Darmpilze - Was tun bei Darmpilz Candida Albicans?
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Darmpilze sind ein weit verbreitetes Problem. Dem Darmpilzproblem wird erst in den letzten Jahren
mehr an Bedeutung beigemessen - leider.
In rund 80% der Fälle handelt es sich um Hefepilze der Art Candida albicans. Candida-Pilze finden
sich in geringer Konzentration auch im Stuhl von Gesunden, im Nasen-/Rachenraum, in der Scheide und seltener auch
auf der Haut.
Ausführlich zum Problem Candida Albicans lesen Sie auch unter: Darmpilz Candida Albicans
Mögliche Ursachen
Besonders gefährdet durch den Befall mit Candida sind immungeschwächte Patienten
(z.B. Patienten mit zytostatischer Chemotherapie, rheumatoider Arthritis, Diabetes, Cortison-Therapie).
Die Zunahme von Pilzerkrankungen wird auch durch veränderte Ernährungsgewohnheiten mit viel
Zucker und Weißmehl begründet, was bei den Patienten häufig auch zu dauerndem Heißhunger führt. Cortison, Antibiotika und
Umweltschadstoffe können Pilzerkrankungen ebenso begünstigen.
Nicht zu vergessen: Eine Candida Belastung kann auch die Folge einer Schwermetallbelastung sein. Mehr dazu im Artikel: Candida - Infektion oder natürlicher Schutz?
Mögliche FolgenBei vermehrtem Auftreten der Hefepilze im Darm kommt es durch
die Verstoffwechselung von Kohlehydraten zu Kohlendioxid und Fusel-Alkoholen zu Blähungen vor allem nach süßem Essen.
Durch eine Schleimhautirritation kommt es zu After Juckreiz, die
Fusel-Alkohole können die Leber angreifen. Dies ist übrigens auch ein Grund,
warum bestimmte Leberwerte erhöht sein können, obwohl die Patienten glaubhaft versichern, dass Sie
keinen Alkohol trinken! Viele Ärzte halten diese Patienten dennoch für Alkoholiker.
Candida-Hefen produzieren zudem einen Giftstoff, der für Migräne und Gelenkbeschwerden verantwortlich gemacht
wird. Die Symptome sind eher unspezifisch. Neben den oben genannten kommen noch Durchfall und Verstopfung hinzu, die sich abwechseln
können.
Schulmedizinische Therapie: Antipilzmittel
Bei einem Verdacht von Darmpilzen greift die Schulmedizin oft zu Antipilzmitteln, in der Fachsprache
"Antimykotika" genannt.
Das Bekannteste unter ihnen ist „Nystatin“. Dies ist ein natürliches Antimykotikum, dass von einem
Actinobacterium (Streptomyces noursei) gebildet wird und mit als das erste einsetzbare Antimykotikum überhaupt
angesehen wird, seitens der Schulmedizin.
Der Wirkmechanismus besteht in einer Anlagerung der Substanz an Ergosterol in der Zellmembran des Pilzes, was zu
einer strukturellen Veränderung der Membran führt. Dies wiederum bewirkt eine veränderte Funktion in Bezug auf
seine Durchlässigkeit. Kaliumionen im Inneren der Zelle können somit ungehindert nach Außen diffundieren, was den
Zerfall der Zelle bedeutet.
In den einschlägigen Veröffentlichungen wird dann auch immer wieder behauptet, dass Nystatin im Darm nicht
resorbiert wird und damit bei oraler Einnahme keine systemischen Wirkungen und Nebenwirkungen haben kann.
Deshalb werden als „typische“ Nebenwirkungen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen angegeben, also typische
gastrointestinale Beschwerden. Laut Drugs.com jedoch werden auch „schwere Nebenwirkungen, wie allergische
Reaktionen beobachtet, mit Atemnot, Engegefühl im Brustbereich, Schwellungen von Mund, Gesicht, Lippen und Zunge, sowie
Pusteln und Ausschlägen auf der Haut“.
Diese Nebenwirkungen lassen sich nur über eine systemische Wirkung der Substanz erklären. In einigen, aber sehr
seltenen Fällen ist das Stevens Johnson Syndrom aufgetreten, eine lebensbedrohliche Medikamentenallergie, die sich gegen die Keratinozyten in der Haut richtet. Der Fairness
halber muss aber bemerkt werden, dass das Stevens Johnson Syndrom die absolute Ausnahme ist und die anderen
allergischen Nebenwirkungen auch nicht die Regel darstellen. Ihr mögliches Auftreten jedoch relativiert den
Anspruch von Nystatin, dass es sich nur im Gastrointestinaltrakt aufhält und nicht vom Organismus resorbiert
würde. Wenn das der Fall wäre, dann wären Nebenwirkungen dieser Art nicht möglich.
Fluconazol ist ein weiteres Antimykotikum, dass die Ergosterol-Synthese hemmt und somit den
Membranaufbau der Pilze stört.
Da die Substanz auch systemisch aufgenommen wird, kommt es zu deutlich mehr Nebenwirkungen. Laut Drugs.com
treten auf: Schwere allergische Reaktionen (vergleichbar mit denen von Nystatin), Brennen, Taubheit oder Kribbeln
in den Extremitäten, dunkler Urin, Fieber, Schüttelfrost, lang anhaltende Heiserkeit, Arrhythmien, Appetitlosigkeit, Muskelschmerzen, Schwächegefühle, Krämpfe, heller Stuhl, rote, geschwollene oder sich lösende Haut, Ohnmacht, schwere, lang
anhaltende Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen, ungewöhnliche Episoden von Blutungen oder Hämatomen, schwere Magenschmerzen, Müdigkeit und Gelbfärbung von Haut und Augen.
Es sind aber auch Leberschädigungen berichtet worden. Da die Substanz über die Leber verstoffwechselt wird,
kann es zu Interaktionen mit anderen Medikamenten kommen. Tierversuche haben gezeigt, dass es zu toxischen
Wirkungen bei der Schwangerschaft kommen kann. Für den Menschen gibt es Fälle
von Fehlbildungen bei Neugeborenen, deren Mütter über längere Zeit mit hohen Dosen von Fluconazol (über 400 mg)
behandelt worden waren.
Ein reflexartiger Einsatz von Antimykotika als mittel der ersten Wahl bei einer Darmpilzinfektion scheint somit
nicht unbedingt die beste Alternative zu sein. Sie ist dafür jedoch die Bequemste, da man auf die alte
schulmedizinische Formel „man nehme 3 Mal täglich“ zurückgreifen kann. Auch als „Prophylaxe“ macht der Einsatz
dieser Substanzen nur in den seltensten Fällen einen Sinn.
weitere Stichworte und verwandte Themen: Darmbeschwerden - Magenprobleme - Reizdarm - Reizmagen - Colitis Ulcerosa - Morbus Crohn - Scheidenpilz
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Was sind die Alternativen oder natürlichen Behandlungsalternativen?
Während die schulmedizinische Alternative die bequemste für alle Beteiligten ist, für Patienten und Arzt,
orientiert sie sich wieder einmal krampfhaft am schulmedizinischen Ideal der Symptomverwaltung.
Sie mag zwar dazu beitragen, dass die Anzahl an Pilzen abnimmt, kümmert sich aber nicht um die Ursachen für den
steilen, unphysiologischen Anstieg der Pilzzahlen. Das heißt letztlich, wenn nichts weiter unternommen wird, als
diese Medikamente einzunehmen, dass nach Absetzen das alte Problem mit hoher Wahrscheinlichkeit von neuem
aufflackern wird.
Um hier eine bessere Prognose zu erreichen, kann der Patient sich einer modifizierten Darmsanierung unterziehen.
Diese versucht nicht nur die Pilzzahlen symptomatisch zu reduzieren, sondern auch die möglichen Ursachen für das
Überhandnehmen der Pilze anzugehen.
Die modifizierte Darmsanierung verläuft in 5 Phasen:
Phase I: Hier werden die Pilzzahlen dezimiert und deren mögliche Toxine ausgeleitet. Hier
bieten sich ausleitende Verfahren an, wie Heilfasten und die Colon-Hydro-Therapie. Antimykotika wären als
Alternative bzw. Mittel der letzten Wahl anzupeilen, wenn die anderen, früheren Anwendungen nicht zum gewünschten
Erfolgt geführt haben.
Phase II: Hier erfolgt eine Verbesserung des Darmmilieus für die einheimische Darmflora zu
Ungunsten der Darmpilze. Wichtiger Aspekt für die Verbesserung des Darmmilieus ist eine „pilzfeindliche“ Ernährung.
Die Vermeidung von Zucker ist die wichtigste Maßnahme dafür.
Phase III: Hier wird eine physiologische Darmflora aufgebaut. Auch hier spielt die Ernährung eine zentrale Rolle, da Präbiotika und
Probiotika einen entscheidenden Beitrag zu dem Gelingen beitragen.
Phase IV: Probiotika und eine sich ausbreitende normale Darmflora bewirken eine Verbesserung
des darmassoziierten Immunsystems, was eine weitere „pilzfeindliche“ Maßnahme gegen eine Neuansiedlung der
Darmpilze darstellt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte die Ernährung um Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel bereichert werden, die eine fungistatische (antimykotische)
Wirksamkeit aufweisen. Hier sind z.B. medizinische Pilze besonders gut geeignet (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21728991; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19885026; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14572878; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20739167; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20532758).
Viele der Heilpilze besitzen zudem einen profunden positiven Einfluss auf das Immunsystem.
Phase V: Der Übergang zu Phase V ist nahtlos, da hier das vorrangige Ziel ist,
Nährstoffdefizite, Infektanfälligkeiten, allergische Zustände etc. zu korrigieren. Mit einer entsprechend
ausgewogenen Ernährung schon in den früheren Phasen kann dieses Ziel relativ unproblematisch erreicht
werden.
Eine darmsanierende Ernährung
Neben den weiter oben erwähnten Heilpilzen gibt es noch eine Vielzahl an Nahrungsmitteln, die während einer
Darmsanierung gegen Darmpilze genossen werden können.
Denn eine Diät auf der Basis von Heilpilzen alleine wäre eine einseitige und langweilige Angelegenheit. Sie
sollten „bunt“ essen und trinken, also möglichst abwechslungsreich. Angesagt sind Salate, Gemüse, Rohkost etc.
Hülsenfrüchte enthalten viel Eiweiß und Ballaststoffe, die als Präbiotika die Entwicklung der Darmflora
fördern.
Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe werden von verschiedenen Obstsorten geliefert. Mindestens 2 Portionen
Obst am Tag sind während dieser Zeit angezeigt. Machen Sie aber einen Bogen um Birnen, Pflaumen, Bananen und
Trauben. Diese Obstsorten enthalten besonders viel Fruktose (Fruchtzucker), der eine besonders gute Ernährungsbasis für die Darmpilze abgibt.
Vollkornprodukte sind ebenfalls ballaststoffreich und enthalten einiges an Vitaminen, Mineralien und
Spurenelementen. Außerdem enthalten sie Schleimstoffe und Schutzstoffe, die für das gastrointestinale Milieu
nützlich sind.
Aus dieser Kategorie wären zu empfehlen: Nudeln aus Vollkorn, Getreidegerichte, Müsli usw. Körnerfrüchte,
mageres Fleisch, Ölsaate sind auch für den Verzehr während der Sanierung geeignet: Sonnenblumenkerne, Amaranth,
Buchweizen, Hirse etc.
Gönnen Sie sich 2 bis 3 Mahlzeiten mit Fisch pro Woche, möglichst Öko-Fisch. Meiden Sie unbedingt Fisch aus
Fischfarmen (siehe mein Beitrag zum Lachsfieber). Mit Fisch unterstützen Sie Ihr System mit der Aufnahme von
Omega-3-Fettsäuren, die einen anti-entzündlichen Charakter aufweisen. Leider haben Fische immer auch ein
Schwermetallproblem. Wenn Sie dieses Problem umgehen wollen, greifen Sie gleich zu wertvollen Omega-3-Speiseölen.
Heilpflanzen:Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer etc. in ausreichenden Mengen würzen nicht nur das Essen, sondern sind ebenso
wertvolle Lieferanten für eine Reihe von Nährstoffen, die der Gesundheit des Darms dienlich sind. Viele von
diesen „Gewürzen“ enthalten ätherische Öle, die eine fungistatische oder fungizide Wirkung ausüben können.
Nachdem ich Ihnen mitteilen durfte, was Sie machen können, ist es an der Zeit, das „Auf-keinen-Fall“
hier einzuflechten.
Auf keinen Fall sollten Sie nach dem Zucker schielen. Alle Produkte, die mit Haushaltszucker hergestellt
werden, sind „des Teufels“ für die Zeit der Sanierung und auch später.
Zucker hat nicht nur einen katastrophalen Einfluss auf unseren Stoffwechsel (Diabetes, Insulinresistenz, Übergewicht etc.), sondern ist auch
die „Lieblingsnahrung“ von Darmpilzen. Zudem macht Zucker süchtig. Übrigens: Auch Krebszellen lieben Zucker.
Zu diesem „Teufelszeugs“ zählen Limonaden, Kuchen, Süßigkeiten, Nektar- und Fruchtsaftgetränke, Joghurt aus der
chemischen Produktion der Lebensmittelindustrie und anverwandte Produkte, Milchprodukte usw.
Selbst produzierter Joghurt dagegen ist eine günstige Alternative, auch im Hinblick auf die Unterstützung einer
probiotischen Ernährung.
Pasteurisierte Milch hat keinerlei lebende Keime aufzuweisen und gehört damit auch zum „Teufelszeugs“.
Die Liste der „Dos und Donts“ ließe sich beliebig lange fortspinnen. Dies zeigt zumindest, dass eine sanierende
Ernährung gegen Darmpilze nicht im Fantasiebereich anzusiedeln ist, sondern eine mehr als reale Basis hat.
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 23.11.2011 aktualisiert.

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