Schwere, geschwollene Beine, die manchmal jucken oder kribbeln und in einigen Fällen sogar schmerzen, können auf vielen Ursachen beruhen. In den meisten Fällen führt jedoch eine Durchblutungsstörung zu den Beschwerden. Wenn nur ein Bein betroffen ist, deutet das schon auf ein Problem mit den Gefäßen hin.

Sind die zum Herzen hin führenden Gefäße betroffen, leiden die Patienten unter einer Venenschwäche. Die Beschwerden treten meist nach langem, stillem Stehen oder einem langen Tag, an dem man nicht viel sitzen konnte, auf. Ursache ist eine Schwäche der Venenklappen vor allem in den Unterschenkeln. Das Blut wird so nicht mehr schnell genug zum Herzen gepumpt, versackt in den Beinen und verursacht das Austreten von Flüssigkeit in das umliegende Gewebe (Ödem). Äußerlich sichtbar ist diese Form der Durchblutungsstörung in vielen Fällen bereits an den hervortretenden Krampfadern (Varizen). Hinzu kommen Hautveränderungen an den Unterschenkeln und die bekannten “Besenreißer“. Nach längerem Verlauf bilden sich offene Stellen, die als “Hautgeschwüre“ (Ulcus cruris) bezeichnet werden. Die Venenschwäche zeigt sich vornehmlich im vorgerückten Alter, wobei Thrombosen in der Vorgeschichte und Herzschwäche sowie stattgehabte Schwangerschaften ein erhöhtes Risiko bedeuten. Auch die hormonellen Umstellungen in den Wechseljahren sind ein fördernder Faktor für die periphere Durchblutungsstörung, daher sind Frauen weit öfter betroffen als Männer. Spezialisierte Fachärzte (Phlebologen) können mit Ultraschall (Dopplersonographie) den Status der Durchblutung feststellen. Zunächst werden die Venen durch das Anlegen von Kompressions-Strümpfen unterstützt. Oft werden die Krampfadern operativ entfernt.

Bei starken Schmerzen sind die Arterien betroffen

Wenn schon beim Gehen sehr starke Schmerzen auftreten, leiden die Patienten an der sogenannten “Schaufensterkrankheit“, die wegen der häufig eingelegten Entlastungspausen so bezeichnet wird. Dann sind die Arterien verengt, die das Blut zum Herzen hin leiten. Mediziner nennen die Erkrankung “periphere arterielle Verschlusskrankheit” (pAVK), die besonders bei Rauchern, Diabetikern sowie Menschen mit Arteriosklerose und Bluthochdruck vorkommt.

Bildgebende Verfahren und die Blutfettwerte sowie die Anamnese dienen zur Feststellung der Diagnose. Bei einer Erkrankung an pAVK sollte der Lebensstil geändert werden mit mehr Bewegung, gesunder Ernährung und vor allem ohne Tabakrauch. Diabetiker müssen mit den entsprechenden therapeutischen Maßnahmen auf einen normalen Blutzucker eingestellt werden. Medikamentös können Blutgerinnungshemmer helfen, Embolien zu verhindern. Sind die Bein-Arterien sehr stark und unwiederbringlich verengt, sind operative Maßnahmen angezeigt, die Engstellen erweitern oder Gefäßablagerungen beseitgien können. Daneben kann der Chirurg einen Bypass anlegen.

Das Problem kann auch in Muskeln, Nerven und Knochen liegen

Wenn nach starken Belastungen Schmerzen spürbar sind und Krämpfe auftreten, können Muskelfaserrisse, Zerrungen oder Überstreckungen die Ursache schwerer Beine sein. Bei einer Mitbeteiligung der Nerven spielen oft Entzündungen eine Rolle. Dann liegen Grunderkrankungen vor wie die Autoimmun-Krankheit Polymyositis, Fibromyalgie oder Neuropathien diverser Entstehungsgeschichte. Möglicherweise leiden die Patienten auch an Polymyoneuropathie, bei der Muskeln und Nerven gleichermaßen beeinträchtigt sind. Diese Erkrankung kommt oft nach längeren Phasen des übertriebenen Alkoholkonsums vor. Nervenleiden, die zu schweren Beinen führen, zeigen sich sowohl durch Schmerzen in den Ober- als auch in den Unterschenkeln.

Ausgangspunkt von schweren Beinen können auch eingeklemmte Nerven sein, die Bereich der Wirbelsäule geschädigt werden.

Neben den häufigsten Ursachen schwerer Beine kommen auch weitere Erkrankungen infrage. Dazu zählt das Lymphödem, bei dem die Lymphbahnen mit dem Abtransport des Gewebswassers überfordert sind. Diese Erkrankung kann durch eine Reihe verschiedener, oft erblich bedingter Faktoren entstehen. Immer muss der Arzt auch im Blick haben, dass bei Nierenschwäche zu wenig Flüssigkeit ausgeschieden wird und sich bevorzugt in den Beinen ansammelt. Zu Schwellungen führen auch entzündliche Erkrankungen und Störungen des Immunsystems wie Allergien.

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Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei einer Beinschwere in Frage kommen.

Eine gesunde Ernährung, die Arteriosklerose entgegenwirkt, kann auch das Phänomen "schwere Beine" verhindern. Das bedeutet, möglichst frische Kost mit viel Obst und Gemüse zu verzehren. Die Omega-3-Fettsäuren in Pflanzenölen wie etwa von Lein, Kokos, Hanf und Oliven harmonisieren die Blutfette. Rotes Fleisch fördert entzündliche Prozesse, daher ist Geflügel sinnvoller. Öfter noch sollte Fisch auf dem Speiseplan stehen.

So sieht eine Ernährung aus, die auch prophylaktisch gegen Entzündungen wirkt.

Viele Heilpflanzen enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die die Gefäße erweitern und das Blut verdünnen. Dazu gehören Brennnessel, Weidenrinde, Mäusedorn, Mädesüß, Ingwer, Gingko, Aronia (Apfelbeere) und Sellerie. Der Tee von Lindenblüten stärkt speziell die Arterien. Eine Tinktur von Rosskastanien kräftig die Venen.

Massagen bringen Blutkreislauf und Stoffwechsel wieder in Gang. Mit der Lymphdrainage können Ödeme angegangen werden. Überschüssiges Wasser wird aus den Beinen entfernt.

Akupunktur 

Eine Vielzahl von Akupunktur-Punkten sprechen bei Durchblutungsstörungen in den Beinen an, desgleichen die Akupressur.

Hilfreich ist eine Supplementierung von, Vitamin C und E, Coenzym Q10 sowie Eisen, Calcium und Magnesium. Daneben empfehlen sich Bioflavonoide und Traubenkernextrakt (OPC).

Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
Beseitigen Sie eine (wahrscheinlich) vorliegende Übersäuerung mit einem Basenmittel.

Folgende Präparate können bei schweren Beinen helfen:

Plumbum metallicum D6
Pulsatilla D4
Tabacum D12
Arnica D4

Im Sommer: Acidum fluoricum D6
Im Winter: Abrotanum D3

Zahnstörfelder sind eine ständige Quelle von Entzündungen und Vergiftungen, die sich über den ganzen Körper ausbreiten können. Amalgam-Füllungen müssen entfernt werden, danach ist eine Schwermetallentgiftung sinnvoll.

Sonstiges

Zu starke Hitze erweitert die kleinen Gefäße und führt zu vermehrter Durchblutung; meiden Sie deshalb Sauna, Dampfbad und heiße Bäder.

Zu viel Sonnenbestrahlung mindert die Elastizität der Gefäße und kann die Haut so verändern, dass, die Äderchen stärker durchscheinen. Während der "warmen Jahreszeit" sollten Sie Ihre Beine vor zu viel Sonne schützen.

Gut wäre aus der Wasserheilkunde: Wechselgüsse (warm/kalt) und der kalte Unterschenkelguss.

Einfachste Maßnahme: nach dem Duschen beide Beine kalt abbrausen.

Bewegung, also Sport, fördert die Durchblutung, senkt Übergewicht und stärkt das Herz. Der Physiotherapeut kann zu speziellen Venen-Übungen anleiten.

Bei akuten Schwellungen sollten die Beine hochgelagert werden (Stufenlagerung wie bei Rücken-Problemen).


Bildquelle: fotolia.com – 7activestudio

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 25.08.2021 aktualisiert.

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