Magnetfeldtherapie und Magnettherapie – Wirkung und Einsatzmöglichkeiten
Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Heilverfahren, Energetische Verfahren
Magnetfelder sind in der Medizin kein Fremdkörper. Ohne elektrische und elektromagnetische Impulse gäbe es weder Herzschrittmacher noch Defibrillation, weder moderne Schmerztherapie noch neurobiologische Stimulation. Umso erstaunlicher ist es, wie schnell die Magnetfeldtherapie außerhalb dieser Hightech-Anwendungen in die Ecke des Unklaren oder Unseriösen geschoben wird.
Dabei arbeitet der menschliche Organismus selbst permanent mit elektrischen Spannungen und Magnetfeldern. Jede Zellmembran, jeder Nervenimpuls, jede Muskelkontraktion beruht auf exakt geregelten Ionenbewegungen. Gerät dieses fein austarierte System aus dem Gleichgewicht, verlieren Zellen ihre Spannung – und damit einen Teil ihrer Funktionsfähigkeit.
Genau hier setzt die Magnetfeldtherapie an. Nicht als Wundermittel, nicht als Ersatz für medizinische Diagnostik, sondern als regulierendes Verfahren, das biophysikalische Prozesse unterstützt. Richtig angewendet, mit klaren Parametern und realistischen Erwartungen, kann sie Heilungsprozesse begleiten, Schmerzen lindern und Regeneration fördern. Falsch eingesetzt oder überhöht beworben, bleibt sie wirkungslos – oder wird zum Spielzeug.
Was Magnetfeldtherapie leisten kann, wo ihre Grenzen liegen und warum sie weder Hokuspokus noch Allheilmittel ist, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.
Wirkung der Magnetfeldtherapie
Die Magnetfeldtherapie und natürlich auch die „normale“ Magnettherapie beruhen auf der Tatsache, dass im menschlichen Körper Ionen (elektrisch geladene Teilchen) existieren, durch deren Bewegung elektrische Spannung in den Zellen entsteht. Diese Ladungstrennung über die Zellmembran hinweg ist für viele biologische Prozesse unabdingbar.
Die Ionen-Wanderungen sind nichts anderes als elektrische Ströme, der immer auch Magnetfelder erzeugen. Diese Vorgänge halten die Zellfunktionen und Heilungsprozesse im menschlichen Körper aufrecht Kranke bzw. beschädigte Zellen weisen gegenüber gesunden Zellen nur eine geringe Spannung auf.
An diesem Punkt kommt die Magnetfeldtherapie zum Einsatz, weil sie die verminderte Spannung und das geschwächte Magnetfeld der Zellen wieder aufbaut.
Die Durchblutung der Zellen und deren Versorgung mit Sauerstoff werden angeregt, der Körper erhält einen revitalisierenden Schub, der die Heilungsprozesse und Abwehrkräfte des menschlichen Organismus stärkt und wieder vorantreibt.
Die Wirkung der magnetischen Felder ist dem Effekt des elektrischen Stromes vergleichbar, wenn auch nicht völlig gleich zu setzen. In der Schulmedizin gibt es eine Reihe von Behandlungen, bei denen der Arzt einen elektrischen Strom direkt durch den Körper leitet.
Herzschrittmacher arbeiten nach diesem Prinzip und auch die externe Defibrillation bei kardiologischen Komplikationen. Bei der Elektrokrampf-Therapie (EKT) wird in Vollnarkose ein schwacher Strom durchs Gehirn gepulst, um Depressionen zu behandeln. Die Transkutane Nerven-Stimulation (TENS) wird mit tragbaren Geräten eingesetzt und kann Schmerzen lindern.
Elektromagnetische Felder erzeugen ebenfalls einen Strom, wirken auf den Organismus aber insgesamt schwächer und daher milder. Trotzdem ist die Wirkung im Prinzip nachgewiesen und anerkannt.
Schulmediziner nutzen das Verfahren mit der invasiven Magnetfeldtherapie, bei der mittels operativ eingesetzter Elektroden ein Feld erzeugt wird. Auf diese Weise wird bei der Elektro-Osteostimulation die Heilung von Frakturen unterstützt.
Kostenübernahme durch Krankenkassen
Diese Therapie ist vom Gesetzgeber akzeptiert und unterliegt der Kostenübernahmepflicht durch die Krankenkassen.
Die Wirkung eines äußeren Magnetfeldes bei der nicht-invasiven MFT ist hingegen noch nicht offiziell anerkannt.
Es gibt aber keinen Grund, warum ausgerechnet dieses Verfahren überhaupt keine Wirkung haben sollte. Das verrät schon ein Blick auf traditionelle Methode, denn Magnete werden schon seit mindestens 2000 Jahren therapeutisch angewendet.
Die Ansätze der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der griechisch-römischen Antike werden zunehmend aufgegriffen, weil Ärzte den alten Erkenntnissen eine erhebliche Bedeutung beimessen. Dieser Trend festigt sich auch deswegen, weil nun auch moderne wissenschaftliche Studien auf eine Wirkung der nicht-invasiven MFT hinweisen.
Anwendungsformen
Bei der Magnetfeldtherapie liegt der Patient entweder auf einem Applikations-Kissen oder in einer Art Röhre. Stromdurchflossene Kupferspulen in den Geräten erzeugen das Magnetfeld, das auf den Körper des Pateinten einwirkt.
Ein statisches Feld breitet sich mit konstanter Polarität aus, während beim Wechselfeld der Plus- und Minuspol in schneller Folge die Position ändern. Die Schwingungen haben bei dieser Pulsierende Signaltherapie (PST) eine Frequenz von 5 bis 30 Hertz (Schwingung pro Sekunde).
Durch Regulation der Frequenz und der Intensität des Feldes kann die MFT individuell auf den Patienten und die Indikation eingestellt werden. Die Applikation erfolgt dabei direkt am erkrankten Organ oder soll durch den Einfluss auf das Zentralnerven-System wirken.
Bei dieser Transkraniellen Magnet-Stimulation (TMS) lokalisiert der Arzt die Spule am Schädel des Patienten. Die Dauer der MFT-Anwendung beträgt zwischen 20 und 40 Minuten, wobei 10 bis 15 Behandlungen erforderlich sind.
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Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsgebiete der Magnettherapie
Die Anwendungsgebiete dieser Therapie sind zahlreich und vielfältig.
Die MFT verbessert die Leistungsfähigkeit und kann Stress-Folgen durch eine psychische Ausbalancierung mildern.
Besonders wirksam ist die MFT bei Neuralgien und gilt auch speziell geeignet für die Stärkung der Selbstheilungskräfte. Der Stoffwechsel wird durch die Behandlung angekurbelt und beschleunigt sich.
Erfolgreich eingesetzt wird die Magnetfeldtherapie auch gegen Entzündungen und einer Vielzahl von Schmerzen (zum Beispiel Kopfschmerzen, Zahnschmerzen) und dient zur unterstützenden Behandlung bei der Wundheilung und Knochenheilung, zum Beispiel nach komplizierten Brüchen oder Operationen.
Die MFT kann auch die Knorpelbildung bei Arthrose fördern. Bei Depression ist die transkranielle MFT eine Alternative zur Elektrokrampf-Therapie, weil Nebenwirkungen wie epileptische Anfälle und Amnesien nicht auftreten.
Auch sind so Narkose-Komplikationen ausgeschlossen. Inzwischen sind sogar Universitätskliniken von der EKT abgerückt und zu der schonenderen Methode gewechselt.
Zudem eignet sie sich zur Stärkung der Abwehrkräfte, beispielsweise zur Bekämpfung von Infekten oder stoffwechselabhängigen Allergien. Des Weiteren kommt sie bei Rückenschmerzen (auch: Bandscheibenvorfall oder Hexenschuss) zum Einsatz. Die MFT hat auch einen entspannenden Effekt auf zur Verkrampfung neigende Muskeln.
Durchblutungsstörungen und verschiedene Stoffwechselstörungen werden ebenfalls positiv beeinflusst.
Weitere Einsatzgebiete der Magnetfeldtherapie sind Migräne, Rheuma, und Hypertonie.
Menstruationsbeschwerden werden durch den regulierenden Effekt auf den Hormon-Haushalt gelindert.
Nur als ergänzendes Heilverfahren?
Allerdings ist zu erwähnen, dass die Magnetfeldtherapie meiner Meinung nach nur als unterstützende Behandlungsform unter „therapeutischer“ Aufsicht erfolgen sollte und keinesfalls andere ärztlich vorgeschriebene Therapien ersetzen kann.
Es existieren viele Therapiegeräte, die auf dem freien Markt erworben werden können. Vor dem Kauf eines solchen Gerätes sollte ein Patient stets Rücksprache mit dem vertrauten Arzt oder Therapeuten halten.
Hier muss insbesondere betont werden, dass die MFT zur Bekämpfung von Tumoren nicht die einzige Behandlung sein darf.
Begleitende Maßnahme bei einer Chemotherapie
Doch als begleitende Maßnahme zur Chemotherapie kann die MFT durchaus sinnvoll sein. In Modell-Versuchen injizierten Ärzte ein eisenhaltiges Krebsmittel und lokalisierten die Magnet-Spule an der befallenen Körper-Region.
Das Chemotherapeutikum konzentrierte sich daraufhin verstärkt am gewünschten Wirkort. Daneben konnte auch festgestellt werden, dass die MFT die Nebenwirkungen der Chemotherapie herabsetzt.
Obwohl bislang nur wenige wissenschaftliche Studien existieren, so gibt es einige Studien, die die Förderung des Knochenwachstums, bedingt durch die Magnetfeldtherapie, belegen.
Auch wenn eine ausschließliche Behandlung mit der MFT nicht in allen Fällen sinnvoll ist, so kann doch eine begleitende Therapie empfohlen werden. Beispielsweise der Bedarf an Schmerzmitteln kann durch die Methode oft reduziert werden, wodurch der Patient unter geringeren Nebenwirkungen zu leiden hat.
Wirbelsäulenerkrankungen
Am Higher Medical Institute in Plovdiv (Bulgarien) wurde eine Studie zur Wirksamkeit der Therapie bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen durchgeführt, die ebenfalls sehr positive Effekte dokumentiert.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Die Magnetfeldtherapie gilt als sehr gut verträglich. Anfangsreaktionen wie kurzfristige Schmerzverstärkung sind bekannt und meist vorübergehend.
Kontraindikationen sind ernst zu nehmen:
- Herzschrittmacher und aktive Implantate
- Schwangerschaft
- schwere akute Entzündungen
- Hyperthyreose
- Tuberkulose
- Angina pectoris
Erfahrene Therapeuten wissen, wann Zurückhaltung geboten ist.
Fazit
Die Magnetfeldtherapie ist kein Wunderverfahren. Wer sie so verkauft, schadet ihr mehr, als er ihr nützt. Sie ersetzt keine Diagnostik, keine notwendige Medikation und keine ursächliche Therapie. Das konnte sie nie – und das muss sie auch nicht.
Richtig eingesetzt ist sie ein regulierendes Verfahren, das biologische Prozesse unterstützt, nicht erzwingt. Sie arbeitet leise, ohne pharmakologische Keule, ohne invasive Eingriffe. Gerade darin liegt ihre Stärke – und zugleich der Grund, warum sie in einer auf schnelle Effekte getrimmten Medizin oft unterschätzt wird.
Dass elektromagnetische Impulse auf Zellen, Nerven und Knochen wirken, ist unstrittig. Strittig ist höchstens, wie differenziert man bereit ist hinzuschauen. Wer Magnetfeldtherapie pauschal abtut, ignoriert sowohl physiologische Grundlagen als auch klinische Erfahrung. Wer sie hingegen als Allheilmittel preist, verlässt den Boden seriöser Medizin.
Die Magnetfeldtherapie gehört deshalb dorthin, wo sie sinnvoll ist: als begleitendes Verfahren in erfahrene therapeutische Hände, eingebettet in ein klares Behandlungskonzept, mit realistischen Erwartungen und ohne falsche Versprechen. Dann ist sie nicht spektakulär – aber oft hilfreich. Und das ist mehr, als man von vielen modischen Verfahren behaupten kann.
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Beitragsbild: 123rf.com – ralwel
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