Therapie mit Farblicht: Die Farblichttherapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Farblichttherapie geht zurück auf verschiedene Personen, die an unterschiedlichen Orten der Welt unabhängig voneinander den Einfluss von Farblicht auf den Menschen untersucht haben.

Farben sind ein Ausschnitt aus dem breiten Spektrum der elektromagnetischen Wellen. Definiert sind sie über ihre Wellenlänge. Das menschliche Auge nimmt die Schwingungen wahr, deren Wellenlänge zwischen 380 und 780 Nanometer (nm = 1 Millionstel Millimeter) beträgt. Zum Licht werden teils auch angrenzende Bereiche des Spektrums gerechnet, die Ultraviolette Strahlung (100 – 380 nm) und das Infrarot (780 nm bis 1 mm).  

UV und Infrarot: Das „unsichtbare Licht“

Im Bereich der Schulmedizin befasste sich der dänische Arzt Niels Ryberg Finsen (1860 – 1904), mit der physiologischen Wirkung des Lichtes auf den Organismus des Menschen. Finsen gründete im Jahr 1896 das Institut zur Erforschung der Lichttherapie in Kopenhagen.

Bei der Behandlung der Tuberkulose der Haut stellte er fest, dass ultraviolettes Licht eine positive Auswirkung hat. Hinsichtlich der Behandlung von Pockennarben erzielte er gute Ergebnisse mit roten, sowie infraroten Strahlen. In Anerkennung seiner Forschungsergebnisse zur Behandlung von Krankheiten mit konzentrierten Lichtstrahlen erhielt Finsen 1903 den Nobelpreis für Medizin.

Nach ihm wurde die so genannte Finsenlampe benannt, eine Bestrahlungslampe zur Behandlung von fünf Patienten gleichzeitig. Bis heute wird in der Dermatologie mit UV-Licht gearbeitet. Die Therapie geht immer noch zurück auf die Forschungsarbeiten von Finsen.

UV ist nur in der professionellen Therapie anzuwenden. Die relativ harte Strahlung kann im Übermaß die Haut („Sonnenbrand“) und die Netzhaut schädigen. Die Behandlung muss individuell auf den Haut-Typ angepasst sein und die Haut muss langsam an die Exposition gewöhnt werden. Außerdem sind absolut UV-dichte Schutzbrillen zu tragen.

Sanftes blaues Licht: Der Random-Laser

Der Onkologe Jan Hendrik Wilkens entdeckte während seiner Forschungsarbeiten, dass sichtbares blaues Licht gegen Neurodermitis hilft. Bestimmte Leukozyten (weiße Blutkörperchen) absorbieren selektiv das ausgewählte Blau und sterben ab. Dadurch stellt das Knochenmark die Bildung neuer entzündungsauslösender Leukozyten ein. Der Random-Laser nach Wilkens, mit der das Licht appliziert wird, hat einen 80-fach höheren Anteil blauen Lichtes im Vergleich zum Sonnenlicht. 

In den USA forschte im Bereich der Alternativmedizin Dinshah P. Ghadiali (1873 - 1966). Er untersuchte den Einflusses von Licht und Farben auf den Menschen. Dinshah entwickelte ein zwölfteiliges Filtersystem (Specto Chrome System) und ordnete verschiedenen Therapiefarben nach und nach einzelne Indikationen zu. Dinshah hat damit weltweit das erste Farblichttherapiesystem entwickelt, das bis heute zur Anwendung kommt.

Abgesehen von geringen Ausnahmen kommt die Farblichttherapie in der Schulmedizin so gut wie gar nicht zur Anwendung. In der Alternativmedizin hat sie einen großen Zulauf, von der Bestrahlung schmerzender Körperteile bis hin zur Naturkosmetik.

Die Farblichttherapie ist nicht unumstritten, was weniger auf fehlende wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise zurück zu führen ist, sondern viel mehr auf den nicht geschützten Begriff „Farblichttherapie“. Es ist deshalb hilfreich, vor einer eigenen Nutzung dieses Verfahrens abzuklären, auf wen oder was eine jeweilige Behandlung mit Farblicht zurück geht, da von seriösen Behandlern bis hin zu Personen, die ein buntes Papier hinter eine Lampe klemmen und damit „therapieren“, alles vertreten ist.

Farblicht-Therapien werden weiterentwickelt: PDT und Photobiostimulation

Die Photodynamische Therapie (PDT) nutzt die Wirkung bestimmter Lichtwellen auf Chromophore. Das sind Moleküle, die durch Licht zu Reaktionen angeregt werden. Paradebeispiel ist die Behandlung der aktinischen Keratose. Dazu wird eine Creme auf die Haut aufgetragen, die die Vorstufe des Chromophors Porphyrin enthält. Rot-Licht der Wellenlänge 630 bis 635 nm triggert Porphyrin zur Freisetzung hochreaktiven Sauerstoffs, der die Krebszellen abtötet, ohne das Nachbargewebe zu schädigen. 

Die Photobiostimulation ist ein Verfahren, das mit oder ohne Chromophore funktioniert. Als Lichtquelle dienen LEDs, die ein intensives Spot-Light emittieren. Angewendet wird im Einzelnen (Wellenlänge in Klammern):

Blau (430 nm): Gegen Akne-Erreger. Aktiviert auch die Stickstoffmonoxid-  Freisetzung (NO), das als interzellulärer Messenger wirkt. Erzielt werden sollen analgetische Effekte und eine Muskel-Relaxation.
Rot (640 nm):  NO-Freisetzung, Förderung des Zellstoffwechsels und der Durchblutung. 
Infrarot (808 nm):   Ist zurzeit noch Gegenstand der Forschung. Nachgewiesen ist eine Steigerung der Zellteilungsrate beim Pantoffeltierchen (liebertpub).  
Infrarot (830 nm):    Kombiniert mit dem Chromophor Indocyanidingrün gegen Akne. Mit Epigallocatechingallat gegen Hyperpigmentierung.   
 

 

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 08.09.2016 aktualisiert