Kopfschmerzen - Ursachen, Hausmittel und Alternative
Therapien
von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge
Eine der häufigsten Störungen des Organismus äußert sich in Form von Kopfschmerzen (Cephalgien), an denen nahezu
70 Prozent der Bevölkerung (zumindest zeitweise) leiden.
Der kopfschmerz kann unterschiedlich ausgeprägt sein, die am häufigsten beschriebenen Empfindungen sind:
stichartig, drückend, klopfend, bohrend, pulsierend, ausstrahlend und diffus.
Nach der internationalen Kopfschmerzliga lassen sich Kopfschmerzen in zwei Grundformen
einteilen:
1. Primäre Kopfschmerzen
Primäre Kopfschmerzen entstehen durch innere (körperliche) Ursachen und werden als eigenständige Krankheit
behandelt. Man unterscheidet hauptsächlich den Spannungskopfschmerz, die Migräne und den Clusterkopfschmerz.
Der Spannungskopfschmerz tritt episodisch auf, kann sich aber auch chronisch ausbilden.
Beide Hirnhälften sind betroffen, wobei der Schmerz vom Hinterkopf Richtung Stirn zieht und zusätzlich zu Übelkeit
und Erbrechen führen kann. Frauen leiden wesentlich häufiger an Spannungskopfschmerzen als Männer.
Eine Migräne äußert sich durch pulsierende, anfallsartig
auftretende Schmerzen, die nur meist nur eine Kopfhälfte betrifft. Meist geht dem Schmerz eine als Aura bezeichnete
Sehstörung (z.B. Lichblitze) voraus, die im Verlauf zu einem stichartigen Schmerz im Bereich von Auge, Schläfe und
Stirn führt. Die Symptomatik verstärkt sich zum Schädeldach hin und führt häufig zusätzlich zu
Lichtempfindlichkeit, Schwindel, Übelkeit und
Erbrechen. Patienten berichten zudem auch von Sehstörungen, Sprachstörungen, einer
allgemeinen Muskelschwäche, sowie von Missempfindungen wie Kribbeln. Die Schulmedizin behandelt meist mit
gewöhnlichen Schmerzmitteln wie Aspirin oder Ibuprofen, sowie Mitteln gegen Übelkeit. In schweren Fällen werden
auch Triptane oder Beta-Blocker zur "Vorbeugung" eingesetzt.
Der Migräne sehr ähnlich ist der Clusterkopfschmerz (Bing-Horton-Kopfschmerz). Die
Schmerzen treten stichartig im Bereich einer Hirnhälfte auf (meist im oberen Schädelbereich), klingen nach einiger
Zeit ab, um dann wiederzukehren, wobei ein Hirnhälften-Wechsel möglich ist. Die Patienten beschreiben meist auch
ein Gefühl "als ob das Auge herausgedrückt" würde. Neben den klassischen Symptomen zeigen sich hier auch ein
gerötetes Gesicht, eine laufende Nase sowie ein Tränen des betroffenen Auges. Männer sind häufiger vom
Clusterkopfschmerz betroffen als Frauen. Als Auslöser gilt gem. der Schulmedizin hier ein "überaktives
Nervensystem" und auch entzündete Gefäße hinter dem Auge. Clusterkopfschmerzen treten bei Rauchern und bei
Abwehrschwäche gehäuft auf.
2. Sekundäre Kopfschmerzen
Sekundäre Kopfschmerzen entstehen durch Reize von außen, sind Begleiterscheinungen oder Folgen anderer
Erkrankungen. Wesentliche Auslöser sind u.a. Hirnverletzungen (z.B. Blutung, Schädel-Hirn-Trauma), Gefäßerkrankungen (z.B. Aneurysma), Infektionen, Stoffwechselprobleme, Nervenläsionen des Gesichts, Bluthochdruck, Zahnschmerzen oder Ohrenschmerzen, Augenentzündungen, Entzünundgen im Bereich der Nase (z.B.
Nasennebenhöhlenentzündungen) und Enzündungen im Mundbereich (z.B. Zahnentzündungen), Tumoren des Kopfes,
Wirbelsäulenbeschwerden sowie übermäßiger Alkoholgenuss und Rauchen (neben
anderen berauschenden Substanzen).
Bei häufigen Kopfschmerzen ist es sicher nötig, eventuelle organische Ursachen abzuklären und
wenn möglich auszuschließen.
Wenn Sie Kopfschmerzen lediglich mit Schmerzmitteln begegnen, ist es dasselbe, als wenn Sie
einer Alarmsirene die Stromzufuhr unterbrechen. Dann heult es nicht mehr und alles ist wieder scheinbar in
Ordnung. Die klassische Therapie mit Schmerzmitteln (zum
Beispiel Dolormin) und anderen Medikamenten
bringen zwar eine Erleichterung, sind aber keine sinvolle Therapie wenn Sie unter chronischen
Kopfschmerzen leiden.
Oft kommt daher auch zu einem sogenannten
Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz - also Schmerzen durch Medikamente. Diese Art des Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz entsteht,
wenn man an mehr als 10 Tagen pro Monat Schmerzmittel einnimmt. Der "Entzug" den ich für absolut notwendig halte
sollte in einer Schmerzklinik unter Aufsicht durchgeführt werden. Die Patienten werden dort entwöhnt, bis die
sog. 10/20 Regel greift: Maximal 10 Tage im Monat mit Schmerzmittel, 20 Tage ohne Schmerzmittel. Wenn Patienten
soweit eingestellt sind, empfehle ich weitere Verfahren / Anpassungen. Welche das sein können stelle ich Ihnen
im folgenden vor.

Im folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, sowie
Hausmittel, die bei Kopfschmerzen in Frage kommen.
In der Naturheilkunde denken wir nicht nur symptombezogen, sondern auch in Funktionskreisen.
Bei bestimmten Beschwerden denken wir unter anderem:
Schmerzen an der rechten Schläfe: Leberschwäche;
dumpfe Stirnkopfschmerzen: Verstopfung;
Stirnkopfschmerzen, über den Augen: Nierenprobleme
Kopfschmerzen in der Mitte des Scheitels: Wechseljahrbeschwerden;
Schmerzen an der Schläfe links: Milzprobleme, Pankreas, Diabetes;
im ganzen Kopf = Rheumatische Erkrankungen, Gicht,
Harnsäure;
Diese Zuordnungen können eine Rolle spielen, müssen
es aber nicht.
Im folgenden nun Verfahren und Therapien die helfen
können.
AKUPUNKT-MASSAGE
nach Penzel |
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Als
Methode bei chronischen Kopfschmerzen empfehlenswert. Sie sollten mehrere Therapiesitzungen (drei
bis fünf) absolvieren, um den Erfolg beurteilen zu können.
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| Anthroposophische Medizin |
Belladonna (Wa,We)
Cuprum aceticum comp (Wa)
Formica (Wa,We)
Glonoinum (We)
Lachesis (Wa,We)
Secale/Quarz (Wa)
Solum Inject (Wa) |
| Aromatherapie |
Orale Einnahmen von Aroma-Essenzen sollten von erfahrenen Therapeuten
begleitet werden. Lavendel, Pfefferminze, Zitrone sind die Mittel der Wahl.
Bewährt hat sich ein Tropfen Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen, der in die
Schläfe einmassiert wird. Ebenso auch Lavendöl, welches auf die Schläpfen getupft
wird.
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| Bachblüten |
Liegen körperlichen Problemen seelische Ursachen zugrunde, können Bachblüten
helfen. Lassen Sie sich von einem/r Therapeuten/In eine Mischung zusammen
stellen.
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| Ernährung |
Versuchen Sie zu "vernünftig" und in Ruhe frühstücken. Falls Sie zu spät
aufwachen: gehen Sie früher ins Bett. Im Fernsehen laufen meist sowieso nur Banalitäten.
Häufig finde ich bei Patienten mit Spannungskopfschmerzen (die sich über den Tag aufbauen)
folgendes Schema: Kein Frühstück, sondern nur einen Kaffee, Stress im Beruf.
Essen Sie Nahrungsmittel, die reich sind an Magnesium (Nüsse und grünes
Blattgemüse) - aber keine Erdnüsse oder Paranüsse.
Meiden Sie bekannte Auslöser wie: Schokolade, Rotwein, Koffein, Geräuchertes,
Käse und Natriumglutamat (ein weit verbreiteter Geschmacksverstärker).
Ernährungsabhängige Kopfschmerzen können mit Fasten oder Heilfasten häufig dauerhaft beseitigt
werden.
Und noch etwas: verschiedene Diäten können ebenfalls zu Kopfschmerzen führen.
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| Entspannnungsverfahren |
Kopfschmerzpatienten empfehle ich fast immer ein Entspannungsverfahren zu erlernen, vor allem
wenn die Schmerzen im Zusammenhang mit Stress entstehen. Studien zeigen eine gute Wirkung der
Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen, mehrmals täglich in kurzen
Einheiten durchgeführt.
Aber auch vom Autogenen Training und Biofeedback halte ich viel.
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| Fitnesstraining |
Moderates Ausdauertraining sowie ein gesundheitsorientiertes Krafttraining mit Beweglichkeitstraining hilft Stress abzubauen. Schmerzen haben fast
immer auch eine komponente in der Muskulatur, weil sich dort viele Schmerzrezeptoren
befinden.
Ich habe immer noch eine Patientin die jedes mal wenn Sie merkt, dass eine Migräne-Attacke
bevorsteht zu uns ins Sportzentrum kommt um am Handfahrrad zu trainieren. Danach sind Ihre
Beschwerden verschwunden. Einen Versuch ist es also auf jeden Fall wert.
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Frischpflanzentropfen
(Urtinkturen) |
Eine Mischung folgender Tinkturen kann hilfreich sein: 30 ml Pestwurz, je 20 ml Weiden, Rosmarin, Lavendel und 10 ml
Erdrauch.
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| Heilpflanzen |
Für folgende Pflanzen liegen positive Studiendaten (positive Monographie der Kommission E) vor:
Pfefferminzöl, Weidenrinde
Gute Erfahrungen liegen auch mit folgenden Heilpflanzen vor: Abelmoschuskörner, Guarana, Khat,
Majorankraut, Nardenwurzel, Veilchenwurzelstock
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| Homöopathie |
Eine Auswahl homöopathischer Mittel, die bei Kopfschmerzen und Migräne in Frage kommen
können, habe ich unter Homöopathie bei Kopfschmerzen und Migräne beschrieben.
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| Manuelle Therapien |
Massagen sind bei akuten Kopfschmerzen wenig sinnvoll. Manuelle Lymphdrainage am Kopf kann Erleichterung
bringen.
Um allgemeine Verspannungen zu Lösen und
kleinere Triggerpunkte zu löschen ist die Massage aber
sehr geeignet. Es gibt auch eine bestimmte Form der Kopfmassage, die empfehlenswert ist
(nicht im akuten Stadium), da sich viele Triggerpunkte an der Kopfmuskulatur befinden, nicht
nur am Nacken. Leider wird die Kopfmuskulatur bei der klassischen Massage viel zu selten
behandelt.
Empfehlenswert ist auch die LNB Schmerztherapie nach
Liebscher Bracht, diese bezieht die Therapie der Kopfpunkte mit ein und zeigt den
Patienten auch Übungen mit denen diese sich selbst helfen können.
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| Neuraltherapie |
Primär um Triggerpunkte und Myogelosen aufzulösen.
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| Ohrakupunktur |
Zur Unterstützung vor allem bei chronischen Kopfschmerzen, die vor allem
auch stressbedingt sind.
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| Orthomolekular-Medizin |
Wichtig: ein Präparat mit B-Vitaminen, vor allem wenn Sie unter Stress leiden.
Empfohlene Tagesdosis:400 mg Vitamin E; 100 µg Selen; Vitamin B6 50 mg; Magnesium 400 -
600 mg, Omega-3-Fettsäuren EPS 2 - 4 g aus Fischölkapseln.
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| Säure-Basen-Haushalt |
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen
akuten und
chronischen Beschwerden eine Rolle spielen.
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| Sauerstoff-Therapie |
Bei akuten Clusterkopfschmerzen hilft das Einatmen von reinem Sauerstoff über eine
Maske. Dadurch entspannen verkrampfte Gefäße. Die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie ist in anfallsfreien Intervallen
möglicherweise hilfreich.
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| Schüssler-Salze |
Akutmittel bei allen
Kopfschmerztypen: Magnesium phosphoricum als "Heiße Sieben"
bei blassen, reizbaren Menschen:
Kalium phosphoricum
mit Verstopfug und schleimbelegter Zunge: Natrium chloratum
Augenhöhlen, Druck: Natrium sulfuoricum D 6
durch geistige Überanstrengung: Kalium phosphoricum D 6 und Natrium chloratum D 6
bei Kindern: Ferrum phosphoricum D 12 + Kalium phosphoricum D 12
Stirnkopfschmerz: Narium phosphoricum D 6
bei oder nach Überanstrengung: Calcium phosphoricum D 6 und Ferrum phosphoricum D
12
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| Spagyrik |
Baldrian, Brechnuss, Immergrün, Mistel, Tabak.
Im Zusammenhang mit einem Leberleiden: Schöllkraut.
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| Chiropraktik |
Der erste Halswirbel (C1) ist zuständig
für die Blutversorgung im Kopf, Kopfhaut, Gesichtsknochen, Gehirn, Innen- und Mittelohr,
sympathisches Nervensystem. Eine Fehlstellung des Atlas, wie der oberste Halswirbel auch
bezeichnet wird, kann Kopfschmerzen auslösen.
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| Störfelder |
Tote Zähne stören grundsätzlich den ganzen Organismus. Auch Amalgam-Füllungen sind
bedenklich. Sie sollten sie durch einen in diesen Sachen erfahrenen Zahnarzt sanieren lassen.
Wenn Sie unter besonderen Beschwerden bei Wetterwechsel leiden, finden Sie weitere Informationen in
meinem Beitrag Wetterfühligkeit.
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| sonstiges |
Ausgleichend und insgesamt sehr entspannend wirkt eine Fußrefelexzonenmassage.
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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 20.9.2011 aktualisiert.

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