Naturheilkunde und Hausmittel gegen Durchfall
Bevor wir zu möglichen Hausmitteln bei Durchfall kommen, zuerst einiges "Wissenswertes" zum Thema:
Mediziner definieren Durchfall (Diarrhoe) durch folgende Kriterien: Ein Wassergehalt von über
80 Prozent und vermehrte tägliche Ausscheidungen (mehr als drei) mit Mengen oberhalb von 250 Gramm.
von: Rene Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Der veränderte Stuhl entsteht durch eine Störung der Resorptionsfähigkeit (Aufnahme) von Dünndarm und Kolon und
zeigt sich im Rahmen vieler unterschiedlicher Erkrankungen. Der Stuhl kann dabei wässrig, breiig, blutig oder
fettreich sein, übel riechen und verschiedene Farben aufweisen (z.B. sehr hell oder mit Farben unverdauter
Nahrungsbestandteile).
Mehr als ein Drittel der Bevölkerung leidet mindestens einmal pro Jahr an Durchfall.
Mögliche Ursachen
Diarrhoen können nahrungsmittelinduziert sein, zum Beispiel als Folge einer Laktoseintoleranz, bei Allergien oder Unverträglichkeiten von
Fetten oder Kohlenhydraten. Menschen mit Adipositas (starke Fettleibigkeit) zeigen auch öfter Durchfälle als
Normalgewichtige.
Durchfälle entstehen in Zusammenhang mit dem Malabsorptionssyndrom und bei chronisch-entzündlichen Darmbeschwerden (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa).
Vermehrt bei Auslandsreisen sind Infektionen mit Bakterien (z.B. Salmonellen, Shigellen, Escherichia coli), Virusinfektionen (unter anderem Rota-Virus, Herpes) und mit Parasiten oder Pilzen
(Candida albicans) beobachtbar (=Reisedurchfall).
Zu den intoxikationsvermittelten Ursachen (Vergiftung) zählen der
Bakterienbefall mit Staphylokokkus aureus, Alkohol, Schwermetallvergiftungen (z.B.
Blei) und verschiedene Medikamente (Antibiotika, Diuretika, Digitalis, Zytostatika).
Eine missbräuchliche Anwendung von Abführmitteln (Laxantienabusus) führt ebenfalls zu starken Diarrhoen.
In den letzten Jahren ist auch eine Durchfallzunahme durch den übermäßigen Genuss von Zuckeraustauschstoffen
(z.B. Aspartam) zu beobachten.
Zu den schwerwiegenden Erkrankungen, die mit Diarrhoen einhergehen, zählen unter anderem AIDS, die ausgeprägte
Divertikulitis, die Pankreatitis, die Hyperthyreose, tumoröse Entartungen im Bereich des Darms (Adenom, Karzinom, Lymphom),
Kollagenosen, mesenteriale Durchblutungsstörungen oder auch Diabetes mellitus im
Spätstadium.
Symptome
Die Symptome richten sich nach dem Auslöser, bzw. einer zugrunde liegenden Erkrankung. Dabei können die
Durchfälle akut (plötzlich) oder wiederkehrend (chronisch, z.B. bei Colitis ulcerosa) auftreten.
Begleitend zeigen sich verschieden stark ausgeprägte Bauchschmerzen, zum Teil
kolikartige Krämpfe, Blähungen sowie Übelkeit, Völlegefühl
und Brechreiz. In seltenen Fällen entwickeln sich erhöhte Körpertemperaturen.
Anhaltende Durchfälle schwächen den gesamten Organismus.
Betroffene fühlen sich schlapp und müde, zusätzlich steigt die Gefahr einer
Austrocknung (Exsikkose) sowie die einer Elektrolytverschiebung durch den hohen Flüssigkeitsverlust.
Neben der Anamnese (Abklärung eines Auslandsaufenthalts, z.B. in den Tropen) und Inspektion
(Untersuchung) bieten sich zur gesicherten Diagnose in der Schulmedizin weitere Untersuchungsmethoden an. Dazu
zählen der Stuhltest (Hämoccult-Test), die Laborauswertung, eine Darm- oder Magenspiegelung, die Sonographie des
Abdomens und unter Umständen eine CT.
siehe auch: Angst - Bauchschmerzen - Darmbeschwerden - Darmentzündung -Darmkrämpfe - Reizdarm - Viruserkrankung - Würmer

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die
bei Durchfall in Frage kommen können.
Akute Durchfälle lassen sich häufig durch geeignete Hausmittel, wie z.B. beruhigende Tees, eine ausreichende
Flüssigkeitszufuhr (natriumreich), Schonkost und Ruhe behandeln.
Schmerzen oder Krämpfe können medikamentös gelindert werden. Die Einnahme von Durchfallpräparaten ist in den
meisten Fällen nicht sinnvoll und sollte nur bei drohenden Komplikationen (z.B. Exsikkose) zur Anwendung
kommen.
Schwere Erkrankungen mit einhergehenden Durchfällen erfordern weiterführende Maßnahmen. Hier ist ein stationärer
Aufenthalt zum Teil sinnvoll, um drohende Komplikationen zeitnah abwenden zu können.
In den meisten Fällen sind akute Durchfallerscheinungen nach einer Woche vollständig abgeklungen.
Naturheilkundliche Betrachtung
Ein kurzer, heftiger Durchfall ist das beste Entgiftungsmittel Ihres
Körpers.
Er stößt, was ihn plagt, sofort wieder ab. Erst wenn das Problem nach 2-3 Tagen nicht
nachlässt, muss man vorsichtig werden. Vor allem, wenn im Stuhl Blut, Schleim oder Eiter sich zeigt, ist
sofort ein Arzt aufzusuchen, der die Ursache abklärt.
Durchfall ist an sich keine Krankheit, sondern ein Symptom das anzeigt, dass im
Verdauungssystem eine Störung vorliegt. Oft wird der Durchfall auch von Erbrechen
begleitet.
Ein chronischer Durchfall ist ebenso gefährlich, wie eine chronische
Verstopfung. Beides muss unbedingt behoben werden. Eventuell ist hier eine Darmsanierung angezeigt.
| Anthroposophische Medizin |
Aquilinum cp (Wa)
Bolus alba comp (Wa)
Digestodoron (We)
Geum urbanum (Wa,We)
Nux vomica (Wa,We)
Stibium arsenicosum (We)
Veratrum (Wa,We)
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| Ernährung |
Cola und Salzstangen gelten als gute Hausmittel - ich halte diese
aber nicht für geeignet. Trinken Sie reichlich Wasser und Essen Sie möglichst wenig und nur leichte
Kost. Bevorzugen Sie pektinreiche Lebensmittel wie Blaubeeren, Äpfel und Bananen, sowie Reis
und Karotten. Bananen liefern auch Kalium. Blaubeeren besitzen die Eigenschaft Durchfall zu stoppen; außerdem enthalten
diese reichlich Natrium. Wer meint für den Elektrolythaushalt mehr tun zu müssen, gebe auf
einen Liter Wasser (still) 1/4 Teelöffel Salz, 1/4 Teelöffel Backpulver oder Basenpulver, 4 Teelöffel Honig und eine frisch gepresste Orange oder ein wenig der oben angeführten Früchte (püriert).
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| Heilpflanzen |
Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der
Kommission E) vor. Brombeerblätter wirken stopfend, trinken Sie täglich 2 Tassen schluckweise.
Weitere wirksame Heilpflanzen: Eichenrinde, Flohsamen, Flohsamenschalen, Frauenmantelkraut, Gänsefingerkraut, Heidelbeeren,
Kaffeekohle, Odermennigkraut, Syzygiumrinde, Tormetillwurzelstock.
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| Homöopathie |
leichter: Ferrum phosphoricum D12
Fleischvergiftung: Arsenicum album D6
Herbstruhr: Colchicum D4
Darmerkrankung schwer: Nux moschata D4
Asa foetida D4 und/oder Baptisia D4 je 4 Wochen |
| Orthomolekulare Medizin |
eher bei chronischem Durchfall und Schmierstuhl: Probiotika, Bierhefe, Colostrum
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| Schüssler Salze |
Wenn sie unter wässrigem und schleimigem Durchfall leiden, nehmen sie
Natrium chloratum. Bei Durchfall nach dem Frühstück nehmen sie Natrium sulfuricum. Enthält ihr Druchfall immernoch Speisereste, verwenden sie
Ferrum phosphoricum. Riecht der Durchfall sauer, dann nehmen sie Natrium phosphoricum. Haben sie Krämpfe und lassen dann einen wässrigen Durchfall,
dann nehmen sie Magnesium phosphoricum.
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| Säure-Basen-Haushalt |
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten
und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
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| Sonstiges |
Aus der Volksmedizin stammt dieses Rezept: Als erste Maßnahme entleeren Sie den
Darm wie folgt: 1 EL Rizinusöl mit Zitronensaft, dadurch wird der Verdauungstrakt von
Krankheitserregern, Fäulnis- und Gärungsstoffen befreit. Dann trinken Sie ungesüßten Schwarztee mit etwas Muskatnusspulver.
Weitere mögliche Verfahren, die sich bewährt haben: Moxibustion, Akupunktur, Homöopathie, Darmsanierung
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 28.02.2012 aktualisiert.

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