reizdarm-Syndrom

Ausgleichend und insgesamt sehr entspannend wirkt eine Fußrefelexzonenmassage.

Diagnose Reizdarm

Beitragsbild: 123rf – PAPAN SAENKUTRUEANG

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Wer schreibt hier?

Mein Name ist René Gräber. Seit 1998 führe ich eine Naturheilpraxis und arbeite mit Patienten, die nach echten Alternativen suchen. Sie finden hier bewährte Naturheilverfahren, aber auch Methoden, die nicht zum schulmedizinischen Standard gehören. Einordnung und Quellen, wo verfügbar; manches bleibt natürlich „kontrovers“. Beachten Sie daher auch bitte den Disclaimer.

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